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Ausgabe:

1922 Nr. 20

Spalte:

432

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Eucken, Rudolf

Titel/Untertitel:

Einführung in die Hauptfragen der Philosophie. 3. Aufl 1922

Rezensent:

Mayer, Emil Walter

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Seite 1

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43i Theologifche Literaturzeitung 1922 Nr. 20. 432

Thomae Hemerken a Kempis Opera omnia. Voluminibus
septem ed. additoque volumine de vita et scriptis
eius disputavit Michael Josephus Pohl. Vol. 7. (VI,
621 S., VI S. Faks.) kl. 8°. Freiburg i. Br.; Herder
& Co. 1922.

M. 80—; geb. M. 115.—.

Der Band enthält die 2. Hälfte der hiftorifchen
Schriften des Thomas, nämlich: I. Dialogus noviciorum
in quattuor partes distinctus: 1. De contemptu mundi,
2. Vita Gerardi magni, 3. Vita Domini Florentii, 4. Vitae
discipulorum Florentii, II. Chronica montis S. Agnetis.
Letztere war gedruckt in der Rosweydefchen Ausgabe
des Chronicon Windefemenfe von Joh. Bufch (Antverpiae
1621), aber Pohl meint, daß ihm kein zweites derartig
von Druckfehlern wimmelndes Buch je vorgekommen fei.
Im Anhang werden die benutzten Hss. und Bücher genau
befchrieben, foweit das nicht fchon in früheren Bänden
gefchehen ift, die Varianten und Schriftcitate verzeichnet
und 10 Hss. proben in verkleinerter, aber genügender
photographifcher Wiedergabe geboten. Mit diefem 7.
Bande fchließt die eigentliche Ausgabe der Schriften des
Thomas, für die wir Pohl nicht genug danken können.
Möge es dem greifen Gelehrten vergönnt fein, mit dem
in Vorbereitung befindlichen 8. Bande (De Thomae H.
a K. vita et scriptis) feine Lebensarbeit (Bd. 1 erfchien
1904!) zu krönen!

Zwickau i. Sa. O. Clemen.

Luther-Bibliothek des Paulus-Mufeums der Stadt Worms.
(XXII, 87 S.) gr. 8°. Darmftadt 1922.
Diefe 2. Auflage des Katalogs der 1883 von dem
General Freih. Maximilian v. Heyl geftifteten und feitdem
unabläffig vermehrten, in der Pauluskirche untergebrachten
Wormfer Lutherbibliothek hat die gefchmackvolle
Ausftattung und die Anordnung der 1. 1883 von Jul.
Köftlin bevorworteten im allgemeinen beibehalten; ,nur
wurden einige fälfchlich Luther zugefchriebene Stücke
in die letzte Abteilung verwielen und diefer die anonymen
und pfeudonymen Schriften, deren Verfaffer inzwischen
ermittelt worden waren, am richtigen Orte eingereiht'. Ferner
wurden die Neuerwerbungen unter Zwifchennummern aufgenommen
. Im Intereffe der Wiffenfchaft ift zu bedauern,
daß die Drucke nicht mit noch größerer Genauigkeit
befchrieben find, die Litteratur nicht noch vollständiger
herangezogen und fpeziell für die ca. 400 Lutherfchriften
auf die Weimarer Ausgabe nur fo verwiefen ift, daß zwar
die Stelle dort bezeichnet wird, wo die betr. Lutherfchrift
neugedruckt und eingeleitet ift, aber nicht die Nr. aus
der Bibliographie, mit der das betr. Wormfer Exemplar
identifch ift. Dankenswert ift die Einleitung mit Hervorhebung
der Glanzftücke und -partien der Sammlung und
einigen Reproduktionen. Die S. XIV fakfimilierte Bibel-
infchrift = Enders 14,5h, vgl. auch S. 142; nach dem
Fakfimilie war mir die Echtheit diefes Lutherautographs
zweifelhaft, ich erfuhr aber nachträglich, daß nicht das
Original, fondern eine Handpaufe photographiert worden
ift. Zu Nr. 4a vgl. Mitteilungen des Hiftor. Vereins der
Pfalz. 19, 8 ff. Nr. 37. Wie verhalten fleh zu einander
Nr. 20 und 383 und beide zu Zentralbl. f. Bibliotheksw.
21, i65f Nr. 21—23? Der Joachim Müller, dem Nr. 349
von Luther 1545 gefchickt worden ift, ift wohl identifch
mit dem Enders 16, 159 Z. 6 genannten. Am ergänzungs-
bedürftigften ift naturgemäß die letzte Abteilung: „Zeit-
genoffen Luthers, Vorkämpfer und Gegner der Reformation'.
Nr. 391 = W. A. 7., 184b Nr. 455 = Weller 455. Die
Hans Sachsdrucke = Ausg. von A. v. Keller und E. Goetze
24 Bibliographie Ens. 8b oder c, 6c, 159b, 10c. Nr. 472
= Beiträge z. bayr. Kg. 4, 327 A. 2 Nr. 3 (von Haug Mar-
fchalck gen. Zoller, vgl. Beiträge 6, 229fr). Nr. 482 =
M. van Rhijn, Weffel Gansfort (1917), Beil. C. S. LX
Nr. 4 ufw.

Zwickau i. Sa. O. Clemen.

Korczok, Anton: Die griechifch-katholifche Kirche in Galizien.

(Ofteuropa Inftitut in Breslau). (162 S.) 8°. Leipzig,
B. G. Teubner 1921. M. 12 —

Es handelt fleh um die fog. unierte Kirche des
ehemals öfterreichifchen Galiziens. Der Verfaffer gehört
ihr nicht felbft an, fondern ift Lateiner. Aber er ift ihr
freundlich geflnnt und wünfeht ihr anfeheinend den
Fortbeftand und möglichft reiche innere Entwicklung
innerhalb des Rahmens ihrer Art, d. h. des orientalifchen
Ritus und ihrer überlieferten Sonderfitten; freilich bemerkt
man, daß er wenigstens Sich freuen würde, wenn die
Priefterfchaft den Cölibat annähme. Die unierte Kirche
war ja im alten Öfierreich-Ungarn in verfchiedenen Formationen
vertreten. Diejenige Galiziens befaßt den Oftteil
des Landes bis an die Bukowina heran und Stand
zuletzt unter einem Metropoliten (von Lemberg), dem
zwei weitere Bistümer (Przemyfl und Stanislau) unterstellt
waren bzw. find (1907 zufammen c. 3'/2 Mill. Seelen).
K. verfolgt die Entwicklung diefer Organifation, die erft
ganz allmählig zu Stande kam. Die galizifche Union
hängt zufammen mit der für ganz Polen auf der Synode
zu Breft-Litowsk 1595 befchloffenen, Sie repräfentiert das
nach den Teilungen Polens endgültig an Ofterreich gefallene
Stück des Landes, d. h. foweit deffen Bevölkerung
,kleinruffifch', oder wie man richtig fagt: ukrainifch von
Raffe war. Die Polen felbft waren Stets ,lateinifch'. K.
hätte über die Gefchichte Polens felbft, feine Ausdehnung
nach der Ukraine hin einigermaßen orientieren mögen.
Ohne folche hiftorifch-geographifche Veranfchaulichung
findet man Sich kaum ganz zurecht, Sieht vor allem nicht
recht, welches Intereffe an all den Vorgängen haftet.
Die Ukrainer oder Ruthenen (was ja übrigens nichts
anderes bedeutet als ,Ruffen') in Galizien reagieren gerade
jetzt Sehr Stark gegen die neue polnifche Herrfchaft.
Ofterreich hat ihnen im gewiffen Maße Schutz und 1 [ilfe
wider polnifche Anmaßungen gewährt. Aber unter dem
faft autonomen polnifchen Regiment der letzten Jahrzehnte
(feit 1867) waren die Ruthenen bzw. Ukrainer doch
wieder vielfach bedrückt, mindestens zurückgehalten
worden. Sie fympathifierten im Kriegsjahr mit den Ruffen.
Das ,Volk' ift offenbar im Grunde trotz aller ,Union'
religiös geblieben, was und wie es war, d. h. ein Teil der
.orthodoxen' Kirche der Slawen. Korczok ift kundig und
in der Schilderung der Verhältniffe im einzelnen forgfam,
aber fein Blick ift hiftorifch nicht frei und weit genug,
um die Verhältniffe richtig zu verwerten. Es ift bezeichnend
, daß unfer den fehr zahlreichen literarifchen Werken,
die er benutzt (amSchluffe überfichtlich zufammengeftellt),
nur eines ift, das einen evangelifchen Verfaffer hat
(W. Köhler, D. Kath. Kirchen des Morgenlandes 1896).
Das gibt feiner (an Sich keineswegs untüchtigen) Arbeit
einen all zu befchränkten Horizont.

Halle a. S. F. Kattenbufch.

Eucken, Rudolf. Einführung in die Hauptfragen der Philofophie.

3. Auflage. (190 S.) 8°. Leipzig, Quelle & Meyer 1920 M. 24 —
Die zweite Auflage diefes Buches, das bekannte Euckenfche Gedanken
in anfprechenden Wendungen und glücklich populärer Form
zum Ausdruck bringt, ift bereits in der Theologifchen I.itcraturzcitung
vom 25. September 1920 beurteilt und empfohlen worden. Die vorliegende
dritte Auflage ift unverändert geblieben und nur durch ein
Sachregister ergänzt worden.

Gießen. E. W. Mayer (Straßburg).

Scheffer, Thaffilo: Die homerifche Philofophie. (Philofo-
phifche Reihe. Hrsg. von Dr. Alfred Werner. 33. Band.)
(139 S.) kl. 8°. München, Röfl & Cie. 1921. M. 13—
In der bekannten „Philofophifchen Reihe" hat Thaffilo
von Scheffer, der fich durch feine Homer-Überfet-
zungen einen rühmlichen Namen erworben hat, eine gedrängte
Darfteilung der „Homerifchen Philofophie" gegeben
. Der Titel des Buches mag bedenklich klingen;
denn wer wird in dem homerifchen Werke eines befon-
nenen, geftaltenden Schauens nach Philofophie fuchen?
Aber Herkunft und Art diefes Schauens, die Befonderheit