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Ausgabe:

1910

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257

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(ohne Kategorisierung)

Titel/Untertitel:

Revue des sciences philosophiques et théologiques, 3. année 1909 1910

Rezensent:

Lobstein, Paul

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Seite 1

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Theologische Literaturzeitung.

Herausgegeben von D. Ad. Harnack, Prof. in Berlin, und D. E. Schürer, Prof. in Göttingen.
Jährlich 26 Nm. • Verlag: J. C. Hinrichs'fche Buchhandlung, Leipzig. Halbjährlich 9 Mark.

Manutkripte und redaktionelle Korrefpondenwn find ausschließlich . ., -iQ-ip.

Nr Q Jahre. 35. an Profeffor D. Schürer in Göttingen, Friedlanderweg156, zu fenden. J(J. April ItAU

" v/' ucl±Ai&" «-"-'" Rezenfionsexemplare ausfchließlich an den Verlag.

Revue des Sciences philosophiques et thdologi- Wieten, Irenäus Geschrift ,Ten Bewijze der

ques 3. Annee (Lobftein). apostolische prediking' (Bonwetfch).

Mignot, l'Eglise et la Critique (Lobftein). Tixeront, Histoire des DogmeS U lDe S^t

' „ ,. , n , / , .r. _ ' , Athanase a Saint Augustin (Kattenbufch).

kirchliches Handbuch für das katholifcheDeutfch- The Confessions of Augustine. Edited by Gibb

land, herausg. v. Krofe. Zweiter Band (Brucl
ner).

Bainvel, De Scriptura Sacra (Lobftein).
Nicolardot, La Composition du livre Habacuc
(Nowack).

Bartmann, Chriftus ein Gegner des Marienkultus
? (Bruckner).

and Montgomery (Scheel).
Becker, Auguftin (Derf.).

Thimme, Auguftins geiftige Entwickelung(Derf.)

Die Kirchenbücher der Mark Brandenburg II 1.

bearbeitet von Vorberg (Cohrs).
Veeck, Gefchichte der Reformierten Kirche

Bremens (Bode).
Merkle, Die katholifche Beurteilung des Aufklärungszeitalters
(Bruckner).
Otto, Goethe und Darwin, Darwinismus und
Religion (E. W. Mayer).

Heinrici, Zur patriftifchen Aporienliteratur 1 Hamelmann's, gefchichtliche Werke (Köhler).

(Dräfeke). j Löfcher, Geiftliche Lieder (E. Chr. Achelis).

Walther, Die chriftliche Sittlichkeit nach Lu- Brederek.HymnologifchesHilfslexikon (E. Chr.

ther (Köhler). Achelis).

Revue des Sciences philosophiques et theologiques. 3. Annde, barung und dem Wunder, von der Weisfagung, von
1909. Paris, V Lecoffre fr. 12— 1 Chriftus und dem Wefen des Dogmas entgegen. In

* , _ _ ' i feinem Schlußurteil faßt er feine Würdigung des geift-

Das in dtefem Blatt (Jahrg. 1909, Nr. 19) ausge- vonen Religionsphilofophen dahin zufammen, daß diefer
fprochene Urteil über die neue in Kam erfcheinende J fich VQm Chrift£ntum und vom Proteftantismus weiter
katholifche Revue trifft auch für den dr.tten nunmehr entfernt als Channing und Schleiermacher. ,Cc qui manque
abgefchloflenen Jahrgang zu. Anlage und Progamm find au Uvre dg M Sab^ie).y dest d^tre ckretien. On y cntend
diefelben geblieben. In den Leitartikeln gibt fich die- bim u / de pEvangile, mais si Von descend au

felbe liebevolle Pflege des Thomismus zu erkennen. Die w m comt°tera sam peme quc pauteur>

Bidletins zeichnen fleh durch diefelbe Genauigkeit und dg christianisme n>en a conserve que les vertus.

Objektivität aus; die Umfchau auf dem Gebiet der pe- , ßn r-ali(. •/ ■ pgrdu u Christ viva)U _ Cepmdant ce
r.od.fch erfcheinenden Veroffentl.chungen hat den Kreis • nßUS rasmre des[ £il pne et la prüre U en a
der beruckflchtigten Ze.tfchriften noch erwe.tert; das , ja certitude est toujoJs eJuckt Sa prüre ne yedescendra
Intereffe der forgfalttg geführten Chroniques hat auf ; pasvide dans son äme. A force d'aimer le Fere, il retrouvera
keinem Punkte nachgekffen. Für uns Proteftanten, ^ ^ /8^_K^ _ nir vweite A„ffArx C*iiint* et
denen es immer ienwer fallt, ein innerliches und lebensvolles
Verftändnis der mannigfaltigen im Katholizismus
der Gegenwart fich regenden Kräfte zu gewinnen, ift
diefe Revue von größtem Wert. Sie hat bereits, wie
verlautet, eine beträchtliche Anzahl von Lefern gewonnen
und in manchen Kreifen ihren Weg gefunden.
Wir wünfehen ihr zu diefem wohlverdienten Erfolge
Glück, und hoffen, daß derfelbe mit jedem Jahre zunehmen
wird.

Straßburg i. E. P. Lobftein.

le Fils' (66—87). — Der zweite Auffatz, Critique
tradition (88—144), wendet auf die Lehren, den Gottes-
dienft und die Verfaffung der katholifchen Kirche den
von Newman und andern modernen Katholiken ver-
fochtenen Gedanken einer Entwickelung der Offenbarung
an. Er trägt denfelben befcheiden, a titre d'liypothesc (97)
vor, indem er die Kirche als den lebendigen Organismus
faßt, der im Laufe der Jahrhunderte fleh das Gute
aflimiliert, das Schlechte ausfeheidet und fleh felbft durch
die ihm immanente Kraft der Wahrheit legitimiert (96. 102).
In der Durchführung und Anwendung diefes Prinzips
begegnet er fleh mit Loifys (dont la pensee s'est, helas!
depuis separee de la nötre 125) Schrift, l'Evangile et l'Eglise

Mignot, Mgr. Archeveque, L'Eglise et la Critique. Paris,

irr rr „ 7VT x on c 1 m und mlt lelnen polemifchen Ausfuhrungen gegen Harnacks

V. Lecoffre 1910. (XI, 315 p.) 8» fr. 3.50 ; Wefen des Chriftentums. - Die zwei folgenden Effays

Das hübfeh ausgeftattete Buch enthält vier bereits in
Zeitfchriften veröffentlichte Effays und zwei Reden des um
die Reform und Neubelebung des theologifchen Studiums
in der römifch-katholifchen Kirche fehr verdienten Erz-
bifchofs von Albi. Auf feine vor kurzem in zweiter Auflage
erfchienenen Lettres sur les Etudes ecclesiastiques,
die befonders an die Theologen gerichtet waren, läßt er
diefe für die gebildete Laienwelt beftimmte Schrift folgen,

follen die zwei wichtigften, durch die Gegner der Offenbarung
erhobenen Inftanzen widerlegen. Den gegen die
Kirche gerichteten Vorwurf, fie fei ftets die prinzipielle
Feindin der Wiffenfchaft gewefen, weift der Auffatz,
L'Eglise et la science (145 —181) zurück. Die aus den
religionsgefchichtlichen Schulen flammende Behauptung,
die Bibel fei nur die naturliche, rein menfehliche Blüte
des religiöfen Gefühls, daher von den heiligen Büchern

die in lichtvoller und eleganter Darfteilung einige der j anderer Völker nicht wefentlich verfchieden, wird in der
wichtigften, in der Gegenwart befonders umflrittenen > Studie, La Bible et les Religions (183—229) mit großer

Probleme der Religionswiffenfchaft behandelt. In dem
erften Auffatz, L'Evolutionuisme rcligicux (1—87) unterwirft
er Sabatiers Religionsphilofophie (Theol. Litztg

Entfchiedenheit bekämpft. Die erfte der in Angriff genommenen
Aufgaben fucht M. dadurch zu löfen, daß er
das der Autorität der Kirche unterworfene Gebiet gegen

1897, Nr. 7; 1899, Nr. i), die auch in katholifchen j den Bereich des rein weltlichen Wiffens genau abgrenzt,
Kreifen Frankreichs zahlreiche, mitunter begeifterte Durch diefe kluge Umfchreibung des flttlich-religiöfen

Lefer gefunden hatte, einer formell lehr höflichen und
liebenswürdigen, fachlich recht fcharfen und ablehnenden
Kritik. An der Hand des von ihm geprüften Werkes
ftellt er den von Sabatier vorgefchlagenen Löfungsver-
fuchen die im gegenwärtigen Katholizismus vertretenen

Materials, das allein zur Kompetenz der Kirche gehöre,
ift es dem Verf. möglich, die in den vergangenen Zeiten
begangenen Irrtümer freimütig einzugeltehen, ohne das
Anfehn der Kirche zu fchädigen; ebenfo gewinnt er dadurch
einen gewiffen Spielraum für die Bewegung der

Auffaffungen vom Wefen der Religion, von der Offen- | hiftorifchen Kritik, die in den ihr gewiefenen Grenzen
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