Recherche – Detailansicht

Ausgabe:

1912 Nr. 9

Spalte:

264-267

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Sanday, W. (Ed.)

Titel/Untertitel:

Studies in the Synoptic Problem 1912

Rezensent:

Hoffmann, Richard Adolf

Ansicht Scan:

Seite 1, Seite 2, Seite 3

Download Scan:

PDF

263

Theologifche Literaturzeitung 1912 Nr. 9.

264

Zitate verifizieren. Mit der apokryphen Literatur teilt er
auch die Bezeichnung des Satans als Belijaal, den Engel
nüüöian. In ihren Kreis paßt wohl eher die ungeheuerliche
Behauptung, daß feit dem Tode Elazar's, Jofua's und
der Älteften bis zur Zeit Davids — ihn mit begriffen —
das Gefetz in der Lade verfchloffen geblieben und von
Niemand gelefen wurde. Ich erwähne in diefem Zufammen-
hang auch die wunderliche Exegefe zu Arnos 5,26, wonach
rVOD und TTD das Gefetz und die Bücher der Propheten
bedeuten follen. Ein fehr ernftes Bedenken gegen
das hohe Alter der Schrift finde ich in der Sprache. Mir
fcheint es völlig ausgefchloffen, daß ein Schriftfteller der
alten Zeit in folch fklavifcher Abhängigkeit von den
Phrafen und dem Vokabular der Bibel fleht, daß kaum
ein einziger Ausdruck den Stempel felbfländiger Prägung
trägt. So kommt er dazu, den König als tfilSD zu bezeichnen
, von den einzelnen Gemeinden als von Lagern
zu {brechen. Anderfeits werden wir wieder in ein ara-
mäifches Milieu verfetzt. Selbft den Namen des Gefetzbuches
, IWiii, muß ich als aramäifch anfprechen, ebenfo
ift (DiTQ-n) ibay (12,12) ein Aramäismus: die Würmer ..
Ein J o d zu ergänzen, wie einmal bei 13, halte ich bei dem
wiederholten Vorkommen kaum für ftatthaft. Dahin gehört
auch wohl das häufige *po, das iCn längft in dem
recht fpäten aramäifchen Bruchftück der XII Patriarchen
= xa%iq wieder gefunden habe u. a. Die Vermengung
der beiden verwandten Sprachen würde freilich auch für
die Zeit der Mifchnah paffen, ebenfo wie manche gram-
matifche Bildungen wie der Infin. ©l~pb, der Plur. nn^lB,
der nur einmal aus der Chron. zu belegen ift, die Behandlung
des Artikels und vielerlei fonft, das der Herausgeber
bereits namhaft gemacht hat.

Schechter hat in der Erklärung des Textes ganz
Vorzügliches geleiftet. Ich erlaube mir im Folgenden eine
Reihe von Verbefferungen vorzufchlagen.

p. 2 Z. 5 zu man und 1TX lartb vgl. jef. 66,15 7 lies 11Ö3B
tnoa tb-a 8 011a 9 ftatt 1» lies xinn 10 ftatt n iimn

15 iiaiEX vertritt das gewöhnliche 3111 18 !13 und alle folgenden beziehen
fich auf nHiHÜ, das dann wiederholt als masc. behandelt wird.
Auch 12 Z. 19 und 20 ift in 12 zu emendieren und ebenfo p. 3 Z. 9
und 10 p. 3, 5 psirii 16 m. E. hängen von ("HIB die Objekte in den
Zeilen 14 fr. ab.

p. 4 1 itUlpa 2 nn li)3a 9 mit ni133 beginnt der Nachfatz
zu dem Hauptfatze 01X3.1 221 16 02^1 ftatt Dirvn 18 die masc. ttt»
find eigentümlich, fie vertreten wohl das Neutrum. 20 0111233 bezieht
lieh natürlich auf die Netze. Darum kann auch von dem dritten Netze
nicht die Rede fein.

p. 5 5 15211 zu gutem Ende kommen (vgl. aram. pbo) II der
plur. nniffllp hier und 7,4 ift curios. 15 cj. yhrii p. 6 7 cj. DniXEtl
inst 13E2 10 überfetze: und andere als fie werden (den Bund) nicht
erreichen 11 Zum Verftändnis für das Folgende bemerke ich: p. 6, H
bis 7,9 fleht dem Abfchnitt auf p. 7.9 bis 8, 12 gegenüber; bei letzterem
wird zuerft (bis 8, 1) von der erften Heimfuchung gefprochen und dann
von den Abtrünnigen des zweiten Bundes. Beide Abfchnitte werden dann
8,;I2 bis 8,20 zufammengefaßt. p. 6 12 Villi ift Nachfatz. Die Stelle
in Maleachi wird dann umgedeutet. 14 X5 ift zu ftreichen. Der umfangreiche
Satz fchließt erft mit dem Nachfatz p. 7,4 Dannau bo etc.
15 das Gut des Frevels wird durch die Parenthefe XOBSl bis 17 lMSli
näher erklärt.

p. 7, 4 Dnh = für fie 5 1*1101 9 ergänze nach 010X101 das Wort
i-lbstn, fonft müßte es Slbxn Qiph3 heißen, die LA p. 19, 14 ift ein
Verfloß gegen den Geift der hebr. Sprache. Die beiden folgenden Sätze
in der gleichen Linie müffen umgeftellt werden. 11 ftreiche last 123X
13 123 bis ("HIHI ift aus der vorhergehenden Zeile fälfehlich wiederholt.
15 ibnxa muß geändert werden.

p. 8 6 lies 1X2JO 14 123X1 kann nur bedeuten: während doch
lies lX31irni und vgl. lai (10,9) u. a.

p. 9, I XU! nianb bildet den Nachfatz: der ift zu töten. Mit
Z. 2 beginnt ein neues Gefetz 2 lies 52, das Folgende bildet nämlich
die Erklärung zu dem Satze aus L. 19, 18 naina zu Recht weifen
(wie auch Z. 18) 1X13111 darf nicht geändert werden. 6 beffer 0X1 II
ftatt 1XOO lies 1pB3 oder Ipaa der Befehlshaber des Lagers
befchwöre den Eigentümer 13 2121311 muß bleiben. Überfetze:
fo gehört das Zurückgegebene dem Priefter i6ff. Von einem
3. Zeugen kann keine Rede fein, das beweift fchon der Schluß (23) Zuerft
treten zwei einzelne Zeugen auf und Z. 20, wo er von einem Zeugen
fpricht, ift zu korrigieren SpX DX1 mid Olli zu ftreichen. 23 ergänze yo

p. 10 18 lies wä-rek 22 lies np23al1 1)21X11 Ja p. II, 4 lies
1131353 D1E112 IX . . 010312 12 cj. 1131.

p. 12, 10 deckt in dem llxa etwa OliX ? 12 lies ni2ain 15 denn
dazu find fie ihrer Natur nach verurteilt d. h. lebend ins Waffer

oder Feuer zu kommen. 16 lies QiblXJb wegen Verunreinigungen
und beginne mit 1B2 den Nachfatz.

p. 13 8 hl (Anm. 3) ift unmöglich, der Gottesname wird ja überall
vermieden. 9 lies 031X23 wie Jef. 53,4 12 lies lnVh.

p. 14 2 bx 0113 bei folgendem Abstractum ift unmöglich. Eventuell
müßte man den Satz nach 7, 5 ergänzen. 4 DOlElbtE (bis) auffallig,
ebenfo 1103 (14).

p. 15 5 ergänze lalpi, event. 1X2N

p. 16 7 Dipilb zu ftreichen. p. 19 19 OX EK 26 lies CpBÜ

Dnx 28 oBUjan jai 30 lies anx.

p. 20 4 lies 101111311 und hlSO (5) 7 nach tOX ift OH255 zu
ergänzen. 12 lies XHI.

Straßburg i/E. S. Landauer.

Gregory, Cafp. Rene: Textkritik des Neuen Teftaments. 3.

(Schluß-)Bd. (S. 995—1486.) gr. 8°. Leipzig, J. C. Hin-
richs 1909. M. 12 —

(Vollftändig M. 36—; geb. M. 40—)

Gregory hatte eigentlich den Plan, in diefem Bande
eine kritifche Einführung in die aktuelle Text-Kritik des
Neuen Teftaments zu geben, er hat aber diefen Plan an-
gefichts des noch nicht zum Abfchluß gelangten großen
v. Sodenfchen Textwerkes mit Recht zurückgeftellt. Er
gibt nun nach einer kurzen Einleitung, in der er fich
wiederum mit der bei ihm fchon gewohnten temperamentvollen
Art für einen unbedingten Anhänger der großen
englifchen Textkritiker Weftcott und Hort erklärt, Nachträge
und Berichtigungen zu den erften beiden Bänden
und die fo notwendigen und lange vermißten Nachfchlage-
liften. Auch diefe Nachträge, die fich zu einem ftattlichen
Buche ausgewachfen haben, enthalten ein ungemein weit-
fchichtiges und fehr dankenswertes neues Material. Vor
allem führt G. in ihnen diejenige Veränderung in der
Signierung der Handfchriften, die er in feinem Buch: ,die
griechifchen Handfchriften des neuen Teftaments 1908',
empfohlen hatte, im einzelnen durch, d. h. jede Handfchrift
erhält eine nachträgliche Bemerkung, wenn nötig ein neues
Sigel. Vor allem verweife ich auf die vielen Kollationen
refp. die Abdrucke neuentdeckter Handfchriften, oder
Handfchriften-Fragmente, die wir namentlich in dem Abfchnitt
S. 1024—1092 finden, fo z. B. einen Abdruck der 2
neuen Blätter von R (027), eine vollftändige Kollation vonY
(034), auch von der Apokalypfen-Handfchrift 051 (Er vgl.
S. 1042) ufw. Auch in der zweiten Serie von Nachträgen
S. 1363 befchenkt uns G. mit derartigem wertvollen Material:
Abdruck der Fragmente 064 (Kiew) 0165 (Berlin) ufw. —■
Die Zahl der beigebrachten Kleinfchriften beläuft fich jetzt
(S. 1207) auf 2304 (beachte hier zu 2302, Apokalypfen-
Handfchrift, eine vollftändige Kollation); S. 1372 finden wir
in einem erneuten Nachtrag die Nummern 2305—2318;
ebenfo wertvoll find die Nachträge zu den Kapiteln über
die Lefebücher des Neuen Teftaments und die Über-
fetzungen. Die Nachfchlageliften enthalten t. ein Verzeichnis
der Abkürzungen, 2. der Perfonen und Sachen, 3. eine
Zufammenftellung der Bezeichnungen der Handfchriften bei
Gregory mit v. Sodens Nummern, 4. das fchon aus der
früheren Auflage bekannte Verzeichnis der Handfchriften
nach deren jetzigen Standorten. Eine vergleichende Zufammenftellung
der neuen Sigel Gregorys mit denen
fämtlicher älterer Text-Herausgeber konnte fortbleiben,
weil fie fchon in dem Werk von 1908 gegeben waren.

Göttingen. Bouffet.

Studies in the Synoptic Problem. By members of the Univer-
sity of Oxford. Edited by Prof. W. Sanday, D.D.
(XXVII, 456 S. m. 1 Taf.) 8°. Oxford, Clarendon
Press 1911. s. 12. 6

Sieben angefehene englifche Gelehrte liefern hier,
unabhängig von einander, Beiträge zur Löfung der fynop-
tifchen Frage. Zunächft unterfucht der Herausgeber
,die Bedingungen, unter denen die Ew. gefchrieben
wurden, in ihrer Beziehung auf einige Schwierigkeiten