Recherche – Detailansicht

Ausgabe:

1905 Nr. 24

Spalte:

646-648

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Meyer, Arnold

Titel/Untertitel:

Die Auferstehung Christi 1905

Rezensent:

Holtzmann, Heinrich Julius

Ansicht Scan:

Seite 1, Seite 2

Download Scan:

PDF

645

Theologifche Literaturzeitung 1905 Nr. 24.

646

Nach Zotenbergs Catalogues p. 1 ift die Handfchrift im
Jahr 1695 gefchrieben und feine Bemerkung Je texte . . .
parait, en partie, avoir etc copie sur le texte imprime de
la Polyglotte de Paris' wird eben durch die vorliegende
Kollation beftätigt, alfo hätte fie von der Kollation von
vorn herein ausgefchloffen werden müffen. Solches zu
vergleichen und zu drucken ift unnötige Zeit- und Geld-
verfchwendung.

y heißt ber* Diettrich die Parifer Hdf. 8. Von ihr
fagt er in einer Anmerkung S. XIII: ,Die auf fol. 2126
des Parifer Mf. y enthaltene Notiz: 'Apocryphum Veteris
Testamenti Syriace. secundum quod facta est editio pari-
siana heptaglotta Biblionem (sie) manu Abrahams Echel-
lensis Maronita (sie)' ift alfo in diefem Umfang für falfch
zu erklären (cf. Bartholom. Herbelot, Bibliotheca orien-
talis, pag. 523)'. Zotenberg (a. a. O. S. 2) nennt zu cod. 7
et 8 'une note latine en tete du tome P diefes Inhalts
(alfo ficher ,apographum', und ftatt 2126 vielleicht 212 b)

form des Namens von Jofuas Vater Nun, NAyi 1, kann
ich mir auch nur durch einen alten Schreibfehler aus
NA*Y*N erklären; ändern darf ich ihn darum doch nicht
mehr. Namentlich die fo häufige Verwechslung von r
und d in den Namen der fyrifchen Bibel führt in eine
Zeit? wo die Unterfcheidung von 1 und i durch diakri-
tifche Punkte erft anfing. Wenn alfo 15, 2—9 in allen
Hdff. Ribon, bei Ephräm aber Dibon fleht, fo vermute
ich, daß auch bei Ephräm die befferen Hdff. wie die
der fyrifchen Bibel haben werden. Wer nicht wie Burkitt
alte Handfchriften Ephräens vergleichen kann, tut
gut, die römifche Ausgabe ganz beifeite zu laffen. Um
fo wertvoller ift natürlich die Vergleichung von Aphra-
ates; fchade daß er gerade über diefe Punkte keine
Ausbeute gibt, überhaupt Jefaja wenig zitiert. Sehr
intereffant ift die Frage, ob der fyrifche Jefaia nachträglich
einmal nach dem Hebräer überarbeitet wurde;
ein ficheres Urteil habe ich aus dem Apparat nicht ge-

und erkärt fie gleichfalls für unrichtig. Auch diefe Hdf. wonnen. Allen denen die zum zuftandekommen diefes

zu kollationieren verlohnte fich kaum. Apparats mitgewirkt haben, gebührt der aufrichtigfte Dank.

Dagegen ift es angenehm, genaueren Auffchluß über Nicht unterlaffen darf ich aber zum Schluß noch anzu-

die beim Druck der Parifer Polyglotte verwendete Hdf. führen, daß D. vollftändig überfehen hat, uns über die

z erhalten zu haben und ihr Verhältnis zum Druck; noch Einteilung des Textes in den Hdff. irgendwelche Mit-

erwünfehter freilich wäre es gewefen, über ihre Herkunft
etwas Sicheres zu hören. Aber darüber fagt die Einleitung
nichts und auch die Durchficht des Apparats hat
mich zu keinem beftimmten Ergebnis geführt; nur das
ift deutlich, daß für dies Buch die Vorlage viel beffer
war, als für die Chronik. Zu Barnes' Apparat über letzteres
Buch ift der vorliegende ein Seitenflück. Barnes
hat dazu die Kollationen von 3 Hdff. für C. 1—42 zur
Verfügung geftellt. Auch in Einzelheiten, die beffer geändert
worden wären, hat fich Diettrich Barnes ange-
fchloffen. Er bezeichnet z. B. die 5 Drucke regelmäßig
mit GWLMU — in diefer unchronologifchen Reihenfolge
wohl um dem Setzer die alphabetifche, LM, zu erleichtern
. Statt diefer 5 Typen wäre eine einzige Sigel beffer
gewefen, und wo einzelne Drucke zu zitieren waren,
hätte eine andere Bezeichnung die großen lat. Buch-

teilung zu machen. Diefe Sektionen find ja oft das, was
die Leitmufcheln für den Geologen find!

Maulbronn. £b. Neftle.

Meyer, Prof. D Arnold, Die Auferftehung Chrifti. Die Berichte
über Auferftehung, Himmelfahrt und Pfingften,
ihre Entftehung, ihr gefchichtlicher Hintergrund und
ihre religiöfe Bedeutung. (Lebensfragen. Herausgeber
H. Weinel.) Tübingen, J. C. B. Mohr 1905. (VII,
368 S.) gr. 8" M. 3—; geb. M. 4 —

Es find zwei Profefforen der theologifchen Fakultät
in Zürich, denen wir neuerdings die gründlichften und
belehrendften Studien über ein Problem verdanken, in
dem alle feit Strauß und fchon längerher über die Glaub-
ftaben für Hdff. freigelaffen. " Zudem wird durch die | Würdigkeit und den Wundercharakter der evangelifchen
17:____i-,.,r,sv,i____„,~ß»-«> r-~----s„i—:» 1—:—------------

Einzelaufzählung größere Genauigkeit keineswegs garan- Gefchichte gepflogenen Verhandlungen ihre letzte Zu-

tiert. Es fehlt z. B. der Auffchluß über G zu 34, 17, 4; fpitzung finden: P. W. Schmiedel mit feinem 1903 in der

35, 10, 3, über W zu 1, II, I; 15, 20, 1; über L zu 30, lincyclopaedia biblica erfchienenen Artikel .Ressurrection

22, 4, über M zu 38, 9, 3. Vollends unpraktifch ift es, and Ascension' (S. 4039—4087) und unfer Verf in dem

daß fogar die Druckfehler diefer Ausgaben im Apparat
als Varianten gebucht und ihnen fämtliche Zeugen für
das Richtige in Einzelaufzählung gegenübergeftellt werden
. Diefe Druckfehler hätten in die Einleitung gehört,

reichhaltigen, den Gegenftand nahezu erfchöpfenden
Buche, über deffen Methode, Richtung und Refultate hier
freilich eine nur fehr fummarifch verfahrende Bericht-
erftattung gegeben werden kann.

wo fie ohnedies aufgezählt werden p. XIV ff. Ebenfo I Zunächft die Quellenverhältniffe! Selbltverftändlich

waren am Fuß der Seiten, nicht vor den einzelnen Ka- 1 fteht Paulus voran. Es folgt Markus, von dem man aber

piteln — bei Kap. IV fehlt die betreffende Bemerkung nur fagen kann, daß hinter feiner Geiftesgefchichte eine

— oder gar zu den einzelnen Verfen die Hdff. aufzu- j Menfchengefchichte zu entdecken fei (S. 105 350) Sein

zählen die lückenhaft find. Am meiden Bedenken er- 1
weckt mir aber die Vergleichung der Hdff. mit Ephrams
Text. Diettrich weiß natürlich, daß es mit der editio

jäh abbrechendes Werk fetzt übrigens einenTortgVn'e
voraus wie ihn der ihm auch fond folgende Matthäus

AVWWdiefes Vaters fchhmm bedellt id und will des- gel'?, bietet(er ^Erweite^ hinaUS"
wegen mit der größten Vorficht zu Werke gehen. Trotz- fiteren Stoffe. (S 3Of) ^^1^1^^^
dem find unter den von ihm als Beifpiele angeführten ■ j -

10 Stellen, an denen er der ,allgemeinen Zudimmung
ficher zu fein' glaubt, daß Ephräm einen Text erhalten
habe, der von den Fehlern unterer Pefchitto-Hdff. noch
frei fei, eine ganze Reihe, bei denen ich nachträgliche
Korrektur vonfeiten der Herausgeber Ephräms vorausfetze
, insbefondere bei den Namen. Wenn z. B. 17,2
fämtliche Handfchriften Aduir haben, dagegen der gedruckte
Ephräm mit dem Hebräifchen Aruir, oder 10,9
fämtliche außer mz (d. h. derjenigen, die für die Parifer
Polyglotte gefchrieben, und der andern, die von ihr
abgefchneben id) "Pia, diefe 2 vbs, Ephräm dagegen
1Äa (Chalne), fo darf man meines Erachtens trotzdem
nicht in der Pefchitto das : herdeilen.' Die Septuaginta-

1) Übrigens hat auch die römifche Ausgabe Ephräms an andern
Stellen 1 ftatt 3; f. I, 58H und dazu Lagarde, Oricntalia 2, 49 f.

..„er-

dem über eine eigene Erzählungsquelle, die, unferem
Markus vielleicht an Alter überlegen, namentlich die
Petruserfcheinung (S. 65. 132) und die Grundlinien der
fpäter gefchickt übermalten Emmausepifode (S. 34, 41.
104 f. 131 f-), außerdem alle jene Zuge enthalten haben
foll, die bei Lukas als ,ein Evangelium der Armen und
Verachteten' erfcheinen (S. 341). Eine andere, gleichfalls
ältere, judenchriftliche Quelle benutzt Lukas im Eingange
der Apodelgefchichte (S. 53 f. 186). Nach dem dritten
Evangeliden gedaltet (ich in der Hauptfache auch die
Dardellung des vierten, wie durch Nebeneinanderdellung
der bezüglichen Verfe anfchaulich gemacht wird (S.44f).
Nicht überflüffig erfcheint einer bekannten Unart leichtfertiger
Dareinredner gegenüber die Bemerkung, daß
dabei nicht an einen, feine Sätze aus anderen Evangelien
zufammenfehweißenden Ab- und Ausfchreiber zu denken