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Ausgabe:

1912

Spalte:

481

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Lehmann, Edv.

Titel/Untertitel:

Der Buddhismus als indische Sekte als Weltreligion 1912

Rezensent:

Franke, R. Otto

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Seite 1

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Theologische Literaturzeitung

Begründet von Emil Schürer und Adolf Harnack

Fortgeführt von Professor D. Arthur Titius und Oberlehrer Lic. Hermann Schuster

Jährlich 26 Nrn. Verlag: J. C. Hinrichs'fche Buchhandlung, Leipzig Halbjährlich 9 Mark

Manufkripte und gelehrte Mitteilungen find au sfch Beßlich an ,

37. Jahrg. Nr. 16 ^m^,i!^^^A^a^^teaäea- 3" AuSust 1912

Lehmann, Der Buddhismus als indifche Sekte

als Weltreligion (Franke).
Der Islam. Zeitfchrift f. Gefchichte u. Kultur des

islam. Orients. Hrsg. v. C. H. Becker. 2. Bd.

(Hartmann).

Jeremiah and Lamentations. Vol. II. Jeremiah
XXV to LH (Lohr).

Meyer, Der Papyrusfund v. Elephantine (Smend).

Weiß, Der Gebrauch des Artikels bei den Gottesnamen
(Debrunner).

Furneaux, The Acts of the Apostels (Wright).

Hoskier, The Golden Latin Gospels JP in the
library of J. Pierpont Morgan (Gregory).

Grimme, Die Oden Salomos fyrifch-hebräifch-
deutfch (Neftle).

Hiobouniotis u. Beis: Hippolyts Schrift üb.
die Segnungen Jakobs. — Diobouniotis,
Hippolyts Danielcommentar in Handfchrift Nr.
573 des Meteoronklofters (Koch).

Greven, Die Anfange der Beginen (O. Clemen).

Sonntag, Der Zufammenbruch des Vatikans
(Holl).

Chriftlieb, Harnack-Bibliographie (Krüger).
Brentano, Ariftotelesund feine Weltanfchauung

(Goedeckemeyer).
Hack, Das Wefen der Religion nach A. Ritfehl

Referate: Kittel, Die altteftamentliche Wiffen-
fchaft in ihren wichtigften Ergebnilfen m. Berückficht
, des Religionsunterrichts dargeflellt —
[Meyer] Ernftliche Ermahnung Hugo v. Landenbergs
, Bifchofs zu Konftanz, zu Frieden u.
cbriftlicher Einigkeit, m. fchöner Auslegung

"jr"Vr" 1 u. Erklärung, [famt:] Summarium der fchadl
u A. E. Biedermann (Johannes Weudland). tgäl, Gifte, fo in diefem Mandat inbegriffen. —

Schrotentreck's v. Biffingen Practica
auf das 1523. Jahr. — Schulze, Aeneside-
mus od. üb. die Fundamente der v. dem
Herrn Profeffor Reinhold in Jena gelieferten
Elementar-Philofophie. — Bleek, Giordano
Bruno-Goethe u. das Chriflusproblem.— Kirn,
Sittliche Lebensanfchauungen der Gegenwart.
Alle Lande find Seiner Ehre voll! Her-

Wein ft ein, Die Grundgefetze der Natur und
die modernen Naturlehren (Beth).

Eger, Taufe u. Abendmahl im kirchlichen Unterricht
der Gegenwart (Niebergall).

Lebendige Gemeinden. Feftfchrift, Emil Sülze
zum 80. Geburtstag am 26. Februar 1912 dargebracht
v. Carl Clemen / Johannes Eger / Paul
Grünberg / Paul Kirmß / Walter Kötzfchke /

Jakob Schoell / Fr. Siegmund-Schultze / Friedrich
Spitta / Augufl Stock (Bornemann).
Roth,"iuf^burgs Reformationsgefchichte. 4. Bd. j Zurhellen,DieReligionderPropheten(Kleinert).
(Bollert). I Hering, In Ihm war das Leben (Wächtler).

Carl Lammers / Heinrich Matthes / Paula , ausg v M Hennig. — Geyer u Rittel-
Müller / Friedrich Niebergall / Martin Schian/ | meyer. Leben aus Gott

Berichtigung von Vorbrodt.

Mitteilungen: (17) Antonius der Anachoret
(Maas).

Wichtige Rezenfionen. — Neuelle Literatur.

Lehmann, Prof. D. Edv.: Der Buddhismus als indifche Sekte
als Weltreligion. (VII, 274 S.) 8°. Tübingen, J. C. B. Mohr
1911. M. 5—; geb. M. 6 —

hamburg. wiffenfchaftl. Stiftg. 2. Bd. 4 Hefte. Lex. 8°.
Straßburg, K. J. Trübner 1911. M. 20 —

Von der ThLZ. 1910, Sp. 707 ff. gewürdigten Zeitfchrift
liegt nun Bd. II vor und ift ebenfo wie I (f. ThLZ. 1911,
Sp. 289 ff.) ausgezeichnet durch eine große Anzahl die
Wiffenfchaft fördernder Beiträge. Der Islamforfchung
widmen fich eben heute zahlreiche tüchtige Kräfte. So
konnte der Herausgeber auch ,Die vierte Islamzeitfchrift',
The Moslem World, mit freundlichen Worten begrüßen
(S. 284—6). Bei dem Bericht über Bd. II verfahre ich wie
bei I nach den fünf Gefellungkreifen.

II. Völkifches Leben: O. Refcher zeigt in ,Ethno-
logifches im arabifchen Sprichwort' 98—101, wie fcharf
das arabifche Sprichwort völkifche Eigenfchaften und innerhalb
eines Volkes die verfchiedenen Gruppen beleuchtet,
meift geißelnd (S. 98,10 ftreiche ,und feine Sprache').

III. Wirtfchaftsleben: E. Wiedemann macht in
,Über den Wert von Edelfteinen bei den Muslimen'
(S. 345—58), Mitteilung von einigen Stellen aus der .Mineralogie
' und dem Volumen-Werke Berünis. — G. Jacob
gibt S. 109 eine Notiz: ,Brettchenweberei bei Schanfara'.

IV. Vorftellungsleben: An erfter Stelle fleht hier
Beckers .Materialien zur Kenntnis des Islam in Deutfch-
Oftafrika', 1—48. Von den fünf Abfchnitten (1. die Sektengliederung
des oftafrikanifchen Islam, 2. Ausbreitung und
Charakter, 3. die literarifchen Grundlagen, 4. das Zauber -
wefen, 5. Ereigniffe aus jüngfter Zeit) hebe ich hervor 3.,
fich aufbauend auf einer Sammlung von fechs oder mehr
Bibliotheken aus dem Befitze von Suahelimwalimus und
5., Nachträgliches zum Wafferzauber von 1905/6 und über
die Mekkabriefaffäre von 1908; zu 2. ift jetzt zu beachten

dje"^tra^tune""des i5äfeins-Elendes und der davon , Klamroth, Der Islam in Deutfch-Oftafrika (Berlin 1912).
handdnd^ erquickendes Element hineintragt, | - Strothmann bringt den Artikel ,Die Literatur der

.Diefem Buche liegt ein dänifches („Buddha", Köbenhavn
1907) zugrunde, in dem' Lehmann ,verfuchte, eine leicht
faßliche und überfichtliche Darftellung des Buddhismus
als Gefamterfcheinung zu geben und durch religionsge-
fchichtliche Vergleiche befondeis die religiöfen Werte
diefer Religion zu beleuchten. Die deutfehe Ausgabe hat
diefen Charakter bewahren wollen'. Er wollte alfo, wenn
wir ihn recht verliehen, ein popularifierendesBuch fchreiben.
Das muß man im Auge behalten, um ihm gerecht werden
zu können. Wifienfchaftlicher Kritik bietet es zahlreiche
Angriffspunkte, wir lalfen fie aber fchweigen.

Wer zu diefer Einfchränkung der an das Werk zu
Hellenden Forderungen mit Ref. fich bereit findet, wird
es mit Genuß lefen. Denn L. verlieht es in vortrefflicher
Weife, Wefen und Gefchichte des Buddhismus unter weiten
Perfpektiven zu betrachten und auch den indologifchen
Lefer durch originelle Gefichtspunkte zu feffeln und anzuregen
. Dazu kommen die Vorzüge einer guten fchrift-
ftellerifchen Begabung. Die kleinen Verhedderungen des
Ausdruckes, die gelegentlich noch den Ausländer verraten
, wirken fall wie Schönheitspfläflerchen gegenüber
dem fonftigen pikanten Reiz feiner Darftellung. Die
überrafchend virtuofe und frifche Art, mit der er die
deutfehe Sprache handhabt, ift fo einnehmend, daß man
auch gelegentliche burfchikofe Wendungen fich gern
gefallen läßt. Und dankbar fei noch anerkannt: L. hat
itwas, was häufiger fein follte und was gerade in

— Humor.

Königsberg i. Pr. R. Otto Franke.

-----------x------«y»*/.

Strothmann bringt den Artikel ,Die Literatur der
Zaiditen' zu Ende S. 49—78 (vgl. ThLZ. 1911, Sp. 290)
hier wird auch der Enzyklopädifl Ibn Almurtada (Murtada
Hortens, in delfen .Problemen' der zaiditifche Charakter
des Mannes nicht hervortritt) als Theologe gewürdigt
• ,,. c r c l'-üi-p ,1 Kultur des islam. j (S. 71 f.). — G. Jacob gibt in .Fortleben von antiken
Der Islam. Zeitfchrift f. Gefchichte m rv ft der 1 Myfterien und Alt-Chrilllichem im Islam' (S. 232-4) eine
Orients. Hrsg. v. C. H. Becker. Mit u ^

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