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Ausgabe:

1912

Spalte:

34-35

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Myhrman, David W.

Titel/Untertitel:

Babylonian Hymns and Prayers 1912

Rezensent:

Ranke, Hermann

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Seite 1, Seite 2

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Theologische Literaturzeitung

Begründet von Emil Schürer und Adolf Harnack
Fortgeführt von Professor D. Arthur Titius und Oberlehrer Hermann Schuster
Jährlich 26 Nm. Verlag: J. C. Hlnrlchs'fche Buchhandlung, Leipzig_Halbjährlich 9 Mark

Q«7 j.u »T r> Manufkripte und gelehrte Mitteilungen find aus fc h Ii e ßl ic h an _ _^

O/ . Udliri?. IMT. d. ProfeflbrD. Titius in Göttingen, Nikolausbcrger Weg 66, rufenden. 20 TaniiaT* 1Q12

Rezenfionsexemplare ausfchließlich an den Verlag. uuiiuur ,v/1"

Beb ari Lal, The Thesaurus of kuowledge diviue

and temporal (Oldenberg).
Myhrman, Babylonian Hymns and Pravers

(Ranke).

Rießler, Die kleinen Propheten oder das Zwölfprophetenbuch
(Volz).

The Cambridge Bible for Schools and Colleges
(Xeflle).

Ott, Die Auslegung der neuteftamentlichen Texte
über die Ehefcheidung (Fiebig).

Weiß, Der Hebräerbrief in zeitgefchichtlicher
Beleuchtung (Knopf).

Sybel, Chriftliche Antike. 2. Bd. (Heunecke).

Scholz, Glaube und Unglaube in der Weltgeschichte
(Heim).

Regesta pontificum romanorum. Aemilia sive

provincia Ravennas (Keller).
Doumergue, Jean Calvin, Les hommes et les

choses de son temps. Tom. IV. (Uobftein).
Finkeu, Die Reichsftadt Aachen auf dem wefl-

fälifchen F'riedenskongreß (Katterfcld).
Haering, Der Duisburg'fche Nachlaß und Kant's

Kritizismus um 1775 (Wüft).
Der Modernismus. Vier Vorträge, gehalten von

Paul Sabatier, Romolo Murri, A. L. Lilley

und D. Philipp Funk (Kübel).
Natorp, Philofophie. Ihr Problem und ihre

Probleme (Jordan).
Koch U.Wecker, Religiös-wiffenfchaftliche Vorträge
für katholifche Akademiker (Bruckner).

F o r e 1, Kulturbeftrebungen der Gegenwart (Bornemann
).

l.omer, Krankes Chriftentum (Niebergall).
Vogt, Soziales Leben in der erften Kirche (v.
d. Goltz).

Schmidt, Handbuch fürdenPerikopenunterricht
(Kabifch).

Referate: Gregory, Die Schriften von Carl
Weffely. — Die Heilige Schrift des Alten Te-
ftaments, hrsg. v. Kautzfeh. Schluß. — Lütke-
mann, De prophetarum minorum locis ab Ori-
gene laudatis. — Ben nett, A biblical Intro-
duetion. — Holtzmann, Die Entftehung des
Neuen Teftaments.

Wichtige Rezenfionen. — Neuelle Literatur.

Beh ari Lal: The Thesaurus of knowledge divine and temporal
or the Vedas and their Angas and Upangas. Vol. I.
(XIV, VII, 507 u. IV S.) gr. 8°. Lahore ioio. s. 10 —

Ein intereffantes Buch. Es zeigt, wie ein eifriger,
von lebendigfter Wahrheitsliebe erfüllter indifcher Veda-
gelehrter, unbefriedigt von der Vedaerklärung der indi-
fchen Kommentatoren, aus der Ferne auf die europäifche
Vedaforfchung hinblickend und ihr im Ganzen mißtrauend.

Den Kult der hingegangenen Ahnen kennt der Veda
nicht; ebenfo wenig fchreibt er Tieropfer vor — und fo
fort. Bei aller Achtung vor der ehrlichen Überzeugung,
von welcher diefe Thefen ohne allen Zweifel durchdrungen
find, wird man nicht umhin können den Wunfeh
auszufprechen, daß Männer wie der Vf. die Wege fachen
und finden mögen, den Werkftätten europäifcher Forschung
näher zu kommen, als es ihm gelungen ift, von
den Methoden, mit denen die dort getane Arbeit be-
den ehrlichen Verbuch macht, mit den Mitteln indifcher I trieben wird, von dem Horizont, zu dem der Blick dort
Wiffenfchaft ein wahreres Verftändnis des Veda zu er- j reicht, adäquatere Vorftellung zu erlangen, als die ganz

schattenhafte, die ihm vorfchwebt — mit einem Wort:
das Leben unfrer Wiffenfchaft in fich felbft zu erleben.
Schon hat Indien diefer Wiffenfchaft Mitarbeiter geftellt,
auf die wir mit Dank, ja mit Verehrung hinzublicken alle
Urfache haben. Ein Buch, wie das vorliegende, macht
uns fühlbar, wie viele Schwierigkeiten da an manchen
Stellen doch noch zu überwinden find; wie follte es auch
anders fein? Daß unter den Erforfchern der altindifchen
Gedankenwelt die Inder felbft immer mehr die ihnen gebührende
Stelle einnehmen, kann nur auf das lebhaftefte
gewünfeht werden. Möchte die Verftändigung mit ihnen
über die Grundlagen, auf denen die gemeinfame Arbeit
zu ruhen hat, weiter fortfehreiten!

Göttingen. H. Oldenberg.

reichen, als Säyana oder Mahidhara befeffen hat. Die
oben genannten Erklärer find, fo bemerkt der Vf., von
den Vorftellungen fpäterer Zeit, Ideen deaTPuränas u. dgl.
beeinflußt. In Europa zieht man die vergleichende Sprach-
wiffenfehaft heran, aber die ift ,a mere child of yester-
day little more than one hundred years'. Für den Eifer
und die Wahrheitsliebe der europäifchen Arbeiter, der
,galaxy of these splendid antiquarians and resear'chers
in the Vaidica lore', hat der Verfaffer, gegen Andersdenkende
von ritterlicher Gefinnung befeelt, Worte
wärmfter Anerkennung. Ohne Erfolg, fo findet er, find
die Bemühungen diefer abendländifchen Forfcher nicht
geblieben. Aber im wefentlichen find doch die Wege,
welche fie gehen, nicht die richtigen. Durch und durch
Inder, wie der Vf. ift, am Erbteil des alten Indertums
fefthaltend, kann er Männern kein Vertrauen fchenken,
die den Veda erklären wollen und doch die Riten nicht Myhrman, David W.: Babylonian Hymns and Prayers. (Uni-

the^SaJdht6 LT" VCda TvrU?T'T Tu TC,T versityofPennsylvania. The Museum. Publicationsofthe
rne bandnya die morgendliche und abendliche Medita- n u i • o .■ , „, .. , , , •

bon) and they never perform Agnihotra (das Feuer- Babylonian Section, Vol. I, No. i). Philadelphia 1911.
opfer) daily twice'. Sie follten die alten indifchen Der durch kleinere Arbeiten fowohl wie durch feine

^rammatiker, Etymologen, philofophifchen Theoretiker ' vortrefflichen, 1910 in Philadelphia erfchienenen, ,Sume-
aer Vedaexegefe wie Pänini, Yäska, Jaimini ftudieren rian Administrative Documents' rühmlich bekannte fchwe-
A VAdas nicht in der Tat?) und mit deren Auffen difche Affyriolog und Sumerolog hat unfer Material zur
ri v raA-betracnten lernen- Zu welchen Ergebniffen Kenntnis der fumerifch-babylonifchen Religion durch die
B1 f t felbft auf diel"em Wege — »through the i vorliegende Arbeit wieder um ein wertvolles Stück be-
nelp ot the sages of yore' — gelangt ift, veranschaulicht ! reichert. Wir erhalten auf 34 autographierten Tafeln
MS r v!n üch- Fur ihn ift der Veda ewi& nicht von 18 Texte religiöfen Inhalts, die fich heute im Befitz des
"!f »l: f6" u Vx7hrend- >The Vedi and ^e universe are Mufeums zu Philadelphia befinden und teils im Antiken-

1 handel erworben, teils in Nippur ausgegraben worden find.
Die letzteren (Nr. 1—11), meift Fragmente von fehr
ftattlichen Tafeln, gehören zum größten Teil etwa der

co-existent'. Wenn die weltliche Forfchung das indifche
f TT m-n en^en Räume weniger Jahrtaufende ein
ichließen will beruht das auf Anfchauungen der alttefta .

menthehen Theologie, auf der Verehrung chriftlicher Zeit der Dynaftie von Ifin an (etwa 2350—2100 v. Chr.)
BJogmen. Der vedifche Glaube ift reiner Monotheismus. | und find, bis auf zwei, in der fumerifchen Sprache abge-

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