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Ausgabe:

1904

Spalte:

313-316

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Steuernagel, Carl

Titel/Untertitel:

Hebräische Grammatik mit Paradigmen, Literatur, Übungsstücken und Wörterverzeichnis 1904

Rezensent:

Beer, Georg

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Theologische Literaturzeitung

Herausgegeben von D. Ad. Harnack, Prof. in Berlin, und D. E. Schürer, Prof in Göttingen.

Jährlich 26 Nrn. Verlag: J. C. HinrichsTche Buchhandlung, Leipzig. Jährlich 18 Mark.

Nr. 11. 28- Mai 1904- 29. Jahrgang.

Steuernagel, Hebraifche Grammatik (Beer).
Gunkel, Zum religiousgefchichtlichen Ver-

ftändnis des Neuen Teflaments (Holtz-

mann).

Wrede, Charakter und Tendenz des Johannesevangeliums
(Holtzmann).

Horn, Abfaflungszeit, Gefchichtlichkeit und
Zweck von Evang. Joh. Kap. 21 (Holtzmann
).

llifchoff, Die Kabbalah (Bacher). Cossio, II cardinale Gaetano e la riforma,

Acta Pauli hrsg. von Karl Schmidt (Harnack). [ vol. I (G. Ficker).

Hort and Mayor, Clement of Alexandria Flade, Das römifche Inquifitionsverfahren in

Miscellanies Book VII (Koetschau).

Grupp, Kulturgefchichte der römifchen Kaifer-
zeit, 1. Bd. (G. Ficker).

Lindner, Weltgefchichte feit der Völkerwanderung
, 3. Bd. (G. Ficker).

Walter, Robert von Arbriffel (Boehmer).

Deutfchland (G. Ficker).
Goebel, Herder und Schleiermachers Reden

über die Religion (Stephan).
Wielandt, Herders Theorie von der Religion

und den religiöfen Vorftellungen (Derf.).
Basier Miffionsftudien (Wurm).

Steuernagel, Priv.-Doz. Lic. Dr. Carl, Hebräische Grammatik
mit Paradigmen, Literatur, Übungsftücken und
Wörterverzeichnis. (Porta linguarum orientalium. Pars
I.) Berlin 1903, Reuther & Reichard. (XII, 148, 120* S.
gr. 8.) M. 3.50; geb. M. 4.—

Entfprache die Kenntnis des Hebräifchen bei unfern
jungen Theologen der Zahl der gangbaren hebr. Grammatiken
— Steuernagel zählt S. 143h 8 ausfuhrliche

und Wörter? Das Streben nach Kürze darf nicht in
einem Elementarbuch auf Korten des Mühe und Zeit
raubenden Vokabelfuchens gehen. § 42 c ift der Schnitzer
ipitij zu befeitigen. Die Konkordanz belegt übrigens nur
lPl»jj und Drittia. Irt denn § 43 h bjin fo ficher Imperf.
Qai Activir 'Wären die fo häufigen Formen wie K"P5 (fo,
nicht N"li) ufw. § 44 p nicht beffer dem Anfänger durch Groß-
ftatt Kleindruck ad ocidos zu führen gewefen? ODribD') § 53b
— verb. vorher: ftatt; — entfpricht zwar einem bbsn'itt,

und 19 kürzere (Elementar-) Grammatiken und Übungs- i gehört aber nicht zu den 8 belegbaren Imperfektformen
bücher, wovon einzelne es fchon zu einer imponierenden I mit Suff. d. pron. der 2. Perf. m. Plur. [cf. Stade § 635).

Auflagezahl gebracht haben — fo müßten die Refultate
beim Überfetzen aus dem Hebr. im 1. und 2. theol.
Examen ganz anders lauten! DasErfcheinen der Steuer-
nagelfchen Grammatik ift dadurch veranlaßt, daß die
Verlagsfirma der porta linguarum orientalium Reuther &
Reichard für die vor Kurzem aus ihren in andre Hände
gegangene, begreiflicherweife am meiften in der Sammlung
verlangte Strackfche Grammatik einen Erfatz ge-
fchaffen haben wollte.

In der Tat wird die neue Elementargrammatik die
an fie geknüpften Verleger-Hoffnungen erfüllen. Sie wird
den Abfolventen des trotz allen Dreinredens mancher
Semitiften nicht zu erlaffenden Hebraicums bald ein willkommner
Nothelfer fein. Die bekannten Vorzüge St.fcher
Arbeitsweife: knappe, klare und fachliche Darftellung, die

auch diefem Buchtet, empfehlen es, um mit Comenius | T^S^*^^^^^!^

§60 e würde ich nach ton(lang): fondern naturlang
und § 63 b nach ebenfo: ü: ergänzt haben. Die Paradigmentafel
S. 140/1 war durch Beifpiele wie T£D, "WS,
HSi und D3H zu vervollftändigen. "im II, 033, riÖD und
TE3 mußten im Lexikon nur als Pi"ele aufgeführt fein.
Di'S3 .Wellen' (S. 71*) hat mit tnij .Steinhaufen' ni chts zu
tun. Belegbar irt (S. 103*) D3.D und die Paufalform D3D,
kein 13325. Auch in einem Elementarbuch follten, abge-
fehen von den unvermeidlichen Paradigmatis, nur durch
die Konkordanz bezeugte Formen geboten fein.

Ob der dem Buch wegen feiner recht praktifchen
Brauchbarkeit fürStudenten undGymnafiaften zu wünfehen-
de äußere Erfolg auch dem wiffenfehaftlichen Wert entfpricht
, darüber läßt fich ftreiten. Gewiß enthält St.s Grammatik
vieles altes und neues Gutes. Da aber ein Rezen-

II UieiCUl uuui ciyuci, lui un.an.ii wn. ..... vw...^...hw ~ • 11 . 1 . .... , . ' , tt. ,

zu reden, zum tulo, cito und - foweit das Studium des I Guten ift, will ich meinen W.derfpruch gegen Vieles in
Hebr. dem ABC-Schützen überhaupt ein Vergnügen ift - der Grammatik betonen. Ich maße mir dabei nicht das
vueunde praktifchen Erlernen der Lingua sacra. Etwas
Nüchternheit und Schulmeifterei ift freilich in Kauf zu
nehmen, für den Durchfchnitt unferer Lernenden vielleicht
um fo nützlicher. Auch einige weitere äußerliche Mängel
follen an dem Lob nichts ändern. S. 4 wäre entfprechend
dem b (/?) auch 3 (3) ufw. zu drucken gewefen. § 5 e
würde ich nach u ein ,aber' und § 12b nach einer ein
und zwar gefetzt haben. Um den Satz § 12 f. zu kapieren,
muß der Anfänger mehr als einmal den Finger an die
Nafe legen. § 17 c fcheint der Druckfehler ijbtsp ftatt
"Obüp und S. 36 Z. 2 v. ob. in dem 3 von HitlN Reft eines
Dagefch flehen geblieben. Der Kleindruck der Anm. S. 34
ift nicht zu billigen. Wie umftändlich ift § 25 e die Über

fachmännifche Urteil von Männern wie Barth, Brockelmann
, Nöldeke, Praetorius und Schultheß an, die
wir Altteftamentler alle als erfte Autoritäten für hebr.
Grammatik unter den Semitiften fchätzen. Was ich im
Folgenden gegen St. einzuwenden habe, verdanke ich zum
Teil der Belehrung aus Arbeiten einzelner der eben Genannten
. Was uns Theologen fehlt, ift eine hiftorifche
hebr. Grammatik, die das aus dem geringen Umfang der
a.t.lichen Literatur doch noch erkennbare gefchichtliche
Werden der hebr. Sprache auf fprachwiffenfehaftlicher
und vergleichender Bafis befchreibt — in diefe Lücke ift
St.s Grammatik keineswegs getreten. Eine folche Grammatik
kann eigentlich der Semitift oder der Theologe
allein nicht fchreiben — dem erfteren geht die hiftor.

fetzung von TDK mit »derjenige, von welchem folgende Kenntnis der a.t.lichen Literatur, dem anderen meift das
Ausfage gilt'! Unbedingt wären § 27 a 4 zu den trocknen | rein philologifche Charisma ab. Semitift und Altteftament-
Tabellen Mufterbeifpiele und auch die abweichenden DITn ! 1er müffen eben von einander lernen. Es ift lobend an-
•und rranri anzuführen gewefen. §290 1 verb. den unanl zuerkennen, daß St. aus den fogenannten, freilich oft recht
genehmen Druckfehler T3p. Daß die Endungen der 1. Perf. zweifelhaft von ihm beftimmten Grundformen die von der
Perf. ftarke Verkürzungen'des Pron. perf. (§ 32 h) feien, Mafora gebotenen Formendes Pronomens Verbums No-
gilt doch nur von !übt3)3. Wer wird denn in von ifibdp [ mens und der Partikeln zu erklären fucht — aber es fehlt
einen Reft von 13» oder 13» fehen? Warum fehlt § 37 g die Hereinziehung des literargefchichtlichen Prozeffes. Die
und auch fonft oft die deutfehe Uberfetzung hebr. Formen , Syntax ift über einen Kamm gefchoren Stade fagte mir

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