Recherche – Detailansicht

Ausgabe:

1925

Spalte:

409-410

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Imboden, K.

Titel/Untertitel:

Religion und ärztliches Wissen 1925

Rezensent:

Weber, Wilhelm

Ansicht Scan:

Seite 1

Download Scan:

PDF

Theologische Literaturzeitung

Begründet von Emil Schürer und Adolf von Harnack

Herausgegeben von Professor D. Emanuel Hirsch unter Mitwirkung von

Prof. D. Wilh. Heitmüller, Prof. D. Dr. G. Hölscher, Prof. D. Arthur Tltius, Prof. D. Dr. G. Wobbermin

Mit Bibliographischem Beiblatt, bearbeitet von Priv.-Doz. Lic. theol. Kurt Dietrich Schmidt, Göttingen
Jährlich 26 Nrn. — Bezugspreis: vierteljährlich Rm. 9.—. — Verlag: J. C. Hinrichs'sche Buchhandlung, Leipzig.

50 InUnr Mf IS Manuskripte und gelehrte Mitteilungen sind ausschließlich an Professor D. Hirsch in Göttingen, c Cor,t/»mK<»^ lilTC

Janrg. IlT. IO. Bauratgerberstr. 19, zu senden, Rezensionsexemplare ausschließlich an den Verlag. oCpiciTlUCl

Fichtner, Die Medizin int Avestrt (Strunz).
Imboden, Religion und ärztliches Wissen
(Weber).

Bauer u. Leander, Hebräische Schulgrammatik
(Horst).

Brockhaus, Die Kunst in den Athos-Klöstern
(Meyer).

Ehl, Buchmalerei des frühen Mittelalters
(Giemen).

Rudwin, A Historical and Bibliographical
Sttrvey of tue German Religiotis Drama
(Wolff).

Anselm, Proslogion (Betzendörfer).
Grabmann, Das Seelenleben des heiligen

Thomas von Aquin (Rückert).
Astrain, Der hl. Ignatius von Loyola (Ders.).
Thomas von Aquin, Gemeinschaft und

Wirtschaft (Betzendörfer).
Bornkamni, Luther und Böhme (Ritsehl).
Sendschreiben Unseres Heiligsten Vaters Pius XL

(Mulert).

Die katholische Kirche in Schweden in neuerer
Zeit (Hirsch).

L e u b e , Die Literatur des deutschen Katholizismus
im letzten Jahre (Schmidt).

Stäglich, Warum evangelisch und nicht

katholisch? (Schiau).
Rost, Katholisicrende Tendenzen im heutigen

Protestantismus (Ders.).
Weigert, Religiöse Volkskunde (Schreiner).
Holzapfel, Die Sekten in Deutschland (Fleisch).
Dalimeyer, Was haben wir von Möglingen

zu halten ? (Ders.).

Lrick, Vom Pietismus zum „Volkskirchentum"

(Niebergall).
Meinertz, Jesus und die Heidemnission

(Richter).

Hegel, Begriff der Religion (Hirsch).
Ranke, Das politische Gespräch und andere

Schriften zur Wissenschaftslehre (Ders.).
Droysen, Grundrili der Historik (Ders.).
Croce, Grundlagen der Politik (Rolffs).

R u i d e r, Bismarck und die öffentliche Meinung
in Bayern 1862 - 66 (Schweitzer).

Messer, Die Philosophie der Gegenwart
(Knittermeyer).

Adolph , Organische Grundlagen der Religion
(Steinmann).

Fr ick, Anthroposophischc Schau und religiöser
Glaube (Adolph).

Petersen, Allgemeine Erziehungswissenschaft
(Niebergall).

Göttler, System der Pädagogik im Umrill
(Ders.).

Kessel er, Pädagogik auf philosophischer
Grundlage (Ders.).

M a h 1 i n g , Soziale Gesichtspunkte im Religionsunterricht
und in der religiösen Unterweisung
(Schian).

Reh m, Zum Kampf um das Reiclisschulge-
setz (Ders.).

Bernstein, Lateinische Kirchenlieder aus dem
Schatze vieler Völker und Zeiten (Stuhlfauth).

O II w a 1 d , Matthäus Schiestl (Ders.).

Heiin, Die starken Wurzeln unserer Kraft
(Niebergall).

Warnecke, Wisset, dall ihr erlöset seid
(Ders.).

Fichtner, Dr. phil. Horst: Die Medizin im Avesta untersucht
auf Grund der von Fr. Wolff besorgten Übersetzung der heiligen
Bücher der Parsen. Leipzig: E. Pfeiffer 1924. (VIII, 55 S.) gr. 8°.

Rm. 2.20.

Die heiligen Bücher der Parsen (Yasna, Visprat,
Yast, Videvdat und einige religiöse Formulare) werden
vom Verfasser geschichtlich-medizinisch untersucht und
zugleich weist er dann in klarer und quelleukritich einwandfreier
Weise nach, wie die einstige Volksmedizin zur priesterlichen
(zarathustrischen) Staatsmedizin wird und als
solche Chirurgie und Pharmakologie begründet, wie
Ärztestand, Krankheitslehre, allgemeine medizinische
Kenntnisse, Diagnose und Prognose, Therapie, Hygiene
u. a. irgendwie zur Religion in Beziehung gebracht werden
, wie diese immer stärker werdende „Zunftmedizin"
der Volksmedizin gegenüber „mit dem Ansprüche auftrat
d i e Medizin zu sein", wie überhaupt alle Heilkunde und
-praxis von einer theurgischen Weltanschauung getragen
wurde und selbst theurgische Weltanschauung, Kulthandlung
und Liturgie ist. Kultur, Medizin, Hygiene und
das religiös-dogmatische System bilden einen geistigen
Organismus von autoritativem Charakter. Als Haupt-
quelle dient das Buch Videvdat (das „widerdämonische
Gesetz"), es ist der „Leviticus" der Eranier und Perser,
das kirchliche Gesetzbuch, aus 22 Fargards bestehend.
Der Verf. gibt eine gründliche Darstellung dieser Theorie
und Praxis, immer bedacht, beide aus dem Gesamtzusammenhang
der theurgischen Weltanschauung der
Eranier heraus zu verstehen.

Wien. Franz Strunz.

Imboden, Nervenarzt Dr. K.: Religion und ärztliches Wissen.

Nach e. Vortrage. St. Gallen: W. Schneider 8t Co. 1917. (42 S.)
8°. = Schweiz, pop.-wiss. Vortr. u. Abhdlgn., Heft 1. Rm. 1.50.
Kurze geschichtliche Darstellung: bei den Naturvölkern sind die
ersten Anfänge der Heilkunde mit dem Zauber- und Fetischdienst der

409

primitiven religiösen Betätigung verbunden, ebenso noch bei den
Ägyptern, wo die Heilkunde in den Tempeln von den Priestern ausgeübt
wird. Erst den Griechen gelang eine Loslösung der Heilkunde
und höhere Entwicklung in eigenen Arzteschulen, die in der großen
wissenschaftlichen und sittlichen Persönlichkeit des Hypokrates ihren
Höhepunkt erreichten. Im Mittelalter verhinderte der Einfluß der
Scholastik eine unbefangene Naturbetrachtung, und die Heilkunde
verlor sich in unfruchtbaren Spekulationen; erst Parazelsus machte
sich davon frei und betrieb zum erstenmal wieder Naturbeobachtung.
Entwicklung der Medizin als selbständige Naturwissenschaft im 18.
und 19. Jahrhundert. Hinweis, daß gerade die großen Führer der
modernen Medizin, wie Helmholtz, sich von überspanntem Materialismus
fernhielten und in jeder neuen Erkenntnis eine Äußerung einer
höheren geistigen Welt sahen. Die Neigung zu Aberglaube und
Kurpfuscherei, welche sich bei vielen Leuten findet, entspringt dem
durch die einseitig intellektualistische Richtung unserer Kultur hervorgerufenen
Bedürfnis nach Gefühlswerten und nach dem Mystizismus
. Dies ist auch der Grund für die Erfolge der Christian
science und des Mazdaznan. Die wissenschaftliche Medizin trägt
diesem Bedürfnis neuerdings dadurch mehr Rechnung, daß sie die
ganze Psychotherapie und die Behandlung des ganzen Menschen an
Stelle des erkrankten Organes mehr betont. Gemeinsame Aufgabe der
Religion und einer richtig erfaßten Heilkunde ist es, dem Menschen
wieder zu der Lebensharmonie zu verhelfen, die ihm in der modernen,
rein äußerlich gerichteten Kultur verloren ging.

Chemnitz. Willi. Weber.

Bauer, Hans, u. Pontits Leander: Hebräische Schulgrammatik.

Halle a. S.: Max Niemeyer 1924. (VIII, 75 u. 28* S.) 8°. Rm. 3—
An hebr. Schulgrammatiken — auch an bewährten — ist gegen-
Wärtig kein Mangel. Es kann daher nicht unbillig erscheinen, wenn
man von jeder neu hinzukommenden verlangt, daß sie 2 Anforderungen
in bes. Grade entspricht: einmal muß sie den fortschreitenden Ergebnissen
der Wissenschaft gerecht werden, sodann müssen in ihr wertvolle
Verbesserungen für den Unterricht geboten werden. Das zweite
Bedürfnis ist garnicht zu gering anzuschlagen; gerät doch der hebr.
Unterricht von Semester zu Semester mehr auf die Universität, wo für
die Ablegung des Hebraicums ein einziges (meist noch recht kurzes
Sommer-) Semester von maßgebender Stelle zur Verfügung gestellt

410