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Ausgabe:

1936

Spalte:

297-298

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Titel/Untertitel:

Revue de l'Histoire des Religions; 56ème année 1936

Rezensent:

Baumgartner, Walter

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Seite 1

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Theologische Literaturzeitung

BEGRÜNDET VON EMIL SCHÜRER UND ADOLF VON HARNACK

unter Mitwirkung von Prof. D. HERMANN DÖRRIES, Göttinpen, und Prof. D. Dr. GEORG WOBBERMIN, Berlin

HERAUSGEGEBEN VON PROFESSOR D. WALTER BAUER, GÖTTINGEN

Mit Bibliographischem Beiblatt, bearbeitet von Bibliotheksrat Lic.Dr.phil. REICH, Bonn, und Bibliothekar Lic. E. STEINBORN, Berlin.

Jährlich 26 Nrn. — Bezugspreis: halbjährlich RM 22.50

Manuskripte und gelehrte Mitteilungen sind ausschließlich an Professor D. BAUER in Göttingen, Düstere Eichenweg 14, zu senden,
Rezensionsexemplare ausschließlich an den Verlag. Gewähr für Besprechung von unverlangt gesandten Rezensionsexemplaren
, besonders noch bei Zusendung nach Göttingen, kann nicht übernommen werden.

Printed in Germanv.

VERLAG DER J. C. HINRICHS'SCHEN BUCHHANDLUNG, LEIPZIG C 1

61. JAHRGANG, Nr. 17 15. AU GUST 1936

Spalte

Bar ton: Semitic and Hamitic Origins
(Duensing).................306

Bauer: Griechisch - Deutsches Wörterbuch
zu den Schriften des Neuen Testaments
(Debrunner)................311

Bettermann: Theologie und Sprache bei
Zinzendorf (Völker).............315

Buche : L'ecole mystique de Lyon (Kalthoff) 314

Cassel: Hebräisch - Deutsches Wörterbuch
(Brauer) ..................310

Spalte

Fischer: Aberglaube oder Volksweisheit ?

(Vorwahl)..................301

Hegel: Die Verfassung des Deutschen

Reiches (Zeltner).............319

Kaminka: Beiträge zur Erklärung der Esra-

Apokalypse (Fiebig)............310

Maries: Hippolyte de Rome (Duensing) . 312
Piper: Sinn u.Geheimnis der Geschlechter

(Merkel)..................318

Recherches de Science Religieuse (Koch) . . 300
Religio (Ders.)................298

Spalte

Revue de l'Histoire des Religions (Baumgartner
)...................297

S c h m i d und S t ä h 1 i n : Geschichte der
griechischen Literatur (Bultmann).....303

Stadtmüller: Eine griechische Übersetzung
des italienischen Apokalypsenkommentars
von Federigo da Venezia O. P. (Michel) 313

Stauffer: Gott und Kaiser im Neuen Testament
(Garrelts)...............312

Will: Le Culte (Bertholet).........304

Revue de l'Histoire des Religions, publiee sous la Direction de
R. Dussaud. SecnStaire de la Rddaction Ed. Dhorme. Paris: E.
Leroux. Tome CX1I. 56eme annee. 1935. (326 S.) gr. 8°.

Der Schluß von O Isens Aufsatz über „Le pretre-
magicien et le dieu-magicien" (S. 1—49) bringt neben
der Aufhellung von Odins Wesen und Entwicklung auch
iin einzelnen Wertvolles; so über Odin am Baum S. 5ff.
(dabei S. 6f. über die Zauberkraft freiwilligen Martyriums
); zum Orimnismal S. 7 ff.; für das Walhalla
mit den vielen Türen die römischen Amphitheater mit
ihren Kämpfen das Vorbild, Walhalla eigentlich die
Halle der Walas S. 29ff. — Deonna Movoxqi'iiuöfs (S.
50—72) geht von Jason aus, der nur mit einem Schuh
bekleidet zu Pelias kommt und damit ein Orakel erfüllt
, und weist überzeugend nach, wie dieser Zug
bei chthonischen Göttern und in ihren Kulten zu Hause
ist, von da zum Kriegsbrauch wurde und letztlich in
Zusammenhang mit der magischen Nacktheit steht. —
G o g u e 1 führt seine Untersuchung über den Epheser-
brief zu Ende: ein echter Paulusbrief, ein gleichzeitig
mit dem Kolosserbrief abgefaßtes Schreiben an die
Kirchen Kleinasiens, ist später im Hinblick auf eine
gnostische Engellehre, die eine Beeinträchtigung des
ausschließlichen Christuskultes befürchten ließ, interpoliert
worden (S. 73—99). — Ein anschauliches Bild
der „Situation religieuse d'Israel au temps d'Achab" entwirft
J. W. Jack (S. 145—168). — Eine eindringende
und sorgfältig belegte Untersuchung der Darstellungen
des Prozesses Jesu in den kanonischen Evangelien durch
E. Bick ermann, Utilitas crucis (S. 169—241) führt
zu dem interessanten Ergebnis, daß die Darstellungen
bei Mk.—Mt, Luk. und Joh. mit allerlei Lücken und
Unklarheiten, aber ohne grobe Irrtümer einen gemeinen
Traditionsbestand nach den verschiedenen Prozeßverfahren
jener Zeit ausgestaltet haben. Im einzelnen sei
erwähnt: ßXaa^uia Mk. 14,63 nicht Gotteslästerung,
sondern „outrage, affront" S. 176 ff.), xotraxotveiv
14,64 nicht verurteilen, sondern „se prononcer contre"
(S. 180ff.), das Zusammenspiel von Synedrion und römischen
Behörden ebenso wie das Verhalten des Pilatus
geschichtlich, bei Joh. Jesus als flüchtig von den Behörden
gesucht (jtgoYpaqrn S. 211 ff.) usw. — Eine Studie
von E. Aegerter über Wilhelm v. St.-Amours Schrift
De periculis novissimorum temporum (S. 242—272)

297

UrB.TÜ'l

führt tief in den theologischen Streit des 13. Jahrhun
I derts in Frankreich hinein. —

Basel. W. Baumgartner.

Religio. Rivista di studi religiosi, diretta da Ernesto Buo-
naiuti, Vol. XI, 1—6 Rom [37, Via Giulio Alberoni 7]: E. Buonaiuti
1935 (552 S.) gr. 8°. L. 50—.

B i b 1 i s c h e s. AT. J. Z o 11 i vergleicht S. 215—217 den Opferritus
in Gen. 15,9 ff. mit dem altsemitischen Opfer und dem bei Ezechiel,
und findet bei ihm eine größere Ähnlichkeit mit diesem als mit jenem.
— K. Fried mann übt S. 219 — 230 an den verschiedenen Versuchen,

; „das Rätsel des Buches Habakuk" zu lösen, Kritik und will
Kap. 3 nicht einem späteren Verfasser zuweisen. — NT. E. Buonaiuti
setzt S. 16—20, 117 — 125 und 398-402 seine kurzen Erläuterungen
der Parabeln Jesu fort (der gottlose Richter Luk. 18,2 — 8; der barmherzige
Samariter, mit geschichtlicher Einleitung über das jüdische Prie-

l stertum nach Josephus contra Apionem; der verlorene Sohn im Lichte
des aristotelischen Gottes). — Fr. Olivier schlägt S. 481—489 vor,

I in der schwierigen Stelle II, Petr. 3, 10 zu lesen: xal Y*i xai T<*

j aü-rfi eqv« txftVQariMjostÖi (statt des zwar sehr gut bezeugten, aber
unmöglichen 8i)pe{h'|aExai). Der verstorbene H. Windisch (Die katholischen
Briefe, Tübingen 1930, S. 103) nennt diesen Vorschlag (den
Olivier schon in der Revue de theol. et de phil. 1920, S. 237 ff. vorgetragen
hat, was er merkwürdigerweise hier nicht erwähnt), die „beste
Konjektur". —

Ki rch en gesch i ch t e. Allgemeines. R. Pantaleo be-
! richtet S. 358 — 369 über das neueste Buch Buonaiutis „Meilensteine
in der Geschichte des Christentums (Modena 1935): als
solche kommen in Betracht Christus, Paulus, Konstantin, Augustin, Bene-
I dikt von Nursia, Scholastik, Waldes, Joachim von Fiore, Franz von
Assisi, Humanismus, Reformation. — Altertum und altchristliche
Literatur. H. Koch weist S. 315—332 auf Berührungen
| Novatians und Cyprians mit Plinius d. J. hin, die sich teils
, aus der allgemeinen rednerischen Schulung, teils aber wohl aus der Be-
| kanntschaft mit den Briefen des Plinius erklären. S. 21—30 zeigt der-
I selbe, daß Pelagius im Verlauf seiner Erklärung der paulinischen
j Briefe, ähnlich wie sein Gegner Augustin, an der Herkunft des
I Hebräerbriefs von Paulus irre geworden ist, und er macht auf
Schwierigkeiten aufmerksam, die daraus für drei der neuesten von G.
de Plinval (Revue de Philologie 10, 1934, S. 9—42) dem Pelagius zugewiesenen
Schriften entspringen. — Mittelalter. E. Buonaiuti
j veröffentlicht in seinem ,Saluto aPontigny' (S. 490—502) einen
Vortrag, den er im August 1935 in Pontigny gehalten hat, der alten
: Cisterzienserabtei, die Paul Desjardins wieder hergestellt und für welt-
i brüderliche Zusammenkünfte zur Erörterung geistiger Fragen eröffnet
i hat: er entwickelt darin geistvolle Gedanken über die Bedeutung der
i Erneuerungsbewegung Bernhards von Clairvaux und Joachims von Fiore
I für ihre Zeit und für die Gegenwart. — F. Bernini berichtet S. 352

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