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1925

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6

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Recherches de Science Religieuse. Tome XIV, Nr. 5 1925

Rezensent:

Gressmann, Hugo

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Theologische Literaturzeitung 1925 Nr. 1.

berg unternommen hat und registriert deren Ergebnisse
in vorsichtiger Weise; um so eindrucksvoller ist dann
das Urteil: „so hat sich dann die Schallanalyse im
wesentlichen an dem von uns bearbeiteten Material als
zuverlässig erwiesen". — Endlich muß ich noch auf den
Aufsatz von Günther I p s e n „Der Alte Orient und
die Indogermanen" mit besonderem Nachdruck aufmerksam
machen, wohl die kühnste und geistig weitgespannteste
Leistung im ganzen Band — über die Richtigkeit
der Resultate kann ich mir gerade an entscheidenden
Punkten kein Urteil erlauben. Der Verf. schildert vom
Zonenprinzip aus den Zusammenhang der Kulturbildung
mit den Trockenzonen: Wieseninseln im Trockengürtel
(und zwar, mit Ausnahme von Peru, im nördlichen
Trockengürtel) sind das Kernland jeder höheren Kultur.
Von da aus entwickelt 1. sowohl die Vorzugsstellung
Vorderasiens wie das eigentümliche Verhältnis der Indogermanen
zu der unindogermanischen alten Kultur des
europäischen Randes und versucht die auf solche Weise
erkannten Zusammenhänge sprachwissenschaftlich nachzuweisen
. Die Indogermanen durchqueren den altweltlichen
Trockengürtel und den Alten Orient mit seinen
frühen Kulturen, und diese Situation ist auch sprachlich
erkennbar. Aber auch geistesgeschichtliche Fragen tauchen
auf, vor allem das große Problem der Religionsgeschichte
, ob die relative Gleichzeitigkeit von Buddha,
Zarathustra, israelitischem Prophetentum und griechischer
Orphik als Analogie zu deuten oder aus tatsächlichen
Zusammenhängen zu erklären sei. Am Schluß
seiner Abhandlung sagt I. mit Recht und charakterisiert
damit nicht nur seine Arbeit sondern in gewissem Maße
auch die ganze Schrift: „Die Fragen sind ungeheuer, die

tägliche herabgezogen und zur Bezeichnung aller der
Dinge gebraucht wurden, die man im Monde erblickte.

Liest man diese Ausführungen, zumal die grundlegende
auf S. 77, so kommt man unwillkürlich auf
den Gedanken, die Absicht des Verf. möchte sein, die
mondsüchtigen Mythologen ad absurdum zu führen.
Aber da er mit solch augenscheinlich ehrlichem Bemühen
gelehrtes Material zusammenträgt — das zum
Teil gar nicht uninteressant ist, nur überall gleich der
wächsernen Nase behandelt wird — da er nirgend den
Schalk durchblicken läßt (es hätte sich doch so schön
beweisen lassen, daß auch die ältere Zeichensprache
Nachahmung des Mondes sein muß, und mit besonders
starken Gründen, daß die Menschen ursprünglich nicht
um satt zu werden, sondern um dem erhabenen Beispiel
des Mondes zu folgen, aßen und tranken), auch seine
Vorrede nicht am 1. April sondern im Juni schreibt,
muß man leider annehmen, daß seine Theorie ernst gemeint
ist. Doch behält das Buch auch als unbeabsichtigte
Parodie seinen Wert.

Iburg. W. Thimme.

Recherches de Science Religieuse. Tome XIV, Nr. 5. Paris:
Bureaux de la Revue 1924. (S. 385—480) 8°. fr. 3.50.

Gustave Bardy, L'autorite du siege romain et les contro-
verses du III e siecle (230—270) S. 3S5—410: Die Studie kommt zu
dem Schluß, daß im genannten Zeitraum die römischen Papste zwar
nicht überall eingreifen, wenn ihr Recht unberührt bleibt, daß ihre
Autorität aber unbestritten ist von Kappadocien im Osten bis nach
Spanien im Westen. Selbst die Bischöfe von Alexandrien und
Antiochien, die ihren Einfluß weit ausgedehnt haben über Ägypten
und Libyen einerseits, über Kleinasien und Syrien andererseits, müssen
, sich den Befehlen Roms fügen. — Paul Dudon, Quand et comment
Schwierigkeiten noch kaum Überwindbar, die Gefahren | Calvin est-il devenu Protestant? S. 411—428: Eine kritische Ausgroß
, unsere Erkenntnismittel Unzureichend . . . aber j einandersetzung mit Jacques Pannier, Recherches sur l'evolution reli-
Herrlich sind auch die lockenden Früchte". < gieuse de Calvin jusqu'h sa conversion (Paris-Strasbourg 1924),

Heidelberg. Martin Dibelius.

Böklen, Dr. Ernst. Die Entstehung der Sprache im Lichte
des Mythos. Stuttgart: W. Kohlhammer 1922. (213 S.) 4°. Gm. 10- .
Die Sprache ist, belehrt uns der Verf., nicht zum
Zwecke der Verständigung erfunden, sondern sie ist
ein ursprünglich religiöser Akt. Spuren davon sollen
noch vorliegen in den heiligen Sprachen, heiligen Zauberworten
und heiligen Götternamen. Merkwürdige Argumentation
! Denn die betreffenden Sprachen (hebräisch
, lateinisch usw.) waren doch früher nicht heilig,
und wenn bestimmte Worte und Namen heilig sind oder
waren, müssen es nicht alle gewesen sein. Aber es
kommt noch besser. Auch in der Wertschätzung der
religiösen Beredsamkeit soll der ursprünglich religiöse
Charakter der Sprache noch durchschimmern und das
Zusammentreffen von religiösem Sinn und auffälliger
Redebegabung beim weiblichen Geschlecht in derselben
Richtung deuten! Durch diese kühnen Behauptungen
auf das Folgende einigermaßen vorbereitet, hören wir
weiter, daß die Religion, der die Sprache ihren Ur-
spiung verdankt, der Mondkult ist. Verf. gehört nämlich
zu den Mondmythologen (Siecke usw.), die zu beweisen
suchen, daß hinter sämtlichen mythischen Götter- und
Heroengestalten der Mond steckt, aber an Konsequenz
übertrifft er sie alle. Der Urmensch, der sich zwar der
Zeichensprache bediente, aber die Lautsprache noch
nicht kannte, erblickte also im Monde einen Mund (wie
er in ihm überhaupt fast alles erblickte, was sich erdenken
läßt, siehe Aufzählung auf S. 40), und zwar genauer
nicht bloß Zunge, Zahn und Gaumen, sondern
natürlich auch Lippen die sich bei wachsendem und
abnehmendem Mond 'entsprechend bewegten. Nichts
konnte naher liegen als daß die Menschen in religiöser
Begeisterung diese Mondlippenbewegungen nachahmten,
und siehe da - unversehens entstand ihnen die Sprache,
deren Urlaute - einer von ihnen ist noch in dem hei-
cg n h ülii °? crh;ilten - zunächst keinen bestimmten
A « Mond d^m' Wle sich's gellört, zunächst sämtlich
den Mond, bzw. Mondphasen, bedeuteten, bis sie ins All-

dessen Thesen angefochten werden. — Jean Cales, Les Psaumes
des fils de Gore Ps. LXXXV, LXXXVIII. Conclusion: Le psautier
des fils de Core S. 429—444. Der Text der beiden Psalmen wird
wiederhergestellt, zum Teil durch eigene Konjekturen wie 88,6 (lies
hashkabti mushläkUn 'ö hülätlm ,,Je suis couche parmi les morts
abandonncs, Gu ceux qui, massacres, gisent danz le sepulcre") /um
Teil durch fremde in durchaus beachtenswerter Weise. Die rhythmische
Analyse, die Interpretation, die zeitliche Atisetzung ist einleuchtend
. Die zusammenfassenden Ausführungen über den Qorah-
Psaltcr sind besonders lehrreich und werden allgemeine Zustimmung
finden. — Gustave Bardy, La notice de Gennadius sur Com-
modien S. 444—446. — Yves de la Briere, Le professeur de
theologie du „Vicaire savoyard" de Rousseau: Firmin Abauzit, de
Geneve S. 447—453: Behandelt wird I. Liste des ecrits theologiques
et bibliques de Firmin Abauzit, II. La coneeption du dogme chretien,
III. Enumeration de quelques-unes des Solutions d'Abauzit en matiere
d'cxegise biblique. — Das „Bulletin de Litterature religieuse" von
L. de Grandmaison S. 454—478 behandelt 1. Une introduetion
ä l'etude de la theologie (Paul Wernle, Einführung'1), II. La reaction
contre le liberalisme doctrinal (Max Scheler, Newman und Gresham
Machen), III. L'eglise catholique rue du dehors (Heiler, Katholizismus
), IV. Vie spirituelle, hors et dans l'eglise (Heiler, Sädhu; Mc
Kenzie, Hindu Ethics; J. Marechal, Psychologie des Mystiqucs).
Berlin-Schlachtensee. Hugo Greßmann.

Bilychnis. Rivista mensile di studi religiosi. Anno XIII, 1924,
vol. XXIV, 2—3. (S. 89—184 mit 1 Taf.) 4°.
In Nr. 20 (4. Okt.) besprach ich die neue italienische Zeitschrift
„Conscientia". Ich bemerkte da, daß mir scheine, diese
Wochenschrift sei an die Stelle der früheren Monatsschrift „Bilychnis
" getreten, deren Tendenz, sie festhalte und in neuer Form vielleicht
noch intensiver vertreten zu können meine. Ich hatte seit 1922
keine Nummer der Bilychnis mehr zu Gesicht bekommen und dagegen
seither, bzw. 1923, die Conscientia, erhalten, die in demselben Verlag
erschien. Alsbald noch im Oktober empfing ich eine neue
Nummer der Bilychnis und beeile mich also festzustellen, daß diese
Monatsschrift fortbesteht. Ich habe nur die Doppelnummer
2—3 Agosto-Sett. 1924, erhalten und berichte gern über deren Inhalt
. Den Eingang bildet ein Aufsatz von Salvatore Minocchi,
Prof. an der K. Universität Pisa, der den Wert der „statistica delle
rcligioni" untersucht, nämlich feststellt, daß sie das eigentliche Interesse
an den Religionen nicht befriedigen könne, da sie notgedrungen
im Äußern hängen bleibe; was und wo „wahre" Religion unter den
Menschen sei, lasse sich nur beobachten an den Einzelpersonen
und im Blicke auf sie ergebe die Geschichte ein Wachsen der