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Ausgabe:

1905 Nr. 21

Spalte:

566-569

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Lewis, Agnes Smith

Titel/Untertitel:

Acta mythologica Apostulorum 1905

Rezensent:

Dobschütz, Ernst

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565 Theologifche Literaturzeitung 1905 Nr. 21. 566

mente enthalten, Gabriel der altbab. Amelon?, die mand. ' Tod des verdienten Gelehrten leider gegenstandslos geSakramente
Reflexe des Ea-Kults, mit dem auch die J worden.

Simmern (H.). Alfred Zilleffen.

chriftlichen zufammenzuhängen fcheinen); S. J. Curtiß,
Der Urfprung des Opfers bei den Semiten, dargelegt auf
Grund von Forfchungen unter Syrern und Arabern (Ur- j Lewis, Agnes Smith, M. R. A. S., D. D., LL D, Ph.
finn d. O.: das Gefchäft zwifchen Menfch u. Nurnen); j D mytho|ogica Ap0stolorum. Transcribed from

A. Führer, Ott the religious views and ceremonies of the
Phänsigärs (jener religiöfen Mörderfekte in Indien) und
Paul Wer nie, Die drei Stufen der urchriftlichen Apologetik
in religionsgefchichtlicher Beleuchtung (i. die volkstümliche
: Beweis durch äußere Wunder; 2. die paulinifche:
Beweis durch d. inneren Wunder des Chriftwerdens;
3. die zu den .Apologeten' hinüberleitende Stufe des
Johannes-Ev.: Jefus die Zufammenfaffung und Vollendung
aller bisherigen göttlichen Wahrheitserkenntniffe).

Aus dem Übrigen nenne ich noch die der theol

an Arabic MS in the convent of Deyr-es-Suriani,
Egypt, and from MSS in the convent of St Catherine,
on Mount Sinai. With two legends from a vatican
MS by Prof. Ignazio Guidi, and an appendix of
Syriac palimpsest fragments of the Acts of Judas
Thomas from cod. sin. syr. 30. (Horae semiticae
No. III.) London, C.J. Clay and Sons 1904. (VIII, 228 p.
with 7 facsms.) 40 12 s. 6 d.

Arbeit näher liegenden Beiträge: P- Haupt behandelt . _ The mytho,ogica| acts nf the Apostles. Translated from
die rel. Anfchauungen des Koheleth, Zapletal will nach- >

an Arabic MS in the convent of Deyr-es-Suriani,
Egypt, and from MSS in the convent of St Catherine
on Mount Sinai and in the Vatican library. With
a translation of the palimpsest fragments of the Acts

weifen, daß K. als konfervativer Anhänger des alten
Scheolglaubens die neuen Ideen von Auferftehung und
Unsterblichkeit ablehnt. A. Jeremias zeigt in der efo-
terifchen Religion der präftabilierten Harmonie des Himm-

lifchen und Irdifchen, wie fie in Babylonien bei kraß , of Judas Thomas from cod sin (Horae se

polytheiftifchem Kultus lebt, einen latenten Monotheismus f IV, , r^ ,vn,; f, n ,

als Unterflrömung - eine verftändige Reduktion der j ™t.cae No. IV.) Ebd. 1904. (XLVI, 265 p.) 40 6 s.
Übertreibungen Delitzfchs. Th. Reinach nimmt die ,Ihren zahlreichen Verdienflen um die Kenntnis der

fchwierige Esra-Nehemia-Frage neu auf, datiert Nehemia j Literatur der orientalifchen Kirchen hat die Verfafferin
zwifchen 385 u. 370, Esra 355/54 und fetzt die definitive ! durch die Herausgabe diefer arabifchen Apoftel-
Redaktion des Pentateuchs unter Philadelphus. Rofen- ; akten ein neues Verdienft beigefügt. Sind diefe vielfach
bäum handelt über die Topographie des herodianifchen wunderlichen Erzählungen auch nur fpäte Ausläufer
Tempels und den Hohenpriefterdienft am Verföhnungs- j diefes Literaturzweiges, fo find fie doch für eine um-
tag. Mez gibt eine fehr feine Gefchichte der Wunder faffende Erkenntnis der freilich mehr durch ihre weite
Muhammeds. Hommel diskutiert das Stadtbild Babels Verbreitung als durch ihren fchriftflellerifchen Charakter
nach d. Berliner Ausgrabungen u. f. religionsgefch. Be- wertvollen Geiftesprodukte unentbehrlich, und überdies
deutung. Über Mithrafpuren fpricht Weftphal-Mon- kann man bei folchen in großer Freiheit überlieferten
tauban, Keßler über die religionsgefch. Bedeutung des Texten niemals wiffen, ob fich nicht gerade in fpäten
Manichäismus, O'Radiguet über Druidifche Überbleibfei Relationen urfprüngliches Gut neben freier Überwuchern
Rauracien. S. A. Fries fucht im ,Fürften diefer Welt' 1 rung der Originalüberlieferung erhalten hat, das durch
den Mitatron (u. a. gegen Holtzmann u. Wernle), Krüger j Zufall oder Tendenz in den Originaltexten verloren gebetont
den antimarcionitifchen Charakter des römifchen , gangen ift. So hat fich bekanntlich in der griechifchen
Symbols, A. Jeremias weift hin auf Babylonifches im Überfetzung der urfprünglich fyrifchen Hymnen, die den

Thomasakten einverleibt wurden, in nicht wenigen Stellen
der urfprüngliche Wortlaut erhalten, wo er in dem
Originaltexte durch eine fpätere Überarbeitung tendenziös
entftellt worden ift.'

Soweit hatte V. Ryffel die Anzeige niedergefchrie-
ben, als er unerwartet früh aus der Arbeit abberufen
wurde. Dankbar fei hier auch feiner zahlreichen Ver-
dienfte gedacht, die er fich durch Übertragung orienta-
lifcher Texte gerade um die Kenntnis der Apokryphen-
und Legendenlitteratur erworben hat. Bei feiner forg-
fältig nachprüfenden Art würden wir von ihm eine
gründliche philologifche Kritik auch der vorliegenden
Ausgabe erhalten haben. Der jetzige Rezenfent muß
fich auf eine literarhiftorifche Würdigung der überfetzten
Texte befchränken, im übrigen auf H. Greßmanns eingehende
Anzeige in ZDMG LIX 1905, 166 — 178 verweifend
.

N. T. als Darftellungsmittel (limitierende Entgegnung
Schmiedels). Lincke begreift das Wirken Jefu als eine
Reaktion der religiöfen Gemeinden Galiläas und Samarias
gegen ihre Vergewaltigung durch die jüdifche Hierarchie.
R. de la Grafferie behandelt das Problem der Triaden,
Alphandery verfolgt das Element des Prophetismus in
den vorjoachimifchen lateinifchen Sekten d. M. A.

Von dem durchweg rein fachlichen und zurückhaltenden
Ton der meiften Vorträge heben fich unangenehm
ab nur die äußerft prätentiöfen und dabei, foweit
ein Refümee zu urteilen erlaubt, höchft oberflächlich begründeten
Kritiken und Thefen J. Halevys, der fich zur
redaktionellen Einheit von Gen 1—3, dem Symbolismus
von Ez 1.10 und Hofea äußert und für 3 Logia Jefu die
a. t. Quellen entdeckt zu haben glaubt (Mt 543t. Ex 1714-10
Dtn 2517-10; Mt 544-48 Jef 665; Mt 12.39 Hof 31 LXX).

Der Bericht gibt einen tiefen Eindruck von der wach-
fenden Fülle der Probleme und dem freilich viel langfamer
wachfenden Licht, dem die Riefenarbeit der Religions-
forfcher zuftrebt. An Mahnungen zur Vorficht im Kombinieren
hat es nicht gefehlt, fie find auch heute noch
nicht überflüffig. Die noch junge Wiffenfchaft aber, die,
mit einem bekannten Wort zu reden, noch nicht durchweg
aus der Epoche der Kinderkrankheiten herausgekommen
ift, wird aus folchen Generalrevüen um fo größeren
Vorteil ziehen, wenn die Kongreffe nach Schieies Vor-
fchlag nach einem einheitlichen Aktionsprogramm vorbereitet
werden, und in den Plenarfitzungen je ein Problem
zur Verhandlung kommt, während in beflimmten Sektionsfitzungen
über die dazu angetanen Plenarvorträge diskutiert
wird. Eine Refolution der femitifchen Sektion zur
Förderung der Curtißfchen Forfchungen ift durch den

Es handelt fich um eine Sammlung apokrypher
Apoftelgefchichten, die in koptifcher, arabifcher und
äthiopifcher Sprache bekannt, bisher am genauesten
von I. Guidi, anläßlich feiner Ausgabe und Überfetzung
der koptifchen Fragmente im Giornale della Societh
Asiatka ltaliana II 1888 und darnach von R. A. Lipfius,
apokr. Apoftelgefchichten Erg.-Heft 89—97 behandelt
worden ift. Die Malanfche Publikation der äthiopifchen
Verfion ift inzwifchen durch die Ausgabe und Überfetzung
von Wallis Budge (1901) überholt worden. Mrs.
Lewis liefert das Zwifchenftück, die arabifche Verfion,
die aus dem Koptifchen gefloffen, ihrerfeits Grundlage
der äthiopifchen ift.

Die äthiopifchen und die arabifchen Texte decken fich
faft ganz. Sie teilen im Verhältnis zu den griechifchen

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