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Ausgabe:

1919

Spalte:

241

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Weinreich, Otto

Titel/Untertitel:

Neue Urkunden zur Sarapis-Religion 1919

Rezensent:

Wiedemann, Alfred

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Seite 1

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Theologische Literaturzeitung

Begründet von Emil Schürer und Adolf Harnack

Fortgeführt von Professor D. Arthur TitlUS und Professor D. Hermann Schuster

Jälvjlich 26 Nrn. Verlag: J. C. Hinrichs'fche Buchhandlung, Leipzig Halbjährlich 12 Mark

■-■r n1 ,nn Manufkripte und gelehrte Mitteilungen find ausfchließlich an «-v/-» tvt T~ iraifi

4:4:. JalirS. Nr. äI'ää Profeffor D. Titius in Göttingen, Nikolausberger Weg 66, zu fenden. lOVeiTlDer JLV7IV7

ö Rezenfionsexemplare ausfchließlich an den Verlag.

Weinreich, Neue Urkunden zur Sarapis-Religion
(Wiedemann).

Rofcher, Der Omphalosgedanke bei verfchie-
denen Völkern, befonders den femitifchen
(Greßmann).

Grosheide, De eenheid der nieuwtestamen-
tilche Godsopenbaring (Windifch).

Hadorn, Die Abfaffung der Theffalonicher-
briefe (Jülicher).

Schmidt, Gefpräche Jefu mit feinen Jüngern
nach der Auferftehung (v. Harnack).

Snopek, Klemens von Rom und feine Reliquien
(Koch).

Freudenberg, Paracelfus und Fludd (Petfch).

Peftalozzi, Die Gegner Zwingiis am Groß-
münfterftift in Zürich (Köhler).

Schott, Einige Ideen zur Charakteriftik Luthers
(Schornbaum).

Stepp, Die Vereinigung der Reformierten und
Lutheraner in der Pfalz (Schornbaum).

Hot zelt, Veit II.von Würtzburg(Schornbaum).

Kratz, Die Marianifch. Kongregationen in den
Ländern deutfeher Zunge (Köhler).

Laros, Das Glaubensproblem bei Pafcal (Bornhaufen
).

Oehlke, I.effing und feine Zeit (Petfch).
Zum Codex juris canonici (Sehling).
Geyer, Theofophie und Religion (Niebergall).

— Theofophie und Religion, Theofophie und
Theologie (Derf.).

— Johannes Müller und Rudolf Steiner (Derf.).
Felden, Der Spiritismus (Hoffmann).
Kiefl, Foerflers Religionsphilofophie und der

Katholizismus (Niebergall). j Bibliographie,

Eucken, Was bleibt unfer Halt? (Thimme).
Fifcher, Glaube (Thimme).
Dimmler, Sabbat-Ruhe (Eger).
Pefch, Ethik und Volkswirtfchaft (Wendlandi.
Baumgarten, Chriftentum und Weltkrieg

(Niebergall).
Bachmann, Völkerwelt und Gottesgemeinde
(Schian).

Schaefer, Andachtsbuch (Ducnfing).
Jaeger, Männliche Jugend (SchlolTer).

Mitteilungen: Deutfch-fchwedifche kirchliche
Beziehungen.

Ilaager Gefellfchaft zur Verteidigung der chriftl.
Religion.

Weinreich, Prof. Dr. Otto: Neue Urkunden zur Sarapis-
Religion. (Sammig. gemeinverft. Vorträge u. Schriften
a. d. Gebiete der Theol. u. Rel.-Gefch., Heft 86.)
(39 S.) gr. 8°. Tübingen, J. C. B. Mohr 1919. M. 2 —
In der vorliegenden Jenenfer Antrittsvorlefung bringt
Weinreich grundlegend Neues für die Beurteilung der
eigenartigften Erfcheinung unter den Gottheiten, welche
in helleniftifcher Zeit von Aegypten aus das Mittelmeergebiet
zu erobern fuchten. Von Sinope kam der Gott
nach Alexandrien und empfing hier feinen Namen Sarapis,
der ihn in Beziehung zu Ofiris-Apis fetzte, ohne daß er
mit deffen Stiernatur etwas gemein hätte. Nur von dem
Totenherfcher Ofiris könnte man Züge bei ihm wiederfinden
wollen. In allem Wefentlichen erfcheint er als
griechifch aufgefaßter Gott von univerfeller Bedeutung
uneingeengt von den nationalen Banden der altägyptifchen
Gottheiten.

Wie er namenlos kam, so fehlten ihm auch Mythus
und Genealogie. Weinreich legt in feiner Studie nach
einem kurzen Hinweis auf die Gottesgeftalt im Allgemeinen
dar, wie man fuchte, die fehlenden Mythen durch
Wundererzählungen zu erfetzen, in denen Taten des
Sarapis feine göttliche Kraft offenbarten. In einleuchtender
Weife wird unter Hinzuziehung der Sarapisrede des
Ariftides eine Reihe diefer Aretalogien aus neugefundenen
Papyrusbruchftücken und Infchriften wiederhergeftellt.
Dann erörtert der Verf. im Zufammenhange damit die
Formeln, welche Sarapis den Sieg in ähnlicher Weife
wünfchen, wie dies auch bei Chriftus gefchieht. In
ergebnisreichen Beilagen werden die diesbezüglichen
Infchriften für Sarapis vollftändig, für Chriftus teilweife
zufammengeftellt, das Auftreten der Formel tig Ztvg
Sä'jaxifi genau verfolgt und auf die chriftliche Faffung
elc (heoq hingewiefen, endlich der delphifche Sarapiswunderbericht
wiedergegeben.

Bonn. A. Wiedemann.

Rolcher, Wilhelm Heinrich: Der Omphalosgedanke bei ver-
Ichiedenen Völkern, befonders den femitifchen. Ein Beitrag
zur vergleich. Religionswiffenfchaft, Volkskunde u.
Archäologie. Mit 15 Fig. im Text. (Berichte üb. die

Verhandlgn. der Sächf. Gefellfch. der Wifi*. zu Leipzig, worden ift. — baß der famäritanifche Tempi saf dem Garizzirn^au"

Phil.-hift. Kl. 70. Bd. 1918, 2. Heft.) (VI, 115 S.) gr. 8°.
Leipzig, B. G. Teubner 1918. M. 3.60

Mit unermüdlichem Fleiß fammelt R. die Zeugniffe
über die Vorftellung vom Erdnabel zuerft im .Omphalos'
(Abh. Sächf. Gef. Wiff. XXIX 9; 1913), dann in den .Neuen
Omphalosftudien' (ebd. XXXI 1; 1915) und jetzt im ,Om-
phalosgedanken'. Der neue hier verarbeitete Stoff flammt
in erfter Linie aus Wenfinck: The navel of the earth
(Abh. Akad. Amfterdam NR. XVII 1; 1916), der fich faft
ausfchließlich auf die Weftfemiten befchränkt hat; in
zweiter Linie aus Klameth (Neuteft. Abh. von Meinertz V
1914), der fich befonders mit der mittelalterlichen Uberlieferung
der Golgathalegende befchäftigthat. Dazukommt
drittens eine Abhandjung von Loth: L'omphalos chez les
Celtes (Revue des Ftudes Anciennes XVII 1915) und
viertens eine Mitteilung von Griffith über den Fund
eines Omphalos in Napata (Egyptian Journal of Archaeo-
logie III 4; 1916). Endlich find Rofchers eigene For-
fchungen auf helleniftifchem Gebiete zu nennen. Der
Kritik unterliegt hier nur das femitifche Material, das
etwa die Hälfte der Schrift umfaßt.

Die Zufammenftellung des gefamten Stoffes durch
R. wird jeder Forfcher dankbar begrüßen, wenn auch
Wenfinck durch feine wertvollen Quellenfammlungen
für den Altteftamentler und Semitiften nach wie vor
grundlegend bleibt. Ferner hat fich R. durch die Einordnung
aller Zeugniffe in einen gemeinfamen Rahmen
verdient gemacht, weil er dadurch das Omphalosproblem
wefentlich gefördert hat. Aber abfchließend ift auch
diefe Unterfuchung noch nicht, da vorausfichtlich noch
mancherlei Neues hinzukommen wird und da vor allem
der femitifche Stoff noch einmal kritifch gefichtet und
hiftorifch verarbeitet werden muß. Bei aller Hochachtung
vor der Leiftung R.s ift doch fehr zu bedauern, daß er
fich nicht von einem Altteftamentler beraten ließ, der
ihn gewiß vor manchen Fehlfchlüffen bewahrt hätte, von
Fehlern ganz zu fchweigen.

Ein Jehova' (S. 51) hat es Co wenig gegeben wie ein ,mum-
psimus'. — S. 45 fchreibt R.: ,Die angeführten Zeugniffe der fpätcren
jüdifchen Literatur . . . waren offenbar fchon dem Hieronymus bekannt'.
Offenbar? Zu den .angeführten Zeugniffen' gehört u. a. der Sobar, der
nach der wahrfcheinlichften Annahme im 13. Jahrh. n. Chr. gefchrieben

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