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Ausgabe:

1914

Spalte:

225-226

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Sayce, A. H.

Titel/Untertitel:

The Religion of Ancient Egypt. 2nd ed 1914

Rezensent:

Wiedemann, Alfred

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Seite 1

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Theologische Literaturzeitung

Begründet von Emil SchUrer und Adolf Harnack
Fortgeführt von Professor D. Arthur TitiUS und Oberlehrer Lic. Hermann Schuster

Jährlich 26 Nm. Verlag: J. C. fflnrtchs'fcha Buchhandlung, Leipzig Halbjährlich 10 Mark

Manufkripte und gelehrte Mitteilungen And ausfchließlich an ,, . T-ir.il IQIÄ.

HQ TQVir>0- Mp ProfefforD. Tili us in Göttingen, Nikolausbcrger Weg 66, rufenden. Ii. J\JlLI 1x71.**

«-»xy.acti-J.Ig. LL. O Rezenfionsexemplare ausfchließlich an den Verlag.

Sayce, The Religion of Ancient Egypt (Wiede-
mann).

Macalister, The Philistines (Baudiffin).
Piatons Phaidon (Goedeckemeyer).
Smend, Die Er/ählung des Hexateuch (Holzinger
).

Schencke, Die Chokma in der jüdifchen

Hypoftafenfpekulation (Beer).
Ihmels, Die Auferftehung Jefu Chrifti (Joh.

Wendland).

Mahling, Lohn u. Strafe in ihrem Verhältnis

zu Religion u. Sittlichkeit (Pott).
Corpus Script. Eccl. Lat. Vol. LX1I. Ambrosii

Prou, Chancel carolingien ornd d'entre lacs ä

Schaennis (Ficker).
Haid, Die Befetzung des Bist. Brixeu in der

Zeit von 1250—1376 (Heuffi).
Hefele, Francesco Petrarca (Brandl).
Lang, Der Heidelberger Katechismus (A. Baur).
Schnitzer, Der katholifche Modernismus (W.

Köhler).

Gisler, Der Modernismus (Derf.).
Beßmer, Philofophie u. Theologie des Modernismus
(Derf.).
Krüger, Die gefchichtliche Entwicklung der

opera. Pars V ed. M. Petfchenig (Jülicher). j Verfaffung der Kirche Augsburgifcher Kein

Corpus Script. Eccl. Lat. Vol.- LIX. Hieronymi
opera sect. II, pars I ed. Reiter (Griitzmacher)

Budge, Coptic Apocrypha in the Dialect of
Upper Egypt (Rahlfs).

Wagner, Gefchichte der Meile (Smend).

feffion v. Elfaß-Lothringen v. 1789—1852
(Adam). .
Peisker, Die Freiheit der Wiffenfchaft in
Theorie u. Praxis der römifch-katholifchen
Kirche (Mulert).

Schaeder, Aus Theologie u. Leben (Lobftein).
Katterfeld. Ludwig Katterfeld (Graß).
Borowski, Königsberger patriotifche Predigten
(Schian).

Referate: Reinach, Repertoire de Reliefs Grecs
et Romains. — Teuffel's Gefchichte der
römifchen Literatur. — Fritz, Der Glaubeusbegriff
bei Calvin und den Moderniften. —
Carlyle, Helden und Heldenverehrung. —
Anrieh, Die evangelifche Kirche in Elfaß-
Lothringen. — Preß, Die jüdifchen Kolonien
Paläftinas. — Seippel, Adele Kamm.
— Grabreden hervorragender Kanz.elredner der
Gegenwart ,Talithakumi'.

Mitteilungen: (8) Kants Grab. (9) Altarabifche
Poefie u. die hebr. Literatur des A. T. (10) Die
unbekannte Salomo-Schrift.

Wichtige Rezenfionen. ■— Neuefte Literatur.

Sayce, Prof. A. H, DD LLD- The Religion of Ancient I felben, deren Heimatsland ihm Babylonien ift. Er nimmt

Egypt. 2 ed (VIII 2<6 S) 8« Edinburgh T & T i demnach nicht, wie Referent, eine in Arabien zu fuchende

cgy-ui. 2. ea. (vin, 250 «>.) 8 . uamDurgn, 1. ez „emeinfame Urfprungftelle der ägyptifchen wie derbaby-

^larK s. 4— , fonifchen Kultur an. Mehrfach fucht er beftimmte Ge-
Das vorliegende anregende Werk bildet die zweite dankengänge auf Afien zurückzuführen, wie beifpielsweife
Auflage der Gifford Lectures des Verfaffers, welche die den .pantheiftifchen Monotheismus' Amenophis' IV.
Auffallung des Göttlichen bei den alten Ägyptern und Das J3uch beginnt mit einem Hinweis auf den eril
Babyloniern zu behandeln hatten. Bei diefer Neuausgabe allmählich eintretenden Zufammenhang der Moral mit der
ift die Befprechung Babyloniens, des Spezialgebietes : Religion, auf den in Ägypten vereinzelten Skeptizismus,
Sayces, fortgefallen. Diefelbe foll in einem befonderen auf die Metaphern in der religiöfen Sprache, und befpricht
Bande nachgeholt werden. Für die Schilderung Ägyptens dann die religiöfen Schulen und die Vergöttlichung des
übertrifft der Verfaffer die meiften Agyptologen in der : Königs. Hierauf folgen die unfterblichen Beftandteile des
Kenntnis des Landes und feiner Ruinenftätten. Seit etwa Menfchen, die Sonnengottheiten, die Enneaden, die Aten-
30 Jahren hat er dasfelbe regelmäßig, meift in eigener Religion, der Tierkult, eine Reihe wichtiger Einzelgott-
Dahabieh befucht und auf diefe Weife zahlreiche Stellen heften, Oftris, fein Kreis und die oftrianifche Unfterblich-
in Augenfchein nehmen können, welche fich fonft der Er- keitslehre. Hieran fügen fich Befprechungen des Toten-
forfchung zu entziehen pflegen. Sein Grundgedanke ift buches und des Am-duat, der Volkskulte, befonders der
der, daß Gottes Licht alle Menfchen erleuchtet, die in die Schlangenverehrung, der Götterlegenden. Das Schluß-
Welt kommen (Joh. 1.9), und daß die Religionen Agyp- kapitel handelt über Ähnlichkeiten zwifchen der ägyp-
tens und Babyloniens den Hintergrund und die Vorberei- tifchen und der chriftlichen Religion und ähnliche Fragen,
tung des Judentums und des Chnftentums bilden. Letz- wobei fich der Verfaffer, bei der Schwierigkeit auf Grund
teres fei die Erfüllung nicht nur des Gefetzes, fondern , des vorliegenden Materiales in die tieferen Gedankendes
V ahriten und Beften in jeder Beziehung in den Re- ! gänge des ägyptifchen Glaubens einzudringen, vielfach
hgionen der alten Welt, welche in ihm ihre Erklärung und auf die Aufftellung von Vermutungen befchränken mußte,
ihre Erfüllung gefunden hätten. Dabei beftehe aber „ „,. .
zwifchen beiden Religionskreifen eine tiefe Kluft, welche Bonn- A- Wiedemann.
dem Unterfchiede entfpreche, den man früher zwifchen

offenbarten und nicht offenbartenReligionen gemacht habe. Mo-oMexn„ ^ . .. ... u. . . «.„.„

Bei der Behandlung Ägyptens geht Sayce von den MaCa .'ster' R; ^ The ph'"^ne8, the.r History and OviU-

Studien Maspero's aus, zieht daneben aber auch eine zatl0n- C^6 S.) gr. 8°. London, Milford 1913. s. 3
Reihe anderer Veröffentlichungen zu Rate. Im All- j Der durch feine Leitung von Ausgrabungen in Pagemeinen
tritt die Anführung der Literatur und die pole- läftina rühmlich bekannte Verfaffer gibt hier drei Vor-
mucne: •Belprechuncy widerftrebender Auffaffungen zurück; lefungen in erweiterter Geftalt, die er im Jahre 1911
am pnuologilche Erörterungen wird nicht eingegangen, vor der Britifh Academy für den ,Schweich Fund' ge-
Die DarfteUung halt an der Vortragsform, auch in ge- halten hat.

legentlichen Anreden an die Hörer, feft, wobei die Aus- Den für unfere Kenntnis des philiftäifchen Volkes

tunrungen in klarer und angenehm lesbarer Form erfolgen, vorhandenen leider recht befchränkten und vielfacher

Ein Index erleichtert die Auffindung von Einzelheiten Ergänzung durch Kombination und Vermutung bedürf-

und Parallelftellen. Die agyptifche Religion der hiftorifchen tigen Stoff gibt er mit Vollftändigkeit. Er gruppiert ihn

Zeit erklärt Sayce mit Recht für eine Mifchung der re- in vier Kapiteln: Urfprung, Gefchichte, Land und Kultur
hgiofen Vorftellungen der Ureinwohner des Landes mit ' der Philifter. Wie es nicht anders fein kann, bleibt dabei

denen der von Afien eindringenden fpäteren Herrn des- manches noch dunkel. Am wertvollften ift wohl die Zu-

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