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Ausgabe:

1926

Spalte:

601-602

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Schomerus, H. W. (Übers.)

Titel/Untertitel:

Sivaitische Heiligenlegenden 1926

Rezensent:

Franke, R. Otto

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Seite 1

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Theologische Literaturzeitung

Begründet von Emil Schfirer und Adolf von Harnack
Herausgegeben von Professor D. Emaniiel HirSCh unter Mitwirkung von
Prof. D. Dr. G. Hölscher, Prof. D. Hans Lietzmann, Prof. D. Arthur Titius, Prof. D. Dr. G. Wobbermin

Mit Bibliographischem Beiblatt in Vierteljahrsheften, bearbeitet von Priv.-Doz. Lic. theol. Kurt Dietrich Schmidt, Göttingen
Jährlich 26 Nrn. — Bezugspreis: vierteljährlich Rm. 9.—. — Verlag: J. C. Hinrichs'sche Buchhandlung, Leipzig.

"1 I„l,„,. W ->Z/7(i Manuskripte und gelehrte Mittellungen sind ausschließlich an Professor D. Hirsch ini Göttingen, IQ fipypmhpr IO?iS
Ol. Jahrg. lNT. ZÖ/20. Bauratgerberstr. 19, zu senden, Rezensionsexemplare ausschließlich an den Verlag. «O. UCIKIUVCT IVZO.

Spalte

Sivaitische Heiligenlegenden (Franke) .... 601
Landsberger, Assyrische Handelskolonien
in Kleinasien aus dem dritten Jahrtausend

(Meinhold).................602

Chisda-Goldberg, Der Osirisname „Roi"

(Wilke)...................603

P e 1 d m a n n , Das Buch der Weisheit (Kühl). 603
Schellenberg, Das Alte Testament und

wir (Volz)..................605

Welch, The Psalter in Life, Worship and

History (Steuernagel)............605

S b a t h , Al-Machra (Spies).........606

Fhrhard, Urchristentum und Katholizismus
(Koch)................606

Rauschen, Grundriß d. Patrologie (Krüger) 609

Spalte

Papsttum und Kaisertum (Hashagen) .... 610

Des Mystikers Heinrich Seuse, O. Pr., Deutsche
Schriften (Clemen) ............611

Spalte

Möhler, Die Einheit in der Kirche oder

das Prinzip des Katholizismus (Schmidt). 617
Kirchliches Handbuch für das katholische

Deutschland (Mirbt)............619

Vo gl, Peter Cheltschizki (Ders.).....612 Sägm ül 1 e r, Lehrbuch des katholischen

Kirchenrechts (Ders.)......■......619

v. B o r r i e s, Wimpfeling u, Murner im Kampf
um die ältere Geschichte d. Elsasses (Ders.) 613

Mai er, Der mystische Spiritualismus Valentin
Weigels (Bornkamm)............613

W e n d 1 a n d , Das Erwachen religiösen
Lebens in Berlin im ersten Drittel des
19. Jahrhunderts (Kittel)..........615

M e i n e c k e, Das Zeitalter der deutschen
Erhebung (1795- 1815) (Hirsch).....615

H e i m s o e t h , Fichte (Paulus).......616

Seeliger, Evangelisch oder katholisch?

(Fendt)...................621

Kirchenpolitisches Quellenheft (Rendtorff). . 620
v. Weizsäcker, Seelenbehandlungu. Seelenführung
nach ihren biologischen u. metaphysischen
Grundlagen betrachtet (Titius). 621
Falke, Evangelische Mystik (Schumann). . 622

Klatt, Die Alkoholfrage (Heyne).....623

Meyer, Der Wechselgesang im evangelischen
Gemeindegottesdienst (Smend).......624

Sivaitische Heiligenlegenden. Aus dem Tamil übersetzt v. H. W.
Schomerus. Jena: E. Diederichs 1925. (XXXI, 306 S.) 3°. =
Texte z. Oottesmystik d. Hinduismus, Bd. 2. — Religiöse
Stimmen d. Völker, 1, 7. Rm. 8—; geb. 10—.

Tamil ist eine nicht-arische südindische Sprache,
Puräna bedeutet „alte Erzählung", „Legende" und, in
„Periyapuräna", „Sammlung von Legenden", denn dieses

besteht aus einer Reihe solcher, die in einem Register
p. 304—306 aufgezählt sind. „De'r erste Teil des vorliegenden
Buches enthält eine Übersetzung der" von
einem „gewissen Arumttkanavalar" (geb. 1822, f 1879)
verfaßten „Prosa-Ausgabe des Periyapuräna" (das zwischen
1050 und 1300 n. Chr. entstanden sein mag;
„nur zwei Stücke" hat Sch. [ S. 22—33, als Kap. V u. VI ]
„direkt aus dem ursprünglichen poetischen Periyapuräna

übersetzt, gewissermaßen als Probe" und gibt sie in metrischer
Form); der zweite Teil eine Übersetzung des
von einem gewissen Kadavunmnhaiminivar (12. Jahrh.
n. Chr.?) verfaßten metrischen Tiruvätavürarpuräna (so
auf dem Haupt-Titelblatt und S. VIII und X, auch S.
197, Tiruvätavurär-Puräna aber auf dem Titelblatt des
II. Teiles), das die Legende des Manikavasaga erzählt,
dessen Tiruväsaga von Sch. im I. Bande der „Texte
zur Gottesmystik des Hinduismus" übersetzt worden ist
(vgl. darüber Th. Lztg. 49. Jahrg. Nr. 2 Sp. 32 f.). Eine
längere aufklärende Einleitung geht dem I. Teile voraus,
und eine Reihe von 368 Anmerkungen folgt ihm (S.
287—302). Die metrischen Stücke des Periyapuräna
und auch die Verse des ganz aus Versen bestehenden
Tiruvätavürarpuräna verdanken ihre Gestalt wieder wie
die Verse des I. Bandes der Frau Justizrat Dr. Ziese in
Rendsburg. Die Richtigkeit der (Prosa- wie Vers-)Über-
setzungen kann Ref., der des Tamil unkundig ist, nicht
verbürgen. Der allgemeine Eindruck ist ein guter.

Nur einige kleine Verseben oder Druckfehler sind zu verbessern,
so die schon in der Anzeige des 1. Bandes gerügten iiiäna statt
jnäna (S. XXII; 200) und „die Ganges" st. entweder der Ganges
oder die Gangä (S. 28 u. 199); „von Ganges umflossen" (S. 24 st.
„vom"..-; „mit den Mond Gesellmückten" (ebd.) st. . . . , dem" . . .;
„den Fuß gesetzet auf Visnus stolzer" (st. „stolze") „Kröne" (ebd.)';
„vom Kaveri" (S. 27) st. „von der K." und „Der Kaveri" (ebd ) st
„Die K."; die Anmerkungs-Nummcrn"5 (S. 23), 251 (S. 196) stimmen
nicht; st. „Bananenbäume" (S. 32), eines auch bei Sanskritisten

beliebten Fehlers, sollte es wohl „Banianenbäume" (eine Ficus-Art)
heißen; „convolvulus turpeteum" (32) wohl falsch st. .. „turpetum".
Die Verse könnten mehr von den Spuren metrischer Nöte gesäubert
sein: Unbeholfenheiten wie „Als der reine Visnu tauchte Im Olanz
des Berges unter" (S. 22), „dann mußt du mich halten zurück" (26),
„so lockend der Bienen mehr noch heran" (29), „Ihn lassen wachsen
heran" (30), „Den zierlichen, von Fußspangen blitzend" st. . .-.
„blitzenden", usw. ließen sich mit etwas mehr geduldigem Bemühen
gewiß leicht beseitigen.

Die Erzählung von der Kuh, die die Klageglocke am
Palast des Königs zieht (S. 34), findet sich schon im
Mahävamsa.

Königsberg. R. Otto Franke.

Landsberger, Prof. Benno: Assyrische Handelskolonien in
Kleinasien aus dem dritten Jahrtausend. Leipzig: J.C. Hinrichs
1925. (35 S. m. 1 Abb.) gr. 8°. = Der Alte Orient, Bd. 24,
Heft 4. Rm. 1.80.

Es ist sehr verdienstlich, daß Landsberger aus den
sogenannten kappadozischen Keilschrifttafeln zu erheben
versucht, was für den assyrischen Handel, das Handelsrecht
, die Handelskolonien vor 2000 a. C. zu entnehmen
ist. Inzwischen hat das Londoner Museum weitere
kappadozische Tafeln veröffentlicht, die das gegebene Bild,
sei es vervollständigen, sei es korrigieren, mögen. Die
Schrift bietet zuerst eine Besprechung des historischen
Materials S. 3—4, darnach die historischen Voraussetzungen
S. 4—8, redet dann von der Mutterstadt
(„Assur") und den Kolonien („Karum") 8—12, weiter
von der Organisation des Handels S. 12—20, von den
Zahlungsmitteln, den Handelsartikeln und dem Warenverkehr
(S. 20—26), dem Kredit (S. 26—29), der Gerichtsbarkeit
(S. 29—30), teilt darnach einige Privatr
briefe mit (S. 30—32) und handelt zum Schluß mit
einigen Worten von der einheimischen Bevölkerung (S.
32—34). —Von Interesse ist, daß Landsberger für diese
Zeit ein assyrisches Großreich, das bis in die Mitte
Kleinasiens hineinreichte, gegen Lewy, verneint. Es handelt
sich nur um assyrische Handelskolonien in fremder
Umgebung, die sich, in sich auch rechtlich abgeschlossen,
in Städten anderer Bevölkerung entwickelten. Die Hauptkolonie
war die von Kanisch. Aber das eigentliche Zentrum
für den Verkehr mit den Kolonien und auch wohl
für ihre Verwaltung war die Stadt Assur, die mit den
Kolonien durch eine regelmäßige Postverbindung zu»

001 603

iCV