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Ausgabe:

1925

Spalte:

506-507

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Die heilige Schrift des Alten Bundes. Nach dem Grundtext übers. v. Paul Rießler. II. Bd.: Weisheitsbücher, Psalmen

Titel/Untertitel:

Propheten 1925

Rezensent:

Volz, Paul

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Theologische Literaturzeitung

Begründet von Emil Schurer und Adolf von Harnack

Herausgegeben von Professor D. Emanuel Hirsch unter Mitwirkung von

Prof. D. Wilh. Heitmüller, Prof. D. Dr. 0. Hölscher, Prof. D. Arthur Titius, Prof. D. Dr. G. Wobbermln

Mit Bibliographischem Beiblatt, bearbeitet von Priv.-Doz. Lic. theol. Kurt Dietrich Schmidt, Göttingen
Jährlich 26 Nrn. Bezugspreis: vierteljährlich Rm. 9.—. Verlag: J. C. Hinrichs'sche Buchhandlung, Leipzig.

rn | . »T n Manuskripte und gelehrte Mitteilungen sind ausschließlich an Professor D. Hirsch in Göttingen, ■yt f|i/fnh<»r I07C

OU. jartrg. IXl. LL. Bauratgerberstr. 19, zu senden, Rezensionsexemplare ausschlielilich an den Verlag. ««• V/MUUCr VfLa.

Wunderlich, Die Bedeutung der roten
Farbe im Kultus der Griechen und Römer
(Peterson).

Die heilige Schrift des Alten Bundes (Volz).
Steuernagel, DasDeiiteronomium(Dticnsing).
Kittel, Die hellenistische Mysterienreligion

und das Alte Testament (Baumgartner).
Chumnos, Old Testament Legends (Ficker).
Melbing, Auswahl aus griechischen Papyri

(Dibelius).

(indem in, Geschichte der Altchristlichcn
I-ateinischen Literatur vom 2. 6. Jahrhundert
(Krüger).

M u ad ing, Königsbrief Karls d. Gr. an Papst
Hadrian über Abt-Bischof Waldo von Rciche-
nau-Pavia (Grützmacher).

Schweizer, Nicolaus de' Tttdeschi (Wenck). ! H e i n r i c h , Das Gesicht des deutschen Katholi-

Schmidt, Geschichte des Augustinerinnenklosters
St. Clemens zu Brehna (Ficker).

Kranz, Aus Renaissance und Reformation
(Zickendraht).

zismus (Schian).

Macfarland, Die internationalen christlichen
Bewegungen (Ders.).

S ö d e r b 1 o m , Einigung d. Christenheit (Ders.).

Guddas, Michael Styfel (Bossert). Heim, Das Wesen des evangelischen Christen-

MnaXdvo», 'AXtSavftoi AvxotQyo; (Meyer). »""s (Hirsch).

— lilvai üxclyxittu xcci axoniui/g r] ovyxXijau
itixovfjLexixT^ tvvaäov (Ders.).

— XatVXUtrioftis xtd axr^il TvnoyQtti/ixit
x«r«orr/,w«r« ttttfOTtoXttte (Ders.).

Hillner, J. G. Hamann und das Christentum

(v. Schrenck).
Stratmann, Weltkirche u. Weltfriede (Schian).
Schlund, Katholizismus u. Vaterland (Ders.).

Leeuw, Einführung in die Phänomenologie der
Religion (Haas).

Voll rat h, Das Problem des Wortes (Barth).

Keller, Ethik als Wissenschaft (Thimme).

Die Religionswissenschaft d. Gegenwart (Hirsch).

Louis, Katholische Missionskunde (Schian).

Glebe, Lutherabende (Ders.).

Wunderlich, Eva: Die Bedeutung der roten Farbe im
Kultus der Griechen und Römer. Erläutert mit Berücksichtigung
entsprechender Bräuche bei anderen Völkern. Gießen: A. Töpel-
mann 1925. (XII, 116 S.) 8°. = Religionsgeschichtl. Versuche und
Vorarbeiten, 20. Bd., 1. Heft. Rm. 3.20.

Nach einer kurzen Einleitung wird in Kap. 1 über
Rot als Blutsymbol gehandelt (S. 4—72). Kap. II bespricht
die psychologische Bedeutung des Rot (S. 73
bis 93). Kap. III handelt von Sonnensymbolik (S. 96
bis 108). Kap. IV'von der Sympathetik (S. 109—113).
Betrachtet man diese Einteilung, dann fällt sofort auf,
daß Kap. II, das von der psychologischen Bedeutung der
roten Farbe handelt, doch sinnvoller Weise nicht
zwischen Kapiteln über rot als Blutsymbol und rot als
Sonnensymbol stehen kann. Symbolisierung von Blut
und Sonne gibt es doch in einer ganz anderen

der Bedeutung der roten Farbe im Kultus spricht, sondern
von der Bedeutung der roten Farbe überhaupt. Damit
wird dann aber das Buch zu einer Ansammlung
aller der Stellen, in denen überhaupt die rote Farbe genannt
wird. Eine solche Sammlung ist, rein als Sammlung
angesehen, sehr nützlich, und man kann der Verf.
nicht die Anerkennung versagen, daß sie mit schönem
Fleiß gearbeitet hat. Darüber hinaus aber werden die
Deutungen der Verf. in allen Einzelheiten Bedenken
unterliegen, Bedenken die eben letzthin sich gegen die
unklare Vermischung historischer und psychologischer
Betrachtungsweise richten. Aus diesem Grunde will ich
auf Einzelheiten nicht eingehen und auch nicht etwaige
Ergänzungen bieten. An die Herausgeber der Religions-
gesehichtlichen Versuche und Vorarbeiten möchte ich nur
die Bitte richten, entweder den Titel ihrer Sammlung in

Sphäre als es jene ist, in der die rote Farbe psycholo- j Religionsgeschichtliche und Religionspsychologische Ver

gische Bedeutung hat. Man kann wohl Sonne und Blut
nebeneinander stellen, aber nicht Sonne, Psychologie und
Blut. Man betrachte nun weiter die Unterteile des
Kap. II, das von der psychologischen Bedeutung des
Rot handelt. § 1. Verwendung als Farbe der Erregung.
§ 2. Verwendung als augenfällige Farbe. § 3. Verwendung
als Farbe der Pracht. § 4. Rot als ästhetischer
Reiz. Auch hier sieht man, daß eine wirkliche Einteilung
garnicht vorliegt, und das hat dann zur Folge,
daß gelegentlich dieselben Dinge mehrmals besprochen
werden, bald unter dem Stichwort: Farbe der Erregung,
bald unter dem andern Stichwort: augenfällige Farbe.
Ich führe diese aus der Disposition der Schrift sprechenden
begrifflichen Unklarheiten nur aus dein Grunde
an, weil sich darin eine Unklarheit in der Methodik der
neueren religionsgeschichtlichen Forschung überhaupt
zeigt. Man kann Religionsgeschichte treiben, man kann
auch RcligionspsychoTogie treiben, aber es wäre doch
sehr wünschenswert, wenn man die beiden Disziplinen
auseinanderhielte. Das Durcheinanderwerfen der beiden
Disziplinen hat dann natürlich zur notwendigen Folge,
daß die Verf. ihre Absicht, über die Bedeutung der roten
Farbe im Kultus der Griechen und Römer zu handeln,
garnicht innehält und nicht nur den Kultus der Griechen
und Römer, sondern auch den der Semiten und der Primitiven
behandelt, vom katholischen Kultus ganz zu

suche und Vorarbeiten umzuändern oder sich zur Herausgabe
einer zweiten Religionspsychologischen Serie
zu entschließen.

Bonn a. Rh. Erik Peterson.

Die heilige Schrift des Alten Bundes. Nach dem Grundtext
übers, v. Paul R i e ß 1 c r. IL Bd.: Weisheitshüclier, Psalmen,
Propheten. Wiesbaden: H. Rauch i. Komm. 1924. (1168 S.) 8°.

geb. Rm. 18—.

Übersetzt sind außer Psalmen und Propheten Hiob,
Sprüche, Kohelet, Hoheslied, Weisheit Salomos, Jesus
Sirach, auch Threni und Baruch. Sämtliche Bücher sind
durchweg in Verszeilen gedruckt, auch offenkundig
prosaische Stücke wie Hi. 1 f. oder Jer. 37 ff. Daß die
prophetischen Reden in einer solchen für die weitere
Öffentlichkeit bestimmten Übersetzung als rhythmische
Gebilde vorgeführt werden, wird das Verständnis der so
schwer faßbaren Prophetentexte erhöhen und sie dem
gegenwärtigen Geschlecht näher bringen. Inhaltsangaben
stehen immer nur jeweils über den Kapiteln. Das
halte ich in einer modernen Übersetzung nicht für glücklich
. Das Verständnis der prophetischen Aussprüche
würde noch wesentlich mehr gefördert werden, wenn die
einzelnen Orakel und Gedichte ihre Überschriften bekämen
. Es würde dabei wohl manches subjektive Urteil
mitunterlaufen; aber dies wäre der kleinere Schaden ge-
^hweigen. Und daß sie ferner auch nicht bloß von genüber dem großen Vorzug, daß die prophetischen

or.
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