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Ausgabe:

1915

Spalte:

421-422

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Felscher, Kurt

Titel/Untertitel:

Die Bibel im Religionsunterricht höherer Schulen 1915

Rezensent:

Schuster, Hermann

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Seite 1

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pifcher moderner Bauwerke und überall durchfichtige Ausführung , begrüßen, weil fo manches in der jetzigen Anordnung fich fchwer
mit nicht zu langem Text, der auch in den gefchichtlichen Partien in den Verlauf des Religionsunterrichts einordnet'. Da er aber
(vergl. bef. Kap. 20 über die Bauftile der verfchiedenen Epochen, den Eintritt diefer Reform nicht abfehen kann, hält er fich an
Kap. 11 über die Stellung der Kanzel) eine vorzügliche Orien- die beftehenden Lehrpläne, wie mir fcheint enger als nötig. Was

tierung bekundet. Was fonft in fröhlichem Wetteifer auf kirch- er innerhalb diefer Schranken bietet, ift recht beachtenswert z.B.
liehen Vortragskurfen laut oder durch Monographien erläutert die Schilderung des Unterrichts im Alten Teftament in U. III und
wird, findet fich hier in vorzüglicher Abwägung und auf der U. II.

Grundlage einer jahrelangen praktifchen Erfahrung auf Verhältnis- Hannover. Schufter.
mäßig knappem Räume vereinigt, mit der befonderen Abzweckung,

die rechte Grenzlinie zwifchen den Wirkungsfeldern des Bau- Storfer, A. J.: Marias jungfräuliche Mutterfchaft. Ein völker-

künftlers und des Geiftlichen zu ziehen, dergeftalt, daß dierem pfychologifches Fragment über Sexualfymbolik. (Neue Studien

und der Gemeinde unter beratender Mitwirkung des Baukünftlers ' tur Gefchichte des menfehlichen Gefchlechtslebens. 1. Bd.)

das Bauprogramm zufällt, letzterem aber für die künftlerifche j (V, 204 S. m. Abbtldgn.) 8". Berlin, H. Barsdorf 1914. M. 5-;

Formgebung im ganzen und einzelnen (bis zu den Paramenten) geb. M. 6 —

freie Bahn zu laffen ift. Auch ein praktifcher Ratgeber für den ' Verf. deutet auf dem Weg der Pfychoanalyfe den Mythus

Gefchäftsgang vor und nach dem Kirchenbau ift beigegeben. von der jungfräulichen Mutterfchaft Marias als ein Symbol für

Betheln (Hann.). E. Hennecke. den in der Volkerkindheit beftehenden Hetärismus und für den

'' „. , . . „ . Kommunismus im weiteren Sinn überhaupt. Das Chriftentum ift

Aus der Werkrtatt des M.rr.onars Vortrage, Anfprachen u Predigten urf rünglich eine kommuniftifche Reaktion die „ch em_

t* » t a"f™Smu uUdT ^^^'^qn8 1 ?r «^"LHr wickelnde Percha.ifche Gefellfchaftsordnng. Als aber die pa-

18.-22. April 1913 in Halle a S geh. (X, 319 S.) gr.8«. Berlin- triarchaHfche Ordnung den Sieg davontrug, entftand als Sieges-

Lichterfelde(1913). Bafel, Bafler Mrffionsbuchhandlung. M. L50 wunfch der UnterHege„den der8Marienmythüs, der die Bedeutung

Den vortrefflichen Kern diefer Veröffentlichung bi den die des Vaters nerabfetzt; indem er unter ^ Bj]d' der MuKcne*

anregenden, mitten in die Praxis hineinfuhrenden, freilich nur Mufter die netarifche Entwicklungsperiode der Völker darftellt

fkizzenhaften Vorträge der miffionarifchen Fachmänner: der Bei- Den ßeweis fucnt Verf_ zu ffih indem er aug dem •

trag desMiffionars zur wirtfchafthchen Kulturarbeit (Hennig-Herrn- nus die einzelnen Vorgänge und Begriffe herausnimmt und

hut); wie wir Kaufleute mit den M.ffionaren zufammenarbeiten aug def ubH Volksmythologie, wie aus der Freudfchen Traum-

(Sarafin-Bafel); wie unfere Miffionsftat.on die heidnifche Umgebung fc zg. daß a,)e djefe ß jffe urrprünglicn Sexualfymbole

beeinflußte (Frau Millionär Irle-Deutfch-Sudweftafrika); wie die nnd ßs b,eibt auf diefe Weife freiIich kein einzi Wort'ÜDrjg

Mirfion ein Negervolk zur Arbeit erzog (Finke-Bethel); wie wachft das nicht im fexualfymbolirchen Sinne gedeutet wird; die Facke

der Miffionar in Sprache, Sitte und Vorftellungswelt feines Volkes und dje gtu def Schlei die Lilie6Stab Schlange, Zunge

hinein (Prof. Meinhof); wie fich mir im Verkehr mit den Em- felbft dag Rreuz |fl em Sexualf bol. ^ der M^ « '

geborenen ihre religiöfeAnrchauungswelterfchloffenh^ fexuel,e Bedeutung nat> geht wohl fchon aus feinem manj.

Hamburg); wie ich den ind.fchen Frauen nahe kam (Schwerter feften t heryor Daß gf de Bedeut „ d e

A. Lukas von der Hindumiffion am Ganges); wie ich denT.betern unterlegen will, ift auch dann noch nicht bewiefen

ein Tibeter zu werden verfuchte (Dr Franke-Niesky); der M. fionar wenn man ^ «,e Sexualdeutu die hier mif Hufe ^

be, der Verkündigung (Simon-Bethel); wie ich den gebildeten intereffanter Daten aus def Mythologie und Ethnographie

Chinefen das Evangelium verkündigte (Genahr-Hongkong); wie w anerkennt. grapft,e

die Bibelüberfetzung aus der Heidenpredigt herauswachft (Roehl- 6 Qbemmtz w

Ruanda); wie der Papua die Verkündigung aufnahm (Hofmann, ' Weber.

früher Neuguinea); ärztliche Tätigkeit in der Miffion (Dr. Olpp- , -—--

Tübingen); die englifch-amerikanifche miffionsärztliche Arbeit

und unfere deutfehe '(Dr. Feldmann-Eckhardtsheim); eine vor- Wichtige Rezenlionen.

bildliche deutfehe miffionsärztliche Station (Dr. Eich-Tungkun); Von Prof. Lic. Paul Pape in Berlin W. s.7 Manfteinftr in

im Kampf der Todesnot in Süd-Mahratta (Dr. Zerweck-Bettigeri); ^ Vl

die miffionarifche Schularbeit (Frohmeyer-Bafel); Bilder aus der BauSL HMweiß und Sendungen find jederzeit erwün/cht.

indifchen Volksfchule (Roterberg-Friedenau); die Religion unter 1 Jaftrow: Hebrew and Babylon, traditions (v. JRSampey: RevExpos

den japanifchen Studenten (ftud. Komo-Japanj; das Schulproblem I9I4> 3; v- ™: LtZtrbl 1914, 46; v. GABarton: AmerJournTh

in China (Pettus-Shanghai); Aufbau und Pflege der heidenchrift- 1 T1IOI4' 3)-

liehen Gemeinde (Trittel vitz-Bethel); welche Aufgaben fallen den , ^^^jZtl^^, ^^tfv^ef ^

eingeborenen Gehilfen bei der Pflege der Gemeinden zu (D. J. Eyjs IO'I5 |€jy,J y 4' Z5' zo' vvuearver. Rev-

Warneck-Bethel); wie ich meine Alterten zur Mitarbeit in der iirku: Materialien z. Volksreligion Ifracls (v. FM: LtZtrbl 1914 46- v

Gemeinde erzog 1 Lutfchewitz-Tfimo); Kirchenzucht und Kirchen- GCAalders: GerefT nTijdsch 1915, maart; v. WCaspari: ThLtbi

Ordnung in der heidenchriftlichen Gemeinde (Weishaupt-Leipzig). 1915. »)•

Man verlieht es daß diefe Themata, von Sachkundigen ebenfo Kaajan: De Pro-acta der Doordtsche synode (v. HMv.Nes: ThLtbi

frifch wie nüchte'rn behandelt, das zahlreiche Publikum durchweg ,QI4> i«i »■ OClemen: ZKgefch 1914, 4; v. LKnapperf. ThTijdsch

gefeffelt haben, und kann diefen Vorträgen nur den Erfolg wünfehen, '915, 3)- rwcwi* „

daß möglichft viele Studenten fich in die MiTfionswiffenfchaft ein-

arbeiten und manche auch in den Dienft der Miffion eintreten. ; RevBibl 1914, 3) 8 94

Die übrigen im Wortlaut mitgeteilten Anfprachen, Reden und Kaulen: Einle'itg. in d. Hl. Schrift A. u. N. Teft. (v. GCAalders:

Predigten find fehr ungleich an Inhalt und Wert; ich habe mir GerefThTijdsch 1914, janv; v. ASchulte: ThRev 1914, 10; v. Hadorn -

wenigftens meinerfeits doch auch manche Fragezeichen dabei er- ThLtber 1914, 1).

laubt und hoffe daß unfere Studenten auch bei rechter Begeifterung Keppler: Unferes Herren Troft (v. Büchfei: ThLtbi 1914, 17; v.

fich die nötigeUnbefangenheitzumfelbftändigengründlichenPrüfen »fffer:. ThDL.tber "9M. 4! r. Belser: ThQuartfch t9i4, 3).

, 6 . * nrtoiiAn hAwahren Kittel: Die Pfalmen (v. EKomg: LtZtrbl 1914, 31; v. JHerrmann:

und eigenem, gereentem uuenc. — Rnrn(.mann ThLtbi ,9,4, 24; 26; v. GBeer: ThRdfeh 19,4,' 10; v. Rießler: Th-

Frankfurt a. M. w- Bornemann. Quartfeh 1914, 4).

Feircher Ob-Lehr Kurt: Die Bibel im Religions-Unterricht höherer Kn°pf: Problem d. Paulusforfchg. (v. MGoguel: AnnBiblTh 1914, 6;

Schulen (VI 63 S) er 8" Leipzig, Quelle & Meyer 1914. Am"JournTh '9'4, 3; v. Kühl: ThLtbi 1915, 5)-

»cnuien. (VI, DA i>.) gr. 0. Leipzig, v M _ 80 Knud.S011: The Beacon lights of prophecy (v. IRSampey: RevExpos

_ . _ . ...,'. '914. 3! AmerJournTh 1914, 3; v. HCAlleman: LuthQuart 1914, 4;

Der Verfaffer möchte beitragen zur Reform des bibhfchen BibliothSacra 1915, juiy).

Unterrichts, d. h. ,zur Belebung mit einem Geift, der den Schülern Krauß: Talmudifche Archäologie (v. VAptowitzer: DtfchLtz 1913, 23;

etwas für das Leben mitzugeben verlieht'. Er betont deshalb, *■ ALoisy: RevHistLitRel 1913, 5; v. SLandauer: LtZtrbl 1915, ii),

bei aller wiffenfchaftlichen Begründung und Behandlung der Bibel, Krieg: Der Kampf d. Bifchöfe gg. d. Archidiakonen im Bist. Würzburg

immer wieder die Beziehung zur kirchlichen und religiöfen Gegen- : ^m Tfr^fi ThLtb' i'4' 2°' V' HL'' RevB6^d l*l4> v-

wart, zu den Problemen und Intereffen der Schüler. Die tatfächlich ' . „' ,b"z ^'S. 9l■ „ . T. T .,

l. ',. .„ qjt-j,.ll - u.i^r. 1 lanS- uer Heidelberger Katechismus (y. Bender: IhLtber IQ14. 4: v

hier vorliegende Spannung empfindet F. deutlich beim Romerbnef, | Beß. ZKgefch 1914, 4- v. FCohrs: ThLtbi t9i5, 6).

im Ganzen aber m. E. nicht ftark genug, wenn er z. B. das ganze Laffon: Gruudfrageu' d.' Glaubenslehre (v. HJCladder: ThRev 1914

Joh.-Evangelium lefen möchte (famt 1. u. 2. Joh.-Brief). 19/20; v. MSchian: ThRdfeh 1914, 10; v. Endler: AllgLtbl 1914,1/2;

Eine Neuverteilung der Klaffenpenfen würde F. ,von Herzen v, Bachruann: ThLtbi 1915, 9).