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Ausgabe:

1917 Nr. 1

Spalte:

349

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Schwarz, Adolf

Titel/Untertitel:

Die hermeneutische Quantitätsrelation in der talmudischen Literatur 1917

Rezensent:

Bischoff, Erich

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Seite 1

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349

Theologifche Literaturzeitung 1917 Nr. 16/17.

Referate. fener ift, als es bei P. den Anfchein gew inn:; es fehlt nicht einmal

. . . . D ... . „ . , 1 an direkt irriger Interpretation. Ähnliches gilt von der Analyfe

Pifchei, Richard: Leben und Lehre des Buddha. 3. Aufl., durch- j de]. biblifchen Ideen> wo Ps Fühlung m„ d6er wlffenfchaftlichen

gef. v. H. Lüders. Mit 1 Titelbild u. 1 Tafel. (Aus Natur
u. Geilteswelt, 109. Bdchn.) (VI, 122 S.) kl. 8". Leipzig, B. G.
Teubner 1917. M. 1.20; geb. M. 1.50

Die 1. Auflage hat Wurm 1907, Sp. 101 angezeigt. Inzwifchen

Arbeit unzureichend ift. Und doch handelt es (Ich hier in ge-
wifTer Weife um den Angelpunkt der ganzen Arbeit. Denn in
der meffianifchen Erwartung, die das junge Chriftentum aus dem
Judentum herübernimmt, brodeln politifche und religiöfe Elemente

ift 1910 eine zweite und jetzt die dritte Auflage erfchienen, beide , durcheinander. Auch hlnfichtlich der Friedensidee befteht feit
von H. Lüders beforgt. Diefer bemerkt in der Vorrede zur 2. ; der Renaiffance die gefchichtliche Entwicklung darin, daß fie aus
Auflage, daß P.'s neue und originelle Anfchauungen z. T. Wider-
fpruch erfahren haben, und daß auch er felbft über einzelne

der Sphäre des Jenfeits und der Kirche wieder gelöft, auf das
weltbürgerliche, politifch-ethifche Gebiet übertragen und zur Leit-

Fragen, z. B. die Einfehätzung der buddhiftifchen Maitri, an- ;dee des Handelns erhoben wird. Von hier aus betrachtet, ge-

derer Anficht fei; er habe fich aber grundfätzlich auf die Ver-
beflerung einiger kleiner tatfächlicher Verfehen befchränkt. Indes
die fchon von Wurm gerügte falfche Zahlenangabe, 510 Millionen
Buddhiften und 327 Millionen Chriften (S. 5), ift nicht berichtigt
.

Hannover-Kleefeld. Schuft er.

Schwarz, Rekt. Prof. Dr. Adolf: Die hermeneutifche Quantitätsrelation
in der talmudifchen Literatur. (In: 23. Jahresbericht
der ifr.-theol. Lehranft. in Wien f. 1915 16.) (271 S.) gr. 8".

winnt die Entwicklung mehr Kontinuität und innere Konfequenz,
als ihr P. beizulegen vermag.
Göttingen. Titius.

Mitteilung.

8. Die Verhandlungen des (26.) e vange lifch-fozia le n
Kongreffes, der am 12. April d. J. in Berlin eine Kriegstagung
abhielt, find foeben bei Vandenhoeck und Ruprecht im Druck erfchienen
(96 S. 2 M). Sie dürfen dies Mal auf befonders ftarke
Wien 1916. I Anteilnahme auch bei Nichtmitgliedern rechnen. Titius redet

Mit einem Aufwände in alle Weite und Breite gehender Fach- | machtvoll über die gegenwärtige (durch den Krieg erweckte)

Krife von Kultur und Chriftentum, die Spannung voll her-
ausftellend und doch Wege zur Löfung vorfichtig weifend (Dis-
kuffion). Pfarrer Dr. Koch: Stadt und Land, Stadtrat a. D.
Dr. Luther: Erzeuger, Händler, Verbraucher, bieten mit
ihren ungemein klaien, maßvollen und deshalb überzeugenden
Darlegungen wertvolle Beiträge zur Sozialpfychologie und Sozialethik
(keine Diskuffion). Der Vortrag über Stadt und Land ift
auch für 50 Pf. gefondert zu haben.
Hannover-Kleefeld. Schufter.

gelehrfamkeit und einem wahren Trommelfeuer rätfelhaftefter
Fremdwörter (fynechefifche Quantitätsrelation, apochoriftifche
Quantitätsrelation, ufw. ins Taufendfache) befpricht der Verf. die
auf die Rabbinen Hillel und Ismael zurückgeführten Schrifterklärungsregeln
(Middöth), welche das Verhältnis des Allgemeinen
und Befonderen in verfchiedener Verfchränkung zum Gegenftande
haben, und kommt nach langen Umfchweifen zu dem vorauszu-
fehenden Ergebnis, daß Hillel nur die fieben feinen Namen tragenden
Regeln gekannt hat, und daß von den 13 Regeln Ismaels fich fechs
teils aus jenen, teils felbftändig entwickelt haben; die Entftehung
einer weiteren fetzt er ins 3. Jahrzehnt des 2. Jahrhunderts n. Chr.
Dazu find 268 Seiten nötig — ein Beweis, daß man 1916 in Wien
noch viel Papier und ftellenweife viel Zeit hatte.

Leipzig. E. Bifchoff.

KUnftlinger, Dr. David: Die Petichot des Midrafch rabba zu Gene-
fis. (51 S.) gr. 8°. Krakau, Selbftverlag 1914. M. 2

Wichtige Rezenfionen.

Von Prof. Lic. Paul Pape in Berlin W. 57, Manfteinftr. 10.

ßezügl. Hinweise auf Sendungen sind jederzeit erwünscht.

Baumftark: Die modeftian. u. konflantin. Bauten am Hl. Grabe in
Jerufalem (BiblZ 1916, 2; v. MLöhr: DtfchLtz 1916, 19; v. Lüdtke:

Dasfelbe zu Leviticus. ,38 S.),8». Ebd. 1913 M. 1.50 Bauer: -Ge^

Baden (v. HJordan: 1 hGgw 1916,4; v. HMulert: DtfchLtz 1916,22;
v. OBaumgartcn: IivgFreih 1917, 1).
— Über d. Vorgefch. d. Union in Baden (v. HJordan: ThGgw
1916, 4; v. BBeß: ZKgefch 36, 34, 1916; v. HMulert: DtfchLtz
1916, 22).

Baeumker: Das Incvitabile d. Honorius Auguftodunenfis (v. CGrun-
wald: ThRev 1915, 17/18; v. IAEndres: LtZtrbl igie, 25; v. Tordan-
ThLtber 1915, 11).

Die Pethichoth (,Eröffnungen' oder ,Eingänge') find einleitende
Stücke zu einzelnen Midrafch-Abfchnitten. Sie fuchen in der
Regel einen der dort der Reihe nach behandelten Bibelverfe
oder Verskomplexe durch mehr oder minder gewaltfame Heranziehung
eines Verfes oder Verskomplexes aus einem anderen
biblifchen Buche vorgreifend auszudeuten. Der Verf. ift nun
beftrebt, die ,reinen' Pethichoth teils von den in den Handfchriften

fälfchlich als folche bezeichneten ebenfo die natürlichen' von : Bayer: ifidors von Pelufium klaff. Bildung ,'v. GRaufchen- DtfchLtz
den ,kunftiichen' Pethichoth zu fcheiden, teils fie von dem f. E. , IQI6, 42; v. Jordan: ThLtber 1916, l; v. Tegel- ArchGefchPhil 20

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im Laufe der Zeit an fie angefetzten Beiwerke zu fäubern und
kritifch wiederherzuftellen. Seine unendlich fleißige Einzelzer-
faferung der Beftandteile, Motive ufw. würde aber m. E. erft
dann die volle Grundlage haben, wenn er zuvor einen kritifchen

i, 1916).

Becker: Die Religion in Vergangenheit u. Zukunft (v. FSawicki: ThRev
1916, 19/20; v. Zänker: ThLtber 1916, 2; v. EHerr: LtZtrbl
1916, 46; v. Becker: Kantftud 1916, 23).

Text hergeftellt hätte, worauf er aber grundfätzlich verzichtet, da I Beer: Hebr. Grammatik (BiblZ 1916, 1; 1917, 3; v. FWilke: ThGgw

allerdings diefe Vorarbeit noch mühfeliger wäre.
Leipzig. E. Bifchoff.

Prutz, Geh. Reg.-Rat Prof. Hans: Die Friedensidee. Ihr Urfprung,
anfänglicher Sinn u. allmählicher Wandel. (231 S.) 8". München
, Duncker & Humblot 1917. Geb. M. 3 —
Prutz führt die Gefchichte der Friedensidee bis auf Kant.
Was er anhangsweife über Wilfon fagt, ift weniger Orientierung
als Urteil. Das Ganze zeigt den gefchulten Hiftoriker: Vater der
modernen, ethifch-politirchen Freiheitsidee ift Jean Bodin (S. 86—
107), ihre Ausgeftaltung verdankt fie Kant, der die praktifchen
Möglichkeiten zur Annäherung an den Friedenszuftand ernftlich
prüft. Dem urfprünglichen wie dem mittelalterlichen Chriftentum,
auch der Reformation ift die Idee der Aufrichtung eines allgemeinen
und dauernden Friedens fremd; erft bei William Penn
begegnet eine unklare Vermifchung politifcher und religiöfer
Motive. Am interelfanteften ift das Kapitel über die mittelalterlichen
Friedensbeftrebungen (18—61), wo P. erfichtlich ganz aus
dem Eigenen fchöpft: Heinrich III., Jeanne d'Arc, Pius II. treten
plaftifch heraus und werden in ihren Motiven verftändlich. Auch
Heinrichs IV. von Frankreich angeblicher ,großer Plan' und feine
Wiederaufnahme durch den Abt von St. Pierre werden fcharf
analyfiert. Weniger befriedigt die Darfteilung Luthers, der zwar
ficher ein ganz unpolitifcher Kopf ift und nicht feiten unficher
taftet, aber in feiner Grundanfchauung einheitlicher und gefchlof-

1916, 5; v. WCaspari: DtfchLtz 1916, 38; v. König: ThLtber
1916, 5).

Belfer: Abriß d. Lebens Jefu (ThLtbl 1916, 8; v. HPoggel: ThGlb
1916, 4; BiblZ 1916, 2; v. JFelten: DtfchLtz 1916, 42; v. Kögel:
ThLtber 1916, 7; v. HWindifch: ThRdfch 1917, 1/2).

Berg: Gero, Erzbifch. v. Köln (v. AMKoeniger: ThRev 1915, 11/12;
v. Hora: AllgLtbl 1916, 7/8; v. KBihlmeyer: ThQuartfch 1916, 4).

Berger: Die rel. Kulte d. franzöf. Revolution (v. WHerfe: MttlgHift-
Lit 1916, 3; v. ASchnütgen: ThRev 1916, n/12; v. Dietterle: ZKgefch
36. 3/4, 1916).

Bergmann: Die Täuferbewegg. i. Kanton Zürich (SchwzThZ 1916, 4;
v. ABaur: DtfchLtz 1916, 40; v. NPaulus: ThRev 1916, 19 20- v.
HGelzer: ThLtbl 1917, 10).

Bertholet: Die ifrael. Vorftellungen v. Zuftand nach d. Tode (v. W
Bouffet: ThRdfch 1915, 4; v. WNowack: ibid. 1915, 7; v. FWilke:
ThGgw 1915, 5; v. JHerrmann: LtZtrbl 1916, 20).

Beth: Die Wunder Jefu (v. J: AlteGlb 17, 14, 1915; v. Jordan: ThLtber
1916, 3; v. HWindifch: ThRdfch 1916, 1/2).

Bihlmeyer: Die fyrifchen Kaifer in Rom u. d. Chriftentum (v. CWey-
mann: Hiftjb 1916, 2/3; v. VSchultze: ThLtbl 1916, 17; v.JWittig:
TRev 1916, 19/20; v. Kropatfcheck: ThLtber 1916, 8; v. GKr: LtZtrbl
1916, 36; v. JStiglmayr: ZKathTh 1916, 3; v. HJordan: DtfchLtz
1917, 3; v. GGrützmacher: ThGgw 1917, 3).

Birt: Was heißt .Liebet Eure Feinde'? (v. Zänker: ThLtber 1915,10;
EvgKzOfterr 1916, 5; v. JMeinhold: DtfchLtbl 1916, 18).

Boehm: Die Gottesidee b. Ariftoteles (v. Lauerer: ThLtbl 1916, 10;
v. ERolfes: ThRev 1916, 17/18; v. Kowalewski: ThLtber 1916, 6;
v. AGorland: DtfchLtz 1917, 8).