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Ausgabe:

1899

Spalte:

162-166

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Kahle, Paul

Titel/Untertitel:

Textkritische und lexikalische Bemerkungen zum Samaritanischen Pentateuchtargum 1899

Rezensent:

Littmann, Enno

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Theologische Literaturzeitung

Herausgegeben von D. Ad. Harnack, Prof. zu Berlin, und D. E. Schürer, Prof. zu Göttingen.

Erfcheint Preis
alle 14 Tage. Leipzig. J. C. Hinrichs'fche Buchhandlung. jährlich 18 Mark

N°- 6. 18. März 1899. 24. Jahrgang.

Seefemann, Israel und Juda bei Arnos und ' Schlatter, Die Parallelen in den Worten Jefu ; Zeitfchrift der Gefellfchaft für niederfachfifche

Hosea (Volz). bei Johannes und Matthäus (Holtzmann). Kirchengefchichte, 3. Jahrg. (Boffert).

Kahle, Textkritifche und lexikalifche Bemer- j Rohrbach, Die Berichte über die Auferftehung '
-ungen zum famaritanifchen Pentateuchtargum Jefr Chnfti (Harnack).

Lewis, In the shadow ot Sinai, A Störy of
travel and research from 1895 to 1897 (Nestle).
Sägmüller, Die Entwicklung des Archipres-
byterats und Dekanats bis zum Ende der
Karolingerzeit (von der Goltz).
Werner, Dogmengefchichtliche Tabellen (Grützmacher
).

Schalkhaufer, Aeneas von Gaza als Philo-

(Littmann).

Friedländer, Der vorchriftliche jüdifchc Gno-

Uicismus (Schürer).
Singer, Das Buch der Jubiläen oder die Lepto-

genefis. r. Theil: Tendenz und Urfprung

(Schürer).

^°Kn°n, Inscriptions Mandäites des coupes de

Khouabir (Lidzbarski). foph (Wendland).

Burckhardt, Die Basler Täufer (Boffert).
S t e u d e , Die moniflifche Weltanfchauung
(Ritfehl).

Monrad, Die menfchliche Willensfreiheit und

das Böfe (Ritfehl).
Wagner, Freiheit und Gefetzmäfsigkeit in den

menfehlichen Willensakten (Ritfehl).
Wundt, Grundrifs der Pfychologie, 3. Aufl.
(Elfenhans).

Euler, Grundrifs der evangelifchen Glaubenslehre
für die oberen Gymnafialklaffen (Fay).

Seesemann, Lic. Dr. Otto, Israel und Juda bei Arnos und ein zweites ehebrecherifches Weib und gewinnt es lieb

Hosea, nebft einem Exkurs über Hos. 1—3. Leipzig, (ohne es zu heirathen), um es durch Abfperrung zu heilen.

Diet„.- u 00 /rxr o o a/r . „~ bbenfo macht Jh es mit Ifrael 3,1—5.
Lhetench, 1898. (IV, 44 8. gr. 8.) M. 1.20. Es .ft ejn J winkürliche A^ahmCi dafs Hofea die

Diefe Habilitationsfchrift gehört in die Reihe der Untreue der G. erft nach 1,9 erfahren habe; es wird nicht
^'nzeluuterfuchungen, die zum genaueren Verftändnifs 1 klar, wie ihm dadurch foll feine Ehe ein Gleichnifs für
?,er Prophetifchen Literatur Israels geliefert werden müffen. (Jahwes Verhältnifs zu Israel geworden fein und wie er
ihr Ergebnifs ift: Arnos und Hofea gebrauchen bsiC = dazu kommt, die ehelich geborenen Kinder in 1,2 Kinder
^ordreich, vgl. bef. Am 7,ioff.; Juda und Israel find ihnen der Unzucht zu nennen; es fteht in cp. 2 nirgends und
zwei verfchiedene Gröfsen; über Juda fagen fie nichts jft vom Verf. wohl unbewufst aus 3,1 hier eingetragen,
(Arn 2,u f. fchrieb Arnos, als er wieder in Juda war, dafs Hofea die G. trotz allem liebbehalten wollte. Die
azu S. 5—12; die übrigen Judaflellen in Am und Exegefe von 2,4ff, auf S. 37 k ift unmöglich und die Aus-
9» find wohl Einfchiebfel S. 3, 19—24); fie predigen legung des ganzen Capitels ein neues Zeugnifs für die
V °K nUr an das Nordreich, und wir erfahren über das bunte, zufammengefetzte Art von Hof 2. Die vorge-
erhältnifs beider Reiche von ihnen nichts; fie nennen j tragene Auffaffung von cp. 3 empfiehlt fich nicht. Dafs
Jahwe nicht den ,Gott Israels', weil dies nach ihrem wir hier ein anderes Weib und einen Parallelbericht
Sprachgebrauch = Gott Nordisraels wäre und fie doch ; haben, ift durchaus richtig, aber um fo weniger kann
ln religiöfer Hinficht Juda mit Efraim in eins nehmen wollen. ■ Cp. 3 eine 2. Gefchichte fein. Diefes 2. Erlebnifs wäre

überflüffig und nicht einmal beweiskräftig, da nur die
Liebe zum gleichen Weibe Jahwes Liebe zu Israel abbilden
kann; es wäre dem Propheten zuviel zugemuthet und
der Vorgang in fich (Liebe ohne Ehe) ift kaum denkbar.
Verf. hätte von feinen richtigen Prämiffen aus den Schlufs
ziehen müffen, dafs cp. 3 ein erdichteter Parallelfpruch
zu cp. 1 f. ift.

. Mit Recht vollzieht S. die Gleichung Israel — Nord-
r^,cn- Aber die Unterfuchung ftört fich felbft durch
allerlei Excurfe, die die Hauptfache verdecken, und ift
•n der Anlage nicht fehr gelungen. Es müfste für die
De|prochene Frage der Gebrauch von btnC und das
Pphtifche Verhältnifs Judas zum Nordreich unter Bei-
z,ehung der gefchichtlichen Bücher gründlich behandelt
Verden. Mir ift's wahrfcheinlich, dafs Juda unter Jero-
eam II. politifch neben Efraim ganz zurücktrat (vgl.
? H~ 14.9) und vom Propheten mit dem Hauptreich fo zu-
arnmengt.fc]laut wurde, dafs feine Predigt an den Stätten
öatriariens fich auch an Juda richtete. Dann wäre erklärt
, wie isr-rfcT1 die doppelte Bedeutung haben kann:
Nordreich und (z. B. Am 3,1, was auch S. nicht leugnet)
^efammtisrael; wie der Judäer Arnos dazu kommt, in
-tel aufzutreten (eben weil es das Herz des Gefammt-
Jkaches ift), dann können auch vereinzelte Wehrufe über
Juda, z. B. Hof 5,10 ff. ruhig flehen bleiben, die S. nur
mühfam wegbringt und deren Eintragung er nicht motivirt.
Hof 1 —3 verlieht S. fo (S. 32—44): Hofea heirathet
le Gomer noch als intacte, bekommt die drei Kinder
v°n ihr und erfährt dann von ihrem Treubruch. Jetzt
wird ihm fein Verhältnifs zur G. Abbild des Verhältnifses

Tübingen. Repetent P. Volz.

Kahle, Dr. Paul, Textkritische und lexikalische Bemerkungen
zum Samaritanischen Pentateuchtargum. Leipzig, O. Har-
raffowitz, 1898. (58 S.) M. 2.40

Diefe Schrift hat ein Gebiet in Angriff genommen,
auf dem bisher nur Wenige gearbeitet haben, das
aber wegen feiner Wichtigkeit für Religions- und
Textgefchichte viel mehr Beachtung verdiente. Befonders
nach den fcharffinnigen Arbeiten S. Kohn's war es
wünfehenswerth, dafs das durch den Petermann-Vollers'
fchen Pentateuch gebotene Material in methodifcher Weife
verarbeitet würde; im grofsen und ganzen mufs man fich
da auf den von Kohn gewiefenen Bahnen bewegen. Kahle
((Wifchen Jahwe und Israel. Er giebt G. nicht auf, will , hat fich nun mit grofsem Fleifse und in felbftändieer

d"rch Strafe beffern 2,4. «f., erkennt an feiner Liebe Durchdringung des Stoffes einem Theile diefer Aufgabe
^ ihr, dafs auch Jhs Liebe durch Israels Untreue nicht J gewidmet. Er giebt zu Ex 151-w und Deut 321-in fämmt-

"'gehoben wird und Jh Israel durch Züchtigung zum liehe bekannten Varianten und befpricht fie in zufammen-

jUc.h führt 2,5—7. 10—15. 16 f. 19. 20—26. Dabei ift 1,3—I hängender Exegefe, in der fich mehrere fchöne Erklärungen

ps Anleitung zu cp. 2, 1,9 unter dem Eindruck des fpäter von bisher unverftändlichen Stellen des famaritan. Tar-

-nebten gefchrieben. Auf Befehl lahwes kauft Hofea gums befinden (vgl. z. B. die Bemerkungen über TB8

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