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Ausgabe:

1925

Spalte:

145-146

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Temple, Richard Carnac

Titel/Untertitel:

The Word of Lalla the Prophetess being the sayings of Lal Ded or Lal Diddi of Kashmir 1925

Rezensent:

Glasenapp, Helmuth

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Seite 1

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Theologische Literaturzeitung

Begründet von Emil Schürer und Adolf von Harnack

Herausgegeben von Professor D. Emanuel Hirsch unter Mitwirkung von

Prof. D. Wllh. Heitmüller, Prof. D. Dr. G. Hölscher, Prof. D. Arthur Titius, Prof. D. Dr. G. Wobbermin

Mit Bibliographischem Beiblatt, bearbeitet von Priv.-Doz. Lic. theol. Kurt Dietrich Schmidt, Göttiiigen
Jährlich 26 Nrn. — Bezugspreis: vierteljährlich Gm. 8.—. — Verlag: J. C. Hinrichs'sche Buchhandlung, Leipzig.

^0 lohn, Nif 7 Manuskripte und gelehrte Mitteilungen sind ausschließlich an Professor D. Hirsch in Güttingen, i AnrülO??

ov. Jcllirg. Im. / • Bauratgerberstr. 19, zu senden, Rezensionsexemplare ausschließlich an den Verlag. xA|zl II yLO.

Monier, Tinara (Steinrnaiin).

Tempi e, The Word of Lalla the Prophetess

heilig; the sayings of Lal Ded or Lal Diddi

of Kashmir (v. Glascnapp).
Sommer n. Ehelolf, Das hethitisehe Ritual

des Päpanikri von Koiuana (Meissner).
Witzcl, Hethit. Keilschrift-Urkunden (Ders.).

Volz , Das Dämonische in Jahwe (Baumgartner), i Aulen, Den aUmänneHga kristna tron (Odeu-
Haefeli, Ein Jahr im heiligen Land (Dalnian). wald).

Pfannniüller, Handbuch der Islam-Literatur Minges, Conipenditim theologiae dogmaticae

(Frick). i generalis (Koch).

Achelis, Das Christentum in den ersten drei : - Conipendiuni theologiae dogmaticae specialis

Jahrhunderten (Koch). (Ders.).
Calvin, Um Gottes Ehre! (Baur). Herwegen, Lumen Christi (Fendt).

Gadd, A Sumerian readingbook (Ders.). I Geschicht-Buch der Hutterischeri Brüder(Bossert). j Schilling, Beethovens Missa solemnis (Car-

Stevenson, Gratnmar of Palestinian Jewish

Aramaic (Dalnian).
Jahrbuch d. Jiidisch-Literar. Gesellschaft (Ders.).
Grimberg, Exegetische Beiträge (Ders.).
N ikel, Grundrili der Einleitung in das Alte

Testament (Filifeldt).

Pf ist er, Schwäbische Volksbräuche (Ders.). j Stenn).

Lutherisches Weltniissionsjahrbuch für das Jahr
1925 (Boriiemann).

Vanderlaan, Protestant Modernism in Holland
(Windisch).

Althaus, Der Lebendige (Schaan).
Leipold, Bethanien (Günther).
Baudert u. Leipold, Zug der Kinder zum
Christkind (Ders.).

Cadoux, The Christian Crusade (Goetz). I Björkquist, Vom sieghaften Glauben (Katz).

Mörner, Birger: Tinara. Die Vorstellungen der Naturvölker vom
Jenseits. I. u. 2. Tausend. Berechtigte Obersetzung a. d. Schwedischen
. Eingel. U. hrsg. V. Paul Hambruch. Jena: Eugen
Diederichs 1924. (II, 195 S.) 8°. Om. 3.50; geb. 5.50.

Zur Hälfte etwa handelt dies Buch von allerlei
Totengebräuchen, nur zur andern Hälfte von den Jenseitsvorstellungen
der Primitiven. Es ist mehr eine bloße
Materialsammlung, als eine wirkliche Verarbeitung des
gesammelten Stoffes. Und auch als Materialsammlung
eicht streng durchgearbeitet; auch läßt es an Genauigkeit
der Quellenangaben zu wünschen übrig. Die beigefügten
Erklärungen erfolgen raschhin und ohne ernstliche
Auseinandersetzung mit anderen Versuchen. In
die deutsche Obersetzung hat der, Übersetzer „manches
eingefügt", das aber nicht „besonders gekennzeichnet".
Die Tendenz ist eine Art Apologetik des primitiven
Glaubens: wir haben gar keinen Grund, auf ihn verächtlich
herabzusehen; auch unter uns lebt er ja noch. Der
Verf. redet von der „jauchzenden Glaubenszuversicht der
gesetzlosen' Heiden" (S. 118); ein andermal von der
„kindlich naiven, frommen und überzeugten Zuversicht
des Wilden" (S. 158). Gelegentlich gibt es Seitenhiebe
nicht nur auf die missionarische Auffassung der Vorstellungen
und Gebräuche der Primitiven, sondern auch

Der akosmistisch-theopantistische Shivaismus Kash-
mirs, der im 9.—12. Jahrh. unserer Zeitrechnung eine
Reihe hervorragender philosophischer Werke hervorgebracht
hat, fand in den Dichtungen der Asketin Lalla
seine letzte und in seiner Art vollendeteste Verklärung
zu einer Zeit, als die eigentliche Blüte des Shivaglaubens
in dem Berglande schon vorbei war und der Islam begann
, seine Macht auszuüben. Lalla lebte, sicherer
Überlieferung zufolge, zu der Zeit, zu welcher der berühmte
mohammedanische Heilige Sayyid'Alf Hama-
dani, das Haupt eines Süfl-Ordens, in Kashmir wirkte
(1379—1385). über ihre Lebensumstände ist nichts
Authentisches bekannt; sie soll als nackte Asketin tanzend
und singend durch das Land gezogen sein, ihre
Lehre verkündend. Die etwas über hundert Strophen,
welche ihr zugeschrieben werden, sind von Sir George
Grierson und Dr. Lionel D. Barnett 1920 im 17. Bande
der Monographien der Royal Asiatic Society mit einer
Prosa-Übersetzung und wertvollen Erläuterungen herausgegeben
worden. Auf dieser Ausgabe fußend hat Sir
Richard die Gedichte in gereimte englische Verse übertragen
. Die Übersetzung darf als gut gelungen bezeichnet
werden; sie entbehrt nicht der dichterischen Schönheit
und hält sich ziemlich genau an das Original, was

auf vom Gegenstand des Buches abgelegenere Dinge j an manchen Stellen nicht leicht war, weil die philo-
wie die römische Transsubstanziationslehre, auf die ! soiihischen Begriffe des Shivaismus sich nur in UmSehnsucht
nach Fußball und Lichtbildtheater anstatt jen- j Schreibungen in einer europäischen Sprache wiedergeben
seitiger Zukunftsschlösser, auf die moderne Pariserin, j lassen. Ein ausführlicher Kommentar erläutert die ein-

bei welcher die Liebe zum Kinde weniger stark ausge
bildet sei wie bei der Tigerin. Etwa eine Seite über
den Buddhismus, in welchem übrigens „die Vergeltungslehre
ihre größte ethische Tiefe erreicht" (S. 68), steht
unter der Überschrift: Weiße Schwäne — eine journalistische
Atrappe an Stelle begrifflich klarer Kennzeichnung
. Daß die Fravashis zweimal in Travashis
verwandelt sind, ist vielleicht lediglich ein Übersehen bei
der Korrektur; ob aber auch der falsche Artikel bei
Avesta?

Herrnliut. Th. Stein mann.

Temple, Sir Richard Carnac, Bt.: The Word of Lalla the Pro-
Phetess being the sayings of Lal Ded or Lal Diddi of Kashmir

(Oranny Lal). Known also as Lalesliwari, Lalla Yogishwari &
Lalishri, betwecn 1300 & 1400 A. D. Done into English verse from
the Lalla-Vakyani or Lal-Wakhi and annotated. Cambridge: Uni-
versity Press 1924.(XV, 292 S.) gr8°. geb. sh. 16—.

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zelnen Strophen, wodurch ihr Verständnis wesentlich erleichtert
und vertieft wird. Dem Eindringen in Lalläs Gedankenwelt
dient eine ausführliche Darstellung von Lalläs
Lehre (S. 109—161). Dem Buche ist eine umfängliche
Einleitung „The Sources of Lallä's Religion" (S. 15 bis
107) vorangestellt. Dieser Abschnitt greift seinem Inhalt
nach weit über seinen Titel hinaus, er bietet eine geschickte
Übersicht über die gesamte indische Religionsgeschichte
von der ältesten Zeit bis.zur Gegenwart und
wird namentlich auch Lesern willkommen sein, die den
indischen Religionssystemen noch fern stehen. Ein sorgfältiger
Index und ein reichhaltiges, auch für andere
Zwecke sehr brauchbares Glossar erhöhen den Wert des
Buches, das vortrefflich geeignet ist, einen größeren
Leserkreis in die Probleme indischer Mystik einzuführen.

Berlin. H. v. Qlasenapp.