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Ausgabe:

1914

Spalte:

482-483

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Kampffmeyer, Georg (Hrsg.)

Titel/Untertitel:

Die Welt des Islams. I. Bd 1914

Rezensent:

Horten, Max

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Seite 1, Seite 2

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Theologische Literaturzeitung

Begründet von Emil Schürer und Adolf Harnack
Fortgeführt von Professor D. Arthur Titius und Oberlehrer Lic. Hermann Schuster

Jährlich 26 Nrn. Verlag: J. C. Hinrichs'fche Buchhandlung, Leipzig Halbjährlich 10 Mark

Manufkripte und gelehrte Mitteilungen find ausfchließlichan ■. , . .n. »

HQ TarirC NT* lfi Profefior D. Titius in Göttingen, Nikolausberger Weg 66, zu fenden. 1. AUffUSl lcJ14*

V x/" «*««■•"• &> -k»-1- " xyJ Rezenfionsexemplare ausfchließlich an den Verlag.

Eucyclopaedia ofReligion a.Ethics, VI (Lobftein).
Die Welt des Islams, I. Bd. (Horten).
Barth, Die Pronominalbildung in den femitifchen

Sprachen (Schwally).
Köberle, Das Rätlei des Leidens (Volz).
King, The Poem of Job (Derf.).
Feine, Einleitung in das Neue Teftament (Knopf).
Hensler, Das Vaterunfer (Pott).
Bibliothek der Kirchenväter (Lietzmann).
Concilium Basiiiense. VII. Bd. (Werminghoff).
Ritter Grünembergs Pilgerfahrt ins Heilige

Land 14S6 (Keller).
Heidrich, Karl V. und die deutfchen Prote-

flanten am Vorabend des Schmalkaldifchen

Krieges (Bernays).

Kusmin, Materialien zur Frage der rituellen

Verbrechen, deren die Hebräer befchuldigt

werden (Graß).
Schmitt-Wendel, Kants Einfluß auf die eng-

lifche Ethik (Mellone).
Wundt, Reden und Auffätze (Thieme).
Stange, Chriftentum u.moderneWeltanfchauung

(Stephan).

Dickinson, The Christian Reconstruction of

modern Life (Thimme).
Ward, The Realm of Ends (E. W. Mayer).
Schlatter, Der Ruf Jefu (Bussmann).
Smeud, Neue Beiträge zur Reform unfere

Agenden (v. d. Goltz).

Referate: Karlberg, Über die ägyptifcheu Wörter
im Alten Teftament. — Glaue, Zur Ge-
fchichte der Taufe in Spanien. — Schäfer,
Die deutfchen Mitglieder der Heiliggeift-Bruder-
fchaft zu Rom am Ausgang des Mittelalters.

— Stuhlmann, Beiträge zur Kulturgefchichte
v. Oftafrika. — Müller, Johs., Hemmungen des
Lebens. — Ric h ert, Philofophie. — Kürten,
Statiftik des Selbftmordes im Königr. Sachfen.

— Seydel, Stimmbildung u. rednerifche Ausdrucksübungen
im Dienfle der Kirche. —
Biehle, Theorie des Kircheubaues vom Standpunkte
des Kirchenmufikers u. des Redners.

Erklärung von J. Schnitzer.

Wichtige Rezenfionen. — Neuefte Literatur.

Encyclopaedia of Religion and Ethics. Ed. by James
Hastings with the Assistance of Prof. John A. Selbie,
M. A., D. D., and Louis H. Gray, M. A., Ph. D. Vol. VI.
Fiction-Hyksos. (XVIII, 890 S.) Lex 8°. Edinburgh,
T. & T. Clark 1913. Geb. s. 28 —

Schon fünfmal durfte Ref. über das großartig angelegte
und fchön ausgeftattete Werk, das dem Herausgeber
und dem Verleger zu hoher Ehre gereicht, berichten
(Th. L.-Ztg. 1909, Nr. 12; 1910, Nr. 12; 1911,
Nr. 23; 1912, Nr. 10; 1913, Nr. 15). Der fechfte Band
geht von Fiction bis Hyksos. Von den 171 Mitarbeitern
gehört die große Mehrzahl Großbritannien und
den Vereinigten Staaten Nordamerikas an; 16 Hammen
aus Deutfchland, 6 aus Frankreich, 2 aus Öfterreich-
Ungarn, 2 aus Rußland, aus Finland und Schweden je 1.
Die Zahl der Mitarbeiterinnen beträgt 6, darunter eine
aus Frankreich. Wiederum stellen einige Kollektivartikel
wertvolle Monographien dar; fo z. B. God (15 Verf.),
Heroes and Hero-Gods (13 Verf.), Hospitality (11),
Human Sacrifice(io), Fortune (6), Holiness (5). Aus
drei Federn Hammen die Artikel First fruits, Food,
Gifts, Happiness, Hearth, Hearth-Gods. Nicht unbeträchtlich
ift die Zahl der Beiträge, die auf zwei Ver-
faffer zurückzuführen find (Fiction, Forgivenes,
Friendship, Games, Giants, Gilds, Gongs and Beils,
Gospels, Hair and Nails, Heredity, Heresy, Hiero-
douloi, Hope). — Wie in den bisherigen, so find auch
in diefem Bande die Grenzen des aufgenommenen und
bearbeiteten Stoffs fehr weit abgefteckt. Die religions-
gefchichtlichen, kulturhiftorifchen und ethnographifchen
Gegenftände haben eine fehr forgfältige Bearbeitung erfahren
und find in erfter Linie berückfichtigt worden;
Belege dafür liefern bereits einige der oben angeführten
Artikel. Leicht ließe fich die Zahl derfelben vermehren,
vgl. z. B. Gabars (D.Menant), Graeco-Egyptian-Reli-
gion (J. G. Milne), Greek-Religion (L. R. Farnell),
Health and Gods of healing, Greek und Roman
(Thraemer). — Befonders dankenswert find die Beiträge
zur Kunde Indiens, die W. Crooke, G. A. Grierson u. A.
geliefert haben (Gänapatyas, Ganges, Gaja, Gonds,
Gorakhnäth, Gurkhä, Gwälior, befonders Hinduism).
Daß die in den theologifchen Encyclopädien mehr berück-
fichtigten Artikel in diefem Werk einen geringeren Raum
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einnehmen, ift verftändlich und hängt mit dem allgemeinen
Zweck und Charakter des Unternehmens zufammen.
Selbftverftändlich find die biblifch-theologifchen Data des
A. und N. T. in die religionsgefchichtlichen Artikel eingeflochten
, was der Tendenz und dem Plan des Ganzen
entfpricht. Von kirchengefchichtlichen Beiträgen feien
befonders hervorgehoben Society of Friends, Galli-
canism, Gnosticism, Greek Orthodox Church,
Hooker, Huguenots, Humanists, Hussites, die fleh
fämtlich um eine gedrängte Zufammenfaffung bemühen.
Eine verhältnismäßig fehr ausführliche Behandlung hat
unter den Artikeln zur Gefchichte der Philofophie Hegel
(J. B. Baillie) erfahren; viel kürzer find die Artikel über
Hobbes und Hume (beide von Frederik J. E. Woodbridge
) ausgefallen. Wie umfaffend die Anlage des
Ganzen gedacht ift, ergibt fleh aus der Tatfache, daß
auch die griechifche (Herodot, Hefiod, Homer) und
die deutfehe Literaturgefchich te (Goethe,Heine,Herder)
herangezogen wurde. Daß die Ethik fleh einer befon-
deren Berückfichtigung erfreut, ift in der Ordnung und
durch die Bezeichnung des encyclopädifchen Werkes selbft
geboten (f. Friendship, Goodness, Gratitude, Happiness
, Hatred, Hedonism, Humility). BeidemReich-
tum des hier zufammengetragenen, praktisch und gefchickt
gefichteten Materials ift ein weiterer Hinweis auf einzelne
Artikel nicht möglich; daß manche fehr wertvolle Beiträge
, z. B. zur Ethnologie, Anthropologie und Geographie
hier keine Erwähnung gefunden haben, ift nicht im Sinne
eines Tadels zu deuten. — Möge das gewaltige Werk,
wie bisher, würdig voranfehreiten; die Erwartungen, die
fleh fofort an den erften Band angeknüpft hatten, find
voll und ganz verwirklicht worden.

I Straßburg i. E. P. Lobftein.

Die Welt des Islams. Zeitfchrift der deutfchen Gefellfchaft
f. Islamkunde. Hrsg. v. Prof. Dr. Georg Kampffmeyer.
I. Bd. (III, 257 S.) gr. 8°. Berlin, D. Reimer 1913.

M. 12 —

Das gefteigerte Intereffe, das Deutfchland am heutigen
islamifchen Oriente befitzt, hat eine befondere Zeitfchrift
entfliehen laffen, die über den aktuellen Islam
lunterrichtet. Damit grenzt fich ihr Gebiet gegen andere

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