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Ausgabe:

1989

Kategorie:

Missionswissenschaft

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Neuerscheinungen

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Theologische Literaturzeitung 114. Jahrgang 1989 Nr. 5

396

Auala. Leonhard, u. Kirsti Ihamäki: Meßlatte und Bischofsstab. Ein Leben
für Namibia. Aus dem Finn. von M. L. Trillitzsch. Wuppertal: Verlag der
VEM; Erlangen: Verlag der Ev.-Luth. Mission 1988. 232 S. 8' = Erlangcr
Taschenbücher, 85. Kart. DM 19,80.

Balz. Heinrich: Hermeneutik und Mission (ZfM 14, 1988,206-220).

Castro, Emilio: Mission im pluralistischen Zeitalter (Studia i Dokuments
Ekumeniczne 2/18/1987.9-20).

t ptinu. Karl-Christoph: Bemerkungen zurGegenwart der Gemeinschaft von
Kirchen und Missionen im Evangelischen Missionswerk in Südwesldeutsch-
lande. V.(EMS)(ZfM 14, 1988,24-29).

Ilalbfass. Wilhelm: India and Europe. An Essay in Understanding. Albany.
NY: State University of New York Press 1988. XV, 604 S. gr. 8 $ 19.95; Lw.
$ 60.50 (Orig. Ausg. bespr.inThLZ 109, 1984, 181).

Jergcnsen, Torstein: Kristendommen i Afrika - noen perspektiver (TTK 59.
1988, 123-131).

Junker. Johannes: Deutschland - Missionsland? (Missionsblatt ev.-luth.
Freikirchen 1988.8/9,205-207).

Sihite. Wilmar H.: Theologische Ausbildung in ihrer Verbindung mit dem
Leben der Kirche (In: Becker. Mit Worten kocht man keinen Reis. Wuppertal:
Verlag der VEM , Erlangen: Verlag der Ev.-Luth. Mission 1987. S. 141-147).

Ökumenik: Ostkirchen

Wittig. Michael Andreas: Glaube in Rußland. Die russisch-orthodoxe
Kirche. Würzburg: Augustinus-Verlag 1987. 139 S. m. zahlr. Abb.
schw./weißu. färb. kl. 8'. Kart. DM 12,80.

Zum Millennium der Taufe Rußlands will der Augustinerpater in
leicht faßlicher Weise einen breiten Leserkreis mit der Russischen
Orthodoxen Kirche bekannt machen. Teil 1 gibt einen Überblick über
die Geschichte von der Taufe und frühen Spuren des Christentums bis
zur Gegenwart, charakterisiert die einzelnen Entwicklungsepochen
einschließlich des Verhältnisses zur Kirche in Georgien. In recht sachlicher
Weise wird die Entwicklung im Sowjetstaat skizziert und auf die
heutigen kirchlichen Möglichkeiten eingegangen. Die Ausführungen
über andere christliche Traditionen befassen sich mit dem Katholizismus
sowie den Linierten, dem Protestantismus - allerdings ohne Erwähnung
der Evangeliumschristen-Baptisten - und der Armenischen
Kirche. Teil 2 führt in die in der Tradition der Orthodoxie verwurzelte
und doch zugleich national geprägte Spiritualität der ROK ein.
Diese Kirche „heiligt und betet mehr, als daß sie lehrt und formuliert"
(S. 74), kennt aber auch besonders im Mönchtum „das aktive Aposto-
lat" (S. 116). Eingegangen wird auf markante russische Theologen,
den Gottesdienst, Kirchengesang und Ikonenfrömmig'keit. Architekturverständnis
, Heilige, Märtyrer, Missionstätigkeit, Marienverehrung
, Mönchtum und die heutigen ökumenischen Beziehungen zu
Katholizismus und Protestantismus. Es gelingt dem Vf., wesentliche
Momente orthodoxer Theologie und Frömmigkeit zu verdeutlichen
.

In einer kurzen Gesamtdarstellung muß vieles ausgelassen, kann
anderes nur angedeutet werden. Doch sei einiges richtiggestellt. Die
Georgier proklamierten ihre Autokephalie bereits nach der Februarrevolution
1917 (S. 45). Die Wiedererrichtung des Patriarchats
erstrebte man schon vor dem Sturz des Zaren (S. 47). Es gibt heute ca.
6800 orthodoxe Gemeinden, nicht ca. 5000 (S. 55). In der Pro-
skomidie wird das „Lamm" nicht einer der von den Gläubigen dargebrachten
Prosphoren entnommen (S. 88).

Berlin Hans-Dieter Döpmann

Limouris, Gennadios, and Nomikos Michael Vaporis [Ed.]: Orthodox
Perspectives on Baptism, Kucharist, and Ministry. Brookline, MA:
Holy Cross Orthodox Press 1985. IX, 168 S. gr. 8° = The Greck
Orthodox Theological Review, Vol. 30.2. Faith and Order Papers.
128. sFr 16.50.

In diesem Heft sind die Vorträge eines Inter-Orthodoxen Symposiums
über die sog. Lima-Papiere zusammengefaßt, die im Juni 1985

auf dem Campus of Hellenic College der Holy Cross Orthodox School
of Theology gehalten worden sind. Nach Grußworten und Grußadressen
finden sich folgende Sachbeiträge:

Gennadios Limouris, The Physiognomy of BEM alter Lima in the Presen!
Ecumcnical Situation (S. 25-45); Nikos A. Nissiotis. The Meaning of
Reception in Relation to the Results of Ecumcnical Dialogue on ihe Basis of the
Faith and Order Document ..Baptism. Eucharisl and Ministry" (S. 47-74);
Archbishop Kirill. The Significance and Status of BEM in the Ecumcnical
Movement(S. 79-95); Metropolitan Antonie Plamadeala, The BEM Document
in Romanian Orthodox Theology: The Prcsent Stage of Discussions
(S. 97-103); Theodore Stylianopoulos. The Question of the Reception of
BEM in the Orthodox Church in the Light of its Ecumcnical Commitment
(S. 105-128); Thomas Hopko, Tasks Facing the Orthodox in the 'Reception'
Process of BEM, (S. 135-147). Zu den Beiträgen von Nissiotis. Stylianopoulos
und Hopko sind Responses abgedruckt. Ein Bericht über das Symposium
beschließt den Band.

M.P.

Referate über theologische Dissertationen
in Maschinenschrift

Bethge, Hans-Gebhard: „Der Brief des Petrus an Philippus". Ein

neutestamentliches Apokryphon aus dem Funde von Nag Ham-
rnadi (NHC VIII,2), herausgegeben, übersetzt und kommentiert.
Diss.(B). Berlin 1985.205 S.

Der erst durch den Nag-Hammadi-Fund bekanntgewordene „Brief
des Petrus an Philippus" (NHC VIII p. 132,10-140,27; Titel abgekürzt
: EpPt; deutsche Erstübersetzung: ThLZ 103, 1978, 161-170)
gehört als ebenso wichtiges wie aufschlußreiches Dokument in den
größeren und komplexen Zusammenhang Neues Testament - frühes
Christentum-Gnosis. Wie andere Nag-Hammadi-Schriftcn läßt auch
EpPt als ein den neutestamentlichen Apokryphen zuzurechnender
Text ein Stück Wirkungsgeschichte von Teilen des NT sichtbar werden
, steht zugleich aber auch in der Tradition der Acta-Literatur des

2. und 3. Jh.

Die hier vorzustellende Arbeit will mit der letztlich auf einer
Autopsie der Originale basierenden kritischen Ausgabe des koptischen
Textes samt Übersetzung, mit einem den gesamten Textbestand
bis in seine kleinsten Elemente erfassenden Register sowie mit ausführlichem
exegetischen Kommentar einen wichtigen Schritt zu
einem gewissen Abschluß der Arbeit mit dieser wichtigen Schrift tun.
die von nicht geringem Interesse für die neutestamentliche Wissenschaft
ist.

Ohne hier auf Einzelheiten eingehen zu können, sollen doch einige
Resultate zusammenfassend vorgestellt werden.

1. Zum literarischen Charakter: EpPt hat in bezug auf den Rahmen
und dessen Handlung gewisse Ähnlichkeiten mit verschiedenen Texten
, die von Begegnungen des auferstandenen Jesus Christus mit seinen
Jüngern handeln. Die bemerkenswerteste und für das Verständnis
mancher Partien der EpPt Wesentliches beitragende Parallele sind die
bereits 1890 durch O. v. Lemm edierten Petersburger Fragmente von
Philippus-Akten. Es handelt sich bei EpPt um eine Komposition aus
mehreren Bestandteilen bzw. Quellen bzw. Traditionen, und zwar
weniger im Rahmen der Apg, sondern vielmehr im Rahmen nur noch
teilweise erhaltener Apostel-, möglicherweise Philippus-Akten. In der
vorliegenden Gestalt ist EpPt das Resultat eines mehrstufigen literarischen
Prozesses im Zeitraum vom Ende des 2. bis zum Anfang des

3. Jh., an dessen Anfang von der Gnosis nicht erkennbar geprägte Philippus
- oder andere Apostel-Akten standen, in die einerseits zur ätiologischen
Erklärung einer zunehmenden Bedrohungssituation mit
Hilfe u. a. eines gnostischen Mythos längere Passagen eines Lehrgespräches
(p. I34.18-.k37, 13 + 137.13-138.3) und andererseits zum
Zwecke der Bewältigung des Leidens unter Bezugnahme auf die Person
Jesu Christi eine aus einer christlich-gnostischen (?) Apostelgeschichte
entnommene Partie (p. 1-39,9-140,1) eingeschaltet wur-