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Ausgabe:

1978

Spalte:

690

Kategorie:

Missionswissenschaft

Autor/Hrsg.:

Internationale Ökumenische Bibliographie, Bd. 7

Titel/Untertitel:

1968 1978

Rezensent:

Rogge, Joachim

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Seite 1

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im fast die Hälfte der Arbeit umfassenden IV. Teil. Obwohl
manchen eindeutiger erscheinenden Beziehungen andere recht
unsichere gegenüberstehen, meint Wagner folgern zu können,
daß die Einwände von Liturgiewissenschaft und Patristik gegen
die Authentizität des Chrysoslomus-Formulars nicht stichhaltig
seien. Als einziger Einwand bleibe das Fehlen äußerer Zeugen,
doch sei das Auftauchen eines neuen Liturgieformulars zur
Zeit des Chrysoslomus nicht so aufregend gewesen, daß andere
hätten darüber berichten müssen. Dagegen spreche der „Reichtum
des inneren Zeugnisses der Texte"" (S. 133) für die Authentizität
, bestehe „der innere Kern des Formulars aus einer Reihe
von Gebeten, die uns im wesentlichen in der Gestalt überliefert
sein müssen, wie sie Johannes Chrysostomus als Bischof von
Konstantinopel gesprochen hat. Nach ihrem charakteristischen
Gehalt — und bis in die koukreten Formulierungen hinein —
gehören die Aussagen dieser Texte deutlich genug in den Kontext
der Werke des (Ihrysostomus" (ebd.). Allerdings auch, wie
manche Passagen zeigen, in den Kontext seiner theologischen
Lehrer.

ieles bleibt in dieser Arbeit recht vage und hypothetisch.
Doch erweist sie sich als ein nachdenkenswerter Beilrag, ohne
allerdings den bisherigen Stand der hturgiegeschichtlichen Forschung
grundsätzlich infrage stellen zu können.

Berlin Hans-Dieter Döpmann

Röhring, Klaus: Neue Musik in der Kirche: Theologische
Aspekte (MuK 46, 1976 S. 14-20).

Sanders, Wilm, Schinidt-Lauber, Hans-Christoph: Gemeinsame
kirchliche Trauung. Ein Formular C — Kieler Modell (US 31,
1976 S. 257-263j.

Sauer-Geppert, Waltraut-Iugeborg: „Trost" bei Paul Gerhardt
(MuK 46, 1976 S. 53-62).

Siemoneit, Hans Rudolf: Geistliche Lieder für unsere Zeit.
Chorausgabc Heft 3. Passion, Ostern, Himmelfahrt, Pfingsten/
Trinitatis, hrsg. in Zusammenarb. m. K. Hyprath, IL Korne-
manii u. A. Weyand. Gütersloh: Gütersloher Verlagshaus
Gerd Mohn u. Bielefeld: Luther-Verlag [1976]. 32 S. 4°.
DM 12.80.

Stählin, Wilhelm: Vergessenes Erbe. Die Antiphonen der Sonn-
tagspsalmcn. Kassel: Stauda [1975]. 63 S. 8°. DM 12,-.

Steiger, Renale: ..0 schöne Zeit! O Abendstunde!" Affekt und
Symbol in J. S. Bachs Malthäuspassiou (MuK 40, 1976 S.
1-13).

Stiller, Günther: Johann Sebastian Bach und Johann Christoph
Gottsched — eine beachtliche Gemeinsamkeit (MuK 46, 1976
S. 166-172).

Stollberg. Oskar: „Siona" (MuK 46, 1976 S. 115-125).
Tittel, Karl: Vom „einzigen Krebs in meinem Bach". Johann
Ludwig Krebs (1713—1780) als Bnchschüler und Orgelkomponist
(MuK 46, 1976 S. 172-181).
Die Verwendung hinduististher, buddhistischer und muslimischer
Schriften im christlichen I Gottesdienst (Themenheft Coueilium
12, 1976, Heft 2):

Dhuvamony, Mariasusai: Die Einstellung des christlichen
Gottesdienstes zu den heiligen Schriften des Hinduismus
(S. 76-83).

Waidenfels, Hans: Wort und Wertlosigkeit im Buddhismus

(S. 89-98).

Fernando, Antony: Die christliche Offenbarung und die
buddhistische Erleuchtung (S. 99-106).

Fitzgerald. Michael: Christliche Liturgie und islamische
Texte (S. 106-115).

MacLeod, Cartiona: Die Bibel, das Judentum und die jüdisch
-christlichen Beziehungen (S. 116—120).

Segre, Augusto: Die Bibel und das jüdische Volk (S.
120-126).

Rijk. Cornelis: Die jüdisch-christlichen Beziehungen und
die Verwendung heiliger Bücher anderer Religionen im
christlichen Kult (S. 126-130).

Schmidt, Hermann: Sdiriftlesungen in der Liturgie (S.
131-139).

Zimmermann, Heinz Werner: Was ist tot und was lebendig?
50 Jahre kirchenmusikalische Erneuerung in Deutschland
(DtPfrBl 77, 1977 S. 100-103, 133-136).

690

MISSIONSWISSENSCHAFT, ÖKUMENE

Internationale ökumenische Bibliographie. Bd. 7, 1968. München
: Kaiser, u. Mainz: Matthias-Grünewald-Verlag [1974].
629 S. gr. 8°. DM 98,-.

Der Abstand zwischen den Erscheinungsterminen der Einzelbände
hat sich weiter verringert, eine Tatsache, die für eine
so weitgespannte Bibliographie zum Anerkennendsten gehört,
was über sie gesagt werden kann. Ein gutes halbes Jahr nach
Band 6 (s. dazu ThLZ 101, 1976 Sp. 387f. liegt Band 7 vor,
der die ökumenische Literatur des Jahres 1968 — von einigen
Nachträgen aus vergangenen Jahren wieder abgesehen — verzeichnet
.

Alle in Rezensionen über die bereits erschienenen Bände
hervorgehobenen Vorzüge der IOB sind beibehalten. Die 4664
exakt erfaßten Titel sind in gleicher Anordnung wie bisher
erschlossen und teilweise auch wieder mit einer kurzen Inhaltsangabe
vorgestellt. Letzteres sollte auch künftig so eingerichtet
werden, um die immense literarische Eskalation auf
dem Felde der ökumenischen Studien erstorientierungsmäßig
leichter zu erfassen. Audi schon einige Zeilen zur Charakteristik
setzen den in oecumencis Arbeitenden instand, einen Beitrag
als für seine Thematik belangvoll oder nicht zu erkennen. Die
Schriftentilel selbst geben nicht in jedem Falle eindeutig Auskunft
über Anlage und Intention des Dargebotenen.

Die Grenze, um ciue Studie noch oder sdion als ökumenisdi
zu bezeidinen, wird in vielen Fällen schwer abzustecken sein.
Die bibliographische Angabe und audi das heigedruckte Sum-
mariiim werden den ökumenischen Bezug nicht immer eindeutig
erkennen lassen (s. z. B. Nr. 2917), aber hier wird man
Bearbeitern und Herausgebern eher einen Titel zuviel verzeihen
als einen zu wenig entschuldigen. Immerhin gerät naturgemäß
die 101! je länger um so mehr zu einer Einrichtung zur
Erschließung großer Partien theologischen Arbeitens, die nicht
mehr mit dem früheren Spezialfach .ökumenik' umschrieben
werden können. Theologie als ökumenische Theologie zu betreiben
, wird zunehmend zum Gebot der kirchengeschiditlichen
Stunde. Eine Dnrdisicht der verhandelten Themen in den Tausenden
von Einzeltitcln läßt diesen Trend deutlich sehen. So
könnte es sein, daß die IOB in ihren weiteren Bänden mit dazu
dient, einem Seismographen ähnlich die Bewegungen kenntlich
zu machen, die die Theologie der neuesten Zeit diarakterisieren,
und das im internationalen Horizont. Aktualität und Exaktheit
auch in diesem Sinne mögen die Fortsetzungsbände des Großunternehmens
auszeichnen.

Berlio Joachim Rogg«

Bassarak, Gerhard: ökumenische Diakonie. Beiträge über den
Dienst der Kirche in sozialistisdier Gesellschaft aus Bulgarien,
der CSSR, Kuba, Polen, Rumänien, Ungarn und der UdSSR,
gesammelt und hrsg. Berlin: Evang. Verlagsanstalt [1975].
340 S. 8°. Pp. M 12,-.

Das Buch wendet sich an Leser in der DDR. Es will ihnen
einen ökumenischen Dienst erweisen, indem es Stimmen aus
anderen sozialistischen Iünderu zu Gehör bringt. Dennodi ist
der Titel mißverständlich. Der Terminus „ökumenische Diakonie
" ist — zumindest in kirchlichen Kreisen — besetzt. Er
bezeidinet weltweite Aktionen der Einrichtung „Diakonie".
Manche fassen den Begriff nicht ganz so eng. Dennoch kommt
man nicht darauf, daß das Buch nur (?!) einen Dienst für die
Einheil der Christenheit tun will.

Das ökumenische Gesprädi mit den Kirchen in den verschiedenen
sozialistischen Ländern ist offiziell kaum begonnen. Am
intensivsten wird es zwischen den Leitungen der Russischen
Orthodoxen Kirche und dem Bund der Evangelischen Kirchen
in der DDR betrieben. Durch Einzelkontakte aber sind bereis
viele Menschen daran beteiligt. Für beide Bereiche ist die Aufsatz
-Sammlung außerordentlich wichtig.

Theologische Literaturzeilung 103. Jahrgang 1978 Nr. 9