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Ausgabe:

1914

Spalte:

669

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Meincke, Rud.

Titel/Untertitel:

Festschrift zur 50 jährigen Wiederkehr der Einweihungsfeier der St. Nikolaikirche zu gottesdienstlichem Gebrauch, zum 24. 9. 1913 1914

Rezensent:

Lülmann, Christian

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Theologifche Literaturzeitung 1914 Nr. 24 25.

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Rheinprovinz und der Erzbifchof Klemens Auguft von Köln' von
Gerd Eilers herrührt.

V. betrachtet Dinge und Menfchen faft durchweg ruhig und
mit gefunder Überlegung. Nur hier und da erfcheint fein Urteil
einmal unfertig und fcheu (S. 26 f. über Klemens Auguft), auch
widerfpruchsvoll (41 f.). Was er über K. Hafe Tagt (S. 60), ift etwas
dürftig und matt, wie man denn überhaupt in der tüchtigen Schrift
deutlich gezeichnete Bilder der Persönlichkeiten vermiffen wird.
Freiburg i. Br. F. Vigener.

Meincke, Palt. Lic. Dr. Rud.: Teftrchrift zur 50jährigen Wiederkehr
der Einweihungsfeier der St. Nikolai-Kirche zu gottesdienft-
lichetn Gebrauch, zum 24. 9. 1913. (100 S. m. Titelbild.) 8«. Hamburg
, O. Meißner's Verl. 1913. M. 1.50
Auf den Jubiläumstag der Nikolaikirche in Hamburg hat
der an demfelben Tage zum Ehrendoktor der theologifchen Fakultät
zu Gießen ernannte Paftor Meincke, der felblt über 25 Jahre
an St. Nicolai amtiert hat, eine Feltfchrift erfcheinen lafTen. Sie
fchildert eindringlich und anfchaulich die Gefchichte der Kirche
feit 1842: ihren Wiederaufbau nach dem großen Brande, ihre
Weihefeite, aber auch ihre Trauertage. Zugleich wird ein Einblick
geboten in den gegenwärtigen Beltand des Kirchfpiels und
die dort betriebene ruhige und erfolgreiche Gemeindearbeit. Da-
zwifchen viel Perfönliches, alles mit liebevollem Sinn und zarter
Pietät gezeichnet und berichtet. Als Beitrag zur hamburgifchen
Kirchengefchichte darf die Feltrchrift doch nicht bloß lokales In-
tereffe beanfpruchen: fie verfpricht Allen denen Genuß und Gewinn
, die den Pulsfchlag evangelifchen Glaubens und Lebens in
der Gegenwart belaufchen wollen.
Stettin. D. Lülmann.

Mulert, Priv.-Doz. Lic. Herrn.: Paul de Lagarde. (Die Klafflker
der Religion, 7. Bd.) (118 S.) 8°. Berlin-Schöneberg, Prote-
ftantifcher Schriftenvertrieb 1913. M. 1.50; geb. M. 2 —

Nach einer kurzen Einleitung läßt M. de Lagarde felblt zu
Wort kommen. Unter den Titeln: Religion, Individualität, Nation,
Anklage und Troft, Gefetze des geiftigen Lebens, WilTenfchaft,
die ifraelitifche Religion,Evangelium und Chriltentum —erfcheinen
Abfchnitte aus feinen Schriften und Gedichten, die tief in das
Innere diefes Mannes hineinfchauen lallen. Der beherrfchende
Ton ift ein ttarker Zug zu Gott, der lieh in feinen Kindern offenbart
und in dem Leben jedes Gläubigen als erziehender Wille
kundgibt. Dazu tritt die Hochfchätzung vor dem Menfchen, als
dem Wertvollften in der Welt, endlich noch die Hochfchätzung
der Nation, befonders der deutfehen Volkheit, die lieh mit der
Religion zu einem deutfehen Glauben vereinigen Sollte. Hinter
all diefen hohen und Harken Gedanken fchaut das ernlte Antlitz
eines Einfamen hervor, das nur von der Hoffnung belebt
war, daß feine Zeit noch einmal kommen werde. Dies ift ge-
fchehen, und daß es noch mehr gefchieht, dafür kann auch M.'s
Schönes Büchlein forgen helfen.
Heidelberg. F. Niebergall.

Günther, Stadtpfr. Ernft: Die Entwicklung der Lehre von der
Perron Chrifti im XIX. Jahrh. (VIII, 443 S.) gr. 8». Tübingen,
J. C. B. Mohr 1911. M. 8—; geb. M. 9 —

Günther (teilt die dogmatifche Chriftologie des 19. Jahrhunderts
von Schleiermacher an dar. Er verhehlt fleh nicht, daß dies
Buch weniger allgemeines Interelfe wecken wird als etwa Weineis
Buch über Jefus im 19. Jahrhundert', das die Stellung des modernen
Geisteslebens zur Perfon Jefu in umfallender Weife darzulegen
fucht. Die Bemerkungen des Dogmatiker machen das Problem
oft unnötig kompliziert. Günther felblt nimmt feinen Standort
in der Linie der Chriftologie, wie fie Schleiermacher begonnen
und A. Ritfehl fortgeführt hat. Herrmann's, Reifchle's und Häring's
Fortbildung der Gedanken Ritfchl's ßnd ihm die fruchtbringendsten.
Die Spekulative Chriftologie, welche die hiftorifche Perfon Jefu j
zurückstellt und die Wirkfamkeit eines Erlöfungsprinzips für das i
Ausschlaggebende hält, ift ihm ebenfo fehr eine Fehlbildung wie
die orthodoxe Zweinaturenlehre und ihre Umbildung in der Ke- ;
nofislehre. G. macht aber feinen eigenen Standpunkt in der Darfteilung
nicht aufdringlich geltend. Er gibt ein möglichft objek- j
tives Referat, das fleh in gleicher Weife von zu großer Kürze
wie von zu breiter Ausführlichkeit ferne hält. Ihm ift es im allgemeinen
gelungen, die Hauptgedanken gut herauszuarbeiten, fo-
daß wir hier ein mit fchwäbifcher Gründlichkeit gearbeitetes Re-
pertoir der Chriftologie des 19. Jhdts vor uns haben. Die Ein- !
teilung macht bei den Jahren 1835 und 1874 einen Einschnitt, fo
daß wir drei Teile bekommen: 1. Von Schleiermacher zu Strauß

1799—1835. 2. Von Strauß zu Ritfchl 1835-1874. 3. Von Ritfchl
zur Gegenwart 1874—1910. Diefe Einteilung ift zweckmäßig,
wenn auch innerhalb der einzelnen Teile diefelben Richtungen
z. T. wiederkehren, z. B. die orthodoxe Chriftologie und ihre
Modernisierungen im 2. und 3. Teil, die Spekulative in allen drei
Teilen. AI. Schweizer muß im 1. und 2. Teil, L A. Dorner in
allen drei Teilen behandelt werden, A. Dorner ift ganz übergangen.

— Eine fyftematifche Ergänzung feines Buchs gibt G. in der Abhandlung
über die chriftologifche Aufgabe der Gegenwart, Zeitfchr.
f. Theol. und Kirche 1912. Der Gellchtspunkt ift ihm der durchschlagende
, ob die PeHon Jefu als Mittelpunkt eines Syftems von
Sünde und Gnade auftritt, oder ob Sie in den Mittelpunkt unfrer
Gedanken über Welt und Gefchichte, alfo in das Zentrum einer
Gefchichtsphilofophie geftellt wird. G. will felbft beide Gedchts-
punkte vereinigen, wie fchon Schleiermacher es tat. Aber das
Ausschlaggebende foll doch nichtdie Gefchichtsphilofophie,fondern
der religiöfe Erlöfungsglaube fein. — Eine wefentliche Erweiterung
des Buches wäre es geweren, wenn auch die Theorien über das
Werk Chrifti, der Opfer-, Sühne-, Genugtuungs- und Stellvertretungsgedanke
fowie feine Umbildungen dargestellt wären. G.
befchränkt lieh auf die Darstellung der Theorien über die Perfon
Jefu. Seines referierenden Charakters wegen ift das Buch mehr
rückwärts auf ein Verständnis der Vergangenheit gerichtet. Es
fucht z. B. zu zeigen, wie manche wertvolle, faft vergeffene oder
nicht genug gewürdigte Anfätze einer rechten Chriftologie bei
AI. Schweizer, Ullmann, Colani, Weiße u. a. vorliegen.

Bafel. Johannes Wendland.

Wichtige Rezensionen.

Von Prof. Lic. Paul Pape in Berlin W. 57, Manfteinftr. 10.

Bezügl. Hinweife und Sendungen find jederzeit erwünfeht.

Patterson: The rule of faith (v. JASingmaster: LuthQuart 1913, 2;
v. JKMozley: JournThStud 1913, july; v. BBWarfield: PrincetThRev
«9'3. 4).

Peisker: Die Geschichtlichkeit Jefu (v. HJordan: ThLtber 1913, 10;

v. Lauerer: ThLtbl 1914, 3; v. GPfaDnmüller: LtZtrbl 1914, 18; v.

GAvdBerghvEysinga: NThTijdsch 1914, 2).
Petschenig: S. Ambrosii opera (v. HJordan: ThLtbl 1913, 23; v.

GFicker: ZKgefch 1914, i; v. PdeLabriolle: RevCrit 1914, 5; idem:

BullAncLitArchChret 1914, 2; v. HBruders: ZKathTh 1914, 2.
Pfättifch: Jüdin d. Märtyrers Apologien (v. TSpaüil: ZKathTh 1913,2;

v. FEmmerich: ThRev 1913, 10; v. HUMeyboona: Museum 1914,

maart).

Pf ift er: Der Religionskult i. Altertum (v. WWilbrand: ThRev 1913,6;

v. GAnrich: DtfchLtz 1913, 21; v. AGRoss: Museum 1914, jan; v.

HDelehaye: AnalBoll 1914, 2).
Podechard: Ecclesiaste (v. ALoisy: RevHistLitRel 1913, 5; v. HHöpfl:

RevBeneM 1913, 3; v. AHMcNeil: JournThStud 1913, july; v. OZaple-

talt ThRev 1913, 12).
Prockfch: Die Genefis (v. GHölfcher: ThRdfch 1913, 9; v. JRSampey:

RevExpos 1914, 1; BiblZ 1914, 1; v. JGöttsberger: ThRev 1914, I;

v. HOort: Mufeum 1914, maart; v. GCAalders: GerefThTijdsch 1914,

juni).

Richter: Erläutergn. z. dunklen Stellen d. Hiob (v. BDEerdmans:
ThTijdschr 1913, 3; BiblZ 1913, 3; v. HHolzinger: DtfchLtz 1914, 27).

Ritter: Über d. Urfprung e. krit. Relphil. (v. ELohmeyer: ThLtbl 1913,
24; v. Büchfei: ThLtber 1913, 12; v. WElert: ThLtbl 1914, 6).

Rogers: Cuneiform parallels to the O. T. (v. DDLuckenbill: Amerjourn-
Th 1913, 2; v. CHWJones: JournThStud 1913, july; v. DGLyon:
HarvardThRev 1914, 1; v. PDhorme: RevBibl 1914, 2).

Rouet de Journel: Enchiridion patristicum (ThPraktMntfchr 1913,
Jan; v. Jordan: ThLtber 1914, 5; v. AKloftermann: ThRdfch 1914,6).

Sabatini: Torquemada and the Spanish inquisition (Athen 1913, 13 sept;
Acad 1913, 27 sept; SaturdRev 1913, 20 sept).

Schermann: Ein Weiheritual d. röm. Kirche (v. EHophan: StudMittlg-
BenedOrd 1913, 3; v. OScheel: ZWfchTh 1913, 3; v. PGlaue: LtZtrbl
1913, 39; v. GRaufchen: ThRev 1913, Ii; V. JBUmberg: StMar-
Laach 1913/14, 6; v. HKellner: LtRdfchKathDtfchl 1914, I; v. Pde-
Labnolle: RevCrit 1914, 16).

Schindler: Lehrb. d. Moraltheologie (v. Frind: AllgLtbl 1913, 8; v.
LWouters: ThRev 1913, 15; v. PPflumm: Kath 1914, 6).

Schlatter: Die Theologie d. N. T. (v. KTueter: SchwzThZ 1913, 4;
v. RKnopf: StudKrit 1913, 4; v. Brückner: ThRdfch 1913, Ii).

— Die Gemeinde i. apoftol. Zeitalter (AmerJournTh 1913, 3; v. KMeyer:
ThLtbl 1913, 18; v. PDaufch: ThRev 1913, 13; v. WBauer: ThRdfch
1914, 6).

Schmidt, U: Stephan Fridolin (v. KBihlmeyer: ThQuartfch 1913, 2;
v.FLandmann: ThRev 1913, 4; v. BDanzer: StudMttlgBenedOrd 1913,3).

Schmöger: Das Gebet i. A. T. (v. AArndt: AllgLtbl 1913, 14; BiblZ
1913, 3; v. FFeldmann: ThRev 1914, 5; v. MRogg: LtRdfchKathDtfchl
1914, 3).

Schnütgen: Der Elfaß u. d. Erneuerung d. kath. Lebens i. Deutfchld.
(v. FSchnabel: LtZtrbl 1913, 41; v. GAllmang: ThRev 1914, 3; v. —ng:
Kath 1914, 4).