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Ausgabe:

1934

Spalte:

433-435

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Stier, Fridolin

Titel/Untertitel:

Gott und sein Engel im Alten Testament 1934

Rezensent:

Wendel, Adolf

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Theologische Literaturzeitung

BEGRÜNDET VON EMIL SCHÜRER UND ADOLF VON HARNACK

unter Mitwirkung von Prof. D. HERMANN DÖRRIES und Prof. D. Dr. GEORG WOBBERMIN. beide in Güttingen

HERAUSGEGEBEN VON PROFESSOR D. WALTER BAUER, GÖTTINGEN

Mit Bibliographischem Beiblatt in Vierteljahrsheften. Bearbeitet v.Bibliotheksrat Lic.Dr.phil. REICH, Bonn, u.Lic.H. SEESEMANN, Göttingen

Jährlich 26 Nrn. — Bezugspreis: halbjährlich RM 22.50

Manaakriptr und ftlrhrle Mitteilungen sind 1 u ■ > c h I i 1I1 i ch in Profeaaor D. BAUER in Gttttinien, Dültere Eich™ weg 14, tu ■enden
Kezemionaeieraplare auaachlieilich an den Verlaß. Gewähr für Beaprechune oder RückaendunR von unverlangt geaandten Keaenaiona-
esemplaren. besondera noch bei Zuaendung nach Göttingen, wird nicht übernommen.

VERLAG DER J. C. HINRICHS'SCHEN BUCHHANDLUNG, LEIPZIG C 1
59. JAHRGANG, Nr. 24 24. NOVEMBER 1934

Spalte

Andersen: Der Reformkatholizismus und
die dänische Reformation (Achelis) .... 439

Dackweiler: Katholische Kirche u. Schule
(Heger)...................446

Goldschmidt: Der babylonische Talmud
(Duensing).................439

Grabmann: Die Geschichte der katholischen
Theologie seit dem Ausgang der

Spalte

G r e t h e r : Name und Wort Gottes im Alten

Testament (Meinhold)...........435

H u b e r: Die Bergpredigt (Windisch) . . . 437
Koch: Christliche Symbole (Lerche) ... 448
Mar eile: Königin Christine von Schweden

(Lerche)..................441

Seeberg, R: Die religiösen Grundgedanken

Väterzeit (Koch).............. 442, des jungen Luther und ihr Verhältnis zu

Spalte

dem Ockamismus und der deutschen Mystik
(Stockhaus)...............440

Stier: Gott und sein Engel im Alten Testament
(Wendel)...............433

T r i 11 h a a s : Schleiermachers Predigt und

das homiletische Problem (Nöldeke) . . . 444
Weth: Die Heilsgeschichte (Müller) .... 443

Stier, Dr. theol. Fridolin: Gott und sein Engel im Alten Testa- freut. Richtig ist die Aufzeigung der theologischen Hin
ment. .Münster i. w..- Aschendorff 1934. (XVI, 158 S.) gr. 8°. = ' tergründe für die Spärlichkeit der alttest Engellehre
Aittest. Abhandlungen. Hrsg. von A. Schulz. XII. Bd., 2. H. RM7.70. Daß Stilbeobachtungen zur wesentlichen Unter u

Den gleichen Gegenstand harte vor einiger Zeit der chungsmethode gemacht werden — Ounkels Format
ebenfalls katholische Theologe Joseph Rybinski in sei- | schichte findet Anhängerschaft im katholischen Lio-er'
ner Schrift „Der MaFakh Jahwe", Paderborn 1930, behan- j —, ist für das Thema sehr günstig; auch ist die^e^
delt. Er hatte neben den Stellen aus AT. und N.T. auch schickte Handhabung dieser Methode anzuerkennen Gute
die aus der patristischen Literatur, Augustin und Thomas Resultate sind zur Erhebung des alttest. Botenstils"
v. Aquin zusammengetragen und war zu dem Resultate auch seine Kurz-Form, sowie für das „Gottesich" ergelangt
: Der Engel ist eine Repräsentation und Identifi- zielt worden; bei dem letzteren hätte freilich auch auf
kation Jahwes, äber in Form von Stellvertretung. Meine i den Gebrauch im Munde der Propheten einp-eeanaen
Besprechung der Schrift in OLZ 1931, Sp. 350, war | werden dürfen. Ebenso hätte auf die gedanklichen Hinvoll
ablehnend. tergründe dieses „Botentils" verwiesen werden dürfen
Die vorliegende Abhandlung ist wesentlich gunstiger d. h. auf die geringe Wertung von Eigenperson und
zu beurteilen. Der Verf. geht keineswegs stur-dogmatisch Eigencharakter eines Untergebenen im Verhältnis zu sei
vor. Er beschäftigt sich ernstlich und lernend mit der j nein Herrn (Sklave-Herr; Gesandter-König- EneeMjott"
bereits geschehenen wissenschaftlichen Erörterung über Prophet-Gott). Es ist anzuerkennen, daß der Verf alle
das Thema; er wertet mit gutem Blick die altorientalische spekulativen Deutungen verwirft und rein zeiteeschicht
Parallelen-Literatur für seine Frage aus. lieh und milieugetreu erklären will.

Der I. Teil nimmt zu den bisherigen Erörterungen des Problems ; Unrichtig erscheint mir, daß der textgeschichtlichen
Stellung und vertritt die These: Jahwe und Jahwcengel dürfen nicht i und literarischen Vorfrage, ob denn nun wirklich
identifiziert werden. Der II. Teil wendet sich der Frage „ein" oder 1 allen Stellen der M. J. Ursprünglich ist ZU weilicr Rearh
.der" Bote zu und erklärt: An manchen Stellen ist eine bestimmte tung geschenkt wird. An dieser „Interpolationslh^rL"'
Engelsgestalt gemeint an andern bletbt es unsicher, ob ein oder der glaubt der Verf. voll vorübergehen zu können Es kr
Fnuel yemeint ist. Im III. Ted wird der Versuch unternommen, im ma akh ,ur m c? u j au u j n . .. CS ist

die gememorientalische Gestalt des himmlischen Wesirs (Fürbitters, » allz" deUtllCph' daß in dieser Hinsicht nicht

Schreibers Richters, Berichterstatters, nachzuweisen und seine Funktion , aTf'.len e'ner toene Stehen. Es müßte daher

als Retter und Richter in der alttest. Heils- und Gerichtserwartung unterschieden werden zwischen solchen, in denen der
(Exodus-Endzeitparallele) herauszustellen. Der IV. Teil will zeigen, daß Engel unwiderstreitbar in den organischen Zusammen-
die gleiche Gestalt in dem, „der einem Menschen gleicht", Dan. 7, 13, hang des Textes gehört, wie etwa Jud 13 3 ff und
vorliegt; dieser Wesirengel ist der Menschensohn, nicht dem irdisch- Solchen, in denen gerade seine Weglassunp; den Gesamt
menschlichen Messias gleich. Der V. Teil wendet sich den babylonischen text erst einheitlich macht. Ein Einschuh lipcrf
und ägyptischen Parallelvorstellungen zu und stellt fest daß der alttest. offensichtlich etwa in Ex. 3,2 VW wie viel WnuX Jl
mal'akh die Ausgestaltung einer genuin-israelitischen Vorstellung darstelle. hätte sich die ErkLiruntr auf HiWr n?„ <ii "iS?"
So spielte aber, wie die von den Mittelwesen überhaupt, entsprechend 1CCL , ErKlarung aut dieser Grundlage gestalten

dtm alttest. Oottesbegriff eine sehr geringe Rolle. i „u^i? , .de" ^^""rungen von S. 25«

Daß in alter Zeit der Engel Jahwes nicht eine Er- S^ÄJ^^w ^'tische Quellen-Vorschau würde
scheinungsform Jahwes darstellen kann, sondern kreatür- , auÄSäS ÄTSL.f%ST entZ°gen' Wenn
lieh von ihm geschieden ist, scheint mir ganz deutlich k/U" + JEE%f r u, * ,JUnger anzusetzen, dann
u sein Die Erklärung mit der weltlichen pS!S Ä^f^^hS^^tl^^^
des Königs in seinem Verhältnis zu seinem Boten oder Jes Internolators ev€ntue11 tdlweise für die Zeit

Wesir ist durchaus am Platze. Es ist ja erstaunlich, j 7„r kfriHL- h&H» m, -'-m- ■

welche Bedeutung dem Königs-Gottesbild im A.T. für xh£&^^I^TÄ^SSÄ^,* 8**
die Ausgestaltung von Dogma, Kult und Ethik zukommt; | SS^a^lS^^^S^S, des ^-Bildes
da ich selber Beobachtungen in dieser Richtung zu einer : ™ur üeituS ^^SlvmSST "'Cht genügend
entsprechenden Darstellung sammle, haben mich die Aus- : ^iJ^dl^SÄ IJÄ « ratsam

füh/ungen des Verfassers besonders interessiert und er- SS *^'oesctfnken. Ele ErTtstut Ä***?6
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4.34