Recherche – Detailansicht

Ausgabe:

1900

Spalte:

529-531

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Siegfried, D.C.

Titel/Untertitel:

Prediger und Hoheslied übersetzt und erklärt 1900

Rezensent:

Kraetzschmar, Richard

Ansicht Scan:

Seite 1, Seite 2

Download Scan:

PDF

Theologische Literaturzeitung.

Herausgegeben von D. Ad. Harnack, Prof. zu Berlin, und D. E. Schiirer, Prof. zu Göttingen.

Erfcheint Preis
alle 14 Tage. Leipzig. J. C. Hinrichs'fche Buchhandlung. jährlich 18 Mark..

N°- 19. 15- September 1900. 25. Jahrgang.

Siegfried, Prediger und Hoheslied, überfetzt
t und erklärt (Kraetzfchmar).
Weis, Chriftenverfolgungen (Neumann).
Völter, Die Vifionen des Hermas, die Sibylle

und Clemens von Rom (Krüger).
Backel, De Compositie van den Pastor Her-

mae (Ders.)

Wobbermin, Altchriftliche liturgifche Stücke
aus der Kirche Aegyptens (Hans Achelis).

Kurtz, Zum Euchologion des Bifchofs Serapion
(Ders.)

Drews, Ueber Wobbermins Altchriftliche liturgifche
Stücke (Derf.)

Pückert, Aniane und Gellone (Deutfch).

Böhmer, Kirche und Staat in England und in
der Normandie im XI. und XII. Jahrhundert
(Deutfchj.

Lucas, Fra Girolamo Savonarola (Deutsch).

Brandi, Die Renaiflance in Florenz und Rom
(Benrath).

Mayer, E. W., Das chriflliche Gottvertrauen

und der Glaube an Chriflus (Wendt).
Zahn, Ueber den biblifchen und den kirchlichen

Begriff der Anrechnung (Wendt).
Philofophifche Abhandlungen, Chriftoph Sig-

wart zu feinem 70. Geburtstage gewidmet

(Reifchle).

Siegfried, Geh. Kirchenrath Prof. D. C, Prediger und hypothefe finden wird, ift Recenfenten fraglich. Ein

Hoheslied übersetzt und erklärt. (Handkommentar zum richtiger Gedanke ift hier überfpannt, in dem Beftreben,

Alten Teftament. In Verbindung mit anderen Fach- ?Tie Schwierigkeiten des Buches reftlos erklären zu wollen.

.... , ?.f n w Ma „o^u Ueberzeugend wohl für jeden Lefer des Buches ift der

gelehrten herausgegeben von Prof. D. W. Nowack Erweifs erbrachti dafs das Ruch a,s einheitliches Werk

II. Abtheilg., Die poetifchen Bücher, 3. Band, 2. Theil.) nicht zu verliehen ift; Qi und Q2 treten deutlich aus dem

Göttingen, Vandenhoeck 6k Ruprecht, 1898. (IV, 126S
Lex. 8.) M. 2.60

Zu zwei vielerklärten und an Problemen befonders

Rahmen heraus. Aber bei den Unterfcheidungen von
Q3_5 verliert man den ficheren Boden unter den Füfsen,
und je mehr man fich dem Ende des Buches nähert, um
fo mehr verfchwimmen die Umriffe diefer fchemenhaften

reichen altteftam. Büchern bringt der vorliegende Band 1 Gebilde. Ein Weniger in der Unterfcheidung von be
einen neuen Commentar, der auf engem Räume in vor- theiligten Händen wäre wohl ein Mehr gewefen Immer
trefflichfter Weife in diefelben einführt und deren Ver- hin ift der mit Energie durchgeführte Löfungsverfuch
ftändnifs fördert. — werthvoll und für weitere Unterfuchung nach diefer Seite

Was zunächft den Commentar zu Kohelet betrifft hin ficherlich anregend. Von Einzelheiten möchte Ree.

(S. 1—77; i—27 Einleitung, 28—77 Erklärung), fo ift es
dem Verfaffer dabei hauptfächlich darum zu thun gewefen,
.darzuthun, dafs die Erklärung des Buches als eines einheitlichen
ein Ding der Unmöglichkeit fei' (Vorwort). Er

herausgreifen: Glücklich ift die Umftellung von 2i2a und b.
— 215 ift mit MT auszukommen, f. Wildeboer z. St., und
die Winckler'fche Conjectur inifl TN wohl beffer nicht
zu bevorzugen.— 5 3 ift ysn, da ein CNnbN o. A. dabei fehlt,

ift der Vertreter einer extremen Interpolationshypothefe. vielleicht nach 31. 17 im Sinne von ,ein Ausführen' (fc.
Nicht weniger als 5 verfchiedene Schriftfteller find nach ; ift nicht bei den Thoren, — darum fei kein Thor!) zu
ihm thätig gewefen, das Buch in feiner heutigen Form faffen. — Gut ift die Textänderung in 57. —510 lieft Siegf

herzuftellen: Q >, der Verfaffer der Grundfchrift, ein von
der griechifchen Philofophie angekränkelter Jude, der in
feinem Glauben Schiffbruch gelitten hat und zu der
peffimiftifchen Ueberzeugung gekommen ift, dafs nicht
littliche Gefetze, fondern Naturgefetze das All beherrfchen
und es eine göttliche Weltregierung nicht giebt (is—212.

14b-24" 31—10. 12. 15f. 18—21 4l-4. 6-8. 13-18 5 tf. 12-18 6l—7

7ib—4. 15. 28—28 und Fragmente in 89g. 9211. 105fr); Q2, der
.epikureifche Gloffator', der fadduzäifchen Kreifen angehört
hat (322 5l7 —19 7l4. 16 815.17 94. 7—10. 12 IOl9 117. 8».

9. 10 12ib—7»): Q3, der .gloffirende Chakam', der die Vorzüge
der Weisheit geltend macht (213. i4a 45 6s. 9a 711p 19
81913—18 101—3. 12—15); Q4, der .gloffirende Chafid', der
mit Eifer die Grundlehren des Judenthums von der göttlichen
Weltregierung und ihrer Gerechtigkeit vertritt

(224b—2Ca 311. 13f. 17 417--5l. 8-5. 6b. 7 6l0-12 7l3. 17. 23-26.

29 82—8. 11—13 91 ii6. 8b. 9b. 12ia. 7b); Q' eine zufammen-
faffende Bezeichnung von anderen Gloffatoren, die im
Einzelnen nicht näher unterfchieden werden können. R1

flatt das unmöglichen bSiO (gewöhnl. gedeutet als ,dazu
verzehrt er alle feine Tage in Finfternis') nach LXX
bSNI ,und Trauer'; ich möchte vorfchlagen, nach 2n, f.
64 815, lieber ein graphifch ebenfo nahe liegendes ^bj1 (bez.
Ain) herzuftellen und "PtV'bS als accus, temporis zu faffen
(vgl. 815). — Gut ift die'Aenderung von T2> in T2> 81. —
»2ff. fcheint mir (anders als Siegf. Wildeboer) die Frage
discutirt, was man zu thun habe, wenn der König etwas
befiehlt, was mit einer göttlichen Bundesfatzung ('bs nsnnü)
in Widerfpruch fleht; der Weisheitslehrer giebt darauf die
Auskunft, man folle den Befehl ohne Zögern ausführen, da
der Diener ja doch keine Macht habe wider den König (vv. 4.
8),jedemoralifcheVerantwortlichkeitaber von fich ablehnen
und dem Auftraggeber zufchieben, den die für feinen Frevel
verdiente Strafe (.Zeit und Gericht') fchon erreichen werde.
Danach ziehe ich bttXJrrbN (d as nur bedeuten kann ,ängftige
dich nicht', f. Wildeb.) mit Siegf. zu v. 2, und verftehe
niJTa nicht von einem Gottesgebote (Siegf), fondern vom
Gebote des Königs. — ioh ift wie 611 d*"0-t r,2rn viell.

hat 12—127 zufammengeftellt und mit Ueberfchrift (11) j beffer in dem Sinne von ,vermeffene, gottesläfterliche
und Schlufsformel (i2s) verfehen; dazu find dann am 1 Reden führen' zu faffen, f. Job 3437 und meinen Comm.

zu Ez. (1900) zu 3513. — Bei 112.6 fcheint mir die Erklärung
von Wildeboer den Vorzug zu verdienen. — Die
Streichung von SD 123 (mit Bickell) ift wohl nicht

nöthig. — 124 ift m. E. für den infin. bfittn beffer bstth
herzuftellen und danach mit de Jong, Wildeb. büpi und
es erftirbt (die Stimme des Vogels)' zu lefen vgl auch
Cornill zu Ez. 711.

Der 2. Theil des Commentars befchäftigt fich mit
S29 530

Schluffe noch drei gefonderte Nachträge gekommen (l29f;
iif.; i3o), deren letzter von einem Pharifäer (R2) flammt.
Für die Abfaffungszeit ift tief in die griechifche Periode
hinabzugehen. Die Grundfchrift mag bald nach 200 v. Chr.
gefchrieben fein, die Gloffatoren Q2—1 werden bis ca.
100 v. Chr. an der Arbeit gewefen fein, fo dafs der endgültige
Abfchlufs + 100 v. Chr. anzufetzen fein wird. —
Ob Siegfried viel Anhänger für feine Interpolations-