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Ausgabe:

1910 Nr. 17

Spalte:

521

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Bréhier, Émile (Ed.)

Titel/Untertitel:

Philon, Commentaire allégorique des saintes lois après l‘oeuvre des six jours 1910

Rezensent:

Wendland, Paul

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Seite 1

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52i Theologifche Literaturzeitung 1910 Nr. 17. 522

Philon, Commentaire allegoriquedessaintesloisapres l'oeuvre den Neuteftamentlern, die ja freilich in ihren Reihen
des six jours. Texte grec, traduction frangaise, intro- auch talmudiftifche Fachleute zählen follten, möglichft

duction et index par Prof. Dr. Emile Brehier. Paris, I beq^ame n5anfdreichu.nR tut , An Einzelheiten fei fol-
. „ , " . p . gQ ' i gendes notiert: i, mußte in der erften Zeile der Uber-

A. Picard et Fds 1909. (XXXVIII, 330 p.) 8° fr. 3.50 , fetzung jWerden abgeurteilt' in Klammern gefetzt werden,
Der Verfaffer, der fich in einem früheren Werke als ! da das im hebräifchen Text nicht fteht. Für ,fo R.
gründlicher Philo-Kenner erwiefen hat (f. meine Anzeige Me'ir' würde beffer wörtlich zu überfetzen fein: ,Worte
1907, Sp. 455ff.), gibt zuerft einen kurzen Abriß des i R. Me'ir's'. S. 1, Z. 2/3 v. u. ift .entfchieden' einzuklam-
Lebens Philos. Dann befpricht er das Verhältnis der I mern. S. 3, Z. 4 v. o. gehört das Komma hinter ,um-
Bücher Nö/icov hgwv alXrjyoQiug zu andern, ihren Cha- j bringt'. S. 7, Z. 4/5 v. o. wird nicht klar, was die Worte
rakter und Gedankengang. Die neuere Literatur ift ! ,fogar folche wie Abigail' bedeuten. 3,1 wäre wiederum
benutzt, die Überfetzung, der die nötigften Erklärungen .werden abgeurteilt' einzuklammern. S. 8, Anm. 5 wäre
(befonders wertvolle über die Quellen der philofophifchen 1 ein Hinweis auf Matth. 5:|(; angebracht gewefen, zu S. 14,
Ideen) beigefügt find, ift finngetreu und fehr gefchickt. j Z. 9fr. v. o. ein Hinweis auf Mt. 2725 u. Par. S. 17 fehlt
Die Gegenüberftellung von Original und Überfetzung ift ; im Text die Zahl für die 13. Anmerkung. Zu S. 17,
fehr geeignet, über die Schwierigkeiten der erften Philo- | Z. ioff. v. u. fehlen die Hinweife auf das Neue Tefta-
lektürc den Anfängern hinwegzuhelfen. Textkritifche ment, ebenfo S. 21, Z. 6ff. v. o. Kap. io,.., ftehen fchwer-
Bemerkungen find durch die Grundfätze der Sammlung ; lieh jetzt an ihrer urfprünglichen Stelle, fie fehen aus
ausgefchloffen; doch finden fich mehrere über den Bibel- wie der haggadifche Schluß eines Traktats. Es wäre fehr
Text. S. 12 ij 17 Ende ift aus Verfehen xai ft. xaxa, erwünfeht, wenn Str. in zukünftigen Ausgaben von
S. 18 § 26 tqo<p(] ft. xQocpijg gedruckt, S. 40 § 54 ye Mifchnatraktaten auch den Fragen der Literarkritik einen
vixmxaxrj fälfchlic'h getrennt. S. 68 § 95 find die Worte : Raum gönnte und eventuell durch verfchiedene Typen
xai xov xvniov ausgefallen, wodurch der Zufammenhang die Kompofition des betreffenden Traktats zur An-
unverftändheh ift. Solche kleine Verfehen werden fich | fchauung brächte. Zu einer .Einleitung in den Talmud'
noch mehr finden; ich habe nur B. I gelefen. Wer einen j nach Art unferer Einleitungen in das Alte und Neue
ganz korrekten griechifchen Text drucken will, muß ihn ! Teftament, die einmal wird entftehen müffen, wäre das ja
fich bei der Korrektur vorlefen laffen. | eine notwendige Vorarbeit. Zu S. 43/44 läfe man gern bei

p.,,1 WpnHlanö Stn eine Angabe der Gründe, die hier zu Abweichungen
Böttingen. laul Wendland- | von der wörtlichfiten Erfüllung von 5. Mofe i9l„ fuhren.

Z. 13 fr. v. o., ebenfo Z. 6ff. v. u. ift m. E. von Str. falfch

Strack, Prof. D. Dr. Hermann L„ Sanhedrin-Makkoth. Die nach Hoffmann ergänzt. Der Text redet lediglich von
»T.v ^ ... c c u4. j r- • cu dem Wert der Eheverfchreibung für den Käufer, nicht von

M.snatraktate über Strafrecht und Gerichtsverfahren. ; der Differenz zwifchen diefemSWert und dem Vollwert

Nach Handfchriften und alten Drucken herausgegeben, der Eheverfchreibung. S.46 u. ö überfetzt Str. lETb Tttbtl

überfetzt und erläutert. (Schriften des Institutum , mit ,das Schriftwort fagt lehrend'. Das ift ungenau und

Judaicum in Berlin No. 38. Herausgegeben von H. L. I nicht deutlich genug. Wörtlicher bedeutet das doch: ,Stu-

Strack.) Leipzig, J. C. Hinrichs'sche Buchhandlung dium befagt' d. h. ,tieferes Studium lehrt'. Stets führt

1910. (56* u. 60 S.) gr. 8" M. 2.40 ! d'efePormel Auslegungen ein, die nicht an der Oberfläche

' « ' & ^ liegen, tieferes Studium erfordern und allerdings meift

In der bekannten, fowohl durch Sorgfalt als durch nach unferen Begriffen etwas Gekünfteltes enthalten. S.47,

Sachkunde ausgezeichneten Weife läßt Strack hier auf Z. 7 fr. v. u. fehlen Klammern. S. 48 Z. 6 v. u. muß 3

feine kürzlich erfchienene Bearbeitung des Traktates 1 ftehen, nicht *. S. 57, Z. 13 v. u. ift ,d. i.' einzuklammern.
Aboda zara die Bearbeitung der Traktate Sanhedrin- Alle diele Ausftellungen in Kleinigkeiten follen den

Makkoth folgen. Sehr erfreulich ift, daß er auch hier hohen Wert der Strackfchen Arbeit nicht herabfetzen

feinem auf mühfamen . und zeitraubenden Kollationen • Wenn er S. 8* felbft erklärt, der Hoffmannfchen Bearbeitung

ruhenden Texte eine überfetzung beifügt, die mit An- ■ dierer Traktate manche Belehrung zu verdanken fo ift

merkungen verfehen und in ihrer Knappheit und Pra- ] doch andererfeits klar, wie viel Str. hier in Überfetzung,

zifion muftergiltig ift, genau wie die Überfetzung zu , Anmerkungen und nicht zum wenigften in der Reinigung

Aboda zara. Dem Texte ift ein Vokabular beigegeben. | des Textes, ebenfo wie bei feiner Bearbeitung des Aboda

Am Schluß der Überfetzung findet fich ein Verzeichnis zara, eigener, mühfamer und zuverläffiger Arbeit verdankt,
der von Strack angeführten neuteftamentlichen Stellen. Gotha R- u-

Wünfchenswert wäre für die Theologie, wenn Str. in biebig.
Zukunft auch ein Verzeichnis der in dem betreffenden

Wörter darböte
Befprechung der Strackfchen Bearbeitung des Aboda zara
zum Ausdruck gebrachten Wunfeh hier wiederholen,
Strack möge die Wirkfamkeit feiner vortrefflichen Arbeiten
für die Theologie dadurch erhöhen, daß er die
Bedeutung der einzelnen Traktate für neuteftamentliche,
gefchichtliche ufw. Fragen ins Licht ftellt. So wichtig
die philologiTchen Intereffen find, die Strack in erfter
Linie verfolgt, fo wenig find doch diefe Intereffen die

avec ceux de Mathieu et* de Luc. Essai d'une Intro-
duetion critique ä l'Etude du second Evangile. (Bi-
bliotheque de l'Ecole des Hautes Etudes. Sciences
religieuses. XXII volume.) Paris, E. Leroux 1909.
(IX, 323 P-) gr. 8»

Goguel legt uns von einer umfangreichen Studie
über die .Quellen der evangelifchen Gefchichte und die

erften und einzigen für diejenigen, denen diefe Traktate Kompofition der fynoptifchen Evangelien' den erften Tei.
dienen follen. Wie gern läfe man in St.s Ausgabe des vor, der fich mit dem Markusevangelium befchäftigt,
Sanhedrin-Makkoth einige kurze, zufammenfaffende Sätze j genauer mit feinem Verhältnis zu den andern Synoptikern
über die Frage nach der Bedeutung diefes Traktats für ; und feinen Quellen. Doch, um von dem Verf. nicht
die Erforfchung der Gefchichtlichkeit des Prozeffes Jefu! mehr zu erwarten, als er zunächft zu leiften gewillt ift,
Was er hierüber gelegentlich in den Anmerkungen zur | muß man fich gefagt fein laffen, daß eine zufammen-
Überfetzung fagt, ift unvollftändig; denn zu Sanh. IV, 1 hängende Charakteriftik der Quellen, einVerfuch, fie zu
fehlen bei ihm die Verweife auf das Neue Teftament I datieren und ih ren gefchichtlichen Wert zu beftimmen
faft völlig. Die gegenwärtige Lage der Theologie ver- ; erft folgen foll, wenn auch Matth, und Luk. einer einlangt
aber gebietenfeh, daß der talmudiftifche Fachmann j gehenden Durchforfchung unterworfen fein werden. So