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Ausgabe:

1905

Spalte:

674

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Weinel, Heinrich

Titel/Untertitel:

Die Gleichnisse Jesu. Zugleich eine Anleitung zu einem quellenmäßigen Verständnis der Evangelien. 2., verb. Aufl 1905

Rezensent:

Holtzmann, Heinrich Julius

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Seite 1

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674

teuch-Targume nach den in ihnen vertretenen Elementen ihren Äquivalenten in Onkelos'. Möge die Fortfetzung
zu fondern. Der wichtigere und auch fchwierigere Teil des i. Heftes nicht lange auf fich warten laffen!
der Unterfuchungen ift in den erft fpäter zu veröffent- ! «„Hanert w u„r

lichenden weiteren Kapiteln enthalten. Diefelben follen I

den targumifchen Wortfehatz in folgende Gruppen fon-

Weinel, Prof. H., Die Gleichniffe Jefu. Zugleich eine An-

t-. * .,- . / i t j-*r i_ z- rv ........... « . ~.. — ■ — «jui-iwiwii lhil i indem
: Pa aftin.-Aramaifches (und zwar: ludailches, Galila- ... . .. . 0. ... „ ° . ,

• r u na r ü T. ^ ms!f-w. nnrftirL Tarr, leitung zu einem quellenmäßigen Verflandnis der Evan-

ifches);Oftaramaifches;Gemeinaramaiicnes; nurturjer. targ. » .«- .« ,

Belegbares; griechifche und lateinifche Fremdwörter. Die gehen (Aus Natur und Geifteswelt. 46. Bandchen.) 2. verallgemeinen
Ausführungen der Einleitung über die in den ! befferte Auflage. Leipzig, B. G. Teubner 1905. (VIII,
Unterfuchungen befolgten Gefichtspunkte und die zur 1 135 S.) kl. 8° M. 1 —; geb. M. 1.25

Vergleichung herangezogenen lexikalifchen Quellen laffen n; &„a^no -.a rn~jM„ j u r u

erwarten daß die mühfelige Arbeit, die der Verfaffer ; . lf D'e neue Auflage ift forgfa tig durchgefehen und
Jnt«nomm£hTdcn fprachlichen Charakter des paläft. I v.elfach verbeffert worden. Irgend «ne prinzipielle Ver-
Ta" um? m einem bisher nicht erreichten Maße beleuch- j Änderung ,ft dabei nicht eingetreten.« Es g.lt daher von
, " , . M, "lnpn R^rtracr zur genaueren Fr lhr' was fe,ner Zelt (Jahrgang 1904, Sp. 458 f.) zum Lobe

^^^^^^T^^^^ : der alten Auflage gefagt worden St, LVäiJ am Schluß
loiiuiiuiig uci juuiiu ^ ,, , ,., jener Befprechung zum Ausdruck gekommene Freude

Daß er ,n feiner Arbeit mit geh°^er ^ i Über das w-chfende Verflandnis, deffen alle folid und

opucher Genaui"ke t vorgeilt, Dezeugi aas vorliegende , , . ,. _ , , .. ....

erfte Kapitel n welchem die Hebraismen des Tai- fachkundig verfahrende religiofeLrt

gums in zwei* Gruppen, ,ßiblifch-hebräifches Sprachgut' I fein darf> e^fche,nt angefichts einer fo ralch ermöglichten
und NeuhS Eln ! "Tk ^ nur noch begründeter Befonders fe.

kurzer AbfiKt über "Lautliches'geht dem lexikalifchen ; nochhingewiefen.auf den padagomfehen Wert der urfprüng-
Haup teiir voran und zeigt den Einfluß ^ fu[{ evangehfehe Volksfchu lehrer beft.mmten Arbeit,

des Hebräifchen auf den Konfonantenbeftand aramäi- , "luß eme Luft fem, nach einer folchen Anleitung zu
eher S Als Beifpiel diefes Einfluffes zitiert der !eh,en- V°[treffl,(ch lft aber auch die Uoerfetzung

leucr vvurici. n = r ___ m der quellenmäßigen Nebeneinanderfte lun^ der Texte

Verf. auch das Wort Stipt m Pfeudo-Jonathan zu Gen. 1 Trotz m4öglichftem Anfchluß an Luther entfpr-cl° fiedofh
42,3«, .wenn es = jkni. Trauer ift. Aber das Wort ift j genau der Vorlage und erfetzt diefelbe zuverläffig den
kein Singular, fondern Plural, wie auch Levy (Targ. ! der griechifchen Sprache Unkundigen. In einer etwaigen
Wörterb. II 318) richtig punktiert, und dient dazu, das dritten Auflage dürfte man wohl einer ftillfchweigenden
im Textworte n:br latente Subftantiv zu ergänzen, als i Auseinanderfetzung mit den Bemerkungen Schmiedels
eigentliches Subjekt zu W1. Es bedeutet nichts anderes i im ,Deutfchen Proteftantenblatt' (1904, S. 440) entgegen-
als hebr. r .IS und ift identifch mit dem famaritanifchen j fehen.

Worte, auf welches der Verfaffer felbft in der Anmerkung Straßburg i. E. H. Holtzmann.

(S. 21, Anm. 4) hinweift, alfo ein lexikalifcher Hebrais- j -

mus (MpiS Synonym zu fiTS Jef. 30,19 Prov. 1,27). — j Souter, Prof. Alexander, B. A., A study of Ambrosiaster.
Sonft ift an Einzelheiten nichts Wefentliches zu bemerken. (Texts and Studies, contributions to biblical and pa-
Warum npn»* (voriges Jahr)I als; neuhebräifches Wort zu , ^ literature> KA b j A. Robinson. Vol. VII.

I n it ("Iii . ti 1 n 111 * J v"'" VII.

No. 4.) Cambridge, University Press 1905. (XII,

gelten hat, ilt nicht erfichtlich. Es kommt auch in einem
paläftinifchen aramäifchen Satze vor und zwar neben

XtTlÜK (diefes Jahr), j. Maafer Scheni. c. IV (55b unten); 267 p.) gr. 8° S- jß

beide Wörter lind ihrer Etymologie nach aramäifch und

Zwei Jahrzehnte hindurch habe ich vom Ambrofiafter.

das erftere ift zwar in neuhebräifchen Sätzen häufig zu j dem ausgezeichnetften Kommentar zu den Paulusbriefen'
finden, aber doch wohl nur als ein aus der aramäifchen den das Altertum uns hinterlaffen hat, nur mit Wehmut

Volkfsprache in die Schulfprache aufgenommenes Lehn
wort. Auch Dalman, Aram. neuhebr. Wörterb. p. 43, bezeichnet
das Wort als aramäifch.— Die Wiedergabe von
TJ^OIK mit .fchütteln' (S. 35) ift unrichtig ; von den beiden
bei Levy (Neuhebr. Wort. 111,488, Targ. Wort. II, 150) zu
findenden Bedeutungen ,bewegen' und ,rütteln' ift die erftere
die wefentliche. — Der Zufammenhang von zrc mit oxfjftct
ud.) ift nicht nur ,fehr zweifelhaft', fondern gar nicht in
Frage kommend. — Was unter B2ES (S. 37) gefagt ift. bedarf
der Ergänzung; denn diefes Verbum kommt nicht nur
in der Halacha in der Bedeutung .genau bemeffi-n', fondern
auch im paläftinenfifchen Midrafch in anderer Bedeutung
vor, die mit der im pal. Targum anzunehmenden
identifch ift. Wenn im Fragm.-Targum zu Gen. 38,15
!-P2B nn02 mit XPJEX nEBES überfetzt wird, fo ift das
ein mit h. tPX rftXBH (Gen. rabba c. 45) gleichbedeutender
Ausdruck. Die für ÜB gegebene Bedeutung (S. 37)
fich entleeren' ift unrichtig; die Grundbedeutung ift: ,fich
entblößen', alfo = ms. Vgl. die bei Levy IV, 127b unt.
zitierte Stelle aus Joma 77 a mit den id. 84a und 659b
gebrachten Stellen. — Störend ift, daß der Verfaffer die
Stellen, an denen fich die von ihm herangezogenen
Targumwörter finden, nicht angibt, auch wo es fich um
feltene Ausdrücke handelt. Wahrfcheinlich gefchieht

reden können: meineHabilitationsfchrift handelte überihn:
kurz vor der Vollendung für den Druck ift fie mir mit
allen Vorarbeiten und Zutaten verloren gegangen. Jetzt
bin ich verföhnt: denn durch das Buch eines jungen
englifchen Philologen, A. Souter ift das Wefentliche von
dem, was ich an Erkenntniffen über jenen Unbekannten
und fein Werk durchzufetzen hoffte, und mehr als dies,
fo klar und zwingend demonftriert worden, daß ich keinen
Widerfpruch von fachverftändiger Seite mehr befürchte.

Nach einer Fanleitung, die den Stand der Frage beleuchtet
und die handfchriftlichen Hilfsmittel zur Eruierung
echter Texte aufzählt und würdigt, beftimmt S. den erften
Teil feines Werkes (S. 23—157) für die Unterfuchung
nach dem Verhältnis jenes irrtümlich unter die Werke
des Ambrofius geratenen Kommentars zu den fälfehlich
dem Auguftin zugefchriebenen Quacstiones, einem Sammelwerk
, das faft für alle Zweige des geiftigen Lebens im
4. Jahrhundert intereffante Notizen bietet: die Identität
des Verfaffers wird nachgewiefen an der Gleichheit der
Beweismethode, an der Identität der in beiden Büchern
benutzten Bibeltexte, an der abfoluten Übereinftimmung
von Stil und Sprache wie von Gedanken — wobei
wiederum die ,Schriftftellen' ausfchlaggebend mitwirken:
diefelben Lieblingstexte hier wie dort, diefelbe Auslegung.

„..„U ---- C._u--- -t-t • -•

das mit Hinblick auf das S. 18 angekündigte alphabetifche , auch wo es fich um vieldeutige und recht verfchieden

Regifter. das den zweiten Teil feiner Arbeit bilden und
in dem jedes Wort .ausreichend mit Stellen belegt' werden
foll. — Der Anhang betrifft ,das fprachliche Verhältnis
der gemeinaramäifchen Wörter des Targ. Jer. zu

verftandene Worte handelt.

Im 2. Teil fucht Souter dann dem Verfaffer diefer
beiden originellen Werke, über den bloß fchlechte
Tradition vorhanden ift, etwas näher zu kommen; Namen.