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Ausgabe:

1926

Spalte:

482-487

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Caskel, Werner

Titel/Untertitel:

Das Schicksal in der altarabischen Poesie 1926

Rezensent:

Strothmann, Rudolf

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Theologische Literaturzeitung

Begründet von Emil Schürer und Adolf von Harnack

Herausgegeben von Professor D. Emanuel Hirsch unter Mitwirkung von
Prof. D. Dr. G. Hölscher, Prof. D. Hans Lletzmann, Prof. D. Arthur Titius, Prof. D. Dr. G. Wobbermin

Mit Bibliographischem Beiblatt in Viertel jahrsheften, bearbeitet von Priv.-Doz. Lic. theol. Kurt Dietrich Schmidt, Göttingen
Jährlich 26 Nrn. — Bezugspreis: vierteljährlich Rm. 9.—. — Verlag: J. C. Hinrichs'sche Buchhandlung, Leipzig.

-i |_i,_„ m_ in "JA Manuskripte und gelehrte Mitteilungen sind ausschließlich an Professor d. Hirsch In Göttingen, -tc Contomkoe lOIÄ
Ol, .ItUirg. nr. ly it. Bauratgerberstr. 19, zu senden, Rezensionsexemplare ausschließlich an den Verlag. *»«»• ocpiCIIU7cr I74O.

Spalte

Harnack n. Lietzmänn, Karl Holl

(Beyer)...................481

Caskel, Das Schicksal in der altarabischen .

Poesie (Strothmann)............482

Andrae, Der Ursprung des Islams und]

das Christentum (Ders.) .........

Richter, Die Religionen der Völker

(Bertholet).................487

Vatter, Der australische Totemismus

(Clemen)..................488

Volz, Die biblischen Altertümer (Rudolph) 489

Spalte

Schmidt, Der Mythos vom wiederkehrenden
König im Alten Testament (Steuernagel
) ...................490

P r e i s i g k e, Wörterbuch der griechischen
Papyrusurkunden (Bultmann).......491

W e i n r e i c h , Senecas Apocolocyntosis
(Bauer)...................492

Liechtenhan, Die göttliche Vorher-
bestimmung bei Paulus und in der
Posidonianischen Philosophie (Ders.). . . 492

Spalte

N i n c k, Jesus als Charakter (Oepke) .... 493

Ricerche religiöse dirette da Ernesto Buonaiuii
(Koch)...................494

B1 u d a u , Die Schriftfälschungen der Häretiker
(Ficker)................498

B e 1 o w, Die deutsche Geschichtsschreibung
von den Befreiungskriegen bis zu unsern
Tagen (Petsch)...............499

Tischleder, Die Staatslehre Leos XIII.
(Koch)...................501

Harnack, Adolf von, u. Hans Lietzmänn: Karl Holl. Zwei
Gedächtnisreden. Bonn: A. Marcus 8t E. Weber 1926. (II, 20 S.
m. e. Bild) gr. 8°. = Arbeiten z. Kirchengesch., 7. Rm. 1—.

Vier Bände der Arbeiten zur Kirchen geschiehte,
Lietzmanns „Messe und Herrenmahl" wenigstens in den
ersten Bogen, Hugo Kochs „Cyprianische Untersuchungen
", Hanns Rückerts Darstellung der „Theologischen
Entwicklung Gasparo Contarinis" und
meine der „Religion Michelangelos", und dazu Emanuel
Hirschs Buch über „Die idealistische Philosophie
und das Christentum" haben am 15. Mai 1926, als Karl
Holl sechzig Jahre alt wurde, auf seinem Krankenbett
gelegen als Zeichen der Dankbarkeit, die Kirchenge-
schichtsforscher ganz verschiedener Art ihm gegenüber
in gleicher Weise empfanden. Damals wußte man nicht,
daß der nächste Band der „Arbeiten" Karl Holls Namen
nicht auf dem Widmungsblatt, sondern auf der Titelseite
tragen würde. Er enthält die Reden, die seine beiden
Berliner Amtsgenossen, der eine an seinem Sarge,
der andere in der Aula der Universität ihm zum Gedächtnis
gehalten haben. Harnack, Holl und Lietzmänn, diese
drei Namen weisen auf die Tiefe und den Reichtum der
neueren Kirchengeschichtsforschung. Und was zwei von
ihnen in diesem Heft von dem dritten sagen, das läßt
nicht nur einen Blick tun in die Fülle der Aufgaben,
um die dort gerungen wird, in die Mannigfaltigkeit der
Gesichtspunkte, unter denen das geschehen und geschieht
, sondern auch in das Reinmenschliche, das all
diese Arbeit trug. Nichts kennzeichnet Karl Holls Persönlichkeit
treffender als die Tatsache, daß Lietzmänn
an seinem Grabe, wenn er zeigen wollte, welches Theologenleben
hinter seinem Theologenwerk gestanden hat,
zu den Worten greifen mußte, mit denen Holl selbst
Luthers Ringen um Gott zu schildern versucht hat.
Es zeugt von sehr tiefer, innerer Freiheit, wie Adolf von
Harnack den Unterschied zwischen seinem eigenen
Denken und Schaffen und dem des jüngeren Kollegen,
den er nach Berlin geholt und der doch so anders, so
ganz selbständig war, faßt als wesensmäßige Gegensätzlichkeit
zweier Geschichtsansichten, die in verschiedenen
Charakteren wurzeln: Der eine, dem „die geistige
Welt als ein aus Stufen und Nüancen zusammengesetztes
Ganze erscheint", sucht allenthalben, selbst da, wo
Schatten ist, zu verstehen, um dem Reichtum des Lebens
gerecht zu werden. Der andere, der „die Dinge und die
Personen in großen Gegensätzen schaut", mißt alle Erscheinungen
der Geschichte an der einen Wahrheit, von
der er selbst im Gewissen gepackt ist, um von ihr aus
die letzte Wahrheitsbeziehung in anderen, kongenialen
Menschen zu begreifen. Der eine sieht überall das
„Sowohl — als auch", der andere urteilt: „Entweder —
Oder", um, wo er ja sagt, es ganz zu tun. Kein Wunder,
daß bei solcher Gegensätzlichkeit Harnack und Holl oft
zu verschiedenen Anschauungen gekommen sind, die
Harnack offen ausspricht, daß sie die Gründe für den
Sieg des Christenrums über die heidnische Welt, daß
sie Augustin, ja daß sie letztlich Jesus und Luther anders
sehen. Das Große ist, daß auch das kein „Richtungsgegensatz
" ist. Die Entschiedenheit des sittlich-religiösen
Urteils hat Karl Holl in seinem feinen Gefühl für alles
wahrhaft Lebendige vereint mit einer Weitherzigkeit des
Verstehens und einer Spannweite des Blickes, die in der
Gegenwart ebenso unübertroffen ist wie der Umfang
seines Forschungsgebietes. So kann auch Adolf von
Harnack, wie es in den vergangenen Monaten von ganz
verschiedenen Seiten aus geschehen ist, den Ton auf die
Tatsache legen: Hier war eine Persönlichkeit, die ihrer
Art nach, ohne ein einziges Kompromiß zu schließen,
durchgebrochen ist durch alle Parteischemata, von der
sich nur sagen läßt: Hier war „ein freier historischkritischer
Forscher und zugleich ein Theologe, der sich
auf Luthers Lehre gründete". Es hängt wirklich alles
davon ab, ob Harnacks Wunsch in Erfüllung geht:
Mortuus doceat vivos!

Greifswald. Hermann Wolfgang Beyer.

Caskel, Dr. phil. Werner: Das Schicksal in der altarabischen
Poesie. Beiträge z. arab. Literatur- u. z. allgem. Religionsgesch.
Mit Nachtr. v. A. Fischer. Leipzig: E. Pfeiffer 1926. (VIII,
64 S.) 8°. = Sächsische Forschungsinstitute in Leipzig. Forschungsinstitute
f. Orientalistik, Arab.-islam. Abtig., Nr. 2 (—Morgenländische
Texte u. Forschgn., Bd. 1, H. 5). Rm. 7.50.
Andrae, Doz. D. Tor: Der Ursprung des Islams und das

o

Christentum. (Sonderabdr. aus': Kyrkohistorisk Ärsskrift 1923
bis 1925.) (Uppsala: Almqvist 8i Wiksells Boktr. (1926) (IV
206 S.) gr. 6«. Rm. 5_.'

Mit der philologischen Genauigkeit der Fischer-
schen Schule sucht Caskel aus der konventionellen Gebundenheit
der altarabischen Poesie den ursprünglichen
Sinn und die Entwicklungsübergänge in den Ausdrücken
für das Schicksal herauszustellen. Er zeigt das Verhängnis
, himUm, als die aus dem Unbekannten ge-

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