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Ausgabe:

1912

Spalte:

641-643

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Zesiou, K. G.

Titel/Untertitel:

Byzantis. Epitheoresis ton byzantiakon spoudon, ekdidomene kata trimenian ypo tes en athenais ‘Byzantiologikes Etaireias’. Tomos a 1912

Rezensent:

Meyer, Philipp

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Theologische Literaturzeitung

Begründet von Emil Schürer und Adolf Harnack

Fortgeführt von Professor D. Arthur Titius und Oberlehrer Lic. Hermann Schuster

Jährlich 26 Nm. Verlag: J. C. Hinrichs'fche Buchhandlung, Leipzig Halbjährlich 9 Mark

Manufkripte und gelehrte Mitteilungen find ausfchließlichan
37 Tnhrp- Nr 21 ProfelTor D. Titius in Göttingen, Nikolausberger Weg 66, zu fenden. OktODer 1912

O/.JdlHg. UIX- Rezenfionsexemplare ausfchließlich an den Verlag. ^«-lUJJCl.

BvZavzii. 'Em&EÜQvaig rwv ßvL,avTiaxü>v

6nov6wv (Ph. Meyer).
Held, Buddha (Oldenberg).
Sarfowsky, KeilfchriftliehesL'rkundenbuch zum

Alten Teftameut (Ungnad).
Müller, Die feit Renan üb. e. Israelit. Urmono-

theismus geäußerten Anfchauungen disziplin-

gefchichtlich dargeftellt (Greßmann).
Zapletal, De poesi hebraeorum (König).
Calluaud Le probleme de la R^surrection du

Christ (M. Dibelius).
Six, Das Apofteldckret (Knopf).
Kayfer, Die Schriften des fog. Arnobius junior

(Krüger).

Consuetudiues Monasticae. Edidit Bruno Albers
(Grützmacher).

Ibn al-'Arabi, The Tarjumän al-Ashwaq. Edited
by A Nicholson (Horten).

Thomas v. Aquin, Texte zum Gottesbeweis Steinmann, Der religiöfeUnfterblichkeitsglaube

(Scheel). (Lobftein).

Gußmann, Quellen und Forfchungen zur Ge- | Müller, Hemmungen des Lebens (Niebergall).

fchichte des Augsburgifchen Glaubensbekennt- I — Die Reden Jefu (Dorf.).

niffes (Schornbaum). Megerlin, Was hat uns Johannes Müller zu

Pfifter, Die Frömmigkeit des Grafen Ludwig fagen? (Derf.).

Zinzendorf (E. W. Mayer).
Reichel, Zinzendorfs Frömmigkeit im Licht der

Pfychoanalyfe (Derf.).
Pfifter, Zinzendorfs Frömmigkeit im Lichte Lic.

Gerhard Reichels (Derf.).
Lenz, Gefchichte der Königlichen Friedrich-

Wilhelms-Univerfität zu Berlin (W. Köhler).
— Rede zur Jahrhundertfeier der Königlichen
Friedrich-Wilhelms-Univerfttät zu Berlin (Derf.).
Bulle, Franziskus Hemfterhuis u. der deutfche
Irrationalismus des 18. Jahrh. (R. A. Hoffmann),
Rolf es, Die Wahrheit des Glaubens (Johannes
Wendland).

The International Review of Missions (Bornemann
).

Referate: Steuding, Griechifche und römifche
Mythologie. — Keffelrr, Rudolf Euckens
Bedeutung f. das moderne Chriftentum —
Sydow, Der Paftor als Liturg.

Mitteilungen: (24) Liber psalmorum, hrsg. v.
Amelli. (25) La methode historique et la me-
thode comparative dans la science desReligions.
(26) Das Fifchfymbol auf ägyptifchen Denkmälern
. (27) Über einen altjavanifchen mahäya-
niftifchen Katechismus.

Wichtige Rezenfionen. — Neuefte Literatur.

Bv$ctvx(g. Emd-ECDQrjOig xcöv ßv^avxiaxcöv oxovömv, hxöi-
6ofisi>Tj xaxa xQipyviav tbro xyg hv diryvaig ,Bv£av-
xioXoyixyg 'ExaiQEiag'. Töfiog a. (IV, 683 S. m. 105
Abb.u.Fksms.) A>.cI&7/i'aic,Elefteroudakis& Barth 1909.

Endlich ift es den wiffenfchaftlichen Kreifen in Athen
gelungen, eine BvCavzioXoyxi) tzatpia zu bilden, die auch
eine .byzantinifche Zeitfchrift', faft ganz nach dem Mutter
der von Krumbacher fchon 1892 gegründeten, herausgibt.
Sie führt den Namen Wisantis und wird von K. F. Zyalov
und K. J. TptavxacpvX.XoJiovXog herausgegeben. Der erfte
Jahrgang, der hier vorliegt, trägt auf dem Titel das Jahr
1909, reicht aber in das Ende von 1910, was für den Gebrauch
nicht unnütz ift zu wiffen. Der zweite Jahrgang
ift im Erfcheinen begriffen. Man kann diefe Schöpfung
auch vom theologifchen Standpunkt aufs wärmfte begrüßen.
Zwar wird weder die Wisantis noch eine andere ihrer
Gattung die Bedeutung für die Erforfchung des kirchlichen
griechifchen Orients fowie die Sammlung und Beurteilung
der dahin gehörenden Literatur erlangen, die
die deutfche Byzantinifche Zeitfchrift innehat. Aber eins
haben die Griechen immer für Geh: daß fie an der Quelle
fitzen. Wenn fie fich Mühe geben, können fie immer am
leichterten die vergrabenen Schätze ihres kirchlichen Altertums
ans Licht befördern. Solcher Schätze gibt es noch
manche. Und wenn die Wifantis gerade die Bedeutung j
gewönne, daß fie, natürlich in wiffenfehaftlicher Weife,
namentlich das Material, wozu ich auch die fich immer
leicht verbergende griechifche gedruckte Literatur rechne,
ans Licht brächte, fo bildete fie eine höchft wertvolle
Ergänzung zu den übrigen in der Richtung arbeitenden
Zeitfchriften. In einem Punkte fcheint die Wisantis etwas
liberaler zu denken, als die deutfche Zeitfchrift. Sie ift
nicht fo peinlich in der Abgrenzung des byzantinifchen
Zeitalters. Bei ihr fcheint auch die neugriechifche Zeit
mehr Freundfchaft zu finden. Das fchadet nichts, denn
für diefe Zeit fehlt es an einer Zeitfchrift.

Aus den Auffätzen des vorliegenden Jahrgangs fei
nur Theologifches hervorgehoben. Unter dem veröffentlichten
Material nimmt die erfte Stelle der umfangreiche
Artikel von Nlxog A. Bt'yg ein, avfißoXrj elg ioxogiav
xcöv fiovcöv xcöv Mexeooqcov (S. 191—331), dem auf |
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S. 556—628 unter der befonderen Überfchrift ovvxay/ia
xxiyQcupixcöv /ivtjfislcov Mexecoqcov ein zweiter folgt, der
fich auf denfelben Stoff bezieht. Die Meteorenklöfter in
Theffalien bilden neben den Athosklöftern zur Zeit noch
die größte griechifche Klöftergemeinfchaft. Sie ftammen
allerdings erft aus dem 14. Jahrhundert, haben es in der
Zahl auch nur auf fieben gebracht, bleiben auch dem
vornehmen Hagionoros gegenüber ftets etwas armfelig.
Trotzdem verdient auch ihre Gefchichte immer mehr aufgeklärt
zu werden. Dazu dienen die beiden Artikel von
Nikos Bei's, deren erfter 27 griechifche Schriftftücke aus
dem 14—18. Jahrhundert, deren zweiter 140 Infchriften
aus den Meteorenklöftern bringt. Die Schriftftücke find
nicht von gleichem Wert. Von den Kollektenbriefen z. B.
brauchte höchftens einer veröffentlicht zu werden. Es
genügte Zeit und Namen anzugeben. Ich habe deren
auch in den Athosklöftern manche gefehen, teilweife auch
abgefchrieben. Sehr wertvoll ift ohne Zweifel das Leben
des h. Athanafios ,xov äoxyaavxog hv xolg 2xayolg, sv xcö
Xiiim zip vji avzov xXydEvxi Mexecoqco' (S. 208). Er
ftarb 1383. Sein Bios ift bald nach feinem Tode gefchrie-
ben. Die kritifche Einleitung in diefes Stück ift befonders
eingehend und belehrend, auch der Text fcheint gut
geftaltet zu fein. Auch die übrigen Stücke find zweckdienlich
eingeleitet. Ihr Wert befteht teils darin, daß fie
in das intimere Klofterleben einführen, wie das Verzeichnis
der Kellien vom Klofter der .Verklärung', und ihrer Abgaben
(saec. 17). Die Infchriften des zweiten Artikels
laffen auch in das bunte Leben der Wirklichkeit blicken.
Sie konnten vielleicht beffer geordnet fein. Die Kreuz-
infehriften z. B. follten nebeneinander flehen. Neben
diefen Arbeiten von Nikos Bei's fei hingewiefen auf die
13 Erlaffe der Metropoliten Johannes Apokaukus von
Naupaktus, teils Entfeheidungen des geiftlichen Gerichts
teils folche der Synode diefer Metropolis, denen Johannes
als Vorfitzender angehörte. Johannes Apokaukus, der
fonft auch als gelehrter Polemiker, natürlich gegen die
Lateiner auftritt, lebt im 13. Jahrhundert. Der bekannte
Papadopulos Keramefs hat die Erlaffe ediert. Es mag
genügen, wenn wir aus den darftellenden Artikeln den
herausheben, der ebenfalls von Papadopulos Keramefs
flammt. Er handelt von dem Liede 'Axdlrtözog'. Der

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