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Ausgabe:

1938 Nr. 25

Spalte:

463-464

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Titel/Untertitel:

Die völkische Idee bei Johann Hinrich Wichern 1938

Rezensent:

Meyer, Wilhelm

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Theologische Literaturzeitung 1938 Nr. 25.

464

Die völkische Idee bei Johann Heinrich Wichern. [Gemeinschaftsarbeit
einer Göttinger Studentengruppe im 1. Reichsleistungskampf
der deutschen Hoch- und Fachschulen.] Stuttgart: W. Kohlhammer
1937. (46 S.) RM 1.50.

Diese von einer Wettkampfgruppe Göttinger Studenten
gemeinsam herausgegebene kleine Schrift stellt ein
hervorragendes Zeugnis des neuen Geistes an deutschen

che, deutsches Volkstum und evangelisches Christentum
müssen einen lebendigen Organismus, ein organisches
Ganzes bilden.

Die im Anhang wiedergegebenen Sitzungsprotokolle
gewähren einen tiefen Einblick in den Werdegang der
Arbeit.

Ich wünsche der Schrift weiteste Verbreitung, der

Universitäten dar. Die Tatsache, daß junge Theologen j Arbeitsgemeinschaft Göttinger Studenten aber ein freu-
hier in vorderster Linie marschieren, ist sehr erfreulich.
Man muß schon sagen: In ihnen lebt der Geist des Kandidaten
Wichern, der auf dem 1. Wittenberger Kirchentag
vor Pfarrern und Kirchenfürsten unerschrocken und in
schlichter und überzeugender Klarheit sein Programm
entwickelte. — In dieser Broschüre sprechen junge Menschen
über allen Kirchenstreit hinweg, ergriffen von dem
großen Geschehen der Gegenwart, zu Menseben der unmittelbaren
Gegenwart. Darin besteht auch der Wert

diges Weiterarbeiten auf der in diesem Heft gelegten
Basis.

Berlin. Wilhelm Meyer.

Bach, Joh. Seb.: Klavierübung IV. Teil Aria mit verschiedenen
Veränderungen (Goldberg-Variationen). Nach dem Erstdruck revidiert
und hrsg. von Kurt Soldan. Leipzig: C. F. Peters 1937.

Der Verlag Peters setzt die Reihe seiner Urtextaus-
gaben Bachscher Werke mit der Veröffentlichung der
dieses kleinen Heftes. Dem unerschütterlichen Wollen Goldbergvariationen fort. Die Ausgabe, die diesmal Kurt

dieser Theologiestudenten gegenüber, an dem Befrie- Soldan besorgt, macht denselben erfreulichen Eindruck
dungs- und Neubauwerk der deutschen evangelischen ; wie Landshoffs Ausgabe der Inventionen und Sinfonien.
Kirche mitzuarbeiten, dürften kleinere Mängel weniger ins j Der Herausgeber hat das Berliner Exemplar von 1742
Gewicht fallen. Die Schrift erhebt ja auch nicht An- j „Ciavier Übung bestehend in einer Aria mit verschie-
spruch auf Vollkommenheit. : denen Veränderungen vors Clavicimbal mit zwei Manua-

Daß gerade Johann Hinrich Wichern zum Ausgangs- : len. Denen Liebhabern zur Gemüths-Ergetzung verfer-
punkt und Gegenstand der Untersuchung gemacht wird, j tigt . ." seiner Ausgaben zugrundegelegt und wo dieses
ist sehr wertvoll und wichtig. Denn dieser große Unbe- : versagt, den von Forkel redigierten Neudruck der ersten
kannte der 2. Hälfte des vorigen Jahrhunderts ist ja Gesamtausgabe von 1806 herangezogen. Für die Ver-
„ein Mann für unsere Tage". Das zeigt — neben der I zierungen stützt er sich wie Landshoff auf die Verbekannten
Broschüre von W. Birnbaum — erstmalig die ! zierungstabelle aus dem Klavierbüchlein für Wilhelm
kleine Schrift der Göttinger Studentengruppe mit er- Friedemann Bach. Es ist sehr lobenswert, daß dieses
staunlicher Deutlichkeit. bedeutendste Werk der Cembalokunst durch die klare

Der Hauptteil II: „Die völkische Idee in Wicherns Wiedergabe des Urtextes von neuem herausgestellt wor-
Werk" ist der lehrreichste. Er zeichnet sich aus durch den ist. Wir wünschen und hoffen, daß der Verlag
das Aufzeigen der zahlreichen Probleme, die heute gelöst Peters darin fortfährt, das Bachsche Werk durch ihm
sein wollen. Im III. Hauptteil werden dann auch Wege j adäquate Ausgaben weiten Musizierkreisen zugänglich
zu ihrer Lösung gewiesen. zu machen.

Die Arbeit gipfelt in der Erkenntnis: Staat und Kir- | Göttingen. W. M. Luther.

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Ein Denkmal elfjähriger deutscher Forscherarbeit. Ein Baustein zur Geschichte der Menschheit!

= = Soeben erschien:

II Das wiedererstandene Assur j|

Von Professor Dr. Walter Andrae

Direktor bei den Staatlichen Museen in Berlin

244 Seiten. Gr.-8°. Mit 82 Zeichnungen und Abbildungen
im Text und 86 Tafeln, davon eine farbig, sowie einem rekonstruierten Lageplan
9. Sendschrift der Deutschen Orient-Gesellschaft

In elfjähriger opfervoller Grabung, die gerade noch vor Ausbruch des Weltkrieges abgeschlossen werden konnte, ist
= | * es deutscher Forschung gelungen, die Hauptstadt des gewaltigsten Kriegervolkes vorrömischer Geschichte in der
monumentalen Wucht ihrer Bauanlagen vor unserem Auge wiedererstehen zu lassen.
Kein anderer als Walter Andrae, der Leiter dieser elfjährigen Grabung, war so berufen, die Ergebnisse in einer im
besten Sinne volkstümlichen Darstellung zusammenzufassen. Mit Hilfe zeichnerischer Rekonstruktionen vorgefundener
Ruinen und durch Belebung mit menschlichem Handeln gibt er dem heutigen Menschen die Möglichkeit, anschaulich
diese fernen Zeiten und Räume zu erleben. Wie Troja und Mykene, Pompeji und Herkulaneum wird auch Assur,
die alte Königs- und Tempelstadt mit ihrem dreitausend Jahre umfassenden Aufstieg und Untergang aus unserem

Geschichtsbild nicht mehr wegzudenken sein.

Preis RM 14.—, in Leinen RM 16.—

Ausführliche Ankündigung mit A b b i 1 d u n g s p r o b e n steht zur Verfügung

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J. C. HINRICHS VERLAG / LEIPZIG

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Mit einer Prospektbeilage des Verlages J. C. B. Mohr, Tübingen.
Die nächste Nummer der ThLZ erscheint am 17. Dezember 1938.

Verantwortlich: Prof. D.W. Bauer in Göttingen, Düstere Eichenweg 14.
J. C. Hinrichs Verlag, Leipzig C 1, Scherlstraße 2. — Druckerei Bauer in Marburg.