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Ausgabe:

1898

Spalte:

353-355

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Steinschneider, Moritz

Titel/Untertitel:

Vorlesungen über die Kunde hebräischer Handschriften, deren Sammlungen und Verzeichnisse 1898

Rezensent:

Strack, Hermann L.

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Theologische Literaturzeitung.

Herausgegeben von D. Ad. Harnack, Prof. zu Berlin, und D. E. Schürer, Prof. zu Göttingen.

Erfcheint Preis
alle 14 Tage. Leipzig. J. C. Hinricns'fche Buchhandlung. jährlich 18 Mark.

N°- 13. 25. Juni 1898. 23. Jahrgang.

Steinfchneider, Vorlefungen über die Kunde
hebräifcher Handfchriften (Strack).

Steinfehneider, Die hebräifchen Handfchriften
der K. Hof- und Staatsbibliothek in München
. 2. Aufl. (Strack).

Steinfehneider, Verzeichnis der hebräifchen
Handfchriften der königl. Bibliothek zu Berlin,
2. Abth. (Derf.)

Omont, Catalogue des manuscrits grecs, latins,
etc. recueillis par feu E. Miller (v. Gebhardt
).

Mandelkern, Veteris Testamenti Concordan-
tiae hebraicae atque chaldaicae (Strack).

Feftfchrift für Herrn Geheimen Kirchenrat Dom- Eck, Ueber die Bedeutung der Auferftehune

_ — . , < f~n______ » f .... . . . __ . _ . O

herrn Prof. D. Fricke (Clemen),
Huck, Synopse der drei erften Evangelien,

2. Aufl. (J. Weifs).
Somerville, St. Paul's coneeption of Christ

(Clemen).

Bullarium Franciscanum. Tom. V: Benedicti XI,
Clementis V, Ioannis XXII monumenta, a Con-
rado Eubel digesta (K. Müller).

Effelborn, Diephilofophifchen Vorausfetzungen
von Schleiermachers Determinismus (Ritfehl).

Chapuis, Du Surnaturel (Lobflein).

Jefu für die Urgemeinde und für uns (Lobftein).
L o o f s, Die Auferftehungsberichte und ihr Werth
(Derf.)

Wimmer, Gefammelte Schriften. In 2 Bänden
(Lobftein).

Hardeland, Gefchichteder fpeciellen Seelforge
t. Hälfte (E. Chr. Achelis).

Dryander, Der erfte Brief Johannis in Predigten
ausgelegt (Bassermann).

Hilfsmittel zum evangelifchen Religionsunterricht,
9. 10. Schulze, Die Volksgefchichte Ifraels
(Fay).

Steinschneider, Moritz, Vorlesungen über die Kunde hebräischer
Handschriften, deren Sammlungen und Verzeichnisse
. Mit einer Schrifttafel. (Beihefte zum Centraiblatt
für Bibliothekswefen XIX.) Leipzig, O. Haraffowitz,
1897. (X, 110 S. gr. 8.) M. 5 —

Allen denjenigen, welche mit hebräifchen Handfchriften
fich zu befchäftigen haben, hat Moritz Stein

Strack, Dikduke ha-Harnim 1879, S. XIII f.). S. II, die
fog. babylonifche Punktation wird genauer fuperlineare
genannt. Der dafelbft citirte Auffatz von M. Friedländer
betrifft ein drittes, von den beiden bekannten ganz ver-
fchiedenes Syftem von Zeichen für die Vokale und die
Accente (vgl. Jewish Quarterly Review 1895, 564—567).
S. 13, Saadja Gaon hat VybjH HBO mit Vokalen und Ac-
centen gefchrieben und beruft fich gegenüber feinen

fchneider aus der Fülle feiner Gelehrfamkeit und feiner j Gegnern, die ihn deswegen tadelten, weil er fein Buch fo
Erfahrungen ein fehr dankenswerthes Nachfchlagebuch ! den heiligen Schriften gleich mache, darauf, dafs er das

geboten durch die Veröffentlichung feiner feit 1859 in
der Veitel-Heine-Ephraim'fchen Lehranftalt zu Berlin gehaltenen
Vorlefungen über diefe Claffe von Handfchriften.
Ueber Pergament und Papier, Tinte und Feder, über
Befitzer und Schreiber und von ihnen herrührende Bemerkungen
, über Sammlungen und Kataloge wird theils
ausführlich, theils andeutend gehandelt. Hier und da
bricht zwifchen trockenen Notizen der dem greifen Verfaßter
trotz vielen fchweren Schickungen gebliebene Humor
hervor, fo S. 34: ,Der Buchbinder befchneidet das Buch
oft ärger als der Betrüger feine Dukaten. Diefes „Bundes

Buch des Ben Sira, das des "ni» p und die Hasmonäer-
Rolle ebenfo gefchrieben gefehen habe (f. Abr. Harkavy,
Leben und Werke des Saadja Gaon I, S. 160. 162, St.
Petersburg 1891). S. 16, das ältefte Zeichen der Abbreviatur
ift nicht ein Strich, fondern ein Punkt über dem
letzten gefchriebenen Buchftaben. S. 24, Palimpfeftblätter
find die unlängft von Burkitt herausgegebenen Fragmente
der Ueberfetzung Aquila's (f. Theol. Litztg. 1898, Nr. 5).
S. 27, im«« SM fchon in Mifchna (Meg. I, 8) und Talmud
(Sanh. 2ib, pal. Meg. I, 7ib); vgl. ferner G. Hoffmann
, Ueber pi SM und ntt31S"Ö SM in ZatW 1881,

zeichen« vernichtet oft andere Zeichen und Buchftaben, 334—338- Auch auf die Sendfchirli-Infchriften hätte hier

z. B. Ueberfchriften von Abfchnitten, Randnoten und , lungewiefen werden follen. Ferner vermiffe ich hier: A.

Cuftoden' Während man bei anderen Büchern oft über Harkavy, Altjüdifche Denkmäler aus der Krim, St. Peters

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Weitfchweifigkeit zu klagen Anlafs hat, ift der Haupt
mangel diefes Buches feine Kürze. Für viele Einzelheiten
wird auf anderwärts Gefagtes verwiefen, und zwar auch

bürg 1876 (dazu meine Anzeige im Liter. Centraiblatt 1877,
Nr. 14), und D. Chwolfon, Corpus inscriptionum Hebraicarum
, St. Petersburg 1882 (dazu meine Anzeige im Lit

in folchen Fällen, in denen durch ein Mehr von wenigen 1 Cbl. 1883, Nr. 25). S. 28 ift hinzuzufügen: Ch. D. Gins
Zeilen eine Vervveifung überflüffig geworden wäre oder bürg, A series offifteen facsimiles from manuscript patres
in denen nur wenige Lefer ohne grofse Mühe nachzu- [ of the Hebrew Bible, London 1897. Wie kann das im
ichlagen in der Lage find. Für letzteres vgl. S. 27: ,Eine i Fihnft ,um 957' Stehende als ,das ältefte Specimen hebr.
Ueberficht der zerftreuten Schriftproben aus ,Mff. gab ich ( Schriftcharakters' bezeichnet werden, da wir doch ficher
im Centraiblatt für Bibliothekswefen 1877, S. 155' und ; altere hebräifche Handfchriften haben? S. 29, das über
S. 31: ,Siehe meinen Artikel „Giebt es eine hebräifche das Gutachten des Maimonides in Bezug auf 1TSJ> SM
Kurzfch'rifD" im Archiv für Stenographie 1887, S. 466fr.' Gefagte ift nicht klar, wohl weil dies Gutachten" nur in
Als Zeichen des Dankes für manche auch mir durch , hebr. Ueberfetzung vorliegt. S. 31 Anm. 53, vgl. die
diefe neuefte Veröffentlichung Steinfchneider's gebotene Mittheilungen von Ad. Neubauer in Jewish Quart. Review
Anregung laffe ich nun eine Reihe von Zufätzen und 1895, 361—364 über zwei in Aegypten gefundene Bibel-
Berichtigungen folgen. S. 4. J- G. Chr. [nicht: J. G. L.] : fragmente, in denen ftatt der Wörter oft nur einzelne
Adler hat nur die erften fünf Capitel des Tractats So- , Buchftaben gefchrieben find. S. 37—39, über Talmud-
ph-rim ins Lateinifche überfetzt. S. 8 fehlt Tob. Nadler, : Verbrennungen vgl. meine Einleitung in den Thalmud,
De tribus codieibus inss. hebraicis, Altdorf I749> 4°- S. 10, 2. Aufl., Leipzig 1894, S. 68; über die von Juden felbft
die Differenzen der Occidentalen und der Orientalen in aus Furcht oder aus Rückficht auf die Chriften geübte
Bezug auf den Bibeltext find nicht identifch mit den Cenfur ebenda S. 74b Zu S. 52 fei bemerkt, dafs für
Unterfchieden zwifchen Ben Afcher und Ben Naphthali. , den hebräifchen Ausdruck geographifcher Bezeichnungen
Nicht nur L. Low, fondern auch H. Grätz hat den Ahron der Catalogue of the Hebrew mss. in the Bodleian Library
ben Afcher für einen Karäer gehalten (f. Monatsfchnft 1886, Spalte 1101—1112 reiche Ausbeute gewährt S fi
für Gefch. u. Wiffenfchaft des Judenth. 1881, S. 360T.; Bär- das Ms., von dem M. Pinner 1845 ein Facümile veröflent-

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