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Ausgabe:

1916

Spalte:

2-3

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Volz, Paul

Titel/Untertitel:

Die biblischen Altertümer 1916

Rezensent:

Nowack, Wilhelm

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Seite 1, Seite 2

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Theologische Literaturzeitung

Begründet von Emil Schürer und Adolf Harnack
Fortgeführt von Professor D. Arthur Titius und Professor Lic. Hermann Schuster

Jährlich 26 Nm. Verlag: J. C. Hinrichs'fche Buchhandlung, Leipzig Halbjährlich 10 Mark

Manufkripte und gelehrte Mitteilungen find ausfchließlichan irtr
AI Tahr-eT Nr 1 Profefior D. Titius in Gottingen, Nikolausberger Weg 66, zu fenden. ö. JailUar 1916

-xx. uaiu5. x»x. x Rezenfionsexemplare ausfchließlich an den Verlag.

Blinkenberg, Die Lindifche Tempelchronik
(Cybulla).

Volz, Die biblifchen Altertümer (Nowack).
Deuffen, Die Philofophie der Bibel (Steinmann
).

Koch, Fortolkning til Paulus' andet Brev til

Korinthierne (Schmidt).
Eberlein, Kaifer Mark Aurel und die Chriflen

(Koch).

Ephraem, opera. Ed. Mercati. Tom. I. Fasel.
(Diettrich).

Kybal, Die Ordensregeln des heiligen Franz v.
Affiii u. die urlprüngliche VerfalTung des
Minoritenordens (I.empp).

Hildebrandt, Michelangelo (Stuhlfauth).

Haentjes, Remonstrantsche en Calvinistische
Dogmatiek (W. Köhler).

Fleifch.Die moderne Gemeinfchaftsbewegung
in Deutfchland. 3. Aufl. 2. Bd. 1. TL (Loofs).

Dilthey's gefammelte Schriften. 2. Bd.
(Troeltfch).

Kaftan, Unterricht im Chriftentum (Lobfteinj.

Bainvel, De vera religione et Apologetica
(Thimme).

Lange, Vom Religionsunterrichte, der zu Herzen
geht (Schufter).

Scharnagl, Bayerifches Staatskirchenrecht
(Sehling).

Referate: Voten u. Kaulen, Kurze Anleitung
zum Erlernen der hebräifchen Sprache. —
Knopf, Ausgewählte Märtyrerakten. — We-
fterius, Das Seligkeitsftreben in der kan-
tifchen u. thomiftifchen Ethik. —Schäfer,
Leitläden der inneren Miffion. — Page,
Evangelifche Jugendpflege. — Voß, Der
Gottesdienft als liturgifche Einheit.

Nachtrag zu 1915, Sp. 508.

Mitteilung: (1) Das Hethitifche eine indo-
germanifche Sprache?

Wichtige Rezenfionen. — Neuefte Literatur.

Blinkenberg, Chr.: Die Lindifche Tempelchronik. Neu bearb. Volz, Prof. Dr. Paul: Die biblifchen Altertümer. (VIII, 556 S.

v. B. (Kleine Texte f. Vorlefungen u. Übungen. 131.)
(59 S.) 8». Bonn, A. Marcus & E. Weber 1915. M. 1.50

Von der im Jahre 1904 bei den dänifchen Ausgrabungen
in der Stadt Lindos auf Rhodos gefundenen Infchrift
, die Blinkenberg zuerft im Bulletin de l'academie
royale des sciences et des lettres de Danemark 1912

' __ . . - ...... 1 /-II TT 1

m. 97 Abbildgn. u. 32 Taf.) gr. 8°. Calw u. Stuttgart,
Vereinsbuchhandlung 1914. M. 6—; geb. M. 7—;

in Halbfrz. M. 8 —

Volz' Arbeit ift die Fortfetzung der im gleichen
Verlag in heben Auflagen erfchienenen biblifchen Altertümer
, von denen die vier letzten von Pfarrer Kinzler

veröffentlicht hat liegt jetzt von demfelben Herausgeber j bearbeitet wurden. Es ift ein erfreulicher Beweis für das
lin* Anso-abe in' usum scholarum vor, für die wir ihm I zunehmende Verftändnis auch der konfervativer gerich-
^ iLnke vemfllhtet find. Denn diefe Infchrift ; teten Kreife für die Bedeutung der kntifchen Arbeit und
o-ehört zu den bedeutendften und intereffanteften Funden ; für die auch hier ftch durchfetzende Erkenntnis der Not-
der letzten Jahre, war jedoch in der bisherigen Ausgabe , wendigkeit umzulernen.

rXv^r TuÄneMch Die neue Ausgabe aber kann bell Aus diefen Erwägungen heraus hat wohl der■verdiente
derTdStilkek ihres Kommentars, der dabei fehr be- Verf. der letzten Auflagen gewünfeht diefe Arbeit auf
quem zu benutzen ift, gewöhnlichen Anfprüchen vollauf jüngere Schultern zu legen. Das von Volz verfaßte Vor-
Sen Für den Text find die Vorfchläge der Rezen- : wort redet freilich nur davon, daß die: Ausgrabungen
fei tet der erften Ausgabe gewiffenhaft benutzt, außerdem und Entdeckungen im Orient «ne gründliche Umarb^
auch du^ des Steines manches gewonnen, ! erforderten. Das Buch felbft laßt aber keinen Zweftel

fodaß der T«t diefcr Ausgabe gegenüber dem der erften darüber daß viel emfchneidender als die Ergebn.ffe der
lodalä der lexi ,.. g 8 s Ausgrabungen für die Neubearbeitung die Refultate der

einen hortfchritt daritellt. kritifchen Arbeit der letzten Jahrzehnte find, was V. auch

Der vom Herausgeber gewählte Name entipricht nient ^ den A.ufcählungen der Religionsftufen andeutet, wenn
ganz dem Inhalt der Infchrift, da nicht eigentlich eine er hinter die prophetifche die gefetzliche fetzt, die eine
Chronik des Athenatempels gegeben dt, als Volmern ein Vermittlung zwifchen prophetifchem Geift und Volk dar-
Verzeichnis der Weihgefchenke von mythilciier ms m ; fteUt; hier kommt kUu. der Grundgedanke der Reuß-
helleniftifche Zeit, angefertigt von Timachidas im Auraage ; Graf-WellhaufenTchen Anfchauung von der Entwicklung
der Volksverfammlung von Lindos im Jahre 99 vor^Q""u' der israelitifchen Religion zur Anerkennung. Es hätte
demfelbenTimachidas, der uns alsrhodilcherLria naiJKcr | viellekht zuf Klärung und Gefundung beitragen können,

wenn gerade diefe Tatfache durch einen Vertreter der
altteftamentlichen Wiffenfchaft ausgefprochen wäre.

Die Darfteilung des Stoffs verläuft in zwei Teilen:
Der erfte handelt von Gottesdienft und religiöfem Leben
in Israel, der zweite von den häuslichen, gefellfchaftlichen
und ftaatlichen Zuftänden der Israeliten. In klarer und
für den Laien verftändlicher Weife zeichnet V. auf Grund
gefchichtlichen Verftändniffes unferer Quellen und der Er-
gebniffe der Ausgrabungen ein Bild des israelitifchen
Lebens nach feinen verfchiedenen Seiten. Dem Zweck
des Buches entfprechend ift der wiffenfehaftliche Ballaft,
fowohl was altteftamentliche Quellenkritik wie religions-
gefchichtliche Parallelen betrifft, faft völlig bei Seite ge-
laffen. Man wird es auch durchaus billigen müffen, daß
das Urteil des Verf.s außerordentlich vorfichtig und zurückhaltend
ift, bisweilen mehr als dem Ref. nötig fcheinen
will, nur da ift diefe Zurückhaltung öfter unterblieben, wo

bekannt war und deffen Fragmente im Anhange diefer
Ausgabe gefammelt find. Diefer Volksbefchluß bildet
den Anfang der Infchrift in der ganzen Breite des Steines,
es folgen in 3 Kolumnen die Weihungen in annähernd
chronologifcher Folge von Lindos, dem fagenhaften Gründer
der Stadt, bis auf König Philipp III., ftets mit genauer
Befchreibung des Gegenftandes und Angaben der
Widmung. Nicht alle Weihgefchenke find noch zur Zeit
der Abfaffung diefes Verzeichniffes vorhanden gewefen,
alles vor dem Jahre 330 Geweihte ift bei einem Tempelbrande
verloren gegangen. Seine Angaben belegt Timachidas
jedesmal durch Zitate aus der Literatur und dem
Stadtarchiv. Den Befchluß machen Berichte über Er-
fcheinungen der Göttin, von denen drei zum größten
Teile lesbar find, von dem vierten aber nur noch die
Lberfchrift vorhanden ift.

Königsberg i. Pr. Kurt Cybulla.