Recherche – Detailansicht

Ausgabe:

1934

Spalte:

153

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Selms, Adrian van

Titel/Untertitel:

De babylonische termini voor zonde 1934

Rezensent:

Gustavs, Arnold

Ansicht Scan:

Seite 1

Download Scan:

PDF

Theologische Literaturzeitung

BEGRÜNDET VON EMIL SCHÜRER UND ADOLF VON HARNACK

unter Mitwirkung von Prof. D. HERMANN DÖRRIES und Prof. D. Dr. GEORG VOBBERMIN, beide in Göttinpen

HERAUSGEGEBEN VON PROFESSOR D. WALTER BAUER, GÖTTINGEN

Mit Bibliographischem Beiblatt in Vierteljahrsheften. Bearbeitet v. Bibliotheksrat Lic.Dr.phil. REICH, Bonn, u.Lic.H. SEESEMANN, Göttingen.

Jährlich 26 Nrn. — Bezugspreis: halbjährlich RM 22.50

M kr lr und atlehrte Mitteilungen sind a u ■ ■ c h 1 ie 11 i ch an Professor D. BAUER in Göttinnen, Dauere Eichenweg 14, m senden,
Iirünainnäeiemplare a u » a c h 1 i e 6 1 i c h an den Verlag, tiewtthr für fleaprechong oder Kllcknendung von unverlangt gesandten Keienaioni-
exeroplaren, besonders noch bei Zuaendung nach Göttingen, wird nicht übernommen.

VERLAG DER J. C. HINRICHS'SCHEN BUCHHANDLUNG, LEIPZIG C 1
59. JAHRGANG, NR.9 28. APRIL 1934

Spalte

Baynes: Constantine the Oreat and the
Christian church (Opitz).........159

Bultmann: Glauben u. Verstehen (Winklcr) 164

Caspar: Geschichte des Papsttums (Krüger
).....................162

Kalt: Das Buch Baruch (Galling).....153

Spalte

Paffrath: Die Klagelieder (Galling) ... 153
Reisner: Kennen, Erkennen, Anerkennen

(Winkler)..................166

van Selms: De Babylonische termini voor

zonde (Gustavs)..............153

Seppelt u. Löffler: Papstgeschichte von

Spalte

den Anfängen bis zur Gegenwart (Koch). 155
Walter: Die Geschichte des Christentums

(Opitz)...................157

Waszink: Tertullian De anima (Koch). . 157
Weinel: Die deutsche Evangelische Kirche

(Usener)..................167

van Selms, A.: De Babylonische termini voor zonde. En j einem Dichter schwerer zuzutrauen, als verschiedenen
hun beteeke'nis voor onze kennis van het Babylonische zondebesef. Verfassern. Aber für das Sachverständnis kann die
Wageningen: h.Veenman &zonen 1933. (XIII, 115S.) gr.8°. fl. 2.40. , Autorenfrage zurücktreten. Und der Haupteinwand, den
NacrTeiner allgemein orientierenden Einleitung wer- < man m. E. gegen den Kommentar zu machen hat, liegt
den die einzelnen termini für den Begriff Sünde ein- auch nicht bei der Behandlung der Person des Dich-
gehend untersucht, wobei als Ausgangspunkt der Sprach- ters, sondern bei der des Charakters der Gedichte,
gebrauch der religiösen Texte gewählt ist. Es ergeben ( Die literarischen Gattungen sind nicht ge-
sich folgende Gruppen: 1. Tabu-Gruppe: ikkibu, anzillu, nau erfaßt und präzise in Ansatz gebracht. Es handelt
asakku S2 Gruppe der kultischen Fehler: annu, hatü, sich eben nicht um „fünf elegische Gedichte", und
egu- 3 Ne^lectio-Gruppe: kullulu, salu, setu; sertu i auch Qina ist nicht Klagelied''. Von der Gattung des
vielleicht - Sünde als heilloser Zustand. Zu beachten ^henliedes das H. Jal.now 1923 monographisch
yieueicni — ^uiiuc tut. . , t,pin„n Ausdnir-t behandelt hat, hatten sich die Besonderheiten von 1. 2

st besonders, daß das Babylonische keinen Ausdruck klarer rrest-.lten lassen (hl lahnnw fU» he

für Sündhaftigkeit hat Damit hängt zusammen, daß * k'arer, gf.st^te" ***** An- Ja»now, Das l.e-

lur ounuiiaiiit,Kcu ihm. "?+u-j_t ^ k_L . braische Leichenlied. S. 169ff.). So haben wir etwa

man keine Erbsunde kennt So entbehrt aas oaov ^ ff ejn dem'Leichenlied angeschlossenes Volks-
lonischc Sundengefuhl Jes letzten Er ^ t J klagelied mit der „Vollendung der Schuld", d. h. der
wohl Keime vorhanden die ^J™J^J^1^™ im Glauben vorweggenommenen Erhöhung als Abschluß.
Religion voll zur Entfaltung jffSSUSMüJS- Kap. 5 ist ein reines Volksklagelied mit Einleitung
die Arbeiten von Obhink und Otto an sc!iheBende Unter Co (Notschildening) und Wiederholung der

suchung ist gründlich und Utf.^S^^cS^11 Bitte unter hymnischen Prädikaüonen. Stilmischung'zeigt
ist die Exegese der einzelnen Ausdrucke für Sunde. , ^ * ^ Ejnschnitt in 3" 40 Iiegt nicht inn|rhafjj
Hiddensee. Amom uustavs. emer Versgrupr>e (3)31_48), sondern scheidet die beiden
individuellen Klagelieder 3,1—39 und 3,49—66.
Das Ich ist nicht der Dichter, sondern die collektiv
singularisch gesehenen Leidenden. Vgl. auch Buch

Paffrath, P. Dr. Tharsicius, O. F. M.: Die Klagelieder. Übersetzt
u. erklärt.

Kalt, Dr. Edmund: Das Buch Baruch. Ubersetzt^.«•erklärt. Bonn: , BaFuch 1?ff wie und WQ e~ m ^

SSaÜÄWS^^ eher W Babylonien wird man an Vo.kstfauertage

rm 3.40; geb. 4.70. | in Jerusalem denken dürfen.
In dem 1923 begonnenen katholischen Kommentar- j In der Anordnung der Septuaginta folgen einander:
werk das einen weiteren Leserkreis erfassen will, sind Jer., Baruch, Klagelieder und Brief Jeremias, in der
die beiden entsprechend der Septuaginta und Vulgata Vulgata sind Baruch und Brief Jeremias zusammenge-
zusammengehörenden Schriften, genauer gesagt sogar schlössen, beide werden in der protestantischen Wis-
drei Klagelieder, Buch Baruch und der Brief Jeremias senschaft vom hebräischen Kanon aus zu den Apo-
193;; erschienen.' Tharsicius Paffrath, der durch i kryphen gerechnet. Den Versuchen E- Kalts, die
sein" 1913 erschienenes Werk „Zur Götterlehre in den Autorschaft Baruchs wahrscheinlich zu machen, soll hier
altbabylonischen Königsinschriften" bekannt geworden nicht weiter nachgegangen werden. Die „Abschnitte"
ist hat die metrisch abgesetzte Übertragung der Klage- sind richtig in 1,14; 3,8 und 4,4 erkannt worden,
lieder in knapper Formulierung kommentiert. Bei der aber die „Einheit" läßt sich m. E. durch die Gliederung
Besprechung dieses Kommentars, der „die Klärung des in a) Einleitung, b) Gebet der Exulanten und c) Der
Sinnes und die Herausstellung des religiösen Gehaltes Weg zum Frieden Israels und seine Verwirklichung
anstrebt" ist Kritik im Einzelnen nicht am Platze. (Inhaltsangabe anstelle der Gattung!) nicht so einfach
Wir müssen uns daher hier auf die Hauptfragen, die , dartun. Weiter ist 1,1 — 14 einheitlich gesehen, während
die Sammlung der Klagelieder aufgibt, beschränken, offenbar 1,3—14 die Zeit der ersten Deportation, und
Die Überlieferung der Autorschaft wird bei P. mehr | nur 1,1 f. das Jahr 582 für die Entstehung des Buches
negativ verteidigt als positiv wahrscheinlich gemacht, in Ansatz bringt. Innerhalb des Bußgebetes ist 2,35
Die Bedenken zu 2,9. 14; 4,17; 5,7 sind nicht so leicht I „der ewige Bund" gerade nicht mit Jeremia, sondern
zu entkräften, auch die verschiedene Reihenfolge der ! mit der Diktion in Gen. 9,16; 17,7 bzw. Jes. 55,3 zu
Alphabeth-Buchstaben in den akrostichischen Liedern ist | verbinden. Bei den Lehrgedichten ist zu beachten, daß

153 154

&.TÜB.