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Ausgabe:

1905

Spalte:

641-643

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Titel/Untertitel:

Conference faites au Musée Guimet en 1903-1904 par MM. G. Lafaye 1905

Rezensent:

Bertholet, Alfred

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Theologische Literaturzeitung.

Herausgegeben von D. Ad. Harnack, Prof. in Berlin, und D. E. SchÜrer, Prof. in Göttingen.

Jährlich 26 Nm Verlag: J. C. Hinrichs'fche Buchhandlung, Leipzig. Jährlich 18 Mark.

Nr. 24. 25- November 1905. 30. Jahrgang.

Conferences faites au Musee Guimet par Lafay e, : Horner, TheStatutes ofthe Apostles or Canones j Weigl. Die Heilslehre des hl. Cyrill von Alexan-

Berger, Levi, Menant (Bertholet).

Gotamo Buddho's Reden etc. überfetzt von Neumann
(Oldenberg).

Diettrich, Ein Apparatus criticus zur Pesitto
zum Propheten Jefaja (Neftle).

Meyer, Arnold, Die Auferftehung Chrifti (Holtz-
mann).

Ecclesiastici, ed. fromEthiopic and Arabic MSS ! drien (Harnack).

(von der Goltz).

Leipoldt, Didymus der Blinde von Alexandria
[Texte und Unterfuchungen von Gebhardt und
Harnack, N. F. XIV, 3] (Krüger).

Schiktanz, Die Hilarius-Fragmente (Jülicher).

Bernhardt, Bruder Berthold von Regensburg
(Schian).

Traub, Die Wunder im Neuen Teftament (Nie-
bergall).

Platz hoff-Lejeune, Religion gegen Theologie
und Kirche (Niebergall).

Conferences faites au Musee Guimet en 1903—1904 par MM. j s'etend a la conception meine de la piete, dest-a-dire des
G I afave Philippe Berger, Sylvain Le5vi, D. Me- j rapports qui unissent Vkomme ä Dien' (S. 61), fo über-

J 1 vr t. _ J fiebf or dahpi daß fiob o/-bfo T.pmmp.l.plf CM:., fti:,-U

rv ' i f!o p,ric V< T ornnvifvi/t (lo/tn) 80 Geht er dabei, daß fich echte Frömmigkeit fchließlich

nant. Deuxiemepartie. Pans.E.Leroux 1904. (194p.)8 , hier und ^ ^ ähn,jche Ausdrucksformen fchaffen

wird. Die Wahrfcheinlichkeit direkter Entlehnung wird
fich auch durch die Vermutung, daß Jahwe = Ea fei

Das Musee Guimet hat im letzten Jahre fein 25jähriges
Jubiläum gefeiert. Es foll die Befprechung des vorliegenden
Bändchens feiner ,Annales', das die Zahl des 1 (S. 60), für nicht viele Lefer fteigern. Am allerwenigften

Jubiläumsjahres trägt, nicht begonnen werden, ohne daß jft es angängig, aus dem angenommenen Zufammenhang
auch an diefer Stelle nachträglich ein Wort aufrichtiger Kapital fchlagen zu wollen für d ie I.öfung der Frage
Gratulation gefagt fei. Es iß kaum dankbar genug zu j nach der Abfaffungszeit der Pfalmen (vgl. S. 83 f.), nicht
fchätzen, was durch die Gründung feines Mufeums und zwar als entzöge fich Berger ganz dem Gewicht der
durch die Ermöglichung einer ganzen Reihe wertvoller , Gründe, die für ihre gegenwärtig beliebte junge Datierung
gelehrter Publikationen Emile Guimet für das rafche Auf- i fprechen (S. 32fr. 37). Zur Förderung des.von Berger
blühen der Allgemeinen Religionswiffenfchaft geleiftet hat. ! angefchnittenen Problems könnte nur eine wirklich fyße-
Das vorliegende Bändchen iß ein erfreuliches Spezimen | matifch zu nennende Vergleichung des Pfalters mit dem
von dem, was von der Förderung diefer Studien zugleich | offiziellen Gebetbuche Affurbanipals, der Serie der Er-
für weitere Kreife abfällt. Guimet's eigene größte Be- hebung von der Hand dienen, wie fie Br. Meißner erft
gabung liegt vielleicht gerade nach der Seite hin, in gro- kürzlich (Deutfche Literaturztg. 1905, 1363) als dankens-
ßem Stil eine Populanfierung der Wiffenfchaft in ihre werte Aufgabe hingeßellt hat. — Daß die Schlange le
Bahn zu lenken, und wo die Organe, die er für diefes symbole par cxccllencc de Jchova' (S. 59) fei, kann man
Ziel zu intereffieren verbanden hat wirklich kompetente njcht fagen. Berger nimmt dabei die Identität des in die
Perfönhchkeiten find, darf man fich über eine derartige Schlange fich verwandelnden Stabes Mofes mit dem
Populanfierung im ganzen nur freuen. grünenden Stabe Aarons an; daß diefer fich in der Jahwe-

Das vorliegende Bandchen enthalt vier Vorträge: G. i lade befunden, fpricht er der irrigen Notiz Hebr. 9 , nach
Lafaye, Romc sous les rois et les demiercs fouilles, Phi- Im erßen Vortrag behandelt G. Lafaye nach einer

lippe Berger, Les origmes babylomennes de la poesie j Analyfe des erßen Bandes der Storia di Roma von Pai:
sacree des Hcbreux. Sylvain Levi, La transmigration
des ames dans les croyaners hmdoues und D. Menant,
Parsis et Parsismc.

Ich beginne mit dem zweiten Vortrag, deffen Thema
biblifches Gebiet befchlägt. Ich kann freilich gerade
hier meine Bedenken nicht unterdrücken. Ph. Berger iß

is,

der fo weit gegangen war, die Exiflenz römifcher Könige
in Abrede zu ßellen, das fogen. Romulusgrab und die
von Boni aufgedeckte Nekropolis auf dem Forum. Diefe
Entdeckungen geßatten kein beßimmtes Urteil, und fo
vertrößet uns auch der Verfaffer auf das Licht, das vielleicht
künftige Funde noch bringen werden.

nicht Affyriologe; aber er geht mit panbabylonifcher Be- In S. Levis Vortrag iß die Bedeutung des indifchen

geißerung an die heilige Poefie der Hebräer. Daß er
damit dem, was er felber Jegenie d'Israel' nennt, gerecht
würde, kann ich nicht finden. Stutzig macht mich fchon
fein Ausgangspunkt, S. 29: ,Si Fon vcut chercher qnelque

Seelenwanderungsglaubens jedenfalls richtig erfaßt, wenn
gefagt wird (S. 117): ,Au fond, les systemes philosophiqucs
des Htndous ne sont que des methodes de vie pratique et
pour etrejuste. c'est ä ce point de vier qiiil faut les mtrer1

parit'/eginie'7/'Israel, c'est dans les Psaumes qitil faut le | Uber die umßrittene Frage des Alters des indilchen
chercher. An Stelle der Pfalmen wären in einem folchen Seelenwanderungsglaubens äußert fich L. nicht beßimmt.
Urteil m E. vielmehr die Propheten zu fetzen: Unbe- Nichts läßt fich m. E. aus den von ihm angeführten ve-
ßritten find ja viele Pfalmen der echteße Ausdruck wahrer j difchen Zeugniffen fchließen, weder aus R. V. IX 113, 8:
religiöfer Dichter und gehören zu den herrlichßen Stücken, | ,wo König Vaivasvata herrfcht, mach mich unßerblich'.
die der israelitifche Geiß gefchaffen. Aber in wie vielen j als läge hinter diefen Worten der Gedanke der Palingene-
meldet fich nicht der epigonenhafte Charakter ihrer Ver- fie, noch aus X, 16, 3: ,zur Sonne gehe das Auge, zum
faffer, die fich zu einem großen Teile Gedanken und Wind der Atem, zum Himmel geh, zur Erde, wie fich's
fogar' Wendungen bei Älteren holen! Daß fie dabei gebührt', — kehrt doch ein ähnlicher Grundgedanke z. B.
fremde Einfluffe gelegentlich mit einfpielen laffen, hat im chinefifchen Liki wieder ohne eine Spur von Seelennichts
Auffälliges und wird gewiffe Berührungen mit wanderungsglauben. Naturlich kann er trotzdem bei den
babylonifchen Pfalmen in der Tat am einfachßen er- | Indern bis in die Zeit der Veden hinaufreichen, was Levi
klären. Aber diefe Tatfache iß nicht dahin auszudeuten, ; fchon darum nicht beßreitet, weil er geneigt iß, Hymnen,
als reichte nun babylonifche Beeinfluffung wirklich bis ! Brahmanas und Upanifhads einander zeitlich mehr zu
ans Mark der isralitifchen Religion. Wenn Berger fagt: i koordinieren als zu fubordinieren (S. 93). Für eine po-

.ütnfluence de la Chaldec sur la religion juive.....| puläre Darßellung hätte ich gerne eine fo charakterißifche

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