Recherche – Detailansicht

Ausgabe:

1920

Spalte:

193

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Frölich, Richard

Titel/Untertitel:

Tamulische Volksreligion 1920

Rezensent:

Titius, Arthur

Ansicht Scan:

Seite 1

Download Scan:

PDF

Theologische Literaturzeitung

Begründet von Emil Schürer und Adolf Harnack
Fortgeführt von Professor D. Arthur Titius und Professor D. Hermann Schuster

Jährlich 26 Nrn. Verlag: J. C. Hinrichs'fche Buchhandlung, Leipzig Halbjährlich 15 Mark

Bezugspreife für das Ausland jährlich Fr. 25—; 1 £; $ 4.75; holl. Gulden 11.80; fkandin. Kr. 17.75

Manufkripte und gelehrte Mitteilungen find ausfchließlichan re.r- r-.

45. Jahrg. Nr. 17/18 l^^^^^^^^^- 25. September 1920

Frölich, Taraulifche Volksreligion (Titius). i Pilgerreife der Aetheria (G. Krüger). i Gefe, Lotzes Religionsphilofophie (Thieme).

Aalders, De Proleten des Ouden Verbonds | Traube, Vorlefungen und Abhandlungen | Hafle, Das Problem des Sokrates bei Fried-

(Nowack). (Vigener), rieh Nietzfche (Strunz).

Kegel, Die Kultus-Reformation desJofia (Derf.) Eberhardt, Die Diözefe Worms am Ende des ; Eucken, Einführung in die Hauptfragen der
Funk, Die Entftehung des Talmuds, 2. Aufl. 15. Jahrhunderts (Vigener). Philofophie 2. Aufl. (E. W. Mayer).

(Strack). Derfch, Kleine Mitteilungen aus d. gemein- Geißler, Das System der Seinsgebietc als

Kennedy Philo s Contnbution toRehgton fchafil Hennebergifchen Archiv in Meiningen Grundlage einer umfassenden Philosophie

(Windiicli). (Schornbaum). (W. Koch).

BerJueV Sffi«5 toto JuÄftefa. Stange, Luther und das sittliche Ideal Seeberg Die Grundwahrheiten der chrift-

fL' h dl ' (Hirsch). llchen Religion, 2. Aufl. (Titius).

Kette'^Die Verfuchung Jefu nach dem Be- Steck u. Tobler, Aktenfammlung zur Ge- Pf.?£«£}0rf• Im KamPf ura den Glauben
richte der Synoptiker (Bultmann). fchichte der Berner Reformation 1521 -1532 } _

(Köhler). 1 Worlitfcheck, Der Sinn des Leidens

Concilium Tridentinum tom. VIII (Benrath). (Thimme).

Ruprecht, Der Pietismus des 18.Jahrhunderts Grabinski, Kirche u. Weltkrieg (Schian).
in den Hannov. Stammländern (Steinmetz). ; Rump, Der Dienfl am Wort (Schian).

... , . •• , r 1 1 is 1 <• I Lampe, Vom Sinn der Arbeit. — .Und fiel

l' lebte, Zuruckfordcrung der Denkfreiheit . ' ',. .... , ,. TT* , .'r „uuu nei

fH' fehl unter die Morder" (Steinmetz).

, , , , _ . Mertens, Die Sklaverei der kathol. Geiftliclien

Paulus, Fichte und das Neue Teftament (y. Koch).
Bonwetfeh, Grundriß der Dogmengefchichte, i (Thimme). j

2. Aufl. (v. Harnack). I Meyer, Karl Emil Gruhl (Titius). ! Bibliographie.

Schmidt, Die Piingftcrzählung und d. Pfingft

ereignis (Bultmann).
Barth, Der Römerbrief (Windifch).
Ropes, A critical and exegetical Commentary

on the Epistle of St. James (Jülicher).
Stemplinger und Lamer, Deutfchtum und
Antike in ihrer Verknüpfung. — Preller,
Das Altertum (Goedeckemeyer)

Frölich, Miff. Richard: Tamulifche Volksreligion. Ein Beitrag zu
ihrer Darftellg. u. Kritik. (63 S. m. 12 Abbildgn.) 8». Leipzig,
Verlag der Ev.-luth. Miffion 1915. Kart. M. 1 —

Frölich gibt auf Grund 20jähriger Erfahrung ein Bild der
füdindifchen Volksreligion, das, leider durch Künfteleien der
Darbietung etwas geftört, dennoch fehr dankenswert ift. Wie

durch eine Tätigkeit eines von ihrem eigenen Subjekt
unterfchiedenen höheren Subjekts, das ihnen einen Inhalt
zuführt, der in keiner Beziehung in ihrem eigenen Bewußtfein
feinen Urfprung hat, Gottesgeift ift vielmehr die aus-
fchießliche Quelle der Offenbarung. Diefe ift aber nicht

der Inhalt der Puranas über die Siwaitifchen und Wifhnuitifchen eine mechanifche, fondern trägt organifchen Charakter
Gottheiten im Volksleben Geftalt gewinnt, wie daneben die ,Dorf- , und fchließt fich an den Bewußtfeinsinhalt der Propheten
gottheiten in den Vordergrund treten, wie in der Verehrung von Die Anfrhamino- HaR vno-lpirh dn« Tfivinatirmc.rorL,^^..

Bäumen und Pflanzen, von Schlangen und Stieren, von FlüiTen u e Anlcüauung, daß zugleich dasTJivinationsvermogen

und Geflirnen, im blutigen Opfer und der Salbung heiliger Steine, der Propeten bei der Schaffung ihrer Prophetien tätig
in der Furcht vor Zauberei, Fluch, böfem Blick und vor den gewefen, lehnt A. als mit den Schriftzeugniffen unverträg-
Geiltern der Toten, im Schickfalsglauben, der Mantik und Ek- rjc), ab. Nach diefer Darlegung feiner Auffaffung von
ftafe niedere Schichten der Religion hereinragen, wird lebendig d wf d prophet. Offenbarung wendet fich A
vorgeführt. Prekär find die angeb ichen Refte reineren, ethifchen . . . r } .J , T, , s j^"

Ssglaubens (19f.), lehrreich die fcharfe Beurteilung der »un der W.rkfamkeit der Proph. zu und handelt von
bhakti als Üttlich indifferent, oft erotifch gefärbt, wie auch die der Mitteilung der empfangenen Offenbarung und den
,Verdienfte' ganz überwiegend ritueller Art, die Erlöfung wefentlich durch die Propheten verrichteten Wundern, von der Form
als Freikommen von irdirchem Übel gedacht ift. Von befonderem und dem Inhait der prophetifchen Predigt und o-eht dann
Sptl6 ^^$%^^^! undTherTe -fMch auf die vSeiLgungen und | Verhältnis zur
Totenbräuche (57 ff.). Erfüllung ein. Das Refultat ift natürlich, wie nach dem

Göttingen. Titius. bisher Gefagten nicht anders zu erwarten war, daß es

unerfüllte Weisfagungen nicht gibt, auch die mefftanifchen
Aalders, Dr. G. Ch.: De Profeten des Ouden Verbonds. Weisfagungen haben fämtlich in Chriftus ihre Erfüllung
(288 S') gr 8°. Kampen, J. H. Kok 1919. gefunden, auch Jel. 7,14 wie Mich. 5,1 gehören hierher.

Unter allen religionsgefchichtlichen Fragen des Alten | Da, wo Weisfagungen für diefe Theorie zu unüberwindliche
Teftaments hat die nach dem Wefen und der Wirkfam- [ Schwierigkeiten bieten, werden fie zu fymbolifchen ge-
keit der Propheten die meifte Anziehungskraft ausgeübt, ftempelt und ihnen fo die Erfüllung gefichert: was
ich erinnere nur an die Arbeiten von König, Giefebrecht, von Zion, Jerufalem, Ifrael, von dem Tempel ufw. gefagt
Cornill, Hoelfcher, Duhm u. a. Auch in der außerdeut- j wird, ,vindt sijne toepassing op de Christelijke kerk on-
fchen Welt haben Robertfon Smith, Davidson u. a. fich i der die Nieuwe Bedeeling, en is dan vervuld'. Nachdem
um dies Problem bemüht. Zu letzteren tritt Aalders mit : A. auf die Beftimmung der Propheten für das Volk,
feiner Monographie vom Jahre 1918, die wenigftens als ; nicht aber für das einzelne Individuum hingewiefen
ein Beweis eingehender Studien unfere Beachtung verdient. — wobei er aber energifch gegen die Front macht, wel-
Er geht aus von den Bezeichnungen für die Propheten che der Propheten Wirkfamkeit auf das Volk ihrer Zeit
im A. T. und zeigt, daß ein doppeltes Element im Be- befchränken wollen, handelt er von der Propheten Amt
griff der Prophetie liegt: er ift Offenbarungsempfänger und Stand mit fpezieller Berückfichtigung der fo oft uns
und Offenbarungsmitteiler. Da die Proph. auf eine Offen- entgegentretenden bcne nebi' im, von dem Selbftbewußt-
barung Gottes fich berufen, fo ift die Prophetie nicht fein der Propheten und von den Kennzeichen der Prophetie.
anders zu verliehen als in ihrem Bewußtfein entftanden Zum Schluß befpricht er die analogen Erfcheinungen bei

J93 194