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1970

Kategorie:

Missionswissenschaft

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Neuerscheinungen

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vater eine heils-historische und christologische Auslegung zur
Geltung. Die Taufe hat Christus sich iilleiu vorbehalten. Nur
dir Ausrichtung der Taufe ist den Menschen anvertraut. Die
Vergebung wie die Anrechnung der Sünden geschieht ewar
duroli Menschen, kommt aber nicht von Menseben. Integrität
, Vollkommenheit und Heiligkeit von Wort und Sakrament
sind heilig durch sich selbst dank dem, der sie gegeben
hat. Notwendig ist, daß die Taufe im Namen des Vaters und
des Sohnes und des Heiligen Geistes geschieht. Der Irrtum
der Ketzer muß korrigiert werden, aber die Gabe Got tes, die
Taufe, wird nicht wiederholt. Der Unterschied zwischen dem
Sakrament und seiner Wirkung wird so bestimmend für die
Sakramentslehre der abendländischen Kirche. Für Heuchler
in der Kirche und für Dissidenten bedeutet die Taufe Verderben
, aber der rechte Sakramentsgebrauch und damit die
Heilswirkung des Sakraments ist nur in der Kirche als der
Gemeinschaft der Liebe durch den Heiligen Geist zu finden.
Die Taufe als Charakter, als Siegel Christi ist auch von Dona-
listen angewendet worden, und die Täuflinge sind damit Chri*
sius zugeeignet. Die congregatio sanetorum ist der- innerste
Kreis, der Leib Christi, beseelt durch den Heiligen Geist, beherrscht
durch die Liebe zu Christus und zueinander. Die
empirische Katholische Kirche ist der zweite Kreis, in dem cs
auch Heuchler gibt. Der äußerste dritte Kreis schließlich umfaßt
auch Häretiker und Schismatiker, sofern sie gültig getauft
sind. Außerhalb der Kirche ist kein Heil. Zum Heil und
zum ewigen Leben kommt niemand, der nicht Christus zum
Haupt hat. Die Liebe ist eine Gabe, die der Heilige Geist in

seinem unsichtbar verborgenen Wirken allein den Heiligen
verleiht. Elemente, die der Kirche entstammen, linden sich
auch außerhalb der Kirche, Sakramente und Sakramentalien
und besonders die Heilige Schrift, die auch bei den Donatisten
anerkannt ist. Das Kvangelium bei den Häretikern ist doch
das Evangelium der Kirche. So muß nach Augustin besonders
die Taufe als vestigium ecclesiac im Sinne der späteren Terminologie
gelten.

Im Schlußabschnitt kommt es zu einer Beurteilung von
Augustins Auffassung des Problems Taufe und Kirche. Wie
schon die ganze Untersuchung von einer Auseinandersetzung
mit der Forschung begleitet war, so werden hier zunächst die
I i teile der Gelehrten über das Thema gesammelt, wobei auch
römisch-katholische Autoren zu Worte kommen. So wird die
eigene Stellungnahme vorbereitet. Zu einer klaren und eindeutigen
Lösung des Problems ist es bei Augustin allerdings
nicht gekommen. Was er geboten hat. kann als Beitrag zu
einer Theologie des Schismas bezeichnet werden. Die Reformatoren
knüpfen daran an. Auch in der falschen Kirche
bleibt die Taufe ein Zeichen des Gottesbundes. Das gilt gegenüber
den Wiedertäufern bei der Ablehnung der Wiedertaufe,
wie gegenüber der Papstkirche unbeschadet des radikalen
Widerspruchs. In der modernen ökumenischen Bewegung hat
der von Calvin in kritischem Sinn geprägte Begriff des vestigium
ecelesiae eine mehr positive, ,verbindliche' Bedeutung
erhalten. Die Ausführungen des Vf.s stellen das Bildwort in
den ursprünglichen polemischen Zusammenhang und warnen
so vor allzu optimistischen Vorstellungen und Folgerungen
für die ökumenische Bewegung.

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Theologische Literaturzeitung 95. Jahrgang 1970 Nr. 12