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Ausgabe:

1919

Spalte:

10

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Rolle, Richard

Titel/Untertitel:

Meditatio de Passione Domini according to ms. Uppsala C. 494. Ed. by Harald Lindkvist 1919

Rezensent:

Ficker, Gerhard

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Theologifche Literatur zeitung 1919 Nr. 1/2.

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Kräftitrkeit feines Gottesgefühls, durch die Lauterkeit Erwünfcht wäre auch eine Studie über die Gennnungs- und Ordens-

> • r. u .,„,1 j„„ tt___<-..:.,.., TTnt-fiminrr genoffin der hlg. Clara, die Königstochter Agnes von Böhmen, von der

feines Strebens und den Heroismus feiner Lntfagung. & J*t cinem in <ler lul„iograp]lffchen Litenüur h;innfchen

Er lft ein unvergleichlicher .Bekenner des asketuctien «Wehen fagt] daß fie auf eine eheliche Verbindung mit Kaifer Fried-
Idealismus. Durch feine Willensentfagung wurde es rieh II. verzichtet habe. Vielmehr follte fie 1225 deflen vierzehnjährigen
möglich, daß er zur Harken Stütze der Kirche in kritifcher Sohn König Heinrich (VII) heiraten, dem ftatt ihrer Margarete von
Zeit wurde, umfo weniger ift er ein Individualift ZU nennen, Ofterreich angetraut wurde. Für die Gefchichte der Beziehungen zwifchen
r 1 1 ör-.. , 1 n 11,f.Ik™ ™z der charaktervollen und klugen Agnes und dem fehwachen Stauler

und nur fchwache baden verknüpfen ihn mit der He|nrich (vn, (Uc I23, ein romantifcb.es Nachfpiel hatten, find die

Renaiffance. Liefen Sätzen kann lcn nicht ohne Vor- von -p. angezogenen brieflichen Ausuaffungea--der Mg. Clara an fie noch

behalt Zuftimmen. Ich möchte als das neue an Ffanz 1 nicht benutzt worden. Leider bieten fie keine feile Unterlage für die

betonen daß er in der Welt, in den Städten Seelforge Aufhellung der von den politifchen Itiftorikem viel behandelten Heirais-

übt im Einklang ialfo abweichend von anderen Wander- ****** des nachmals fo unglücklichen König«.

predigei n) mit der Kirche. Das Verhältnis Franzens zur Marburg (Lahn). K. Wenck.

Kirche aber erfcheint mir durch feinen Verzicht auf

Selbftbeftimmuno- nicht hinreichend erklärt. Ich habe Ru'lIe's',Ri^har^' "editatio de Passione Domini aecording to ms.

u i , *>.■ T}„n.rf,;f,,nrr fpinr.r IkTnioif-üu fc; iGof Uppfala C. 494. Ed. with introduction and notes by Dr. Harald

Bedenken gegen die BeftreiLing feiner Naivität (S 162 i Lindkvift. (Skrifter utg. af K. Humanist. Vetinsk.-Samf. i

207) in Sachen der Abwandlung des Urdens, für die ich Upprala 19:3.) (III, 78 S.) 8°. Upfaia 1917. Leipzig, O. HarraiTo-

ebenfo fehr die natürliche Entwicklung als das pflicht- witz. Kr. 2.50

mäßige Eingreifen der Hierarchie verantwortlich mache, Die Publikation der Meditatio de passione Domini des Ere-

während ich den Klagen Franzens über die Unbotmäßig- miten Richard Rolle von Hampole1 (f 1349) aus der Handfchrift

, o j fh. ... .______ i;- ... , *?• 1 C. 494 in der Univerfitats-Bibhothek von Uppfa a ift woh für den

keit und Uberhebung Einzelner über den Einzug der Sprachforrcher wertvoller als für den Kirchenhiftoriker, fo viel

Wiffenfchalt in den Orden (darüber handelt T. auf S. 174 interefTantes fie auch für dielen bietet. Richard Rolle wird von

nur fehr kurz) mehr Gewicht beilege, als T. tut. Ich dem Herausgeber als die hervorftechendfte religiöfe Periönlich-

vermiffe den Zufammenhang mit der weiteren Ordens- keit Englands in der erften Hälfte des 14. Jahrhunderts bezeichnet.

gefchichte. die ja an f.ch außerhalb des Themas liegt. ; ^f^'I.Ä n^uf1* "T

T. ' . J „ r ' , r- , • , 1 • , r i er als ein Vorlaufer Wiklins angefehen werden. Der Herausgeber

Uber kränz als Gefetzgeber finde ich keine befondere hat den Text offenbar mit größter Sorgfalt herausgegeben, mit

Erörterung, die Stellung des Teftaments zur regula bullata, den wichtigften Varianten der bisherigen Drucke und mit reichen

die Stimmung, die jenem zugrunde liegt, wird nicht be- | erläuternden Anmerkungen begleitet. Die Einleitung erörtert die

handelt. Für meine Anfchauung verweife ich auf die kritifchen Fragen; fie weift nach, daß die Zuweifung der Meditatio

neupFafiiino- meiner Franziskusfkizze in - Unfere relio-iöfen an Richard Rolle z"Recht befteht, wenn fie es auch unentfehieden

neuelallut g meiner FranziskusiKizze in. uniere 1 en^ioicn ,äßt) ob f|e ejn 0rigjnaIwerk oder nur eine Nachahmung oder

Erzieher D (1917) b. 215—48. Überarbeitung des Werkes eines andern ift. Dabei werden fehr

Im Folgenden deute ich zuletzt von mir in .Übungen' gewonnene wertvolle Bemerkungen über die Verbreitung der Werke Bona-

Einzelergebnifle an, um zu markieren, aufweichen Wegen ich weitere venturas in Schweden, über die Verbreitung fonftiger Werke

Förderung der Franziskusforfchung erwarte, nämlich ij durch philo- Rolles in Schweden, über die Gefchichte der Handfchrift aus

logifche Textkritik, 2) durch die Geftaltung einzelner Fcrfönlichkeits- i der die Meditatio entnommen ift, gemacht. Im Anhang wird aus

bilder aus dem Umkreis des Ordensftifters. Iis ift für die Beurteilung der Handfchrift Uppfala C. 641 (ca. 1400) das bisher ungedruckte

der Franziskusbiographien des Thomas von Celano von Wert feftzu- Fragment eines Officium de S. Ricardo de Hampole mitgeteilt

hellen, in welcher Weife von Thomas die urkundlichen Quellen benutzt pür die Gefchichte der Myftik in England und in Schweden

wurden. Noch nie beachtet wurde die Entlehnung aus Teftament c. 5 fcheint mir die Publikation fehr wertvoll zu fein,

in 2. Cel. c. 161 (vgl. Tilemann S. 60 und 63). Die vom Biographen Kiel. G. Ficker

dort gegebene Begründung der Handarbeit erfcheint danach als feine _____- '_____ ■ ' _•_____"

Zutat. Unbeachtet blich auch die Entlehnung über die Armut die zu § , Friedricn: Da8 K|orter Heilsbronn, die Ahnengruft des Kaifer-

Konigen des Himmelreichs macht aus Reg. buU. c 6 m 2 Cel. c. ,a Ansbach, C. Brägel & Sohn 1917. M. - 60

mit einem rhetorifchen Schwanz (vgl. Hiemann S. 68 und 80 88 192) Neben ^ > Runftfchä tze und des Lebens im Klofter und

Bei fcharferem Zufammenfchluß leiner Erörterungen hatte i. darauf n„-„„„e-.___„ •■. ,-u _ n n. j _j • , 7.

aufmerkfam werden mülTen. Bei den Entlehnungen von l.Cel.ausdem ^'f «""f" Uber- GetUh'' ^"t"' Verftand ""d/elnf 7el)re

Teftament. ich zähle deren vie, in . ,,. « nnd oQ ,,,,d hei der. Rietet Sperl nur emen magern Auszug aus Muck mit deffen

Teftament, ich zähle deren vier in e. 17, 45, 32 und 39, und bei der
jenigen von 2. Cel. aus Ted. c. 3 beobachte ich, daß der Text nach den
Regeln des rhythmifchen Satzbaus abgewandelt ift, felbft der Wortlaut
des dem Breviar. Roman, in Teil. c. 2 entnommenen Gebets (vgl. 1. Cel.
45). Das ftaunenswerte InterefTe des Celanefen für die Formgebung,
das er ja mit fo manchen ZeitgenolTen teilt, wird ihn in unfern Augen
nicht erhöhen. Die franziskanifche Forfchung darf an den Unter- Schmidt, P. D. Odilo, O. F. M.: Unterfuchungen zu den Breslauer
lüchungen über die Anwendung des Curfus (es ift fchon längft eine I Bifchofskatalogen. (Quellen u. Darftellungen zur fchlef. Ge-

düftererSchilderung der Folgen der Reformation, des Verhaltensder
Hohenzollern und der Fürftenfchule. Falfch ift das Todesdatum
Georgs und die Heimat des berühmten Konrad Soccus.
Stuttgart. G. Boffen.

Literatur) nicht mehr vorübergehen, wie es T. noch getan hat. Vor
längeren Jahren haben fchätzbarc immer überfehene Anregungen für die
Celano-Viten Ant. Schönbach in S.-B. d. Wiener Akad. 152 (1906)
Studien z. Gefch. der altdtfch. Predigt, 5. St. S. 49 und Luc. Auvray
in feiner wertvollen Befprechung der Ausgabe der Celanovitcn des
P. Eduardus Alenconiensis in Ribliotheque de l'ecolc des chartes 68
I1907) p. 155—59 (gegen Ende) gegeben, neuerdings (1910 und 1912)
haben L. Laurand und 1!. Terracini betreffs der fpätcren Franziskuslegenden
auf diefem Gebiete gearbeitet. Das ftarke Gewicht der Formgebung
wird auch fonft bei Thomas zu beachten fein: Das oft (auch
TO. S. 157) für die befonders innigen Beziehungen des Kardinals Hugo
zu Franz angeführte Wort i.Cel. c, 101 p. 106, 2—7, wonach der Anblick
des Heiligen und ein Gefpräch mit ihm ftets auch die düftcre
Stimmung des Kardinals zu verfcheuchen vermocht habe, verliert trotz
der Berufung auf die eigene Ausfage des Kardinals (testatur ipse) ent-
ichieden an Gewicht, wenn wir vorher (am Ende von 1, Cel. c. 46) das-
felbe mit gleichen und ähnlichen Worten vom Eindruck des Ordensftifters
auf alle Brüder gerühmt finden. — Ein treftliches Perfönlichkeits-
bild des Kardinal Hugo von Oftia, des erften Ordensprotektors hat uns
1911 der dann fchon 1914 gefallene Ernft Brem gegeben. Hugo's Vorgänger
, den erften Fürfprech an der Kurie Kardinal Johann von St. Paul

kennen wir bisher nur aus den franziskanifchen Legenden, und doch ,.. ,

muffen wir das Bild diefes Mannes, der den Bußbrüdern von Affin bei DPdling, F. ttOU Dr. Kaymund, ßefchicke der Baflllka
Innozenz III die Bahn gebrochen hat, befitzen. T. bietet S. 148-49 VOM Saint-Quentll» im Weltkrieg u. in der Forfchung.

eine vergleichende Würdigung der bezüglichen legendarifchen Berichte, I Mit 12 Abbildgn, (auf Tafeln). (16 S.) 4°. Im Felde

für welche ich eine Benutzung des 12. Kapitels von von Ortroy's be- I917. (Bremen, F. Leuwer.) M I _

kannter Abhandlung in Analecla Bolland. XIX (19OO) p. 182-87 ge- Schlechtes Material mindenvertio-c Aimfiihriino-

wünfeht hätte. Das Perfönllchkeitsbild diefes Kardinals, das ich foeben D... öemeemes matenai mmoerwertige Auslunrung,
»us dem gefamten <lucllenmateriai geftaite und bald zu veröffentlichen Plünderungen, Kriege, Peuersbrunfte: ,Ce ne sont pas,
hoffe, mag auch als Gegenftück zu Kardinal Hugo willkommen fein, helas! les seules Causes de destruetion dont nos monu-

fchichte. 25. Bd.) (XII, 156 S.) gr. 8». Breslau, F. Hirt 1917.

M. 4.50

Die ältere Kirchengefchichte weiter Gegenden unteres Vaterlandes
läßt fleh nicht fchreiben ohne eingehende Berückfichtigung
und Verwertung der Bifchofsliften. Diefe liegen aber in verfchie-
dener Überlieferung vor, bedürfen deshalb der kritifchen Unter-
fuchung. Für das Breslauer Bistum unternimmt dies der Ver-
faffer in der vorliegenden Studie, nachdem fchon der Lemberger
Gelehrte Ketrzynski im fechften Bande der Monumenta Poloniae
historica und der Breslauer W. Schulte in der Abhandlung ,Zu
den Breslauer Bifchofskatalogen' in der Zeitfchrift des Vereins
für Gefch. Schießens Bd. 44 ihm vorgearbeitet haben. Er gibt
S. 9—38 eine Überßcht über die Handfchriften und Ausgaben
der Breslauer Bifchofsliften, befpricht S. 39—89 ihre Entwicklung

bis zum Ende des 15. Jahrhunderts und bietet fchließlich S. 90_140

Einzelunterfuchungen über die wichtigften Liften. Die beabfleh-
tigte Zufammenftellung und Drucklegung (amtlicher Breslauer
Bifchofskataloge hat leider der Krieg durch die Erfchwerniffe
die er der wiffenfehaftlichen Arbeit bringt, verhindert.
Pratau. Wotfchke.