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Ausgabe:

1900

Spalte:

673-675

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Titel/Untertitel:

The Journal of Theological Studies. Volume I 1900

Rezensent:

Nestle, Eberhard

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Theologische Literaturzeitung.

Herauso-ecreben von D. Ad. Harnack, Prof. zu Berlin, und D. E. Schürer, Prof. zu Göttinnen.

Erfcheint Preis
alle ia Tage. Leipzig. J. C. Hinrichs'fche Buchhandlung. jährlich 18 Mark

N2t 25.

8. Dezember. 1900.

25. Jahrgang.

The Journal of Theological Studies vol. I (Nestle).
Galt, Die Herrlichkeit Gottes, eine biblifch-
theologifche Unterfuchung (Volz).

Vogel, Zur Charakteriflik des Lukas nach

Sprache und Stil (Heinrici).
Pfeilfchifter, Die authentifche Ausgabe der

40 Evangelienhomilien Gregors des Grofsen
(Krüger).

Hinz, Doctor Johann Weyer ein rheinifcher
Arzt (Hegler).

Weeda, Joseph Butler als Zedekundige be-
schouwd en gewaardeerd (Hegler).

Nösgen, Symbolik oder konfeffionelle Prinzipienlehre
(Kattenbufch).

Schwarz, Pfychologie des Willens, zur Grundlegung
der Ethik (Ritfehl).

Frommel, Frommel's Lebensbild (Hans).

Cafelmann, Karl Gutzkow's Stellung zu den
religiös-ethifchen Problemen feiner Zeit (Hans).

The Journal of Theological Studies. Volume I. London, leitet wird, ein Urtheil fällen; er kann nur fagen, dafs
Macmillan and Co, Limited, 1900. (640 S. gr. 8.) I « keine theologische Zeitfchrift kennt, die ihm mit jeder
Jährlich 10 Sh.; einzelne Hefte 3 Sh. h"™?e* e,ne ,folch^ Bereicherung feiner theologifchen
J .1 Kenntnifse gebracht hat. Gerade auch die kleinen

Dem fünften Hefte diefer neuen, vierteljährlich er- ,Notes' enthalten jedesmal eine Fülle von thatfächlicher
fcheinenden Zeitfchrift ift Titelblatt und Index des erften Belehrung; aber felbft folche Arbeiten, die für einen
Bandes beigegeben; fo ift es an der Zeit, die Aufmerk- Deutfchen ferner liegen, wie im neueften Heft über das
famkeit auch weiterer theologifcher Kreife auf diefe Leben des letzten Erzbifchofs von Canterbury, oder im
Zeitfchrift zu lenken. An ihrer Spitze fleht ein leitendes , dritten ,Our Ahns and Oblations': an historkal study,
Comite, dem fünf Profefforen der Theologie von Oxford < bieten reiche Anregung. Die Bibliographie der Th. L. Ztg.
(Ince, Driver, Lock, Moberly, Sanday), vier von Cam- j hat fchon angefangen, den Inhalt diefer Zeitfchrift
bridge angehören (Swete, Kirkpatnck, Ryle, Stanton), 1 zu verzeichnen; aber diefe blofsen Titelangaben find ein

e

aufserdem Robertfon, der Leiter von King's College , Tantalusqual für den, der dadurch nur erfährt, dafs hier
in London (früher in ähnlicher Stellung in Durham) gute Früchte zu finden find, dem fie aber im Uebrigen
und J. A. Robinfon, Canon von Weftminfter, früher | unerreichbar bleiben. Deshalb follten unfere Literatur-
Profeffor in Cambridge. Herausgeber ift C. H. Turner, zeitungen viel mehr als bisher in ganz kurzen Inhaltsvoll
) Magdalen College in Oxford, Mitherausgeber (As- , angaben das Sachliche aus fremden Zeitfchriften mit-
ststant Editor) W. E. Barnes vom Peterhoufe, Cambridge, j theilen, unfere Bibliotheken aber, und zwar nicht blofs
An Mitarbeitern nennt der Index des erften Bandes j die der Univerfitäten, möglichft vielen eine folche Zeit-
fchon 37Namen; von den Comitemitgliedern drei (Robert- fchrift zugänglich machen. Ueber den Inhalt des ganzen
fon, Sanday und Swete, der den Einleitungsartikel ; letzten Jahrgangs kann der Unterzeichnete hier nicht
fchrieb), die beiden Herausgeber, dann Barnard, Bäte, mehr berichten; nur zur Probe fei über das letzte, fünfte
Bevan, Bridges, Brightman, Brooks, Burkitt, Burn, j Heft einiges gefagt (die genauen Titel s. in der Biblio-
Butler, Caird, Cross, Crum, Dowden, Frere, Gray, graphie).

Gwatkin,Haverfield,Kenyon,Lake,Macdonell,Omari;Plum- j ^ Stanton (Prof in Cambri(lge) fucht „achzUweifen, dafs das Petro-

mer, Rackham, Ramfay, Rushforth, Sollertinsky, btrong, j Evangelium dem Juflin unbekannt war, dafs dasfelbe überhaupt

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Taylor, Tennant, Valentine-Richards, W aggett, Webb. Hin [ nie mit den kanonifchen rangirte, die Kirche alfo auch in diefer

Beziehung ihren Takt zeigte.

2) Canon Holland zeichnet an der Hand der fchon in 2. Autlage
in 2 Bänden (36 M.) und verkürzt in 1 Band (6 M.) erfchienenen
Biographie des Erzbifchof Benfon ein Charakterbild desfelben, ohne
auf feine fchriftftellerifche Wirkfamkeit (Cyprian) einzugehen.

3) Webl>'s Auffatz diente als Einleitung einer Discuffion bei einer Zu-
fammenkunft im Haufe eines der Oxforder Profefforen und will die
Schwierigkeiten aufzeigen, welche der Anwendung des Begriffs Per-
fönlichkeit auf Gott entgegenflehen und die Gründe, die diefe doch
wünfehenswerth erfcheinen laffen. Von deutfchen Schriftftellern find
namentlich Lotze und Kant berückfichtigt. Vernünftige Einheit mag
zum Mechanismus gehören, unendliche Möglichkei zum Chaos,
beides zufammen zum Geift.

zweiter Index zählt 18 felbftändige Artikel, 10 kleinere Mit
theilungen (Notes), 8 zufammenfaffende Berichterftattungen
LChronicle4 über Archaeologica, Hagiographica, Liturgtca,
Neuteftamentliche Kritik, Englifche Werke zum N. 1.,
Altes Teftament, Patristica), 3 bezw. 4 ,Documents 4 bi-
bliographifche Ueberfichten über die theologifchen Zeitfchriften
von England, Amerika, Frankreich, Deutschland
, 11 Recenfioncn. Ein dritter Index, durch den lieh
die Zeitfchrift vortheilhaft vor anderen auszeichnet, nennt
die Verfaffer und Bücher, die in dem Band recenfirt,
erwähnt oder erörtert find, etwa 170 Nummern, darunter

mehr als 70 deutfehe Namen Man fleht fchon was die ! 4) hl gg 1 s beantwortet fehr ausführlich die Frage, ob Eraflus
Ulcus BIS /u neuitcne Aamen, man nein, ■*>■ • .Eraftianer' war und if> für rWr, b„ I »f„r ,1„,™,if i,„i„t,-„.,a

Reichhaltigkeit betrifft, ift die Zeitfchrift ganz vorzüglich.
Ebenfo nach ihrer Einrichtung; denn aufser den an der
Spitze flehenden Auffatzen bringt jedes Heft die 5 angedeuteten
Rubriken: üoeuments, Notes, Review, Ckronicle,
Recent Periodicals. Auch der von der Oxforder Untver-
fitätspreffe beforgte Druck ift vortrefflich, namentlich
auch in den mit kleinerer Schrift gedruckten Theilen,
und es wäre intereffant zu berechnen, wie viel mehr
Stoff ein folcher Jahrgang enthält als beifpielsweife unfere
.Theologifchen Studien und Kritiken'; dabei koftet
die jährliche Subfcription bei diefen 16 M., beim J.'l.S.
nur 10. — Und nun der Inhalt! Es wäre anmafsend vom
Unterzeichneten, wollte er über eine Zeitfchrift, die von
den theologifchen Facultätcn zweier Univerfitäten ge-

.Eraftianer' war, und i(l für deutfehe Lefer doppelt belehrend,
denen in der PRE3 noch von einer ,Secte der Eraftianer1 in
England berichtet wird.

5) Die Documente bringen diesmal im Anfchlufs an eine Klage von
Kunze über Ilabn's Bibliothek der Symbole 4 latcinifche Faltungen
des Nicenums, von denen die ältefte fchon vor dem Concil von
Chalcedon nach Rom gekommen fein kann (f. Th.Lz. 98, 681).

6) Die vernachläffigte Variante in Mc. 8,32, auf die Burkitt hinweift,
ift die des Codex Bobbienfis, des heften Lateiners, die man bei
Tifchendorf etc. und felbft bei Wordsworth-White vergeblich fucht
oportet . . . resurgere et cum fiducia sermonem loqui, die auch
vom Sinai-Syrer und arabifchen Tatian unterftützt wird, und auf
(XaXelv oder) ixXaXttv führen könnte.

7) Butler's Beitrag zu den neuen lateinifchen Origenestexten, die Wey-
man unter Zuftimmung von Zahn und Haufsleiter dem Novatian,
Morin dem Gregor von Eliberis zugefchrieben hatte, zeigt einen
näheren Zufammenhang derfelhen mit echt origeniftifchen Stücken

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