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Ausgabe:

1914 Nr. 9

Spalte:

267-268

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Stiegele, Paul

Titel/Untertitel:

Der Agennesiebegriff in der griechischen Theologie des 4. Jahrh 1914

Rezensent:

Koch, Hugo

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267

Theologifche Literaturzeitung 1914 Nr. 9.

268

fo war S. 168, 11 noirjaai, S. 169, i AnbXXujvi, S. 170, 10 oixxelgw,
S. 171, 6 avxö) (ftatt abzop1) zu fchreiben. Ähulich fteht es mit Anhang
VII, wo S. 218' I. 18 Nloißyq nach V gedruckt ift, obwohl fchon die II. H.
vioißnq verbeffert hat, und S. 223, 9 BXivyv, weil V fo lieft I Ich füge
noch einige andere Bemerkungen hinzu. S. 10,31 App. ift ,23 jjv A'
unklar; S. 17, 32! eher zw — xaXij) zu fchreiben; S. 18, 1 fcheint mir ini-
oxonoq notwendig; S. 22, 8 ebenfo /iexaozfjvai; S. 25, 14 Nov/zynov
nach Nie, vgl. S. 296; S. 35, App. 19 wird die vorgefchlagene Änderung
durch Z. 16 in Alyvnxov widerlegt während umgekehrt nach Z. igf.obenZ.
16 f. zu fchreiben ift: xwpeKxaxä) liXio/na ufw.; S. 45.41- (äno Xinovonq
nach S. 44, 10; S. 45, 7 ift neol X. a nicht richtig, Valerius hat nicht
ohne Grund inl X. a. gefchrieben; S. 59, 27 f. 1. änäpaq anb zov Siquiov
nobq xov'Ioxqov, Sdßy ufw.; S. 61,27 und S. 62,23 fteht das Richtige
als Vermutung im Apparat; S. 62,30 hätte mindeftens xy neiBol korrigiert
werden muffen, aber warum will B. nicht mit Val. xij(v) neiQ-bj—
xfi ßia fchreiben? S. 63, 12 ift afia (nach dem Regifter nur hier) mit dem
Gen. verbunden, ich korr. usxd c. Gen.; S. 78, 4 fchreiben Val. und Gothofr.
xe ftatt Tt ganz richtig; S. 118, 7 war die Korrektur im App. in den Text
zu fetzen; S. 119,8 führt die Lesart von B* auf rjneiyezo; S. 133, 10
erfcheint mir die Korrektur von Loofs beffer, als die von Bidez, am ein-
fachflen aber ßaatXeveiv an.; S. 133, 13 gehört nepixi&ijoi in den Text;
S. 138, 2 ift eis x))i'LP(öut]v ficher fallen, dagegen eis xfjv lPa),ualu)v nach
S. 17, 5. 8 evident und wird auch im Regifter S. 302 gebilligt; S. 142,9
fteht im Text äxpOJZtjOiulv nach B und im App. äxpwxrjpiojv Niel S.
153 App. 2l|22, S. 156 App. 7—9. 13—24, S. 158 App. 4—7 war unter
die Teftimonien zu (teilen; S. 167, 2 ift Tapakg finnlos, fchon S. 83,
App. 23 f. ift richtig TapaCg verbeffert, der Archetypus hatte wohl Tapoiw;
S. 168, 4f. halte ich ixt,rjxrjaauev(g und i^yx/jOaxo für Schreibfehler
ftatt t^aixrjaauevu) und i^yxyoaxo (Z. 22 f.), Bidez hätte hier ebenfo
korrigieren müffen, wie er es bei demfelben Verbum Z. 22 getan hat;
auch Xiyei Z. 2 fcheint nur ein Verfehen ftatt Xsywv (Z. 18) zu fein.

Ich mache noch folgende Vorfchläge zur Verbefferung fehlerhaft
überlieferter Stellen. S. 8, 16 L xy avxov ovve<piazaofrat yvwiin S. 16,

. _n-.-n-i-l 1 in____n_l_ c Ä- 1 -z ______o~i z e ~ 1 /2.,/i.«i.

19 vielleicht: ävaoxyoai{xai) S. 160,28 eyrnv] 1. syovxa S. 161,2/xeXXovxa]
1. /tiXXiov xiva S 167,6 1. änav&pdinoiq aixiofioiq und Z. 24 änav{rpd>-
noiq xiuwplaiq S. 169, 1 1. axiuäoet und Z. 24 r)xiuäa9-rj S. 169, 5 1.
{xaxa)yeX&aaq nach Z. 27 S. 169, 11 —14 kann man etwa fo lesbar zu
machen verfuchen: xpi/zet SuXaooa (poßepibq UpoßepaoGq aus ipoßepwq
verfchrieben] uaoxCCfipiivy xy xaxaiyiSi xai ix ßvirov xivoviiivy [zovq
b'pot'S xal xyv anbipaoiv zov ypäfiiiuxoq avayivwaxwv, ob nXeovtxxei(q)
xhv yepaov], xai xy uiopä ooipiq, tfv Xeyeiq syeiv, {xai)va ßXaoipyutlq
elq xbv 9tbv x. n. n. Die eingeklammerten Worte halte ich für eine in
den Text gedrungene Randnote. S. 170, 7 vne&exov (vnid-ezxov Cj ift
unverftändiieh 1. vneipXeyov S. 178, 9 1. eavxov xe S. 180, 12 1. (ovv)
bXiyoiq S. 181,4k {xal) öib) xovxo xxX.

Wenn auch der Text noch recht verbefferungsfähig
ift, fo hat doch der Herausgeber durch zuverläffige Kollationen
einen fichern Grund gelegt, auf dem man weiter
bauen kann. Die Ausftattung der Ausgabe ift diefelbe wie
bei Theodorets KG, hrsg. von Leon Parmentier; vgl. diefe
Zeitfchr. 1913 Sp. 43. Die Regifter find, wie ich vielfach
erprobt habe, forgfältig gearbeitet. Allerdings vermißt
man die Scheidung von wörtlichen und nicht-wörtlichen
Bibelzitaten, auch hätte das Wortregifter noch etwas
reichhaltiger fein können. Die Angabe im Namenregifter
S. 293 .MaQeoörrjg: Landfchaft Ägyptens 24, 18' ftimmt
nicht zu der angeführten Textftelle, wo das zweite xal 6
als fehlerhafte Wiederholung zu ftreichen ift.

Die Ausgabe ift korrekt gedruckt. Zu den S. 340
notierten Druckfehlern kommen noch folgende hinzu:
S. CXVT Mitte 1. ayilai S. CXVIII A. 1 letzte Z. 1. Theo-
dosii S. 16,1 1. xovqoojqcov 2 1. öiöövra S. 83, 25 1. eB,aXti(peiv
S. 117, 12 1. ovßEVovv (vgl. S. 152, 9. 15. 18) S. 166, 14 1.
21 ff S. 190, 11 1. xiva 6x. In der von cand. phil. Otto Loofs
angefertigten guten Überfetzung der Einleitung ift mir nur
S. XLV der Ausdruck ,mutmaßlich' aufgefallen.

Weimar. Paul Koetfchau.

Stiegele, Dr. Paul: Der Agenneliebegriff in der griechifchen
Theologie des 4. Jahrh. Ein Beitrag zur Gefchichte der
trinitar. Terminologie. (Freiburger theolog. Studien.
12. Heft.) (XIV, i44S.)gr.8°. Freiburg i. B., Herder
1913. M. 3 —

Die — nicht bloß handfehriftliche — Verwechflung
von ayevvrjTog, yevvrxög, yey£vvr)otXai, yivvr]aig einerfeits

und dyEvrjrog, ysvTjrog, yeyevrja&ai, yevtöig anderfeits hat
wie den ftreitenden Theologen des vierten Jahrhunderts,
fo auch den Herausgebern der betreffenden Väterfchriften
und den Dogmenhiftorikern fchon viel zu fchaffen gemacht
und manches Wort des Unmuts entlockt. Trotzdem war
bis jetzt, von einem Exkurs Lightfoots in feinen Apost.
Fathers II, 90— 94abgefehen,nochkeinezufammenhängende
Unterfuchung über die Gefchichte diefer Begriffe er-
fchienen. In diefe Lücke ift nunmehr die Studie Stiegeies,
offenbar eine von der theologifchen Fakultät zu Freiburg
i/B. angenommene Doktordiffertation, eingefprungen.
Die Einleitung fkizziert den Gebrauch von dyevi>t]rog und
äyevrjTOQ in der vorchriftlichen Literatur und in der chrift-
lichen Literatur bis ca. 300, hierauf werden im erften
Abfchnitt ,der ältere Arianismus und feine Gegner', im
zweiten ,der jüngere Arianismus (Eunomianismus) und
feine Beftreiter' und in einem dritten Abfchnitt die außerhalb
der Brennpunkte des arianifchen Streites' ftehenden
Schriftfteller bis Cyrill von Alexandrien einfchließlich vorgenommen
und auf ihre Stellung zu den genannten Begriffen
verhört. Die Einzelunterfuchung beftätigt, was
man vorher fchon im allgemeinen wußte, daß in diefer
trinitarifchen Terminologie ein großer Wirrwarr herrfchte,
der fich nicht in gerader, gleichmäßig voranfehreitender
Entwicklung lichtete. Auch hier war es die Theologie
des Athanafius und feines abendländifchen Doppelgängers,
Hilarius von Poitiers, die vielfach klärend wirkte und auf
Zweideutigkeiten und Mißverftändniffe aufmerkfam machte.
Gegen die Eunomianer, die dyEvvr/rog immer mehr als
Wefensbegriff des Vaters und y£vvrxög als Wefensbegriff
des Sohnes faßten und daraus ihre Schlüffe zogen, wandten
fich die Kappadozier, indem fie diefe Termini als Ausdruck
charakteriftifcher Proprietäten {iöiöxrjxeg oder löioo-
ßaxa), aber nicht als Wefensbezeichnungen gelten ließen.
Dabei fehlte es aber immer noch an einer klaren und
reinlichen Scheidung der verfchiedenen Termini. Erft der
Antiorigenift Epiphanius fagt mit bewußter Unterfchei-
dung: ,Etwas anderes ift ytvrxöv, etwas anderes yswrjxöv'.
Und erft bei Neftorius tritt, foviel bis jetzt bekannt ift,
der formelle Hinweis auf die Schreibung mit (einem) v
oder mit (zwei) vv auf. Mit Johannes von Damascus hat
dann die terminologifche Entwicklung ihren vollen Ab-
fchluß erreicht. Stiegeies Unterfuchung ift dankenswert,
wenn fie auch vielfach mehr eine Materialfammlung als
eine innere Verarbeitung und Durchdringung bietet und
auf jeden Verfuch, felber Anhaltspunkte zur Textkritik zu
gewinnen, von vornherein verzichtet. Daß die biblifche
Vorftellungswelt als einheitliche Größe betrachtet und ihr
die katholifche Kirchenlehre einfach gleich gefetzt wird,
verfteht fich beim dogmatifchen Standpunkt des Verfaffers
von felber.

Bei der gaoftifchen Literatur (S. 12ff.) ift die von Harnack (DG4
,11 196 A. 3) angeführte, bereits die kirchliche Terminologie der Zukunft
enthaltende Stelle aus dem Briefe des Ptolemäus an Flora c. 5 außer acht
geblieben. S. 100 und 122 beruft fich St. gegen die Argumentation Funks,
der die pf.-bafilianifchen Libi IV et V adv. Eunom. Didymus dem Blinden
zufprach, auf Bardy, Didyme l'Aveugle 1910 chap. II und übernimmt
damit das Mißverftändnis des von ihm zitierten Rezenfenten in der Rev.
d'hist. eccl. XII (1911) 606. Bardy felbft ift durchaus geneigt, der Funk'
fchen Thefe zuzuftimmen, er verteidigt fie fogar gegen die von Holl und
Leipoldt geäußerten Bedenken (S. 23 — 27).

München. Hugo Koch.

Schultze, Prof. D. Dr. Vict: Altchrittliche Städte und Land-
fchaften. I. Konftantinopel (324—450). (X, 292 S. m.
1 Plan.) gr. 8°. Leipzig, A. Deichert, Nachf. 1913.

M. 15 —

Es ift jedenfalls eine fehr richtige und wichtige Erkenntnis
, der der Verfaffer Ausdruck gibt, daß zu einem
vollen Verftändnis des chriftlichen Altertums der Weg
durch die Landes- und Orts-Kirchengefchichte führt,
denn die Völker und Länder im römifchen Weltreich,
die das Chriftentum aufnahmen, haben es, jedes in feiner