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Ausgabe:

1904 Nr. 25

Spalte:

677-679

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Galliner, Siegfried

Titel/Untertitel:

Saadîa Al-fajiûmis arabische Psalmenübersetzung und Kommentar 1904

Rezensent:

Bacher, Wilhelm

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677

Theologifche Literaturzeitung. 1904. Nr. 25.

678

Joel 44; warum nicht auf Ob. 15? S. 223: Sir. 2n auf
Jona 42; warum nicht aufNeh. 917? Die Verwandtfchaft
von Sir. 330b mit Dan. 424 (S. 237) ift angefichts der

hörte auf, ein von Gott erwählter zu fein); G.: und er
erwählte nicht mehr den St. E. — Pf. 847: ,und mit den
Segnungen umkleidet fie ihr Führer'; es muß heißen: ,und

Stellen Prv. i6g; 102; Iii belanglos. | durch die Segnungen, in welche fich ihr Führer hüllt'

Trotz diefer Einwendungen bleibt das Buch Gaffers (DnbPl K.lb'anC fiXBTEbXl). — Pf. 85, V. 12: ,üann wird

eine dankenswerte Leiftung aus den Mußeftunden feiner
Berufstätigkeit als Pfarrer einer fchweizerifchen Dorfgemeinde
.

Bafel. Alfred Bertholet.

Galliner, Dr. Siegfried, Saadia Al-fajjümis arabische Psalmenübersetzung
und Kommentar (Pfalm 73—89). Nach
einer Münchener, einer Berliner und einer Oxforder
Handfchrift herausgegeben, überfetzt und mit Anmerkungen
verfehen. (nmttl DPnn "ÖD POBn

die Wahrheit aus der Erde fproffen', ftatt: Und als ob
die Wahrheit aus der E. fpröffe. — Pf. 86, V. 15. Saadja
überfetzt den ganzen Vers als Anrede (Vocativ); G. macht
einen felbftändigen Satz daraus: ,Aber du, o Herr, biß
barmherzig . ..'. — Pf. 89, V. 2 und 6. "rpfilttK überf. Saadja
mit YpKpn; dies überf. G. (ebenfo wie 881t, wo T"piXpH
Überi. von ^rraX ift), mit .Gefetze'; hingegen gibt er in

V. 9, wo Saadja TnSiDX mit fpn überfetzt, diefes mit
.Gerechtigkeit' wieder, in V. 50 mit ,Treue'. Das Richtige
ift: Wahrheit, Wahrhaftigkeit. — Pf. 89, V. 16 lautet bei
Galliner: ,Und fie fprechen: Heil dem Volke, das du er-
löft haft, daß fie dir, o Gott, zujubeln, im Lichte deines

^vb3x BOT p «psa {TH»D SpbXtl rVEnESXE Angefichts wandeln'. Keine Bemerkung rechtfertigt diefe

.("je—ys B^bnn) Berlin 1903, M. Poppelauer. (85 S
u. S. XI—XXVII. gr. 8.) M. 2.50

vom hebr. Texte fo fehr abweichende Überfetzung. In
Wirklichkeit aber fagt Saadja: Sie fprachen (nämlich die

Gegenwärtige Arbeit zeigt diefelbe Einrichtung, wie in V- x5 genannten perfonifizierten Tugenden): Heil dem

Volke, deffen Gewohnheit es ift (Dnmxy), dir Lärm zu
blafen; o Gott, im L. d. A. wandeln fie. Hier muß ein
das Wort anmxy betreffendes Mißverftändnis den Ver-
faffer irregeführt haben. Offen liegt das Mißverftändnis
da in der Überfetzung des Kommentars zu Pf. 89, V. 6

(S. 84). Der arabifche Text lautet (p. XXVII): ^nED"* XBE

die in Nr. 1 (Theol. Literaturzeitung 1904, Kol. 10 ff.) be-
fprochene Lauterbachfche Schrift. Nur begleiten die
Anmerkungen nicht als Fußnoten die Überfetzung, fondern
find befonders gedruckt (S. 16—51) und auf den
arabifchen Text bezogen; dadurch ift das Lefen der
Arbeit mit größeren Unbequemlichkeiten verbunden.

Leider muß auch von Galliners Leiftung gefagt werden, [ sjnbil XSI-PEDD bEpfi JX 7bD3 riE''Xbttbx, d. h. ,fowie dich
daß fie nicht überall das richtige Verftändnis der ara- die Engel lobpreifen, bitten wir dich, daß du unfere Lob-
bifchen Überfetzung Saadjas kundgibt und oft genug | preifung und unfer Gebet annehmeft'. Der Verf. lieft Tb03
eine falfche Verdeutfchung derfelben bietet. In Pf. 73 j f0: nasluku, ftatt: nasaluka, verkennt auch die Bedeutung
lautet die zweite Hälfte des 25. Verfes in Galliners von XDE und erhält die Überfetzung: ,wie preifen dich
deutfeher Wiedergabe Saadjas: ,und auf Erden wünfehe Engel! Wir treten hin, daß du unfere Lobpreifung und
ich nichts, bift du bei mir'. Saadja hat in Wirklichkeit: | unfer Gebet aufnimmft'. — Ich mußte eine größere An-
T&a XinX pxbx *e Tn» xb"! (ich will auf Erden Nieman- I zahl verfchiedenartiger Verfehen zufammenftellen, um zu
den neben dir). — Das letzte Wort des 73. Pfalms über- zeigen, daß auch diefer Teil des Saadjafchen Pfalmen-
fetzt S. mit n>XO"l (.deine Botfchaften') und er verweift | werkes nicht mit der Sorgfalt und der Gründlichkeit
in dem Kommentar (S. 57) auf rTDXb», Chaggai Iis; er bearbeitet ift, die ein fo wichtiges Stück alter Literatur
trennt alfo das Wort TrviEXbia von roxbia. Galliner über- j verdient hätte. Der des Arabifchen nicht kundige Bibelfetzt
fowohl in dem Pfalme felbft. als in den Anmerkungen forfcher wird durch die deutfehe 'Wiedergabe der ara-
*W1 mit ,deine Werke'. — In Pf. 74, V. 3 überfetzt j bifchen Überfetzung Saadjas nicht überall mit dem wahren
Saadja niXÜD mit htf»»K; es ift der Plural des Wortes j Sinne der letzteren bekannt gemacht. Jedoch will ich
rPba, mit dem in V. 23 pXl» überfetzt ift. An letzterer j gern anerkennen, daß im größeren Teile der Arbeit
Stelle hat G. das richtige ,Lärm' (eigentlich Siegesjubel), | tüchtiges Flindringen in den Sinn des arabifchen Textes
währender in V. 3 .Verwüftungen' hat, alfo die jetzt üb- erkennbar und in den Anmerkungen reiches Material
liehe Erklärung des Wortes Saadja zufchreibt. — Pf. 76, , niedergelegt ift. Die deutfehe Überfetzung fügt fich meift
V. 4. S. fetzt dem Verfe die Partikel ix voran, fie damit in i aucn fyntaktifch der Saadjas an und ift in diefer Hinficht
Beziehung zu V. 2 bringend (,nachdem'). G. gibt die Par- beffer als die Lauterbachs zu Pf. 107—124. Doch find

tikel mit ,Siehe' wieder. — In Pf. 77, V. 8 überfetzt S. n:n
mit yp, verlaffen, zu helfen aufhören; G. gibt das mit ,fern
bleiben' wieder. In Pf. 89, V. 39 hat er das Richtige (,haft
du uns verlaffen'), ebenfo Pf. 88, V. 15; aber in dem auf Pf. 89,

auch hier Beifpiele zu rügen, wie Pf. 817f.: ,Und als er
ihre Schulter von der Laft befreite . .. (8.) Und er fprach
zu ihnen'. Es muß vielmehr heißen: Und als er . . ., (8)
fprach er zu ihnen. Der arabifche Text ift im Ganzen

V. 39 fich beziehenden Kommentar (S.XXV1I) fleht XSnblE , korrekt abgedruckt; jedoch hätte noch öfter, als es jetzt
und das ift (S. 84) fonderbarerweife fo überfetzt: ,wenn j der Fall ift, die Lesart von B. (Berliner Handfchrift) als
du uns auch betäubt'. — Pf. 77, V. 13 gibt Saadja TmbPy die richtigere in den Text aufgenommen werden follen.
mit-pPxon wieder; das bed. nicht,deine Gründe', fondern: So z. B. in Pf. 73, V. 12 (Note x), ib. V. 20 (Note m),
die von dir verurfachten Wirkungen, deine Veranftaltungen. pf, ^ y. 7 (Note o). — Auch an Druckfehlern ift kein
Auch Pf. 78, V. 11 hat Saadja nnPKOTi für TmbPy; G. Mangel. Pf. 78, V. 1 (ebenfo 79t; 801; 811) ift Spxbx
überfetzt: .feine Taten', obwohl er einige Verfe vorher a]s ein Wort gedruckt, während in den übrigen Pfalmen-
(787) nb^XatJ (= bX ibbytt) ebenfalls mit ,feine Taten' überfchriften richtig fleht r,DX bx. Ebenfo muß es Pf. 841
überfetzt hat. — In Pf. 78, V. 16 wird bBXinbX mit ,Bächc' heißen: "DP bx (zwei Wörter). S. IV, Z. 10 1. nSDI ft.
überfetzt, in V. 44 dasfelbe Wort mit .Waffer'. Das dem j-yw,. 3. V, Z. 5 1. BXBbxbX ft. TJXBbX; ib. Pf. 74, V. 4 1.
hebr. oPn: entfprechende arabifche Wort bed.: „Güffe", I nxBXbyi ft. rraxbjri; p. X, Z. 5 1. TXiX ft. rxiix (va^Laf);

befonders Regengüffe; von Saadja wird es im allgemeinen
Sinne angewendet (vgl. zu Exod. 15«). — Jb. V. 51.
:rtt pftWI überfetzt (nach der Berliner Handfchrift) S.

genau fo wie 13IX nsBX"l in Gen. 493: bN3 b*!x; G. nimmt die
Lesart der Münchner Hfchr. in den Text: b^XStt blX und
gibt das fo wieder: ,den Hervorragendften', was gar keinen
Sinn gibt. — Ib. V. 67. Text: im Xb DPBX üEtJai;
Saadja: DS1DX BED IX^röX D1TH Dbl (er verharrte nicht dabei
, den Stamm Ephraim zu wählen, d. h. der Stamm E.

p. XIII, Pf. 78, V. 69 1. nxiXÜDD ft. 'DE; p. XVI, Z. 4 1.

xnSXESXI ft. xü3xs3x1; p. XXI, Pf. 85, V. 4 1. n-ITVi ft.

rn-n; ib. V. 9 1. blpn ft. blps; ib. V. 14 1. yv'Y^ ft. nysiy
P. XXII, z. 9 1. TEib ft. teP; ib. z. 13 1. xitep ft. »rrbn —

Im letzten Verfe des 73. Pfalms fehlt die Überfetzung
von iDira, ohne daß etwas darüber bemerkt würde. —
Wenn Saadja in Pf. 75, V. 6 StVO als Subftantiv auffaßt
(vom Verbum Till), fo hat er nicht .offenbar H-rrJ gelefen'