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Ausgabe:

1904 Nr. 21

Spalte:

580-583

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Volz, Paul

Titel/Untertitel:

Jüdische Eschatologie von Daniel bis Akiba 1904

Rezensent:

Bousset, Wilhelm

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Theologifche Literaturzeitung. 1904. Nr. 21.

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than that presented by the Third Gospel (p. yh). — 2. New
Testament Times von Buhl (S. 45—57), über die poli-
tifchen Verhältniffe und den Kulturzuftand des jüdifchen
Volkes zur Zeit Jefu Chrifti. — 3. Talmud von Schechter
(S. 57—66). — 4. Sibylline Oracles von Harris (S. 66—68),
auffallend kurz und dürftig; die Literaturangaben find
ganz ungenügend. — 5. Samaritan Pentateuch von König
(S. 68—72). — 6. Races of the Old Testament von Ja-
ftrow (S. 72—83). — 7. Semites von Mc Curdy (S. 83—91).

— 8. Diaspora von Schürer (S. 91—109), im wefent-
lichen nach der 3. Aufl. meiner ,Gefchichte', teils gekürzt,
teils ergänzt. — 9. Religion of Greece and Asia Minor
von Ramfay (S. 109—156). Ich will den Wert diefes
Artikels in keiner Weife bezweifeln; aber er bietet nicht
das, was man im Ergänzungsband zu einem Bibelwörterbuch
erwarten follte. Der Verf. behandelt fehr ausführlich
die ,vorhellenifche' Religion und dann die ,hellenifche'
Religion der klaffifchen Periode. Wie dagegen die
die religiöfen Verhältniffe Griechenlands im Zeitalter
Chrifti fich geftaltet haben, wird nicht erörtert; und
vollends von Kleinafien und dem dort herrfchenden
Synkretismus, deffen Kenntnis für die ältefte Gefchichte
des Chriftentums von befonderer Wichtigkeit wäre,
ift kaum die Rede. — 10. Style of Scripture von
König (S. 156—169). Derartigen Artikeln vermag ich
keinen Gefchmack abzugewinnen. Wie kann man von
einem ,Stile der Schrift' überhaupt reden, da doch
in der heiligen Schrift Schriften von fehr verfchiedenem
Stil vereinigt find. — II. Symbol, Symbolical Actions von
König (S. 169—176). — 12. Religion of Egypt von
Wiedemann(S. 176—197),dankenswerte Zufammenfaffung
aus der Feder eines anerkannten Fachmanns. — 13. Plulo
vonDrummond (S. 197—208), im wefentlichen über Philos
Lehre; über feine Schriften wird nur kurz gehandelt; das
Intereffe für deren Pligenart ift bei dem Verfaffer, dem
wir ein zweibändiges Werk über Philo verdanken, offenbar
geringer als das für Philos ,Syftem'. — 14. Textual
Criticisme (of N. T), von Murray (S. 208—236), bietet
u. a. eine forgfältige Erwägung des Wertes von X und B
im Verhältnis zu den übrigen Hauptzeugen. — 15. Versions
, englisk, von Lupton (S. 236—271), fehr ausführlich
und willkommen, da der Gegenftand, wenigftens in Deutfch-
land, wenig bekannt ift. — 16. Development of doctrine
in the apocryphal period von Fairweather(S. 272—308);
unter diefem etwas feltfamen Stichwort werden die religiöfen
Anfchauungen des Judentums im Zeitalter der
Apokryphen und Pfeudepigraphen dargeftellt, und zwar
in fyftematifcher Form (Lehre von Gott, von der Weisheit
, Engeln und Dämonen, Anthropologie, meffianifche
Hoffnung, Efchatologie). — 17. Trinity von Scott
(S. 308—321). — 18. Revelation von Garvie (S. 321—337).

— 19. Theocracy von S tan ton (S. 337—338). — 20. He-
brews, Gospel according to tiie, von Menzies (S. 338—343),
gute Orientierung nach dem gegenwärtigen Stand der
Forfchung.— 21. Agrapha von Ropes (S. 343—352); eine
erfchöpfende Behandlung des Gegenftandes, die fich durch
Umficht und Befonnenheit ausgezeichnet, hat Ropes
fchon vor acht Jahren in den ,Texten und Unterfuchungen'
von Gebhardt und Harnack (XIV, 2, 1896) veröffentlicht.

— 22. Papyri von Kenyon (S. 352—357). Der als Autorität
auf diefem Gebiet bekannte Verfaffer gibt hier ein
Verzeichnis der Papyrus-Fragmente, welche biblifche
und patriftifche Texte enthalten. — 23. Wage's von
Ben nett (S. 357—359), über die Höhe des Arbeitslohnes
im biblifchen Altertum. — 24. Sliips and Boats
von Blomfield (S. 359—368), gute Überficht mit Abbildungen
, namentlich nach ägyptifchen Denkmälern.
Die Literaturangaben am Schluße find zwar ziemlich
reichhaltig; doch fehlt manches Wichtige, z. B. Movers,
Die Phönizier II, 3, 1856, Breufing, Die Nautik der Alten,
1886 (wertvoll, weil von einem Fachmann auf dem Gebiet
der Nautik), Lübeck, Das Seewefen der Griechen
und Römer, 2 Tie., Hamburg 1890—91, Goerne, Der

Schiffbruch des Ap. Paulus vom feemänifchen Standpunkt
erläutert (Neue kirchl. Zeitfchr. 1898, S. 352—375)
[auch Breufing handelt hierüber fehr eingehend], Kolbe,
De Atheniensium re navali (Philologus Bd. 58, 1900, S.
503—552). — 25. Roads and Travel in OT. von Buhl
(S. 368—375). — 26. Roads and Travel in NT. von
Ramfay (S. 375—402) mit zwei Karten, einer Straßenkarte
des römifchen Reiches und einer folchen von Klein-
Afien insbefondere; die umfaffende Behandlung des noch
wenig bearbeiteten Gegenftandes ift befonders dankenswert
; ähnliches gilt übrigens auch von dem Art. von
Buhl über das A. T. Das von Blomfield nicht erwähnte
Werk von Breufing über die Nautik der Alten wird von
Ramfay S. 402b genannt. — 27. Continental Versions
von Bebb (S. 402—420), über die Bibelüberfetzungen in
den neueren Sprachen, abgefehen von der englifchen,
nämlich: Franzöfifch, italienifch, fpanifch, portugiefifch,
deutfch, holländifch, dänifch, fchwedifch, ungarifch, böh-
mifch, polnifch, ruffifch, neugriechifch. — 28. Apocryphal
Gospels von Tasker (S. 420—438). — 29. Didache von
Bartlet (S. 438—451). — 30. Diatessaron von Stenn in g
(S. 451—461), vertritt die Anficht, daß die im Syr. Sin.
und Syr. Cur. vorliegende fyrifche Überfetzung älter ift,
als das Diateffaron. — 3t. Josephus von Thackeray
(S. 461—473). — 32. Numbers, hours, years and dates
von Ramfay (S. 473—484). — 33. Greek patristic com-
mentaries 011 the pauline epistles von Turner (S. 484—531),
ein fehr reichhaltiger Beitrag zur Gefchichte der patrifti-
fchen Exegefe; man fieht nur nicht ein, weshalb nur die
paulinifchen Briefe und nur die griechifchen Erklärer der-
felben berückfichtigt werden. An der Tatfache, daß analoge
Artikel in betreff der übrigen biblifchen Bücher und der
lateinifchen Exegeten nicht geboten werden, wird es befonders
deutlich, daß die Auswahl der in diefem Bande vereinigten
Abhandlungen eine einigermaßen zufällige ift. —
34. Concordances von Redpath (S. 531). — 35. Religion
of Babylonia and Assyria von Jaftrow (S. 531—584). ■—

36. Code of Hammurabi von Johns (S. 584—612). _

37. Religion of Israel von Kautzfeh (S. 612—734).
Außer diefen Abhandlungen enthält der Band noch

folgende Regifter zu allen fünf Bänden: 1. Verzeichnis
der Mitarbeiter und ihrer Artikel. 2. Sachregifter. 3. Bibel-
ftellenregifter. 4. Hebräifche und griechifche Worte.
5. Verzeichnis der Illuftrationen. 6. Verzeichnis der
Karten. — Wir wünfehen dem gediegenen Werke auch
in Deutfchland fleißige Benützung.

Göttingen. E. Schürer.

Volz, Stadtpfr. Paul, Jüdische Eschatologie von Daniel bis

Akiba. Tübingen 1903, J. C. B. Mohr. (XVI, 412 S.
Lex.-8.) M. 7.— ; geb. M. 8.20

Der Verfaffer des vorliegenden Buches wollte .durch
möglichft vollftändige und objektive Darfteilung einNach-
fchlagewerk fchaffen'. Die Kritik wird ihm zugeftehen
müffen, daß er nach diefer Richtung hin mit feiner Arbeit
durchaus das Ziel erreicht hat. Er bietet in feinem Buch
den in Betracht kommenden Stoff in einer bisher unerreichten
Vollftändigkeit auch im Kleinen und Kleinften.
Ich wüßte in diefer Hinficht kaum irgendwo erhebliche
Ausftellungen zu machen. Nur in einer Beziehung hat fich
der Verfaffer felbft, wie es fcheint mit Abficht, eine mir
nicht gerechtfertigt erfcheinende Selbftbefchränkung auferlegt
. Er hat fich wirklich auf die jüdifchen efchato-
logifchen Schriften von Daniel bis Akiba befchränkt.
Nicht eigentlich berückfichtigt find die Ausläufer der alt-
teftamentlichen Literatur, z. B. Stücke wie Jef. 24 — 27,
Sacharja 9—14, Joel (?), das efchatologifche Material der
fpäteren Pfalmenhteratur. Es dürfte aber doch die Herausnahme
allein des Danielbuches aus der altteftament-
lichen Literatur nicht ganz zu rechtfertigen fein, wenn
auch die meinen eben genannten Stücke zeitlich vor
Daniel liegen. Gar fo fcharf wird man die Linie zwifchen