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Ausgabe:

1899

Spalte:

433-435

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Amélineau, E.

Titel/Untertitel:

Histoire de la Sépulture et des Funérailles dans l‘ancienne Egypte. Avec nombreuses vignettes et 112 planches hors de texte. 2 Partes 1899

Rezensent:

Wiedemann, Alfred

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Theologische Literaturzeitung.

Herausgegeben von D. Ad. Harnack, Prof. zu Berlin, und D. E. Schüret*, Prof. zu Göttingen.

Erfcheint Preis
alle 14 Tage. Leipzig. J. C. Hinrichs'fche Buchhandlung. jährlich 18 Mark.

N°- 15. 22. Juli 1899. 24. Jahrgang.

AmelineaUj H;sto;re de la s^pUlture et des
'unerailles dans l'ancienneEgypte(Wiedemann).

"«rckhardt, Griechifche Kulturgefchichte I. u.
?• .ßd. (Wendland).

eitrage zur Förderung chrifllicher Theologie
U, 6: Vowinkel, Die Grundgedanken des
Jakobusbriefes. Dalmer, Zu I. Petri I, 18. 19
iHoltzmann).

Luthardt, Die chriltliche Glaubenslehre (Lob-
ftein).

Stellhorn, Die Paftoralbriefe Pauli (Holtz-
mann).

* ... ' .Juli__T__ T-.'. Tr .„r_T-T. _ J____ •!___

Führer, Forfchungen zur oicilia sotterranea

(H. Achelis).
Cremer, Die chriltliche Lehre von den Eigen-

fchaften Gottes (Reifchle).

Müller, Jos., Die Keufchheitsideen in ihrer ge-
fchichtlichen Entwicklung und praktifchen Bedeutung
(Reifchle).

Calker, van, Strafrecht und Ethik (Reifchle).

Ahlelineau, E., Histoire de la Sepulture et des Funerailles mente, die fie tragen. Diefe Bevorzugung einer Quelle
«lans l'ancienne Eqvpte. Avec nombreuses vignettes führt den Verf. freilich gelegentlich zu einer lieber

3Jr ° 17-böf7tin« 1.-. A---u — rv. u«: j— r>----.1___..:__•___

er- 112 planches hors de texte. 2 Partes. (Annales
du Musee Guimet. Tomes XXVIII et XXIX.) Paris,
E- Leroux, 1896. (XXII, 680 S. 4.)

W r^n(ere Kenntnifs des alten Aegyptens beruht im
j- . ent'ichen auf den Darftellungen und Infchriften in
felKn1 ^raDern und Tempeln. Da letztere häufig nicht
nut d'g waren, fondern als Kulträume für Grüfte be-

tzt werden follten, fo flehen auch fie mehr oder weniger
f fv m'* Tod und Begräbnifs in Beziehung. Es bewältigt
fich dergeflalt der weitaus gröfste Theil der
jj^ypbfchen Denkmäler mit dem Abfchlufse des menfch-

nen Lebens. Trotzdem oder vielleicht gerade des-
find die funerären Monumente bisher nie in um-

fchätzung ihrer Angaben, fb bei der Reproduction einiger
ihrer Tafeln oder, wenn er S. 300 bezweifelt, dafs der
Deckel des Sarkophages Ramfes' III. in Cambridge fich
befinde, da die Description den Deckel nicht erwähne.
Der Katalog des Cambridger Mufeums von Budge hätte
hier zeigen können, dafs Belzoni den Deckel nach England
brachte; die auf demfelben aufgezeichneten Königsnamen
hat übrigens bereits Champollion behandelt.

Das Buch zerfällt in vier Capitel von fehr ungleicher
Länge. Das erfle (S. I—64) befpricht die ägyptifchen
Necropolen im Allgemeinen, vor allem die von Memphis,
Abydos, Theben; kleinere Grabftätten werden mit wenigen
Worten erledigt. Dann folgt (S. 65—170) das Grab im
alten Reiche. Zunächft die_ Pyramiden, bei denen die

get ubfchrecken laffen, er ift an die Aufgabe heran
Thr^ten .una" m dem genannten Werke den erften
fCnj. feiner diesbezüglichen Studien vor. Dabei be-
den'efji': er die bislang erfchienenen 673 Text-Seiten mit
Oy - orten ,Afaintenant que le tombeau est achevc,
parf'' Pe*ntt sculpte et couvert d'ornements, la premiere
s'0 le de ma tacke est Urtninie. On peut sans crainte
co>,,l<f er df nteubler la tombc; la preparation lointaine est
et c> ' d faut songer ä faire la preparation prochainc,
0UvySt <e ^Ue va nous vlonirer la seconde partie de cet

hanri 1 r nächfte Theil wird alfo das Grabmobiliar be-
die p "' dann würde wohl die Behandlung der Leiche,
evenriInbalfarnirung, folgen, dann die Grabceremonien,
Tod auc.n. die Vorflellungen vom Leben nach dem

äffender Weife im Zufammenhange behandelt worden; , Ausfuhrungen von Perrot-Chipiez die Hauptgrundlage
ffufete fich doch eine folche Arbeit naturgemäfs zu einer bilden. Zu den häufig abweichenden Anfchauungen
Befprechung"de■ gefairirnten ägyptifchen Kulturgefchichte | von Borchardt nimmt der Verf. kerne Stellung, obwohl
Zwickeln" AmdlS? hat fich durch diefe Schwierigkeit ' gerade hier eine Prüfung diefer neuen Vermuthungen an

der Hand des gefammten Matenales eine lohnende Aufgabe
dargeboten hätte. Kürzer als diefe Königsgräber
werden die Privatgräber des alten Reiches, die Mastaba,
behandelt, wobei die Befprechung des wichtigen, von de
Morgan entdeckten, zuerft in der Revue archeologique
1894 gefchilderten Grabes des Ptah-schepses aus der
5. Dynaftie befonders ausführlich ift. Das dritte Capitel
(S. 191—240) gilt den Gräbern des mittleren Reiches,
den freiftehenden Gräbern zu Abydos und den Felfen-
grüften von Siut, Benihassan, u. f. f. Im vierten Capitel
(S. 241—336) erfcheint das Grab des neuen Reiches,
d. h. vor allem die Necropole von Theben und ihre
Königsgräber, aufserdem Pläne der Gräber von Teil el
Amarna.

Das fünfte Capitel (S. 337-672) nimmt etwa die
v0n ftsa ' ein Stoff' der noch eine gewalt'ge Reine Hal»e des Werkes ein, es befpricht die Ausfchmückung
als dr voraus fehen laist. und dies um fo mehr der Gräber. Einleitend werden eine Reihe technifcher
r<ch flu ' e'ne breite Darftellungsart liebt Er begnügt für die Herftellung der Skulpturen und Malereien in
denen v mit dem Hinweis auf andere Schriften, in j Betracht kommende Punkte berührt, wobei die verfchie-
w0rj die einfchlägigen Fragen ausführlich befprochen
Lefe en ünd, fondern giebt ftatt deffen, wohl um feinen
ürnj-rn die Mühe des Nachfchlagens zu erfparen, lieber
frej]j ngreiche Auszüge aus den ältern Werken, ohne dabei
Deutr ud'e E'teratur m vollem Umfange auszunutzen.
rriejn cbe und englifche Schriften werden feiten erwähnt,

Arbeii chrankt hch der Verf- auf eim'ge franzöfifche
/'yr ,^n- Eine Hauptquelle bildet die Description de
der ff ' ln der richtigen Erkenntnifs, dafs die Gelehrten
her a anz°Tifchen Expedition weit unbefangener und da-
teten , fcharfblickender die Denkmäler felbft betrach-
auf j ais die nach ihnen kommenden Aegyptologen, die
icnriften mehr Gewicht legten als auf die Monu-
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denen Perioden der ägyptifchen Kunftentwickelung nicht
gefchieden find. Dann folgt in chronologifcher Anordnung
die Decoration der Gräber, zunächft aus dem alten
Reiche: das wenige, was über die Pyramiden zu fagen
ift, und eingehende Ausführungen über die Bilder in den
Mastaba mit Excurfen über allerhand hierbei vorgeführte
kulturgefchichtlich intereffante Vorgänge. Als Bafis dient
vor allem das Grab des Ti zu Saqqarah (S. 409—54),
für welches leider nicht Photographien oder neue Copien
benutzt werden, fondern die auf Anordnung Mariette's
für die Ausstellung von 1878 hergestellten Bilder ägyp-
tifcher Kulturfcenen, jetzt im Musde Guimet zu Paris.
Diefe find aber, wie Maspero (Rev. crit. 1896, II p. 319)

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