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Ausgabe:

1917 Nr. 4

Spalte:

93

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Loesche, Georg (Hrsg.)

Titel/Untertitel:

Jahrbuch der Gesellschaft für die Geschichte des Protestantismus in Österreich. 36. Jahrg 1917

Rezensent:

Benrath, Karl

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93

Theologifche Literaturzeitung 1917 Nr. 4.

94

dabei efcy>v/ov oder aipv/ov u. a. Intereffant ift nur, daß Theotokis
den Meletios Pegas (16. jahrh.) und den Synodalfchluß von 1691
als Zeugen mit den Kirchenvätern in eine Reihe ftellt.
Hannover. Ph. Meyer.

Jahrbuch der Gefellfchaft für die Gefehichte des Proteftantismus in
Örterreich. Hrsg. v. Dr. Georg Loefche. 36. Jahrg. (XII,
531 S.) gr. 8°. Wien, Manz 1915. M. 9.60

Von dem in Nr. 13 befprochenen Jahrbuch für die Gefehichte
des Proteftantismus in Öfterreich' liegt nunmehr auch
der 36. Jahrgang vor, von ungewöhnlichem Umfange, aber nur
eine Gattung von Beiträgen umfaffend, nämlich Archivalifches ! Schnieber, Pfr. Hans: Zur Verftändigung über den Gemeinde-
im innern Leben der öfterreichifchen Toleranzkirchen | gedanken. Vortrag. (32 S.) 8". Leipzig, A. Strauch 1916.
1781—1861, mitgeteilt von dem langjährigen Hauptherausgeber —^

D. Loefche. Hier fchöpft L. in erfter Linie aus den Akten des I Der Vortrag fetzt fich mit dem Gedanken des Staatskirchen-
Wiener Oberkichenrates, aber auch aus verfchiedenen Pfarrar- ! *ums <der aIs rein gegenfdtzhch empfunden wird), des Landes-

unfere Väter auf dem Wege perfönlichen Erlebens und Erfahrens
Lutheraner wurden, da wurden fie Miffionsmänner' (S. 28) und:
,Wo immer der Fanatismus Mohameds Menfchen zur Einheit
des Glaubens verbindet, da verfchwinden im Grunde die nationalen
Unterfchiede ganz' (S. 39). Taträchlich ging die Miffions-
ftrömung im vorigen Jahrhundert dem wiedererwachenden Kon-
feffionalismus voraus, und nationale Unterfchiede gibt es auch in
der mohamedanifchen Welt genug. — Wohltuend berührt die
feite, zielbewußte Freudigkeit des Zeugniffes.
Frankfurt a. M. W. Bornemann.

chiven, und fügt manches Material als Beilagen in Geitalt von
Vifltationsberichten und Predigten bei. Wer über die äußere Entwicklung
des Kirchenwefens, die gottesdienftlichen Formen, das
Leben der Geiftlichen, das Schulwefen in den Gemeinden, den
Religionsunterricht und das Volksleben in religiösfittlicher Hinficht
Aufklärung fucht, wird folche in reichem Maße in gutgewählten
Auszügen und Darftellungen hier finden.
Königsberg. Benrath.

Braun, Pfr. A.: Die Ziele der modernen Frauenbewegung, vom ge-

fchichtlichen, volkswirtfchaftlichen u. chriltlichen Standpunkte
betrachtet. Mit Begleitwort von Geh. Konf.-Rat Prof. D.
R. Seeberg. (74 S.) 8». Berlin, Trowitzrch & Sohn.

M. 1.40; geb. M. 2—
Eine kenntnisreiche, klare, ruhige Darlegung und Beurteilung
der modernen Frauenbewegung. Der Verfaffer fleht auf
pofitiv-chriftlichem bezw. biblifchem Standpunkt und fucht der
Schrift die Beweife und Beifpiele für feine Ausführungen zu entnehmen
, obwohl er weiß, daß gerade erft die Neuzeit die gewaltigen

kirchentums (der freudig bejaht wird: die Gemeindearbeit verhält
fich zur landeskirchlichen Verfaffung wie die Bauausführung zum
Bauplan), mit freikirchlichen Idealen (denen die Gemeindebewegung
nicht nachjagt; fie fucht aber, was ftaatsfreie Gemeinfchaften
außerhalb der Landeskirche erreichen, in der Landeskirche anzubahnen
und rüftet damit für die Zeit einer etwaigen gewaltfa-
men Zertrümmerung der Landeskirche), mit Gemeinfchaftbewegung
und Innerer Million (die fie als nebenkirchliche Bewegungen
überflüffig zu machen und deren Segenskräfte fie in den gemeindlichen
Organismus einzugliedern fucht) auseinander, tritt für die
Möglichkeit und Heilfamkeit eines Zufammenarbeitens der verfchiedenen
theologischen Richtungen im Sinn des Gemeindegedankens
und für deren Beachtung und Verwirklichung auch in
den kleinen ländlichen Kirchengemeinden ein. — Die Schrift dient
weniger einer ,Verftändigung' über den Gemeindegedanken als
einer Einführung in die Ideale eines begeiflerten Anhängers der
Gemeindebewegung. Was feinen Idealen entgegenfleht, weiß Sehn,
nicht nach feinen innerften Motiven zu würdigen, und die Gleichung
: lebendige Gemeinden im Sinn des Urchriftentums und

fozial-wirtfchaftlichen Änderungen gebracht hat, die der Frauen- | organifiert landeskirchliche Gemeinde wird zu rafch, mit zu gro

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ßer Selbftverflandhchkeit, gezogen. Vertreter der abgelehnten
Standpunkte werden fich deshalb durch die Beweisführung des
Vf. nicht leicht überzeugen laffen; wo fchon Willigkeit ift, auf
den Gemeindegedanken einzugehen, kann Schn's frifche und temperamentvolle
Art fehr wirken.

bewegung zugrunde liegen. Br. ift als ein in den praktifchen
Fragen der Lebensgeftaltung modern denkender Menfch willens,
die Konfequenzen aus diefen Änderungen zu ziehen, und tritt
bei aller Wertung der Mutterfchaft als des höchften Frauenberufs
nicht nur für die ftarke Beteiligung der Frau am Berufsleben

und an den fozialen Beftrebungen ein, fondern ebenfo für den . Halle a S K E

Ausbau der Frauenbildung, die Reform des Familien- und Ehe- I

rechts zugunften der Frau und die Verleihung fonftiger, ihren
Pflichten entfprechender Rechte an die Frauen, mit Einfchluß
des Frauenftimmrechts auf politifchem wie auf kirchlichem Gebiet
. Die einzelnen Fragen werden bei der Fülle des Stoffes
natürlich nur kurz, aber klar durchdacht behandelt.
Berlin-Steglitz. Leopold Zfcharnack.

Bufch Richard: Der Weg des Lebens. (250 S.) 8°. Leipzig, Dürr 1915.

Pappbd. M. 3. 80

Diefes fchöne und warme Buch ftellt in zwölf Abfchnitten
die Gedankenwelt Jefu zumeift im Anfchluß an Joh. Weiß heraus,
um im Geilte etwa von Joh. Müller das Chriftentum zu einem
Erlebnis und nicht nur zu einem Gegenstand des Lernens werden
zu lafTen. Immer wird verfucht, die biblifche Denkart und
Sprache in unfere heutige überzuleiten und von Jefu Geilt aus
Gefichtspunkte für Fragen und Aufgaben der Gegenwart zu finden
Gut wäre es gewefen, wenn ausführlicher darüber gefprochen
worden wäre, wie man folche Erlebniffe anbahnt, wie B. fie als
Ziel hinstellt.

Heidelberg. F. Niebergall.

Ihm eis, Prof. D. Ludwig: Dein Reich komme. Miffions predigten
u. Reden. (119 S.) 8°. Leipzig, Verlag der evang.-luth. Mif-
fion 1915. M- 1-50; geb. M. 2-

Eine Sammlung von 9 Miffionspredigten und Miffionsanfpra-
chen; davon 3 Feftpredigten, eine Epiphanienpredigt, die Eröffnungspredigt
auf dem Kolonialmiffionstage zu Dresden 1911, zwei
Abordnungsreden, eine Anfprache an die fächfifchen Frauenmif-
fionsvereine und eine Rede bei der Taufe eines lfraehtsfchen
Studenten. Bis auf die Epiphanienpredigt find fie alle vor der
Kriegszeit gehalten. Es find faft alles programmatifche Reden,
klar gegliedert und fauber ausgearbeitet, inhaltreich und befon-
nen, ernft und nüchtern, biblifch und akademifch, zum Teil auch
kraftvoll, zum Teil etwas zu reflektierend, nicht gerade leicht und

Mitteilungen.

1. Preisaufgaben der Rubenow-Stiftung von theolo-
fchem Intereffe find:

1. Die Universität Greifswald im Jahrhundert der Aufklärung.

2. Die kirchenpolitifchen und kirchenrechtlichen Anfchauun-
gen des Petrus Damiani zur Zeit König Heinrichs III. und IV.
follen, befonders im Zufammenhange mit den auguftinifchen und
eschatologifchen Zeitanfchauungen, aus feinen Schriften in ihren
Wandlungen dargestellt werden.

Die Einfendung der deutfehgefchriebenen, mit Wahlfpruch
verfehenen Bewerbungsfchriften muß fpäteftens bis zum 1. März
1921 an die Univerfität Greifswald gefchehen. Die Zuerkennung
der Preife erfolgt am 17. Oktober 1921.

Als Preis für jede Aufgabe find 1500 Mark feftgefetzt.
2. Erklärung von 36 Leipziger Profefforen:
Die Erteilung gleicher Rechte an die Abiturienten der humani-
ftifchen Gymnasien, Realgymnasien und Oberrealfchulen hat in
weiten Kreifen zu dem Mißverständnis geführt, als bereiteten diefe
drei Gattungen höherer Schulen in gleich geeigneter Weife auf
fämtliche Studiengebiete vor. Die Folge davon ift, daß in steigendem
Maße auch Abiturienten von Oberrealfchulen und Real-
gymnafien fleh auf der Univerfität geifteswiffenfchaftlichen Fächern
zuwenden, für deren gründliches Studium Kenntnis des La-
teinifchen unentbehrlich, Kenntnis des Griechifchen entweder unentbehrlich
oder doch höchst erwünfeht ist. Der Verfuch einer
nachträglichen Aneignung dierer Kenntniffe führt, wie die Erfahrung
lehrt, in den feltenften Fällen zu befriedigenden Ergebniffen
und vermag vor allem diejenige geistige Schulung nicht zu ersetzen
, die das humaniltifche Gymnasium durch jahrelange Befchäf-
tigung mit den klaffifchen Sprachen und Literaturen anstrebt.
Ohne den Wert der auf Oberrealfchulen und Realgymnasien zu
volkstümlich, fondern fozufagen dickflüffig. Auffallend wenig j erwerbenden Bildung für andere Lebensberufe in Frage zu zie-

wird die Miffionsgefchichte und das Perfönliche verwertet. Ge- | hen, halten wir unterzeichnete Profefforen der Leipziger Uni-
fchichtlich nicht genau find die Sätze: ,Die Miffion felbft ift aus j verfität es für unfere Pflicht, öffentlich folgendes zu erklären:
der Erweckung des vorigen Jahrhunderts heraus geboren. Als | Das humaniltifche Gymnasium gilt uns, abgefehen von feiner