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Ausgabe:

1993

Spalte:

262-264

Kategorie:

Missionswissenschaft

Autor/Hrsg.:

Rzepkowski, Horst

Titel/Untertitel:

Lexikon der Mission 1993

Rezensent:

Moritzen, Niels-Peter

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261

Theologische Literaturzeitung 118. Jahrgang 1993 Nr. 3

262

wortgebundener Bedrohung in eine „elementare Didaktik des
Lobens" (Psalm 104), bei der B. zeigt, daß die Sprache der
Freude sich mit dem gesprochenen Wort nicht begnügen kann.

Obwohl eindrückliche Äußerungen in Wort und Bild zeigen,
wie Kinder in der geformten Sprache der Psalmen sich selbst
entdecken, würde man häufig mehr über den didaktischen Gesamtrahmen
und .schulpädagogischen Kontext erfahren wollen,
in dem solches Lernen geschieht. Wenn B. für eine „Grammatik
des Lobens" (110) als elementare Freude am Leben wirbt, die
„gleichwohl das Bewußtsein latenter Bedrohung ständig bei
sich hat" (86), ist es einsichtig, daß er dabei Spielerisches und
Gestalterisches, Naturbetrachtung und kindliche „Psalmensymphonien
" anstrebt. Wo bei aller Dringlichkeit, die Lernorte
Schule, Kirche, Familie usw. auch in diesem Sinne zu erweitern
, hierbei die Chancen und Leistungsgrenzen dieser Institutionen
jeweils liegen, wird von B. nicht erörtert, wäre aber genauer
zu bedenken, damit Kinder tatsächlich in ihren Lebenszu-
sammenhängen erfahren können, daß ihr „Weinen gehört" wird.

Berlin Roland Degen

Hofmeier, Johann: Der Kindergarten in der Pfarrgemeinde.

Ein pädagogisches und pastorales Handlungsfeld. Würzburg:
Seelsorge/Echter 1992. 200 S. gr.8° = Studien zur Theologie
und Praxis der Seelsorge, 8. Kart. DM 39,-. ISBN 3-429-
01409-3.

Der Kindergarten ist das vielleicht am meisten vernachlässigte
Gebiet religionspädagogischer Theoriebildung. Deshalb greift
man interessiert nach dieser neuen Publikation des Regensburger
katholischen Religionspädagogen Hofmeier. Er fügte fünf
bereits veröffentlichten Zeitschriftenaufsätzen noch fünf weitere
Beiträge lose hinzu und beleuchtet so - leider mit mancher Wiederholung
- zentrale Fragen des kirchlichen Kindergartens, z.B.
„Diakonischer oder kerygmatischer Auftrag des Kindergartens
in kirchlicher Trägerschaft?" (23-36), „Das Profil des katholischen
Kindergartens" (37-55), „Kooperation von Erzieherin und
Trägerim kirchlichen Kindergarten" (95-119). Dabei geht H.
von der zutreffenden Beobachtung aus, daß die großen Chancen
des Kindergartens für die Gemeindearbeit oft übersehen werden
. Welcher Pfarrer „bedenkt, daß im Kindergarten mehr Erwachsene
aus- und eingehen als er in der Kirche zu sehen bekommt
?" (19).

Inhaltlich sieht H. die Kindergartenarbeit durch die Verknüpfung
der „Frohbotschaft im Zeugnis des Lebens" und „im Zeugnis
des Wortes" (50) geprägt. Dabei soll „Vertrauen gestärkt",
„Lebensbejahung gefördert" und „Beziehungsfähigkeit angebahnt
" (50) werden, mit dem Ziel, daß Kinder so Gott, Jesus
und die Kirche kennenlernen. Solche im Gegensatz zu einem
Situationsansatz klare, kirchliche Profilierung der Inhalte im
Kindergarten wirft aber angesichts der unterschiedlichen religiösen
und sozialen Herkunft der Kinder Probleme auf. H.
macht hierauf exemplarisch anhand der Frage nach muslimischen
Kindern im katholischen Kindergarten aufmerksam. Seine
Überlegungen hierzu, „Erstinformation muslimischer Eltern
über die weltanschauliche Basis und die pädagogische Arbeit
des katholischen Kindergartens" (54) und „das Ziel der ganzheitlichen
elementaren Persönlichkeitsbildung aus dem Glauben
" (55), befriedigen nicht. Es scheint dem Rez. schwer vorstellbar
, daß gläubige muslimische Eltern ihr Kind in einen katholisch
profilierten Kindergarten schicken können. Was dies
für die staatliehe Förderung nach dem Subsidiaritätsprin/ip bedeutet
, bleibt offen. Überhaupt fällt bei den Überlegungen H.s
die häufige Verwendung von „muß"/„müssen" auf, Anzeichen
für die erhebliche Spannung zwischen seinen elementarpädagogischen
Überlegungen und der heutigen Situation im Kindergarten
. Auch drängt sich der Eindruck auf, daß der süddeutsche,
genauer der bayrische Raum der notwendige Hintergrund für
H.s Konzeption ist. Im Osten Deutschlands, wo die Katholiken
meist eine geringe Minderheit sind, dürften im Sinne H.s profilierte
katholische Kindergärten die große Ausnahme bleiben.

Interessant sind aber auf jeden Fall die letzten drei Beiträge
des Buchs, in denen H. „das institutionalisierte Elternseminar"
als „Vorstufe für die kirchliche Kindergartenarbeit" (133-150),
Anregungen zur „Elternarbeit im kirchlichen Kindergarten
(151-161) und „Vorschläge zu Predigten über die christliche Erziehung
" (163-177) vorlegt.

Berlin/Halle/S. Christian Grethlein

Lachmann, Rainer: Grundsymbole christlichen Glaubens.

Eine Annäherung. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 1992.
117 S. 8° = Biblisch-theologische Schwerpunkte, 7. Kart. DM
19,80. ISBN 3-525- 61288-5.

Das Buch entstand aus der Arbeit mit Lehramtsstudenten,
denen Elementaria christlichen Gottesglaubens unter religionsdidaktischem
Aspekt vermittelt werden sollten; es wendet sich
mit dieser Intention an angehende und praktizierende Religionslehrer
/innen. L. stellt sich damit der dringend erforderlichen
Aufgabe einer „Didaktisierung" der Systematischen Theologie.
Er fragt nach den elementar wichtigsten Glaubensinhalten, ihrer
Lebensrelevanz und angemessenen didaktischen Erschließung.
Theologisch inhaltlich beginnt die Darstellung mit Gott als dem
fundamentalen Symbol des christlichen Glaubens (2. Kap.).
Dieser fundamentale Inhalt bedarf didaktischer Zugänge durch
elementare Grundmomente des Glaubens, die L. in den bekannten
Symbolen der Glaubenslehre „Schöpfung" (3. Kap.), „Sünde
/Erbsünde" (4. Kap.), „Rechtfertigung und Vollendung" (5.
Kap.) findet. Das Symbol der Trinität (6. Kap.) „als Summar
des christlichen Glaubens" (Ebeling) bildet den religionsdidaktischen
Epilog der Darstellung. Das 1. Kap. entfaltet die religionspädagogischen
Voraussetzungen der Konzeption und fordert
am stärksten zur Diskussion heraus, etwa im Hinblick auf die
Frage, ob es sich bei den genannten Symbolen der Glaubenslehre
um Elementaria für den Religionsunterricht handelt.

Die exemplarisch ausgewählten Glaubensinhalte werden erfahrungsnah
erschlossen, so daß die Lebensförderlichkcit der
Glaubenssymbole wahrgenommen werden kann. Die didaktischen
Reflexionen - ein Unterrichtsentwurf zum Thema Schöpfung
ist beigefügt - dienen der Konkretion der elementartheologischen
Ausführungen; gelegentlich werden symboldidaktisch
orientierte Lernwege skizziert (1 L2f).

L. knüpft an den für die Religionspädagogik bedeutsamen
Ansatz von W. Lohff „Glaubenslehre und Erziehung" (1974) an
und schreibt ihn unter den Bedingungen der Gegenwart fort.
Das Buch stellt einen beachtlichen Beitrag auf dem Weg zur
Entwicklung einer Elementartheologie dar.

Güttingen Peter Biehl

Ökumenik: Missionswissenschaft

Rzepkowski, Horst: Lexikon der Mission. Geschichte - Theologie
- Ethnologie. Graz-Wien-Köln: Styria 1992. 470 S.
gr.80. Lw. DM 140,-. ISBN 3-222-12052-8.

Der Autor, Dozent für Missionswissenschaft an der Ordenshochschule
in Sankt Augustin SVD, hat dieses Lexikon allein