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1936 Nr. 24

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447

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Jahrbuch für Liturgiewissenschaft; 13. Band 1936

Rezensent:

Schian, Martin

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447

Theologische Literaturzeitung 1936 Nr. 24.

448

auch nicht das dritte Reich als die feindliche Macht hinstellen
, als den Staat, dem gegenüber der Christ nur die
Haltung des Kämpfers oder Märtyrers einzunehmen
hat." Der Grundsatz ist sehr gut, aber schon seine Formulierung
wirkt einseitig. Und die Predigten selber bestätigen
diesen Eindruck. Ob sie vom Führer, vom Feldherrn
(Hindenburg), von Ernte, Arbeit, Arbeitsdienst,
Jugend oder von den alten Soldaten reden: sie zeigen
eine schöne Begeisterung für das dritte Reich, aber
dem Grundsatz, nichts auszubrechen oder umzubiegen,
sind sie nicht treu geblieben. Am wenigsten in der
Predigt über die Kirche, die zum Kircbenstreit in sehr
einseitiger Weise Stellung nimmt.

Breslau-Sibyllenort. M. Schi an.

Jahrbuch für Liturgiewissenschaft. Hrsg. von D. Dr. Odo Casel,
OSB. 13. Band. Mit Literaturbericht 1933. Münster i. W.: Aschen-
dorffsche Verlagsbuchh. 1935. (III, 472 S.) gr. 8°.
H. Frank führt seine Untersuchungen aus Jahrb.
1934 zur Geschichte von Weihnachten und Epiphanie
an der Hand von Zeugnissen des Ambrosius, des Bischofs
Filastrius von Brescia u. a. zu Ende. Sein Ergebnis
ist, daß Ambrosius sowohl Weihnachten am
25. Dez. wie Epiphanias gekannt und gefeiert bat.
Daß Ambrosius selber das Weihnachtsfest in Mailand
eingeführt hat, ist unwahrscheinlich; er hat wohl schon
377 das Weihnachtsfest des 25. Dez. gemeint. Als
Inhalt der Epiphaniefeier betont Ambrosius an erster
Stelle die Taufe Christi, Filastrius die Anbetung der
Magier. Das Speisewunder war bei Ambrosius nicht
Mitgegenstand der Epiphanie-Feier; als solcher ist es
sekundär. Eine gründliche Untersuchung, die Holls Forschungen
sehr gut ergänzt. — Der Frage des Weihnachtsfestes
gilt auch eine nicht ganz kurze „Miszelle"
über Arnobius, die beweist, (gegen kirchl. Handlexikon
im Art. Weihnachtsfest), daß Arnobius um 305 n. Chr.
weder ein Zeuge für noch gegen die Feier des Weihnachtsfestes
ist, womit aber natürlich nicht bewiesen
ist, daß zu seiner Zeit das Weihnachtsfest in Afrika
bereits gefeiert wurde. — Peter Browe gibt interessante
Nachrichten über die Kommunionandacht verschiedener
Arten in Altertum und Mittelalter; Odo Casel
bringt neue Zeugnisse aus der alten Kirche über das
Kultmysterium, sie werden dadurch besonders interessant,
daß sie zum Anlaß allgemeiner Betrachtungen über die
Denkweise der Väter gemacht werden. Das altchristliche
Denken ist mysteriozentrisch, sakramental. Ergibig
sind in dieser Hinsicht besonders die Katechesen
des Theodor von Mopsueste, über deren einschlägige
Stücke Casel ausführlich handelt. Neben diesen großen
Aufsätzen und einem anderen über Liturgie und Volksfrömmigkeit
in den südromanischen Dichtersprachen des
Mittelalters (Helmut Hatzfeld) bietet der vorliegende
Band noch eine Reihe kleiner Beiträge und einen wie
immer sehr ausgedehnten, sehr sachlichen und gediegenen
Literaturbericht über 1933; dabei ein alphabetisches
Autorenverzeichnis. Auch Schriften evangelischer
Verfasser sind aufgeführt und objektiv behandelt.

Breslau-Sibyllenort. M. S c h i a n.

Bornkamm, Heinrich: Vom christlichen zum nationalen Sozialismus
. Frankfurt a. M.: M. Diesterweg 1935. (15 S.) gr. 8°. RM —60.
Eine gute knappe Orientierung vom Weg des christlichen
Sozialismus vom Ausgang des 18. Jahrhunderts
bis zum zeitgenössischen deutschen Nationalsozialismus.
Namentlich Saint-Simon, Aime Haber, Wichern, Todt,
Stöcker, Naumann (besonders Stöcker) werden eingehend
gewürdigt, und die Ablösung des christl. durch den
nationalen Sozialismus als grundsätzlich richtig dargestellt
, um zum Schluß kurz auf die Verkündigung der
Kirche im nationalsozialistischen Staat einzugehen.
Halle a. S. Wilhelm Usener.

S)ans £ie&ntamt

@efd)td)te ber SlttenÄtrdje

1. 3)tC SltlfÖltge. 2. 2Iufi. Ohtao. VIII, 327 6. 1937.

©eb. 4.80

„. . . Die meisterhafte Darstellung ist so gestaltet, daß sie
auch ohne alle Vorkenntnisse gelesen und verstanden werden
kann und doch auch dem Sachkenner neue Perspektiven aufweist
und in dem gewissenhaft nachgewiesenen religionsgeschichtlichen
und archäologischen Material sowie in der Betrachtung
und Auswertung der christlichen Quellen eine Fülle
neuer Erkenntnisse und Belehrungen vermittelt."

Christentum und Wissenschaft, Nr. 5, Mai 1933.

2. Ecclesia catholica. Ohtao. VIII, 339 Seiten. 1936.

©eb. 9t2Jt 4.80

„Man müßte dies Werk als ein Meisterstück der Geschichtsschreibung
preisen und würde dann vor allem die größeren
Durchblicke durch schicksalsträchtige Momente in diesen für
die Gestaltung der christlichen Kirche entscheidenden Jahrhunderten
hervorheben dürfen... Die durchsichtige, von allem
gelehrten Ballast freie und doch mit farbiger Anschaulichkeit
gesättigte Darstellung Lietzmanns macht solches Studium
zum Genuß." Pastoralblätter, Juni 1936.

3. 3)tC SReidjS&trdjC 3n Vorbereitung.

3eber Vonb ift in fid) obgefdjloffen unb einjeln ftäuflid)!
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SBalter bc ©runter & <£o., «Berlin W 35
2Bonr|cf)ftrafje 13

NEUERSCHEINUNGEN:

Karl Heussl

War Petrus in 9lom?

9lllc bisherigen (Erörterungen ber 3rage, ob Petrus in 9?om n>nr, fjoben über
ben 33ercid) bes SBarjrfdjeinlidjcn nid)t rjinausäiifüiiren ucrntüdjt. 3)as Ergebnis
mar fteta abhängig nun einer &nja[)[ "Oorausfejiiingeu, oon benen jebe einjclne
unfidjer blieb; fo ftoniite nur eine fubjefrtioe Stellimgnalnne bie (£ntfd)eibung
geben. 2)ie uorlirgrube Unterfiid)ung jeicit, baß fid) fetjr raoljl ein obllig
fdjlüffiger SRad)ioeis erbringen läfjt, bafj ^Petrus nid)t in 9?om geroefeu fein
dann! Sind) bie ijjcrliunft bes J. ^Petrusbrlefes roirb in bie llnterfudjung
rjereingejogen.

Erling Eldem

Scr Seele 3ohobshampf

S3iblifdje ^Betrachtungen
?lutorifierte Ueberfegung aus bem Sd)tt>ebifd)en burd) IB. Mobemonn

qjreis fteif brofd)icrt 1.80 9Dtorfc
2>as erfte ?3ndj in beutfd)er 6prod)e uon bem 9tad)folgcr 9JotIjon 6öberbloms.
(Es befjanbelt bas alte unb bod) en>ig neue Uljema: (Sott unb bie Seele.
Sine tiefgriinbige lBetrad)tung, bie uns Sahobs K'amof jeigt als fntnbo!ifd)c
Sarftcllung ber 9Iot, bes St'rciies unb ber TOenfdjenfecle, roie (ie ©utt fudjt
unb überroinbet, inbem (ie fid) überminben lägt. (Sin feiten (cbenbiges, geift=
erfülltes "Sud).

Hermann Schammberger

3)ie <£tnf)ettlfrf)hett bes Sacobiisbriefes

im antinnoftifef)en ffampf
"Preis etroa brei SDJarfc
Sdjarmnbergcr nieift auf 03runb einer forgfä'ltigcn unb fdjarffinnigen Ejcgefe
ben aktuellen Sinn bes 3acobusbriefes, feine jeitgefdjidjtlidje ??ebfngtf>eit unb
<Bebeutung nad). 2>ie 6d)rift, bie bie fdjroierigen Stellen bes 'Briefes jum
erften OTale überhaupt ridjtig erklärt Kommt ju bem (Ergebnis, bajj mir in irjm
nidjt eine blaffe aus jufälligen 'Baränefen jufammengeraffte 9Jti>ralid)rift vor
uns (jaben, fonbern eine Stare, draftuolle 'Bekämpfung einer aerberülid)en
Ueberftclgerung bes paulinifcben Srlöfungsgebanfiens ins ©noftifa>3)ualiftifd)c.

Leopold Klotz mM Verlag/Gotha

Die nächste Nummer der ThLZ erscheint am 5. Dezember 1936.

Verantwortlich: Prof. D.W.Bauer in Göttingen, Düstere Eichenweg 14.
Verlag der J. C. H i n r i c h s'schen Buchhandlung in Leipzig C 1, Scherlstraße 2. — Druckerei Bauer in Marburg.