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Ausgabe:

1937 Nr. 1

Spalte:

287-288

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Bossert, Gustav

Titel/Untertitel:

Zeitschrift für bayrische Kirchengeschichte; X. Jahrgang 1937

Rezensent:

Bossert, Gottlob Christoph

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Seite 1

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287

Theologische Literaturzeitung 1937 Nr. 15/16.

288

(S. 239, 11. 288,2. 345 Namenregister 'A-Q-nvä), selten treffen wir auf
einen durch das Manulverfahren verursachten überflüssigen Punkt (S. 21
Test. 20. 301 App. 5. 323 Test. Z. 2) oder Strich (S. 167,10. 185,15).
Ferner 1. im Text S. 288,1 SutXExfrfival — S. 16,25 1. tovxou; —
S. 21,5 1. 'A:t6Uüyva(c} - S. 46,33 1. (ev)ojiotictoOo-i — S. 190,21
]. ol 8e, vgl. Nachtrag — S. 204,11 1. autoü, vgl. Nachtrag —
S. 204, 28 ist doch wohl 8e zu streichen, vgl. Stählins Übersetzung
II 86,3, wo es mit Recht fehlt. In den Testimonien 1. S. 30,
Z. 3 Ael. Nat. an., vgl. Nachtrag zu S. 29 II und zu S. 167 II —
S. 34, Z. 3 1. 35,6 statt 36,5 - S. 62, 8f. steht Jes. 1,10, aber in
dem Nachtrag dazu Jes. 1,20 - S. 286,3 f. 1. Iren. IV 17, 2 wie im
Nachtrag. Im Apparat S. 82 letzte Z. fehlt P hinter yiyoyievr] —
S. 85, 8 1. Jtäoai1 — S. 103, 13 1. jr/iyiov] — S. 238, 7 1. (8e> St und
setze im Nachtrag dazu den Stern hinter St. — In den Nachträgen
zu S. 31 I 1. 3 f. statt 4 und ebenda III 1. 3 f. zu S. 78 II 1. 23 statt 24
— zu S. 95 III 15 ist der Stern zu streichen — zu S. 105 I 21 und
261 I 8 1. Kolon — zu S. 111 I 29 1. atyd iov — zu S. 137 II 8 fehlt
der Stern — zu S. 140 III 4 1. Ma staU M — zu S. 169 II 28 ist der
Stern zu streichen — zu S. 288 III 1 1. dvo/yxcHÖv jtoi. Endlich könnte
man in den Nachträgen noch bemerken zu S. 27, 1 eitetui (tö) Max
Pohlenz, Vom Zorn Gottes S. 142, A. 1 — zu S. 180, 15 faixöXwcJ
svXöy'dc Koetschau - zu S. 204, 27 <tvve/ei] mi|irpEr>Fi Koetschau.

Die zweite Auflage des ersten Bandes der Stählin'-
schen Clemensausgabe stellt, wenn man alles zusammenfaßt
, eine recht bedeutende Verbesserung und Vervollständigung
der ersten Auflage dar, und wir müssen
dem verdienten Herausgeber für seine mühevoLle
und ergebnisreiche wissenschaftliche Arbeit aufrichtig
dankbar sein. Übrigens sind die erwähnten, 26 Seiten
füllenden „Nachträge und Berichtigungen", um auch den j
Besitzern der I. Auflage Kenntnis davon zu geben, ;
zusammen mit den zum zweiten und dritten Band ge- j
hörigen Verbesserungen auch auf S. XIII—LXXIII des
Registers mit abgedruckt. Schon dieser wertvollen und
unentbehrlichen Beigabe wegen ist der Erwerb des abschließenden
Registerbandes den Besitzern der Stählin'-
schen Clemensausgabe dringend zu empfehlen.

Weimar. Paul Koetschau.

Zeitschrift für bayrische Kirchengeschichte. Im Auftrag des
Vereins für bayr. Kirchengeschichte hrsg. von D. Dr. Karl Schorn -
bau in, Direktor des landeskiichlichen Archivs in Nürnberg. XI. Jhg.
1936 Heft 1—4. München: Chr. Kaiser 1936. (252 S.)

H. Niedermaier führt mit dem „Beitrag zu der Freisprechung
leibeigener Priester in Bayern" im J. 976 in die alte Kirchengeschichte.

W. Kraft beschreibt „die Einführung der Reformation in der Herrschaft
Pappenheim", die schon 1539 begann, aber erst nach dem Augsburger
Religionsfrieden durchgeführt werden konnte trotz des Widerstands
des Eichstätter Bischofs. O. Clemen veröffentlicht 6 „Briefe an Me-
lanchthon zur bayerischen Kirchengeschichte" ; sie stammen von Leonhard
von Eck, und von den Augsburgein Joh. Bapt. Hainzel und Hier. Wolf,
aus den Jahren 1535, 1553 und 1559. Frz. J. Bendel gibt Notizen
zum „Schulwesen im Landkapitel Ochsenfurt im J. 1590" und über
.die letzten kathol. Geistlichen der Reichsstadt Rothenburg o. T." P.
Schattenmann beschreibt „ein Exulantenschicksal" um die Mitte des
16. Jh.s; Simon Gcrengel stammt aus Osterreich und war Pfarrer in
Rothenburg und Ödenburg. Die Zusammenstellung seiner Druckschriften
ist willkommen. B. H. Zimmermann berichtet über zwei „fränkische
Theologen im Burgenland" am Ende des 16. Jh.s Andreas Amnion und
Marcus Volmar. M. W e i g e 1 stellt „die evang. Pfarrer der Pfarrei
Schlicht" von 1557—1626 zusammen. H. Clauß gibt einen Beitrag
„zur Geschichte des Reformationsfestes in Franken und Schwaben" für
1617, 1717 und 1817.

Daß der Gedanke der Union nach dem 30 j. Krieg die Gemüter
stark bewegte, zeigt „Ein süddeutscher Unionsversuch zwischen Reformierten
und Lutheranern nach dein Kasseler Gespräch von 1661", wie
ihn Dollinger nach Memminger und Kemptener Akten schildert. Dabei
spielt der Kalvinist Mellet die Hauptrolle. Dollinger bespricht
einen Memminger Kirchenzuchtsfall wegen Mißachtung der Sakramente
um 1550. Ebenso schildert er die Memminger Auseinandersetzungen mit
Reformierten im 16. und 17. Jh. Simbeck gibt Beiträge zur Kirchengeschichte
der Oberpfalz und ihres Ringens gegen Calvinismus und
Gegenreformation.

Th. Wotschke gibt Nachricht über „Herrnhuter in Augsburg",
die nach zehnjähriger Drangsal auswanderten und teilt aus dem Herrnhuter
Uniitätsarchiv „neue Urkunden zur Geschichte des Pietismus
in Bayern" mit, die sich auf Ulm, Dinkelsbühl und Neustadt beziehen.

L. Theobald äußert sich „zur angeblichen Lutherinschrift in einem j
auf der Regensburger Kreisbibliothek befindlichen Exemplar des ersten j
Galaterbriefkommentars von 1519" (vgl. WA III, 291 ff.) und teilt „das
Sendschreiben der Stauferin Argula von Grumbach an Kammerer und
Rat von Regensburg" von 1524 mit, das für Argula bezeichnend ist.

Dollinger zeichnet in „Matthäus Mickutzsch ein Pfarreroiiginal
j des Aischgrundes im 18. Jh." ; dieser Anhänger Zinzendorfs zeichnet sich
I durch eingehende Kirchenbuchführung aus. H. G ürsch i n g untersucht
I unter der Überschrift „Fränkische Dunkelmännerbriefe der Aufklärung"
i eine nur einmal erscheinende Zeitschrift von 1799 und versucht ihre
j Verfasser unter den damaligen evangelischen und katholischen Pfarrern
festzustellen.

E. Dorn zeigt „zur Geschichte der Konfirmation in Erlangen" den
Einfluß Württembergs, aber auch die seelsorgerliche Eigenart des Erlauger
Professors C.J. Huth. S ch o r n bau m gibt eine Ergänzung „zur Geschichte
| der Konfirmation im Gebiet der Reichsstadt Rothenburg" und teilt „zur
Wirksamkeit des Helmbrechter Pfarrers Ludw. Pflaum" 16 Antworten
von Pfarrern auf dessen Frage und Bitte an die gesamte prot. Geistlichkeit
in Teutschland von 1815 mit.

W. Stroebel schildert „die Gruudzüge der preußischen Religionspolitik
in Ansbach-Bayreuth 1791 — 1806", die der bekannte Hardenberg
durchführte im Sinn einer selbstbewußten Prärogative des Staats, der der
Kirche nicht übel will, aber ihr Wesen nicht scharf erkennt.
Stuttgart-Berg. Q. Bossert.

Cristiani, L.: La Merveilleuse Histoire des Premieres Ursu-
lines Francaises. Lyon-Paris: Libr. Vitte 1935. (396 S.) 8°.

Renaudin, Paul: Une grande inystique francaise au XVIIe siede.
Marie de l'Incarnation. Ursuline de Tours et de Quebec. Paris:
Bloud & Gay (1935). (340 S.) gr. 8°.

1. Die Geschichte der ersten französischen Ursu-
linen bildet einen gehaltvollen Teilabschnitt in der Ge-
schichte der katholischen Erneuerung in Frankreich seit
dem ausgehenden 16. Jahrhundert. Wollten wir diese
Erneuerung unter der Überschrift Gegenreformation buchen
, so würde Cristiani sofort Einspruch erheben.
Er weist darauf hin, daß in der katholischen Kirche
schon vor Luther und unbeeinflußt von ihm überall
Keime einer Wiedergeburt sichtbar gewesen seien. Alk's
habe auf eine „Reform" der Kirche aus eigenen Kräften
voraufgedeutet. Daß sie dann unter den von der Reformation
geschaffenen „Umständen" habe vor sicli
gehen müssen, ändere an ihrem eigengewachsenen Wesen
kaum etwas. Deshalb, so nieint nun Cristiani,
muß der irreführende Name „Gegenreformation" fallen.
Er ist durch den sachgemäßeren der „Reform" zu ersetzen
. Aus der „Reformation" wird so schließlich
eine „Revolte des sächsischen Mönches Luther" (7)
bezw. eine „Revolution". — Es lohnt nicht, bei diesen
Umbenennungsvorschlägen kritisch zu verweilen. Für
den Gegenstand des Buches tragen sie nichts aus.

Die Gründungsgeschichte der Ursulinen ist bekannt.
Sie beginnt in den dreißiger Jahren des 16. Jahrhunderts
mit Angela Merici. Borromäus hat die Ursulinen
gefördert und ihre Organisation gefestigt. Die italienischen
Ursulinen waren eine Kongregation, kein Orden.
Der Eintritt war an „einfache", nicht an „feierliche"
Gelübde gebunden.

Gegen Ende des Jahrhunderts dringt nun von diesen
Ursulinen Kunde zu dem Priester Romillon in Avig-
non. Sein Rat und seine Hilfe veranlassen Francoise
de Bermond und ein paar andre Jungfrauen, dem italienischen
Vorbild zu folgen. So entsteht 1594 das erste
französische Ursulinen-Haus in L'Isle-sur-Sorgue. Bald
folgen neue in Avignon, Aix und' Marseille. Inzwischen
ist auch in Paris, das in jener Zeit neben der Provence
das zweite mystische Centrum des Landes bildet, im
Kreis der Mme Acarie, der Wunsch erwacht, Ursulinen
zu haben. Dank der Opferbereitschaft und Hingabe der
Witwe Mme de Sainte-Beuve wird er in die Tat umgesetzt
. Zwei Jahre lang, von 1608—1610, weilt Franchise
de Bermond in der Hauptstadt, um mit ihrer Erfahrung
und ihrem Eifer dem jungen Werke zu dienen-
Inzwischen (1606) hat unter der Obhut des Erzbischofs
Frangois de Sourdis auch Bordeaux seine Ursulinen bekommen
. Die Seele dieser Niederlassung ist Francoise
de Cazieres, genannt Francoise de la Croix. In Dijon
hat Franchise de Xaintonge im Jahre 1605 ein Haus
gegründet.

Nun tut man in Paris einen folgenreichen Schritt.
Man bildet die Ursuliiieu-Kongregation in einen Orden
um. Papst Paul V. gibt 1612 durch eine Bulle seine