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Ausgabe:

1925

Spalte:

338-339

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Schlunk, Martin

Titel/Untertitel:

Die Weltreligionen und das Christentum. Eine Einführung 1925

Rezensent:

Richter, Julius

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Theologische Literaturzeitung

Begründet von Emil Schürer und Adolf von Harnack

Herausgegeben von Professor D. Emanuel Hirsch unter Mitwirkung von

Prof. D. Wilh. Heitmüller, Prof. D. Dr. G. Hölscher, Prof. D. Arthur Titius, Prof. D. Dr. G. Wobbermin

Mit Bibliographischem Beiblatt, bearbeitet von Priv.-Doz. Lic. theol. Kurt Dietrich Schmidt, Göttingen
Jährlich 26 Nrn. Bezugspreis: vierteljährlich Rm. 9.—. — Verlag: J. C. Hinrichs'sche Buchhandlung, Leipzig.

5fl iaUrn lJt- IC Manuskripte und gelehrte Mitteilungen sind ausschließlich an Professor ü. Hirsch in Göttingen, je tiili|07C.

«Jalirg. 10. Bauratgerberstr. 19, zu senden, Rezensionsexemplare ausschließlich an den Verlag. Jon izw.

Lehmann, Die Religionen (Giemen).

Schlank, Die Weltreligionen u. das Christentum
(Richter).

Galling, Der Altar in den Kulturen des alten
Orients (Meissner).

Poland, Reisinger und Wagner, Die
antike Kultur in ihren Hauptzügen dargestellt
(Koch).

E n e I o w , 1s the Jew a Menace to Western
Civilization (Beer).

— The Synagogue In Modern Life (Ders.).

— The Allied Countries and the Jews (Ders.).
- The Adetiuacy of ludaisin (Ders.).

— The Jews and the World (Ders.).
Gern oll, Das Apophthegnia (ßultntann).

W indisch, De tegenwerdige stand van het
Christusprobleeru (Siegfried).

Bauer, Kurze Übersicht über den Inhalt der
Ncutcstamentlichcn Schriften (Pott).

Hart mann, Die Philosophie des deutschen
Idealismus (Jordan).

Nied er berger, Die Logoslehre des hl. Cyrill j Murray, Du Bose as a Prophet of Unity
von Jerusalem (v. Soden). (Goetz).

Mehlis, Plotin (Leisegang).
Santifaller, Das Brixner Domkapitel in

seiner persönlichen Zusammensetzung im

Mittelalter (Lerche).
Schellenberg, Die deutsche Mystik (Giemen).
Luther, Briefe (Ders.).

Waubke, In Luthers Spuren (Bornemann).

Stern, Psychologie der frühen Kindheit bis

zum sechsten Lebensjahre (Weber).
Ziehen, Das Seelenleben der Jugendlichen
(Ders.).

Buchner, Von den übersinnlichen Dingen

(Mayer, Straltburg).
Witt mann , Ethik (Ders.).

Köster, Die deutsche Literatur der Aufklärungs- j The Prymer (Graff).

zeit (Petsch). , Evangelischer Gottesdienst und kirchliche Kunst

Meitzer, Eine Vorlesung Kants über Ethik
(Hirsch).

Kucnburg, Ethische Grundfragen in d. jüngst
veröffentlichen Ethikvorlesting Kants (Ders.).

(Stuhlfauth).

Philipps, Der Patenenkelch (Smend).

Knodt, Der evangelische Choral und die Gestaltung
des Gottesdienstes (Dens.).

Lehmann, Prof. D. Dr. Edv.: Die Religionen. Kurzgefaßte
Religionsgcschichte. Leipzig: Dürr'sche Buchh. 1924. (V, 128 S.)
8°. = Ordentl. Veröffentl. d. „Pädagogischen Literatur-Oes. Neue
Bahnen". geb. Rm. 3—

gerüstete und ausgebildete Personen (während gewöhnliche Magie
oft von jedem Beliebigen ausgeübt werden kann)". Mantik ist doch
eigentlich ein weiterer Begriff als Geisterbeschwörung und mit der
Magie nicht direkt zu vergleichen. S. 7: Totemisinus kommt „von

_ ,,->...,.,, r t i cicm indianischen Wort Totem = Anzeichen". Das ist nach Frazer,

„Das vorliegende Buchlein", so sagt sein Verfasser j Toeemttm and Exogamy 1,3. III,50 wohl ungenau. S. 35f.: „von
im Vorwort, „versucht, in geflissentlicher Kürze ein j Konfuzius' eigener Hand folgt das Werk „Frühling und Herbst", in
Bild der ailßerchristlichen Hatiptreligionen ZU geben. ; der Tat nur eine dürftige Chronik seines Heimatsstaates Lu." Das
Zu diesem Zweck habe ich mich innerhalb jeder Reli- j wird von zahlreichen Sinologen (vgl. zuletzt Haas, das Spruchgut
gion auf die Grundphänomene beschränkt und mich be- [ K'ung-tszes und Lao-tszes 28ff.) bestritten, s. 42ff. ist abwechselnd
schieden, nur ihre klassischeil Formen ZU beschreiben, ! von Shintoismus und Shinto die Rede; sollte der erste Ausdruck (eine

ungeheuerliche Wortbildung) nicht lieber ganz vermieden werden?
S. 73: „der Hinduismus hat wahrscheinlich viele christliche Elemente
in sich aufgenommen." Das ist wohl etwas zu viel behauptet. S. 80
Z. 5: der vierte Amcsha spenta heißt nicht Kshatriya, sondern
Kshathra vairiya. Das S. 93 über Hephaistos und Ares gesagte
ist wohl zweifelhaft, die Angabe S. 95, daß die Pythia von
Dämpfen, die aus einem Abgrund aufstiegen, umhüllt geweissagt
habe, ein Irrtum (vgl. neuestens Karo, Festgabe für Oothein 5).
Daß die Laren die Seelen der abgeschiedenen Väter waren (S. 103),
wird von den meisten bestritten, und Mavors war von Haus aus vielleicht
weniger ein Ackerbaugott (S. 104), als ein Abwehrer von
allerlei Unheil. Auch daß die Lustbarkeiten der SaMurnalia und
Lupcrcalia sich in der südeuropäischen Feier von Weihnachts- und
Faschingszeit fortgesetzt haben (S. 105), ist wohl z. T. zweifelhaft,
unrichtig die Bemerkung S. 107: „zu dem Kult des Mithras gehörten
Mysterien, bei denen der Eingeweihte mit dem Blute von Mithras
heiligem Stier Übergossen wurde", mindestens nicht mehr sicher endlich
die andere S. 115: „der nordische Ti(r), dessen Name mit dem
des alten indogermanischen Himmelsgottes Tiu (Ziu) identisch
ist usw."

Bonn. Carl Clernen.

ohne mich auf das Vielerlei ihrer Geschichte oder Verzweigungen
einzulassen". Außerdem sind die zentral-
amerikanischen, die keltische und slawische Religion
ganz bei Seite geblieben und die übrigen etwas ungleichmäßig
behandelt, z. B. die griechische auf 17, die
römische auf 6, die germanische auf 12 und der Islarn
auf 8 Seiten. Doch hat das wohl seine guten Gründe,
und auch die Beschränkung auf die klassischen Formen
der einzelnen Religionen ist nicht so streng durchgeführt
, daß ihre spätere Entwicklung ganz ausfiele. Vielmehr
ist die Geschichte des Shinto, der indischen Religionen
und des Parsismus bis auf die Gegenwart fortgeführt
; das Buch bietet also insofern mehr als manche
ausführlichere Religionsgeschichte. Überhaupt versteht
es der Verf. meisterhaft, die Hauptzüge an den einzelnen
Religionen hervorzuheben und so ein zutreffendes
Bild von jeder zu entwerfen. Besonders dankenswert
sind die Zitate aus der religiösen Literatur der verschiedenen
Völker; daß die Darstellung lebendig und
anregend sein würde, war ja schon nach L.s früherem
Buch über den Buddhismus zu erwarten. So kann auch
dieses seine Aufgabe, weitere Kreise und vor allem
wohl Lehrer erstmalig in die Religionsgeschichte einzuführen
, aufs beste erfüllen; weitere Literatur, die freilich
nach keinem einheitlichen Prinzip geordnet und manchmal
nicht nach den neuesten Auflagen zitiert ist, wird
am Ende eines jeden Abschnitts angegeben.

Da das Buch gewiß weitere Auflagen erleben wird, seien zum
Schluß noch einige Stellen angeführt, wo mit Rücksicht auf die Leser,
die es sich wünscht, vielleicht der Ausdruck geändert werden sollte.
S- 6 schreibt L.: „die Seele erstreckt sich dieser (magischen) Auffassung
zufolge durch die ganze Sphäre des Betreffenden, durch seinen
Körper, seine Kleider, seinen Namen, sein Hab und Out". Zumeist
handelt es sich wohl nicht um die Seele, sondern um Kräfte. S. 6f.:
„zur eigentlichen Geisterbeschwörung (Mantik) gehören besonders aus-

Schlunk, Martin: Die Weltreligionen und das Christentum.

Eine Einführung. Hamburg: Agentur d. Rauhen Hauses 1923
(213 S.) 8«. Rm. 3.50; geb. 4—.

Das Bedürfnis nach einer verläßlichen Orientierung
auf dem weiten Gebiete der nichtchristlichen Religionen
wird in weiten Kreisen der Gebildeten, zumal der
Missionsfreunde, empfunden. Zwischen der in schwerem
wissenschaftlichen Rüstzeug auftretenden Fach-
Literatur und der meist seichten und unverläßlichen
Propaganda-Literatur brauchen diese Kreise eine bequeme
Mittelschicht, gut geschriebene übersichtliche Darstellungen
ohne Fremdworte und ohne Voraussetzungen.
Da es sich um eine Führung durch einen Irrgarten
handelt, ist auch eine klare religiöse und theologische
Orientierung von unleugbarem Werte, wiewohl gerade

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