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Ausgabe:

1902

Spalte:

34-35

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Bacher, Wilhelm

Titel/Untertitel:

Ein hebräisch-persisches Wörterbuch aus dem vierzehnten Jahrhundert 1902

Rezensent:

Schwally, Friedrich

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Theologische Literaturzeitung.

Herausgegeben von D. Ad. Harnack, Prof. in Berlin, und D. E. Schürer, Prof. in Göttingen.

Preis

allfr[C4hTage. Leipzig. J. C. Hinrichs'fche Buchhandlung. jährlich 18 Mark.

Nr_ 2. J8. Januar 1902. 27. Jahrgang.

König, Hebräifch und Semitifch (Schwally).
liacher, Ein hebräifch-perfifches Wörterbuch

aus dem 14. Jahrb.. (Schwally).
Diettrich, Eine jakobitifche Einleitung in den

Pfalter (Schwally).
Mommert, Die heilige Grabeskirche zu Jerufa-

lem in ihrem urfprünglichen Zuftande (Furrer).
Mommert, Golgotha und das hl. Grab zu

Jerufalem (Derf.).
Mommert, Die Dormitio und das deutfehe

Grundftück auf dem traditionellen Zion (Derf.).
Keller, Eine Sinai-Fahrt (Furrer).

Selwyn, The Christian Prophets and the Pro-

phetic Apocalypse (Weinel).
Keville, La valeur du tömoignage historique

du Pasteur d'Hermas (von der Goltz).
Peter, Der Brief in der römifchen Litteratur

(Deifsmann).
Michiels, L'origine de l'öpiscopat (von der

Goltz).

Camenifch, Carlo Borromeo und die Gegenreformation
im Veltlin (Grützmacher).

Egelhaaf, Guftav Adolf in Deutfchland
(Koehler).

Brück, Gefchichte der kalholifchen Kirche im

neunzehnten Jahrhundert, IV. Band: Gefchichte
der katholifchen Kirche in Deutfchland vom
vaticanifchen Concil 1870 bis zur Gegenwart,
1. Abth. (Bruckner).
Eucken, Der Wahrheitsgehalt der Religion
(Kaftan).

Kierkegaard, Ausgewählte chriftliche Reden
(Kaftan).

Syrkin, Graf Leo Tolftoi und der heilige Synod
(Kattenbufch).

C h w o 1 fo n, Die Blutanklage und fonftige mittelalterliche
Befchuldigungen der Juden (Strack).

Frank, Der Ritualmord (Derf.).,

König, Prof. DD. Ed., Hebräisch und Semitisch. Prole- i .geliebt werden' und amari',bittere',als gleiche Bildungen
gomena und Grundlinien einer Gefchichte der femiti- betrachtete. j,f ift vielmehr eine Form aptialu.
fchen Sprachen. Nebft einem Exkurs über die vor- Feiner hiftorifcher Sinn, ftrenge fprachwiffenfehaft-

jofuanifche Sprache Israels und die Pentateuchquelle j hctie Methode, gründliche philologifche Beherrfchung des

ganzen Sprachgebietes find für jeden, der über Gefchichte
der femitifchen Sprachen fchreiben will, uner-
läfslich.

Giefsen. Fr. Schwally.

PC. Berlin 19OI, Reuther & Reichard. (VII, 128 S.
gr. 8.) M. 4--

Der Verfaffer ftellt in der Vorrede feft, dafs der Aufbau
einer hiftorifchen Grammatik des Semitifchen noch
nicht unternommen worden ift, und dafs noch Erwägungen

über die Fundamente eines folchen Baues und die Reihen- Bacher, Prof. Dr. Wilhelm, «in n^blan nBo 113 D^üipb
folge feiner Stockwerke gepflogen werden Daran an- j ^ ^ ^ b

fchhefsend meint er, dafs er wenigftens diefe Vorarbeiten : ___ '

zum Abfchlufse bringen könne. ™™ °^0n * «» »m tllltS» pt* ittnn«

Ich bedauere lebhaft, dem Verfaffer diefe Hoffnung j J™™!. fT™ Tu^j-^T ™
gründlich zerftören zu müffen. Er hat fich zwar grofse I Em hebräisch-persisches Worterbuch aus dem vierzehnten

Mühe gegeben, Bücher und Auffätze, welche die in Jahrhundert. Strafsburg 1900, K. J. Trübner. (135 und

Frage kommenden Probleme behandeln, zu verwerthen.
Aber man darf fich durch diefe Aufftapelung von Literatur
nicht imponiren laffen, da fie zu fehr der Kritik entbehrt

76 S. gr. 8.) M. 4.—

Das Wörterbuch, mit dem fich diefe Arbeit des gelehrten
Hebraiften befchäftigt, ift in der jetzt zu Ruffifch-

und auf felbftverftändliche Dinge leicht mit demfelben Turk^

Eifer losfährt, wie auf vielumftrittene Probleme. Indeffen fr gefchneben von

hat auch diefe Compilation wieder einmal gezeigt, wie | ,'ne VoZnr^ Als Datum

wenig Brauchbares bis jetzt über die Gefchichte der femi- J y"J„t}f"A deST ^erkeS W"d der Neumond des
tifchen Sprachen gefchrieben ift, und dafs gerade unfähige rZZ I n P P'lf ,7 DlC ^l" N ^

Dilettanten fich mit Vorliebe an diefer Disciplin zu vir- "5^1 ufclef da? Bu5h gaben_ Neubauer im Jahre 1866

fündigen pflegen,

Eine ausführliche Kritik der Gedankengänge des Ver-
faffers bitte ich mir zu erlaffen. Einige Proben werden
genügen.

In den vorbereitendenErörterungen über denUrfprung

und Steinfehneider 1875, a"f Grund einer zur Sammlung
Firkowitfch gehörenden Handfchrift der kaiferlichen Bibliothek
in St. Petersburg. Diefe Handfchrift erwies fich
indeffen als unvollftändig. Durch Zufall kam Bacher in
den Befitz anderer Fragmente, welche den Petersburger
Codex glücklich ergänzten.

der Sprache, die voll der wilderten Speculationen ftecken, Das I exikon unterfcheidet fich von anderen iüdifchen

r. -C r^i„—,1- -TU ~ ~ „ --- _i: _ r^-..n._i______ ur...i____ ■ ■, , • , »....._ . . _ y . .

findet fich folgende Theorie über die Entftehung des
hebräifchen Artikels ha: ,Der dem Huftengeräufch oder
Räuspern, durch das man unter Umftänden auch jetzt noch

Werken ähnlicher Art dadurch, dafs es den Wortfehatz
von Bibel, Targum, Talmud und Midrafch zufammen enthält
. Sein Verfaffer redete als Mutterfprache perfifch,

die Aufmerkfamkeit auf eine Perfon oder Sache zu lenken j bezw. einen jüdifch-perfifchen Jargon. Deshalb bedient
verfucht, ähnliche Laut des Spiritus asper oder lenis j er fich zur Erklärung von hebräifchen oder aramäifchen

wurde als Mittel der Determination {Articulus definitivus:
hebr. ha, etc.) und als Hauptelement der demonftrativen
Wörter, fowie des Frageadverbs verwendet' (S. 7). In

Wörtern gern des Perfifchen, aber auch vielfach des
Aramäifchen, feltener des Arabifchen. am feltenften des
Türkifchen. Die Anordnung ift die alphabetifche.

diefem Stile geht es weiter die_ Caufatiy^bildungen das , Der hauptfächliche Werth des Wörterbuches befiehl
Pronomen personale alles wird auf lautfymbolifchem Wege ; in den Beiträgen, die es zur Kenntnifs der perfifchen

a v1 ~ .?" 58 behauPt/et der Yf/-' dafs ,m Arabifchen , Volksfprache des 14. Jahrh. liefert. Um diefe Schätze
dieNominalformen qattal und qattal nebeneinander flehen, | zu hebenj ift aber nochJ viel Arbeit nöthig# Das Lexikon

und verweift als Beweis dafür auf ,Uöl ,abfchüffig' und entnälr- hunderte von Ausdrücken, die aus dem bekann-
|„* ' ten Sprachmateriale noch nicht erklärt werden konn-

Jjt ,erfter'. Das ift ungefähr fo, als ob ein Latinift amari ten. Hier hat die Forfchung der Gelehrten einzufetzen.

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