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Ausgabe:

1917

Spalte:

402-404

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Koschaker, Paul

Titel/Untertitel:

Rechtsvergleichende Studien zur Gesetzgebung Hammurapis, Königs von Babylon 1917

Rezensent:

Meissner, Bruno

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Seite 1, Seite 2

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Theologische Literaturzeitung

Begründet von Emil Schürer und Adolf Harnack

Fortgeführt von Professor D. Arthur TitlUS und Professor D. Hermann Schuster

Jährlich 26 Nrn. Verlag: J. C. HinrichsTche Buchhandlung, Leipzig Halbjährlich 10 Mark

, _ . nr^mr^ Manufkripte und gelehrte Mitteilungen find a u s f c h 1 i e ß 1 i c h an _ , ir,.»

42. Jahrg. Nr. 22/23. Proienor D.Titius in Göttingen, Nikolausberger Weg 66, rufenden; 1/. NOVeiTlDer IHl /

° ' Rezenfionsexemplare ausfchließlich an den Verlag.

Salvatoreili, Introduzione Bibliogralica alla
Scienza delle Religioni (Bertholet).

Kofchaker, Rechtsvergleicheiidc Studien zur
GefetzgebunK Hammurapis (Meißner).

Molfen, David als religiöfer und fittlcher
Charakter (Meinhold).

Schulte, Beiträge zur Erklärung und Textkritik
des Buches Tobias (Beer).

Klein, Syrifch-griechifches Wörterbuch zu den
vier kanonifchen Evangelien (I'reufchen).

Di eis, Philodemus über die Götter (Cybulla).
Willburger, Die Konftanzer Bilchölc und

die Glaubenslpaltung (Boffcrt).
Erfurter Lutherbuch 1917 (Titus).
Scheel, Martin Luther 2. Bd. (D erf.)
v. Schubert, Luther u. feine Deutlcben

(Derf.)
Luther, Luther (Derf.)

Graf, Zwingli (Köhler). [tenbufeh).
Kaftan, Philofophic des Proteftantismus (Kat-

Manz, Martin Luther im deutfehen Wort und
Lied (Schulterl.

Luther-Gcift im Weltkriege (Schornbaum).

Feltgabe für Wilhelm Herrmann (Lobftein).

Mutius, Die drei Reiche iNiebergall).

Referate: Steinmetz, Cantate. — Buch-
miiiler, Der Knabe als religiöfe Perfönlich-
keit. — Gros, Lebenswerte aus dem Gebiete
des Wiffens und des Glaubens.

Wichtige Rezcnlionen. — Ncuelte Literatur.

Salvatoreili, Luigi: Introduzione Bibliografica alla Scienza
delle Religioni. [Collezione di Scienza delle Religioni I.]
(XVI, 181 S.) gr. 8°. Roma, G. Quadrotta. L. 5 —

Wenn ich kürzlich (Sp. 233) in der Befprechung des
Werkes von Ascanio Meie über Max Müller als befonders
erfreulich hervorzuheben hatte, daLJ es Recht und Notwendigkeit
der neuen religionswilTenfchaftlichen Forfchung
betone, fo ift das vorliegende Werk ein weiterer Beweis
dafür, mit wieviel Intereffe in gewiffen italienifchen Kreifen
die religionsgefchichtliche Arbeit der Gegenwart verfolgt
wird, und wie es auch auf diefem Boden nicht an felb-
ftändigen Förderungen derfelben fehlt, was übrigens z. B.
dem Kenner von Jordans ,The Study of Religion in the
Italian Universities' (1909) nicht überrafchend kommt. Unter
den von Salvatoreili aufgezählten Werken begegnet man
einer ganzen Reihe italienifcher. Man bekommt freilich
auch die Schwierigkeiten zu ahnen, mit denen ihre Verfaffer
zu kämpfen haben, wenn man lieft, wie die beiden unter
dem Einfluß des Modernismus ins Leben getretenen
religionswiffenfchaftlichen Zeitfchriften, die Studi religiosi
von Salvatore Minocchi (1901 —1907) und die Rivista
storico-critica delle scienze theologiche von G. Bonac-
corsi (1905—1910), nach wenigJahren eingingen: ,ambedue
le riviste cercarono, invano, di far della scienza d'aecordo
coll'autoritä ecclesiastica' (S. 13)!

Arbeiten über religionsgefchichtlich bedeutfame Zahlen, die
in § 64 (,sul valore religioso clel numero') zu nennen gewefen
wären, oder (zui;72)J. Capart's feine Studie, Le Totemis-
me,i905 (aus den Annales de laSociete beige de Sociologie)
u. a., ift entfchuldbar. Mehr vermiffe ich, daß in diefe
Bibliographie nicht wenigftens die wichtigften Ausgaben
der primären Religionsquellen noch die hauptfächlich-
ften Darftellungen der einzelnen Religionen Aufnahme
gefunden haben. Auch über die religionspfychologifche
Arbeit, vor allem eines James, wäre zu berichten gewefen.
Allerdings wäre der Umfang des Buches dadurch erheblich
gewachfen. Das hätte aber einigermaßen wieder
aufgewogen werden können durch eine ftraffere Darfteilung
, die fich m. E. durch eine glücklichere Dispofi-
tion des Ganzen hätte erzielen laffen. Der Verfaffer teilt
fein Werk in die 5 Teile: I) Opere interessanti la scienza
delle religioni, di carattere generale, 2) opere concernenti
la storia della detta scienza, 3) opere di teoria e meto-
dologia della scienza delle religioni, 4) opere di fenome-
nologia religiosa, 5) opere concernenti la storia della
religione (vgl. S. 4 f.). Diefe Teilung führt zu gewiffen un-
liebfamen Wiederholungen, wie fie fich notwendig daraus
ergeben, daß fie den Verfaffer veranlaßt, von gleichen
Dingen in verfchiedenen Zufammenhängen zu reden.
Zugleich wird dadurch Zufammengehöriges zum Teil
auseinandergezogen: z.B. handelt § 72 (S. 107—113) von

Mit feiner Bibliographie ftellt fich der Verfaffer felber Totemismus; von Totemismus aber auch § 96 (S. 142 f.).
das befte Zeugnis aus. Sein Buch ift mehr, als was der Es bedarf fchon des Sachregifters, um das Getrennte zur
Titel erwarten laffen möchte. Was er bietet, befchränkt Einheit zu verknüpfen. Warum übrigens fehlt in diefem
fich nämlich nicht auf dürre bibliographifche Aufzählungen, j Regifter unter Totemismus der Hinweis gerade auf die
vielmehr orientiert er über den Inhalt der angeführten '. beiden genannten Paragraphen?

Werke in einer Weife, die unmittelbar in die darin behandelten
Probleme und die verfchiedenartigen Richtungen
ihrer Löfungsverfuche hineinführt. So gelingt es
ihm in der Tat, .über den gegenwärtigen Stand der Wif-
fenfehaft einen Überblick zu geben, aus dem nicht nur,

wer fich erftmalig in das weitverzweigte Gebiet religions- j Kolchaker, Prof. Dr. Paul: Rechtsvergleichende Studien zur Ge

Aber auch fo empfiehlt fich das Buch zu fleißiger
Benutzung.

Göttingen. A. Bertholet.

vviffenfehaftlicher Forfchung will einführen laffen, reich
liehen Nutzen zu ziehen vermag. Des Verfaffers hervorragende
Belefenheit in der geiamten einfehlägigen Literatur
dürfte auch den, der fich in ihr einigermaßen
auskennt, auf allerhand Unbekanntes bringen. Daß ihm
umgekehrt doch das eine oder andere entgangen ift, wie
z. B. die aus Vorträgen anerkannter Autoritäten hervorgegangene
Zufammenftellung .Religious Syftems of the
World' London 1901, oder J. A. MacCulloch, Religion,

fetzgebung Hammurapis, Königs v. Babylon. (XVII, 244 S.j
gr. 8°. Leipzig, Veit & Comp. 1917. M.9—; geb.M. 11.50

Hammurapis Gefetzbuch ift dank der internationalen
Zufammenarbeit vieler Gelehrter gewiß in den meiften
wefentlichen Punkten richtig erklärt, und über faft alle
ftrittigen Dinge ift eine Einigung erzielt worden. Trotzdem
bleibt die Interpretation mancher Paragraphen noch
unficher. Daher ift es mit Freuden zu begrüßen, daß

its origin and forms 1904, oder P. Wurms Handbuch hier ein Jurift, der fich aber auch das zu diefer Aufgabe
der Religionsgefchichte, 2. Aufl. 1908, oder Rofchers | notwendige philologifche Rüftzeug vollkommen zu eigen