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Ausgabe:

1926 Nr. 2

Spalte:

624

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Meyer, Alfred

Titel/Untertitel:

Der Wechselgesang im evangelischen Gemeindegottesdienst 1926

Rezensent:

Smend, Julius

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Seite 1

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Theologische Literaturzeitung 1926 Nr. 25/26.

624

was man im N. T. und bei Luther — nach dem Verf. mit Recht —
„Mystik" nennen kann. „Jesus in Gott und Gott in ihm und wir
in Jesus und damit zugleich in Gott — und diese Gottinnigkeit durch
Glaube, Liebe, Hingabe, Gehorsam veranlaßt — das ist der große
mystische Kreis, um den die Evangelien sich drehen wie die
Erde um die Sonne" (S. 69). Das Verhältnis, in dem der Mensch
zu Gott durch den Glauben und im Glauben steht, ist also nach dem
Verf. der Inhalt der „evangelischen Mystik", das metaphysische Aufgehen
der Einzelexistenz in der Seinsfülle der Gottheit dagegen das
Wesentliche der heidnischen und der katholischen „Mystik". Aber
worin liegt bei der völligen Gegensätzlichkeit der beiden religiösen
Zielgedanken noch das Gemeinsame, das es rechtfertigte, sie unter
den gemeinsamen Oberbegriff „Mystik" zu stellen? Ist das nicht doch
einfach eine Konzession an ein Lieblingswort der Zeit? Mich hat die
Schrift von neuem in der Überzeugung bestärkt, daß die Unterscheidung
, welche der Verf. sich zu eigen macht, das Wesen der Mystik
sowohl wie des biblisch-reformatorischen Glaubens eher zu verdunkeln
als zu verdeutlichen geeignet ist.

Die vom Verf. S. 59/60 mit sekundärer Quellenangabe angeführte
wichtige Äußerung Luthers gegen die mystische Theologie
entstammt der 1. Disputation gegen die Antinomer, bei Drews, Luthers
Disputationen S. 294.

Die Schrift ist infolge ihrer klaren und lebendigen Darstellung
sehr geeignet, insbesondere auch Nichttheologen in den gegenwärtigen
Stand der Diskussion über Mystik und Christentum einzuführen. Die
Diskussion selbst weiterzuführen lag wohl von vornherein außerhalb
ihrer Absicht.

Tübingen. Friedrich Schumann.

Klatt, Stud.-Rat Dr. Georg: Die Alkoholfrage. Eine Gesamtdarstellung
mit besonderer Berücksichtigung d. Aufgaben d. Schule.
Mit 28 Abb. Stuttgart: Mimirverlag 1925. (VII, 206 S.) gr. 8°.

Rm. 6.50; geb. 7.50.

In guter Anordnung und Darstellung bringt dies für den
Lehrer, aber auch für Eltern und Jugenderzieher geschriebene Buch | Hand
im wesentlichen Bekanntes. Weithin einig mit dem Vf. in der Be- Münster i. W. J. Smend.

urteilung der Schädlichkeit des Alkohols, hätte man gern um der
Objektivität willen die Frage berührt gesehen, inwieweit neben dem
Alkohol vielleicht noch eine andere Ursache für diesen oder jenen
Übelstand inbetracht kommen könnte, und der Alkoholgenuß selbst
nicht nur Ursache, sondern auch Folge sozialer Schäden ist (z. B.
Wohnungselcnd). Einschränkung und Verbot durch« Gesetz, Belehrung
und alkoholgegnerische Erziehung in der Schule werden als
Gegenmaßnahmen vorgeschlagen. Sind aber Verbot und Aufklärung
genügend wirkungsvoll? Geht eine Erziehung wirklich in die Tiefe,
deren Ziel (Enthaltsamkeit) und Impulse (schädige nicht dich,
deine Mitmenschen und Nachkommen) im wesentlichen negativ bestimmt
sind? Ist auf die Dauer nicht der nur erfolgreich, der an
die Stelle des Alten ein Neues setzt und so das Alte überwindet?
Ist der Alkoholismus nicht zuletzt nur e i n Symptom für eine tiefer
liegende Erkrankung unseres Volkslebens? Man lernt aus dem Buche
manches, aber diese für die Erziehung wahrlich nicht unwichtigen
Fragen durften nicht unberührt bleiben.

Bremen. Bodo Heyne.

Meyer, Pfairverw. Alfred: Der Wechselgesang im evangelischen
Gemeindegottesdienst. Seine Theorie und seine Praxis.
Zum vierhundertjähr. Jubiläum des evangel. Kirchenlieds darge-
hoten. Stuttgart: Quell-Verlag der Ev. Gesellschaft 1924. (56 S.)
kl. 8». Rm. —80.

Diese Schrift hat sich mit großer Schnelligkeit einen Leserkreis
errungen, der vor allem aufs dankbarste von den 37 prakt. Vorschlägen
Gebrauch macht, die, nach dem Kirchenjahr geordnet, zeigen, wie
man unsre klassischen Kirchenlieder auf mannigfaltige Weise mit verteilten
Rollen singen kann. Dabei wird entweder ein einzelnes Lied
auf singende Gruppen verteilt, oder es werden zwei Lieder Strophe um
Strophe miteinander vermählt. Es kann kein Zweifel sein, daß diese
Art von Wechselgesang vor jeder anderen den Vorzug verdient.
Meyer schließt sich in Theorie und Praxis an gute Muster an, zeigt
aber auch selbständiges Urteil, liturgische« Feingefühl und eine sichere

Wir gaben soeben nachstehende neue Kataloge aus und
bitten Interessenten, kostenfreie Zustellung zu verlangen
NR. 13

II. NACHTRAG ZUM VERLAGSBERICHT

THEOLOGIE

FÜR DIE JAHRE 1919-1926
INHALT: 1. Allgemeines. Serien-und Bibelwerke. Zeitschriften./
2. Alttestamentl. Wissenschaft. 3. Neutestamentl. Wissenschaft. /
4. Christi. Altertum (einschl. altchr. Literatur). / 5. Mittlere und
neuere Kirchengeschichte. / 6. Systemat. Theologie 'einschl. Apologetik
). / 7. Allgemeine Religionswissenschaft. / 8. Hebraica,
Judaica, Palästinakunde. / 9. Prakt. Theologie (einschl. Mission,
Unterricht, Soziales). / 10. Predigten, Vorträge, prakt. Christentum
. / 11. 'Bilderwerke, Kunst. Unterhaltendes, Lebensbilder.

NR. 14

. NACHTRAG ZUM VERLAGSBERICHT

ORIENTALI A

ALTERTUMSKUNDE / SPRACHEN UND
VOLKSKUNDE

FÜR DIE JAHRE 1923—1926
INHALT: 1. Serienwerke. Zeitschriften. ' 2. Kunst. Archäologie.
Geschichte und Kulturgeschichte. Religion. Kult. Allgemeines. /
3. Aegyptologie / 4. Assyriologie einschließlich Babylonisch,
Akkadisch, Sumerisch. / 5. Hethitologie. / 6. Hebraistik einschl.
Judaica und Palästinakunde. / Arabistik.

NR. 15

AUTOREN-REGISTER
1900 1926

J. C. Hinrichs'sche Buchhandlung, Leipzig, C. 1

Soeben erschien in 2. verm. und umgearb. Auflage 1926:

Bibelatlas

in 21 Haupt- und 30 Nebenkarten

von Dr. theol. u. phil. H. Guthe,

Prof. a. d. Universität Leipzig.

Mit 3 alphab. Namenverzeichnissen.
Schön in Leinen gebunden Rm. 23.—.

Die erste große Auflage 1911 war bereits nach 10 Jahren
trotz Weltkrieg und Wirren vollständig vergriffen, der beste
Beweis, welchen Anklang dieses Studien- und Nachschlagewerk
bei den Geistlichen, den theol. u. histor. Fachgelehrten
gefunden hat. Bei technischer Genauigkeit und äußerer
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Stand geographischer und historischer Forschungen. Passendes
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1: 709 000, mit 3 Nebenkarten :
Hochland von Judäa, Gegend zwischen Nazareth und
Tiberias, Jerusalem, mit Namenverzeichnis.

Bearb. v. Dr. H. Fischer, Prof. Dr. H. Guthe,
Prof. Dr. E. Dalman.

40 x 52 cm. Rm. 2.50.

Durch jede Buchhandlung zu beziehen.

Verlag H. Wagner & E. Debes, Leipzig

Die nächste Nummer der ThLZ erscheint am 8. Januar 1927.
Beiliegend das IV. Heft des Bibliographischen Beiblattes und ein Prospekt der J. C. Hi nrichs'schen Buchhandlung in Leipzig.

Verantwortlich: Prof. D. E. Hirsch in Göttingen, Bauratgerberstr. 19.
Verlag der J. C. Hinrichs'schen Buchhandlung in Leipzig C. 1, Blumengasse 2. — Druckerei Bauer in Marburg.